Achillea millefolium

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Achillea millefolium L.

Asteraceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Nutzpflanze

Standort: Sonne   4

Bodenfeuchte: trocken

Bodenart: Lehm - Bodenart: sandiger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Wintergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: einfach

    

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>vielz&auml;hlig
Frucht: Ach&auml;ne

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Schirmtraube

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: aufliegend

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Asteridae
Superordo:
Asteranae
Ordo:
Asterales
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Achillea millefolium, umgangssprachlich Gewöhnliche Schafgarbe, ist eine in Europa heimische Staude.

Namensherkunft

Achillea millefolium wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.
Der Gattungsname geht zurück auf Achilles, den sagenhaften Helden des trojanischen Krieges, der die Pflanze als Droge entdeckt und zur Wundheilung verwendet haben soll (Ilias, 11. Gesang, Vers 822ff.), der Artname millefolium (= Tausendblatt) beschreibt die fein zerteilte Blattspreite.
Die deutsche Bezeichnung soll daraus herleiten, dass Schafe nur die Blätter der Pflanze fressen und deren Blüten stehen lassen. Auch ist Schafgabe zum gelb färben von Wolle verwendet worden.

Taxonomie

Achillea millefolium ist die Typus-Art der Gattung Achillea, die circa 171 bis 348 Arten umfasst und zur Familie der Asteraceae (Korbblütler) gehört.

Merkmale

Achillea millefolium - Habitus

Wuchs

Die variablen Stauden haben einen kriechenden Wuchs mit aufrechten Blütentrieben. Ihre dünnen und waagrecht wachsenden Rhizome bilden bis zu 50 Zentimeter lange unter- oder oberirdische Ausläufer mit sterilen Trieben. Die Blüten bildenden, aufrechten zylindrischen Stängel sind innen markig und außen kahl oder leicht behaart; sie erreichen etwa 30 bis 50 (20 bis 120) cm Höhe. Die Pflanze verströmt den typischen Schafgarbenduft.

Blätter

Die wintergrünen Blätter von Achillea millefolium sind wechselständig angeordnet. Aus dem kriechenden Wurzelstock entwickelt sich zunächst eine meist sterile Laubblattrosette, erst danach die Blütentriebe. Die Blätter sind mittelgrün, im Umriss lanzettlich bis lineal und fiederschnittig. Die Blätter haben eine kahle bis filzige Oberfläche, ihre Nerven laufen in den Blattrand aus.

Blüten und Früchte

Die weißen, gelegentlich rötlich angehauchten bis rosa Körbchen aus winzigen Blüten sitzen in schirmförmigen Scheindolden. Der gelegentlich auftretenden rosa Blütenfarbe verdankt die Art auch ihren Beinamen Purpur-Scharfgarbe. Die aus Auslesen und Züchtung entstandenen farbenfrohen Sorten zeigen ein Farbspektrum von gelb bis karminrot. Die Blütezeit ist je nach Sorte von Mai bis September, je nach Klima auch bis in den Oktober hinein.

Die braunen Früchte sind Achänen, sie entwickeln sich im Sommer.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden einen kriechenden Wurzelstock

Verbreitung

Achillea millefolium ssp. millefolium, fast kosmopolitisch verbreitet, ist heimisch in Europa bis Sibirien, dem Kaukasus, dem Nord-Iran, und ist eingebürgert in Nordamerika und Australien und Neuseeland. Nur in mediterranen Gebieten ist sie selten. Sie kommt aus der Ebene bis ins Hochgebirge vor, auf Nährstoffreiche Wiesen, Halbtrockenrasen, Wegrändern; sie gilt als Bodenfestiger und Nährstoffzeiger, vor allem für stickstoffhaltige Böden.

Standort

"Luxus-Wachstum"
auf nährstoffreichem Standort
Die Sorte 'Paprika' in der Rabatte mit "Einjährigen Sommerblumen"

Achillea millefolium ist mäßig kalktolerant und wächst am besten auf trockenen, nährstoffreichen Böden ohne stauende Nässe. Eine schlechte Sauerstoffversorgung des Bodens wird nicht vertragen. Optimal sind magere Standorte, weil sie auf nährstoffreichen Standorten zu starkwüchsig werden und nicht standfest bleiben. Das Substrat sollte lehmig oder sandig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 6 und 8 aufweisen. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen eine Oberbodendicke von mindestens 20 Zentimetern. Sie vertragen Temperaturen bis -35°C (WHZ 4).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: zeitweise trockene Böden
  • geringe Toleranz: kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: Stadtklima

Verwendung

Diese sonnenliebenden Stauden, insbesondere die Sorten, sind vielseitig zu verwenden, für Beete und Rabatten, als Schnitt- und Trockenblumen und als beliebte Bienenweide. Sie sind sehr gut mit Salvia nemorosa (Salbei) kombinierbar; weitere schöne Partner sind Centranthus ruber, Artemisia ludoviciana, Stachys bycantina, Calamintha nepeta, auch verschiedene Gräser. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 40 Zentimetern, am besten kommen die Pflanzen in Gruppen von 3 bis 5 Stück zur Geltung. Außerdem geeignet für Dachbegrünung.

Pflege und Vermehrung

Nach der Blüte kräftig zurückschneiden, dann treibt die Pflanze rasch wieder aus.

Vermehrung durch Aussaat; bei Sorten kann es Farbabweichungen geben, dann Vermehrung durch Teilung oder Stecklinge.

Sorten

Durch Auslese sowie auch durch Kreuzung mit farbkräftigen Arten sind viele Sorten entstanden.

Farbabweichungen
bei Sämlingen ...
... der Sorte 'Credo'

Eine Auswahl:

Giftigkeit

Achillea millefolium ist schwach giftig, sie enthält geringe Mengen von Thujon (Absinth). Bei empfindlichen Personen kann ein Hautkontakt mit dem Saft der Pflanze Allergien oder Hautentzündungen auslösen.

Medizin

Wurde als blutstillende und desinfizierende Heilpflanze verwendet. Die Inhaltsstoffe ähneln denen der Kamille; Schafgarbe wurde in Notzeiten auch als Ersatz für Kamille verwendet.


Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Ein weißer, puderartiger Belag auf der Pflanze deutet auf einen Befall durch Echten Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Weiße Büschel oder weißer Belag auf der Blattunterseite deutet auf einen Befall durch Falschen Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Braune, orange oder gelbliche Pusteln auf Sprossen oder Blattunterseiten werden wahrscheinlich durch Pilzbefall (Rost) hervorgerufen. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und ein Fungizid eingesetzt werden. Außerdem sollte die Belüftung verbessert und die Luftfeuchtigkeit verringert werden.

Illustration Achillea millefolium

Siehe auch

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • Hans-Dieter Warda: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 2. Auflage. Bruns Pflanzen Export GmbH, Bad Zwischenahn 2001, ISBN 3-9803833-3-4.

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