Aconitum napellus
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Aconitum napellus L. |
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Divisio: Magnoliophyta Subdivisio: Magnoliophytina Classis: Ranunculopsida Subclassis: Ranunculidae Superordo: Ranunculanae Ordo: Ranunculales |
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Aconitum napellus, umgangsprachlich Blauer Eisenhut, ist eine Staude mit auffälligen, helmartig geformten Blüten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Namensherkunft
Aconitum napellus wurde 1753 von Carl Linnaeus in seinem Werk Species plantarum (Vol. 1, S. 532) beschrieben.
[Bearbeiten] Taxonomie
Der Blaue Eisenhut ist eine Art aus der Gattung Aconitum, die 300 Arten umfasst und zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse) gehört.
[Bearbeiten] Merkmale
[Bearbeiten] Wuchs
Die Staude wird etwa 1,5 m hoch und bildet aufrechte Horste, die mitunter etwas standschwach sein können.
[Bearbeiten] Blätter
Aconitum napellus ist sommergrün, die Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind dunkelgrün und handförmig geteilt, die Ränder sind gezähnt oder nochmals geteilt.
[Bearbeiten] Blüten und Früchte
Die helmartigen, dunkelblauen Blüten sind in aufrechten Trauben angeordnet und erscheinen von Juli bis August. Form und Farbe werden von den Sepalen (Kelchblätter) bestimmt, die Petalen (Kronblätter) sind zu Nektarien umgebildet und befinden sich unter der 'Haube' der Blüte. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch Insekten (vor allem Hummeln), es ist aber auch spontane Selbstbestäubung innerhalb einer Blüte möglich.
Die grünen Balgfrüchte enthalten je Fruchtblatt eine Vielzahl von schwarzen Samen mit einer durchschnittlichen Länge von 5 mm und einem Gewicht von etwa 3 mg.
[Bearbeiten] Wurzelsystem
Die in manchen Abschnitten verdickten Speicherwurzeln dienen sowohl der Stoffaufnahme und -speicherung als auch der Verankerung im Boden.
[Bearbeiten] Verbreitung
Aconitum napellus stammt aus ganz Europa und ist vor allem in feuchtem Buschwerk und Wäldern anzutreffen. Sie ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt.
[Bearbeiten] Standort
Aconitum napellus bevorzugt Halbschatten, bei guter Wasserversorgung und Luftfeuchte ist aber auch ein sonniger Standort möglich. Der Boden sollte frisch bis feucht und nährstoffreich sein, ideal sind humose Lehmböden. Auch sandiger Lehm, Ton, sandiger und lehmiger Ton sind möglich.
[Bearbeiten] Verwendung
[Bearbeiten] Garten
Der Blaue Eisenhut ist eine beliebte Pflanze für den Bauerngarten und macht sich sehr gut in lichten Schattenpflanzungen oder sonnigen Rabatten (bei ausreichender Bodenfeuchte). Gute Pflanzpartner sind zum Beispiel Aruncus, Astilbe, Hemerocallis, Ligularia und Lysimachia.
Aconitum napellus eignet sich sehr gut als Schnittblume, bei aller Schönheit der Blüten darf man aber nicht ihre Giftigkeit ausser Acht lassen.
[Bearbeiten] Homöopathie
In der Homöophatie wird Aconitum napellus nur in extrem verdünnten Präparaten verwendet, die jedoch immer noch verschreibungspflichtig sind. Sie werden besonders zur Behandlung von Erkältungen und grippalen Infekten, aber auch bei Nervenschmerzen, Panikattacken oder Schlaflosigkeit eingesetzt. Achtung: keine Selbstmedikation, alle Teile der Pflanze sind stark giftig (siehe Giftigkeit)!
[Bearbeiten] Pflege
Eine gute Nährstoffversorgung ist für Aconitum napellus sehr wichtig, auch sollte in Trockenperioden gut gewässert werden, um Befall durch Blattläuse vorzubeugen.
Um die Vitalität der Pflanzen zu erhalten sollten sie alle drei Jahre im Herbst oder späten Winter geteilt werden. Da besonders die Wurzeln Aconitin in starker Konzentration enthalten sollte man dabei unbedingt Handschuhe tragen.
[Bearbeiten] Arten und Sorten
Aconitum napellus ist ein Hybridelternteil von
- Aconitum x bavaricum (A. napellus x A. plicatum) und
- Aconitum x teppneri (A. napellus x A. tauricum).
Sorten von Aconitum napellus sind unter anderem:
- Aconitum napellus 'Album'
- Aconitum napellus 'Bergfürst'
- Aconitum napellus 'Carneum'
- Aconitum napellus 'Rubellum'
[Bearbeiten] Giftigkeit
Alle Pflanzenteile des Blauen Eisenhuts enthalten das stark giftige Alkaloid Aconitin, schon 1 bis 2 g können für einen Erwachsenen tödlich sein![1] In besonders hoher Konzentration ist das Gift in den Wurzeln zu finden, doch kann auch blosser Hautkontakt mit anderen Pflanzenteilen bereits zu Vergiftungserscheinungen führen.
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
[Bearbeiten] Krankheiten und Schädlinge
Stengelfäulnis durch Pilzbefall, sowie Verticillium-Welke können ein Problem sein. In Trockenperioden sollte die Staude gut gewässert werden, sonst droht Befall durch Blattläuse.
[Bearbeiten] Mensch und Aconitum napellus
[Bearbeiten] Mythologie
Der griechischen Mythologie nach entstand der Eisenhut, als Herkules Zerberus, den Wächter der Unterwelt niederrang und von der Unterwelt ans Tageslicht brachte. Als der giftige Speichel des dreiköpfigen Hundes die Erde berührte entstand hieraus der Eisenhut mit seiner tödlichen Wirkung.
[Bearbeiten] Hexerei
Im Mittelalter wurde der Eisenhut in sogenannten Hexensalben verwendet. Durch die zunächst anregende und anschließend lähmende Wirkung der Alkaloide auf die Nervenenden entstand durch den Gebrauch solcher Salben der Eindruck, es wüchsen am Körper Federn oder Fell.
[Bearbeiten] Gift und Waffe
Bereits in der Antike war Aconitum napellus als Mordwaffe sehr 'beliebt'. Durch die hohe Konzentration an Aconitin waren nur geringe Mengen nötig, die dem Opfer in Speisen und Getränke gemischt oder auch auf Kleidungsstücke aufgetragen wurden.
Auch als Pfeilgift kam der Extrakt der Staude bereits in der Antike zum Einsatz, von den Mauren wurden bis ins 16. Jahrhundert solche Pfeile verwendet.[2]
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Belege
[Bearbeiten] Literatur
- Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
- Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Isolde Altersberger: Aconitum napellus. Heilpflanzen-Lexikon, eingesehen am 16. Juli 2010.
- ↑ Ernst-Albert Mayer: Heilpflanze als Mordinstrument missbraucht. pta Forum, eingesehen am 16. Juni 2010
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