Acorus calamus

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Acorus calamus L.

Acoraceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   3

Bodenfeuchte: nass bis Bodenfeuchte: Wasserpflanze

Blattstand: zweizeilig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lineal

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>sechsz&auml;hlig
Frucht: Beere

163C / dd953b 

Knospenanordnung: Kolben

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: aufrecht

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Liliopsida
Subclassis:
Aridae
Superordo:
Acoranae
Ordo:
Acorales
Subordo:
Acorineae
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Acorus calamus, umgangssprachlich Kalmus oder auch Gewürzkalmus, Magenwurz, Deutscher Ingwer ist eine ausdauernde krautige Pflanze des Sumpfes (Röhrichts).

Namensherkunft

Acorus calamus wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Acorus calamus ist eine Art aus der Gattung Acorus, die circa 4 bis 6 Arten umfasst und zur Familie der Acoraceae (Kalmusgewächse) gehört.

Merkmale

Acorus calamus - Blüten

Wuchs

Die Staude wächst locker horstig mit straff aufrechten Blättern und Blütenstängeln und wird etwa 0,9 m hoch. Sie ist normalwüchsig und hat eine mittlere Lebensdauer. Die Wuchsbreite beträgt 50 bis 60 Zentimeter.

Blätter

Acorus calamus ist sommergrün, die Blätter ähneln denen von Iris pseudacorus, sind zweizeilig angeordnet und ungestielt. Sie sind mittelgrün, schwertförmig und haben einen glatten Rand, manchmal kann die Spreite am Rand auch stark gewellt sein. Dies ist ein Unterschied zu der Gattung Iris. Die Blätter wachsen straff aufrecht, haben eine Mittelrippe und duften stark aromatisch. Die Blätter sind etwa 60 bis 80 Zentimeter groß. Die Belaubung ist im Sommer dicht, im Winter locker.

Blüten und Früchte

Der kolbenartige 4 bis 10 (-20) cm lange Blütenstand steht etwas seitlich an dem blattartigen Stiel, eine Verlängerung des Stängels ersetzt die Spatha. Die zwittrigen Blüten sind unscheinbar (3 bis 4 mm breit), dreizählig und pentazyklisch, bestehen also aus fünf Blütenblattkreisen. Die Blütenhüllblätter sind gelblich-grün und kürzer als 1 mm. Die Blütezeit ist von Juni bis Juli.

Die braunen Beeren entwickeln sich im Sommer, reifen aber in Mitteleuropa nicht aus.

Wurzelsystem

Der Kalmus bildet dicke, kriechende Rhizome, die ein ätherisches Öl enthalten (siehe Verwendung) und über die er sich vegetativ vermehrt.

Verbreitung

Die Herkunft von Acorus calamus liegt wahrscheinlich in Ostasien. In Deutschland gilt er als Neophyt, der im 16. Jahrhundert als Nutzpflanze eingeführt wurde und durch Verwilderung nunmehr als eingebürgert gilt. Auch in Nordamerika hat der Kalmus den Status einer eingebürgerten Pflanze, die mittlerweile fester Bestandteil der natürlichen Vegetation ist.

Standort

Acorus calamus bevorzugt sonnige und nährstoffreiche Standorte und verträgt Temperaturen bis -40º C (Winterhärtezone 3a) und benötigt eine frostfreie Periode von mindestens 13 Wochen. Er wächst an Teich- und Flussufern, sowie in Schwemm- und Sumpfland, bei einem Wasserstand bis 20 cm. Der Kalmus ist eine Zeigerpflanze für Wechselwasser, er kann auch längere Zeit ohne komplette Wasserbedeckung vertragen. Schlechte Sauerstoffversorgung des Bodens wird gut vertragen; Acorus calamus ist nur mäßig kalktolerant; das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 5,2 und 7,2 haben.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Wasserrand

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: zeitweise trockene Böden
  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden
  • mittlere Toleranz: kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: sauerstoffarme Böden

Verwendung

Acorus calamus gilt als wertvolle Wildstaude, er ist eine traditionelle Medizinpflanze der asiatischen Medizin. Auch von indigenen Völkern Nordamerikas wird Kalmus für medizinische Bäder, Räucherungen sowie für Teezubereitung und als Gewürz verwendet.

Garten

Acorus calamus ist eine sogenannte Repositionspflanze und hilft bei der Wasserreinigung; ihr dekorativer oder zierender Wert ist gering. Die starkwüchsige Art eignet sich besonders für Flachwasserzonen von größeren Teichen. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 50 Zentimetern, am besten kommen die Pflanzen in Gruppen von 5 bis 15 Stück zur Geltung. - Beispiele für geeignete Nachbarn: Caltha palustris, Mimulus luteus, Sagittaria sagittifolia, Menyanthes trifoliata, Myosotis palustris.

Acorus calamus - Getrocknete Wurzeln

Volksmedizin

Die ätherischen Öle des Wurzelstocks wirken bakterizid und antiseptisch, sie werden in der Volksmedizin bei Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit oder auch als Beruhigungsmittel verwendet. Äusserlich kommen sie bei Hauterkrankungen zum Einsatz. Achtung: Die Wirksamkeit und Sicherheit bei innerer Anwendung ist medizinisch nicht belegt.[1]

Wegen seines aromatischen Geschmacks wird der Kalmus von der Industrie auch zur Aromatisierung von Getränken oder als Bestandteil von Mundwasser verwendet.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Vermehrung und Pflege

Die Vermehrung von Acorus calamus erfolgt vegetativ durch Teilung der Rhizome. Zu Beginn der Wachstumsperiode werden sie geteilt und eingetopft, die Auspflanzung sollte erst erfolgen, wenn sie sich gut etabliert haben.

Will man zu dichte Bestände verhindern, sollte man die Rhizome alle drei bis vier Jahre teilen und nur zum Teil wieder auspflanzen.

Varietäten und Sorten

  • Acorus calamus 'Variegatus' - weiß gestreifte Blätter, niedriger und schwachwüchiger; für Wasserstände bis 10 cm und für feuchte Uferzonen.
Acorus calamus in einer Illustration von 1885. Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz

Giftigkeit

Acorus calamus ist mäßig giftig.

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Krankheiten und Schädlinge

Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen sind nicht bekannt.


Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

  1. Isolde Altersberger: Acorus calamus. Heilpflanzen-Lexikon, eingesehen am 17. Juli 2010.

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