Adonis vernalis

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Adonis vernalis L.

Ranunculaceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   3

Bodenfeuchte: trocken

Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lineal

Blattgliederung: dreifach<br>gefieert

Bl&uuml;tenform: becherf&ouml;rmig
Frucht: N&uuml;sschen

8A / ffd534 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: buschig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Ranunculopsida
Subclassis:
Ranunculidae
Superordo:
Ranunculanae
Ordo:
Ranunculales
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Adonis vernalis (Frühlings-Adonisröschen) ist eine sommergrüne Staude, die in ganz Europa, mit Ausnahme der Britischen Inseln, sowie im Kaukasus und Sibiren vorkommt.

Namensherkunft

Die Pflanze wurde 1753 von Linné in seinem Werk Species Plantarum beschrieben.

Der Name Adonis geht auf einen Jüngling in der griechische Mythologie zurück der so schön ist, dass sich Aphrodite in ihn verliebt. In seinen Metamorphosen schreibt Ovid, dass Ares, der Gott der Unterwelt, sich in einen Eber verwandelt und Adonis auf der Jagd aus Eifersucht tödlich verletzt. Der schöne Jüngling stirbt in den Armen seiner Geliebten Aphrodite, deren Tränen sich mit seinem Blut mischen. Dort, wo sie zu Boden tropfen, verwandeln sie sich in Adonisröschen.

Der Namensteil vernalis leitet sich vom lateinischen ver, "Frühling" ab, was sich auf die Blütezeit bezieht.

Taxonomie

Adonis vernalis ist eine Art aus der Gattung Adonis, die circa 37 bis 53 Arten umfasst und zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Adonis annua.

Merkmale

Adonis vernalis - Habitus

Wuchs

Das Frühlings-Adonisröschen wird 20 bis 35, mitunter auch bis zu 60 Zentimeter hoch. Es wächst in buschigen Horsten mit bis zu einem Meter in die Erde reichenden Pfahlwurzeln. Die kahlen, aufrechten Stengel sind in der Regel unverzweigt.

Blätter

Die sommergrünen Blätter sind mehrfach gefiedert und hellgrün, das Laub erscheint gleichzeit mit den Blüten im April. Die einzelnen Blättchen sind lineal, wobei die unteren Blättchen auch schuppenartig ausgeformt sein können. Sie sind sitzend und parallelnervig. Die Blätter sind etwa 10 bis 20 Zentimeter groß und haben eine kahle Oberfläche.

Blüten und Früchte

Die endständigen Blüten sitzen einzeln auf kurzen Stengeln und sind flach beckerförmig. Sie blühen in leuchtendem Gelb und können einen Durchmesser von bis zu acht Zentimetern erreichen. Im Sonnschein breiten sich die Blüten zu beinahe flachen Scheiben aus und wenden sich der Sonne zu. Die zehn bis zwanzig freien Kronblätter sind radiär angeordnet und elliptisch ausgeformt, die fünf Kelchblätter sind ebenfalls elliptisch, allerdings wesentlich kürzer als die Kronblätter. Die Pflanze ist hermaphroditisch, das heisst alle Blüten sind zwittrig. Sie werden sowohl durch Selbst- als auch durch Tierbestäubung befruchtet.

Aus den vielen Fruchtblättern entwickeln sich Fruchtstände mit dicht gedrängten Nüsschen, je Fruchtblatt wird ein Samen ausgebildet. Die einzelnen Nüsschen sind in Durchschnitt fünf Millimeter lang und wiegen etwa zehn Milligramm.

Verbreitung

Ein Vorkommen von Adonis vernalis in der Nähe von Mallnow, Brandenburg.
Adonis vernalis fühlt sich auf steinigen Standorten in voller Sonne besonders wohl.

Als indigene Art kommt das Frühlings-Adonisröschen in ganz Europa, mit Ausnahme der Britischen Inseln, sowie im Kaukausus und im westlichen und östlichen Sibiren vor.

Es besiedelt Bereiche der sommergrünen Trockenwälder und Steppen (submeridional) sowie die südlichen und nördlichen Bereiche der gemäßigten Zone mit sommergrünen Laubwäldern, zum Teil mit Nadelwäldern gemischt (südlich temperat, nördlich temperat). Die Art ist schwach kontinental, das heißt sie kommt sowohl im extremen Festlandklima als auch bis in Gebiete des Seeklimas vor.

Adonis vernalis wird vom Bundesamt für Naturschutz als in Deutschland gefährdet eingestuft, ebenso im gesamten Europa, wobei ein Rückgang des Bestands beobachtet wird. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist die Pflanze besonders geschützt, sowohl nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen als auch nach der EG-Verordnung Nr. 338/97 sind alle Teile und Erzeugnisse geschützt, mit Ausnahme von Samen und Pollen sowie für den Einzelhandel fertig verpackte Produkte.

Standort

Die Stauden bevorzugen einen sonnigen Standort auf trockenen Böden. Das Substrat sollte kiesig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -40°C (WHZ 3).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Gehölz (meist sehr humusreicher Boden)
  • Steppen/Trockenwälder (meist kalkreicher Boden)

Verwendung

Adonis vernalis gilt als sehr wertvolle Wildstaude. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 30 Zentimetern, am besten kommen die Stauden in Gruppen von 3 bis 5 Stück zur Geltung.

Garten

Die Staude ist vollständig frosthart und eignet sich besonders für die Bepflanzung von Heidegärten von steinigen Hängen und Terrassen in voller Sonne.

Heilkunde

Wurzeln, Blätter und Blüten von Adonis vernalis enthalten herzwirksame Glykoside, die den Puls regulieren und die Kontraktionskraft des Herzens verbessern. In zu hoher Dosierung sind sie giftig!

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Für eine in der klassichen Homöopathie verwendete Tinktur wird die Pflanze zur Blütezeit geerntet und ohne Wurzeln weiterverarbeitet. Sie findet Verwendung bei leicht eingschränkter Leistung des Herzens sowie bei fiebrigen Krankheiten, die mit Herzbeschleunigung einhergehen. Desweitern wird Adonis vernalis eine sedative Wirkung zugeschrieben.

Pflege

Die Samen können nach der Reife im Frühbeet ausgesät werden, die Keimung im Frühling ist allerdings langsam und unbeständig, die Sämlinge wachsen nur langsam. Die Stauden vertragen eine Teilung nur schlecht, sollte es aber dennoch notwendig sein kann man dies nach der Blüte tun.

Briefmarke der Post der DDR von 1969

Giftigkeit

Adonis vernalis ist giftig.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Adonis vernalis wird besonders gerne von Schnecken befallen.

Belege

Literatur

  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

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