Aesculus hippocastanum

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Aesculus hippocastanum L.

Hippocastanaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   4

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig - Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: gegenständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: gefingert

    

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: fachspaltige Kapsel

V

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Rispe

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rutanae
Ordo:
Sapindales
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Aesculus hippocastanum, umgangsprachlich Gewöhnliche Rosskastanie, ist ein imposanter Park-Baum.

Namensherkunft

Aesculus hippocastanum wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist eine Art aus der Gattung Aesculus, die circa 28 bis 47 Arten umfasst und zur Familie der Hippocastanaceae (Hippocastanaceae (dt.)) gehört.

Merkmale

Aesculus hippocastanum - Winterhabitus
Aesculus hippocastanum - Zweige
Aesculus hippocastanum - Blüten
Aesculus hippocastanum - Rinde
Zweig im Frühling
Allee aus unterschiedlich alten Rosskastanien, im
Schlosspark Putbus, Insel Rügen

Wuchs

Die Rosskastanie ist in der Jugend raschwüchsig, und bildet einen kurzen, vollholzigen Stamm mit runder und breiter Krone aus. Die vergleichsweise schnellwüchsigen Bäume werden 25 bis 30 Meter hoch. Ihre Wuchsbreite beträgt 10 bis über 15 Meter. Die Rosskastanie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen.

Holz und Rinde

Der Stamm der Rosskastanie ist immer nach rechts drehwüchsig und hat gelblichweißes, kernlosen Holz. Die Rinde ist bei jungen Bäumen hellbraun bis braun und glatt, später wird sie manchmal etwas rötlich; ältere Bäume haben eine graubraune Borke, deren grobrissige Platten sich aufbiegen und in Schuppen abblättern.

Blätter

Aesculus hippocastanum ist sommergrün, die Blätter sind gefingert und gegenständig angeordnet. Sie sind mittelgrün und verkehrt eiförmig. Sie sind gestielt und haben Nerven, die in den Blattrand auslaufen. Im Herbst nehmen sie eine attraktive gelbe Färbung an.

Blüten und Früchte

Blüten Aesculus hippocastanum - Eglinton, Irvine, Ayrshire

Die Pflanzen blühen an den mehrjährigen Trieben. Sie sind diözisch, die Bestäubung erfolgt als Fremdbestäubung durch Tiere; die Blüten bilden reichlich Nektar und Pollen und sind damit eine gute Bienenweide.
Die Blüten sitzen zu vielen in aufrecht stehenden Rispen ("Kerzen") zusammen. Die Blüte hat 5 (oder seltener 4) weiße Kronbättern, die gefranst und gewimpert sind. Die Blüten haben, solange sie befruchtungsfähig sind, gelbe Saftmale; wenn die Blüten bestäubt wurden, färbt sich der Fleck rot. Die Blütezeit reicht, je nach Witterung, von April/Mai bis in den Juni.

Es werden grüne bestachelte Kapselfrüchte gebildet, die im September/Oktober reifen. Die Kapselfrüchte enthalten meist einen, selten bis zu drei, große braune und glänzende Samen, die Kastanien, die für den Menschen ungenießbar sind.

Wurzelsystem

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein Flachwurzler und hat ein weitstreichendes, starkes Wurzelwerk.

Verbreitung

Aesculus hippocastanum ist nicht in Mitteleuropa heimisch; sie stammt vom Balkan, aus dem Kaukasus, dem Nord-Iran und dem Himalaya und wurde eingebürgert in Frankreich, Irland und dem östlichen Mitteleuropa.

Standort

Die Bäume bevorzugen einen sonnigen Standort auf frischen bis feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig, sandig-kiesig, sandig-lehmig oder kiesig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 10 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -35°C (WHZ 4).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • hohe Toleranz: Stadtklima

Verwendung

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein beliebter Baum in Parks und Erholungsanlagen, als Zierbaum und als Schattenspender, beispielsweise in Biergärten. In vielen Ländern wird er auch als Straßenbaum angepflanzt.
Ebenfalls als Ziergehölz wird Aesculus x carnea verwendet, die Kreuzung aus Gewöhnlicher und Roter Rosskastanie (Aesculus pavia) .

Aus den Samen der Rosskastanie werden Saponine zur Herstellung von Kosmetika, Farben und Schäumen gewonnen, die Stärke wird zu Alkohol und Milchsäure vergoren, die Öle werden zu Seifenpulver verarbeitet. Die Samen werden auch zur Winterfütterung von Rothirschen, Rehen und anderen Schalenwildarten verwendet.

Aesculus hippocastanum findet als Arzneipflanze Verwendung.

Pflege

Grundsätzlich sind die Pflanzen als mäßig pflegeintensiv einzustufen.

Sorten

Arzneipflanze:

Aus Samen, Borke, Blättern und Blüten werden Grundstoffe für die pharmazeutische Industrie gewonnen. Das extrahierbare Wirkstoffgemisch Aescin hat eine gefäßverstärkende, antikoagulierende und entzündungshemmende Wirkung. Die daraus hergestellten Präparate werden beispielsweise gegen Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre, Gebärmutter-Blutungen, Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt.


Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Befall mit Cameraria ohridella
Aesculus hippocastanum drawing file 114KB.jpg

Krankheiten und Schädlinge

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist wenig durch Krankheiten gefährdet.

  • Wesentliche Bedeutung hat in den letzten Jahren die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) erlangt, die in Europa erstmals 1984 beobachtet wurde und sich seit dem ersten Auftreten in Österreich 1989 mit rund 100 km pro Jahr ausbreitet. Durch den Befall der Blätter fallen diese bereits im August ab, wodurch die Bäume bei starkem Befall erheblich geschwächt werden. Man kann bei stark befallenen Kastanien eine erneute Blüte im August/September beobachten.


Blattflecken und welke Blüten deuten auf Anthraknose hin. Dies ist eine Pilzerkrankung die die Pflanze zum Absterben bringt. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und vernichtet werden. Bessere Belüftung und Hygiene wirken vorbeugend.

Blattflecken deuten auf eine Pilz- oder Bakterienerkrankung hin. Bakterielle Flecken sind eher eckig und gelb umrandet, Pilzflecken normalerweise rundlich mit einer Zone mit Fruchtkörpern. Die befallenen Teile sollten entfernt werden, bei einer Pilzerkrankung wird zusätzlich ein Fungizid eingesetzt.

Ein weißer, puderartiger Belag auf der Pflanze deutet auf einen Befall durch Echten Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Weiße Büschel oder weißer Belag auf der Blattunterseite deutet auf einen Befall durch Falschen Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Siehe auch

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • Hans-Dieter Warda: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 2. Auflage. Bruns Pflanzen Export GmbH, Bad Zwischenahn 2001, ISBN 3-9803833-3-4.


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Baum des Jahres in Deutschland HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif

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