Akebia quinata

Aus Hortipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Akebia quinata Decne.

Lardizabalaceae

Lebensform: Kletterpflanze
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   6

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Ton - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: gefingert

    

Blütenform: becherförmig
Frucht: Balgfrucht

V

185C / 8b2c41 

Knospenanordnung: Traube

Blüte: einfach
Blütenhabitus: hängend

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Ranunculopsida
Subclassis:
Ranunculidae
Superordo:
Ranunculanae
Ordo:
Lardizabalales
[Bearbeiten]   [Versionen]

Akebia quinata, die Fingerblättrige Akebie, wegen ihrer entfernt gurkenähnlichen Früchte auch als Klettergurke bezeichnet, ist eine Kletterpflanze, die in China, Korea und Japan beheimatet ist.

Namensherkunft

Akebia quinata wurde bereits von Maarten Houttuyn beschrieben und benannt, aber erst 1839 von Joseph Decaisne, einem belgischen Botaniker und Professor am Jardin des Plantes in Paris, in die heute gültige Systematik eingeordnet.

Akebia leitet sich wahrscheinlich vom japanischen あけび akebi ab, was "hellblau" bedeutet. Dies könnte sich auf die Früchte beziehen, die hell- bis blauviolett sind. Das Artepitheton quinata stammt vom lateinischen quinque, "fünf" und bezieht sich auf die fünfzählig fingerteiligen Blätter.

Im Englischen wird sie wegen ihrer purpur-schokoladenbraunen Blüten Chocolate Vine genannt, die deutsche Übersetzung "Schokoladenwein" ist auch bei uns gebräuchlich.

Taxonomie

Akebia quinata ist eine Art aus der Gattung Akebia, die circa 6 bis 7 Arten umfasst und zur Familie der Lardizabalaceae (Fingerfruchtgewächse) gehört.

Merkmale

Die Blätter bilden ein filigranes Laubwerk
Männliche und weibliche Blüten von Akebia quinata.
Lange schlanke Triebe
Das Licht dringt durch die filigranen Ranken
Ein lichtes Dach aus Akebia
Reife Frucht mit zahlreichen schwarzen Samen.

Wuchs

Die Klettergurke ist eine linkswindende Schlingpflanze, die bis zu zehn Meter hoch wird. In der Jugend ist sie eher langsam-, später dann starkwüchsig. Die einzelnen Triebe bleiben schlank, wodurch auch größere Pflanzen relativ wenig Gewicht haben. Die Wuchsbreite kann 3 bis 4 Meter betragen. Dem Boden aufliegende Triebe wurzeln rasch an.

Blätter

Akebia quinata ist sommergrün, in milden Wintern kann das Laub bis in den Frühling an der Pflanze haften bleiben. Im Weinbauklima kann sie durchaus als immergrün bezeichnet werden. Die Blätter setzen sich aus fünf verkehrt eiförmigen Einzelblättchen zusammen, die handförmig angeordnet sind und bis zu fünf Zentimeter lang werden, die Blattspitze ist leicht eingekerbt. Die Oberseite der Blättchen ist dunkelgrün, die Unterseite bläulich-grün, im Winter kann eine leicht rötliche Färbung auftreten. Durch die langen Blattstiele und das wechselnde Farbenspiel von Blattober- und -unterseite wirkt das dichte Laubwerk von Akebia quinata stets filigran.

Blüten und Früchte

Die Klettergurke ist monözisch (einhäusig), die außergewöhnlich geformten Blüten erscheinen in April und Mai in hängenden Trauben. Die weiblichen Blüten sind purpur-braun und haben einen Durchmesser von etwa drei Zentimetern, die männlichen Blüten sind rosa und nur etwa einen Zentimeter groß. Die Blüten verströmen einen würzigen Duft, weshalb die Pflanze auch als "Schokoladenwein" bezeichnet wird.

Im Spätsommer und Herbst reifen die gurkenähnlichen, fleischigen Balgfrüchte, die durch ihre hellviolette Farbe und eine Größe von bis zu zehn Zentimetern sehr auffällig und zierend sind. Bei voller Reife platzen die essbaren Früchte auf und zeigen ihr weißes Fruchtfleisch und eine Vielzahl an schwarzen Samen.

Wurzelsystem

Das Wurzelsystem ist stark, flach verzweigt mit kräftigen Hauptwurzeln.

Verbreitung

Akebia quinata stammt aus Ostasien, sie ist in den Hügel- und Bergwäldern von Japan, China und Korea in Höhen von 300 bis 1.500 Metern weit verbreitet.

Standort

Die Klettergurke gedeiht am besten in warmen, geschützten Lagen in der vollen Sonne oder auch im Halbschatten. Sie bevorzugt einen frischen bis feuchten, gut durchlässigen Boden, ist aber sonst relativ anspruchslos. Das Substrat einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Akebia quinata ist wärmeliebend, Früchte werden meist nur im Weinbauklima und nach heißen Sommern ausgebildet. Sie toleriert Temperaturen bis -23°C (WHZ 6), allerdings können Spätfröste die Blüten schädigen.

Verwendung

Akebia quinata ist wegen ihres schnellen Wachstums sowie ihrer filigranen Blätter und ihrer langen Laubhaftung gut zur Fassadenbegrünung und als besondere Zierpflanze verwendbar. Sie lässt sich sehr gut an Pergolen, Netzen oder Spalieren ziehen, sie wächst auch gut in Bäumen und Sträuchern. Die Kletterhilfen sollten vertikal ausgerichtet sein, ideal sind Abstände von etwa 25 Zentimetern. Soll die Klettergurke flächig wachsen, müssen die Triebe in die Kletterhilfe eingeflochten werden. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 1,5 bis 2 Metern.

Lebensmittel: Die Früchte sind essbar und haben einen leicht süßlichen Geschmack. In Japan sind die Früchte der Klettergurke ein bekanntes Nahrungsmittel, wobei das das Fruchtfleisch roh als Obst gegessen, die Schale hingegen als Gemüse gebraten wird. Da der Geschmack süßlich aber eher fade ist, geht die Verwendung wohl hauptsächlich auf das exotischen Aussehen der Frucht zurück.

Heilkunde: Die Blätter können als Tee verwendet werden. In der traditionellen asiatischen Medizin sind vielfältige Anwendungen von Akebia quinata bekannt, wofür meist die getrockneten Triebe verwendet werden. Sie gilt als schmerzlindernd und fiebersenkend, außerdem soll sie die Wundheilung fördern. Sie wirkt appetitanregend und leicht abführend, und wurde 1985 in einer Studie von über 1.200 chinesischen Heilpflanzen auf Platz 13 von 250 potentiell empfängnisverhütenden Pflanzen geführt [1]. Eingenommen soll Akebia quinata Pilz- und bakterielle Infektionen bekämpfen, auch dient sie als Mittel bei Infektionen des Harntraktes, ausbleibender Menstruation und zur Anregung des Milchflusses beim Stillen.

Die Frucht soll blutreinigend und harntreibend wirken, außerdem wird sie für die Rheuma- und Krebstherapie empfohlen. Die Wurzel wirkt fiebersenkend.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Pflege

Beides führt dazu, dass Akebia häufig bildet, derenFormschnitt und Auslichtung in der Praxis viel zu oft versäumt wird oder ganz unterbleibt. Klettergurken können im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden, damit sie ihre Rankhilfe nicht überwachsen. Da die Pflanzen im Alter von unten her verkahlen, bietet es sich an, alle zwei bis drei Jahre einzelne Triebe kräftig zurückzunehmen. Diese treiben dann neu aus, und der Sockelbereich bleibt schön dicht.

Eine Vermehrung von Akebia quinata kann durch das Aussäen der reifen Samen in Frühbeetkästen oder durch das Nehmen von Stecklingen im Sommer geschehen. Auch Bewurzelung einzelner Triebe durch "Absenken" ist einfach.

Akebia quinata im Tafelband der Flora Japonica, Sectio Prima.

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  1. Duke, J. A. & Ayensu, E. S.: Medicinal Plants of China. Reference Publications Inc., Algonac 1985. ISBN 0-917266-20-4.

Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren

Commercial Links