Allium schoenoprasum

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Allium schoenoprasum L.

Alliaceae

Lebensform: Zwiebel- oder<br> Knollenpflanze
Verwendung: Nutzpflanze

Standort: Sonne   5

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton

Blattstand: grundst&auml;ndig
Blatt: Sommergr&uuml;n

Blattform: lineal

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>sechsz&auml;hlig
Frucht: fachspaltige Kapsel

76B / d28fd6 

Knospenanordnung: Dolde

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: horstartig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Liliopsida
Subclassis:
Liliidae
Superordo:
Lilianae
Ordo:
Amaryllidales
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Allium schoenoprasum gehört zu den Zwiebel- und Knollenpflanzen.

Namensherkunft

Allium schoenoprasum wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Deutsche Namen

  • Alpen-Schnittlauch
  • Graslauch
  • Schnittlauch
  • Schnitt-Lauch

Taxonomie

Allium schoenoprasum ist eine Art aus der Gattung Allium, die circa 943 bis 1011 Arten umfasst und zur Familie der Alliaceae (Lauchgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Allium sativum.

Merkmale

Allium schoenoprasum - Pflanzen
Allium schoenoprasum - Blüten

Wuchs

Allium schoenoprasum ist sommergrün. Die vergleichsweise schnellwüchsigen, ausdauernden krautigen Pflanzen erreichen Wuchshöhen von 5 bis 50 cm. Sie bilden dünnhäutige, eiförmige bis zylindrische Zwiebeln aus, mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 cm. Daraus treiben ein bis zwei grüne oder graugrüne, im Querschnitt runde, röhrenförmige Laubblätter mit einem Durchmesser von 2 bis 6 mm. Infolge unterirdischer vegetativer Vermehrung durch Tochterzwiebeln erscheint Schnittlauch oft in Gestalt vielblättriger Horste mit einer Wuchsbreite von 10 bis 30 Zentimetern.

Blüten und Früchte

Zwischen Mai und August entwickeln sich endständige, dichte, vielblütige, rundliche scheindoldige Blütenstände mit 30 bis 50 Blüten. Ihre Hüllblätter überragen den Blütenstand nie. Die 30 bis 60 Zentimeter hohen Blütenstandsschäfte ähneln den Laubblättern, sind aber etwas fester und höher. Anders als beim Weinberg-Lauch (Allium vineale) oder dem Gemüse-Lauch (Allium oleraceum) bildet der Blütenstand des Schnittlauchs keine Brutzwiebeln aus.
Die zwittrigen, glockenförmigen Blüten besitzen einen Durchmesser von etwa 5 mm. Sie haben eine von hell bis dunkel variierende violett-purpurne, selten auch weiße, manchmal etwas blaustichige Färbung; auffällig ist ein dunkler hervorgehobener Mittelnerv.

Die fast kugelige Kapselfrucht ist von den Blütenhüllblättern ballonartig umgeben. Die Samen sind schwarz.

Verbreitung

Allium schoenoprasum ist verbreitet in ganz Europa, der Türkei, dem Irak, dem Kaukasus, dem Iran, Pakistan, Westsibirien (bis zum Jenissei), Ostsibirien, Kamtschatka, Zentralasien, der Mongolei, dem Himalaya, Japan, China, Alaska, Kanada, dem Nordosten der USA, dem zentralen Nordosten der USA und den Rocky Mountains.

Standort

Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen Standort auf trockenen bis frischen Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig, kiesig-lehmig oder sandig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen
  • Steinanlagen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: zeitweise trockene Böden
  • hohe Toleranz: Stadtklima

Verwendung

Als Würzkraut in der Küche ist Schnittlauch nahezu Standard. Hierfür wird er im Kräutergarten angepflanzt, oder im Topf auf dem Fensterbrett. Im Garten soll er durch seinen starken Geruch Schädlinge fernhalten. In die Nachbarschaft von Rosen gepflanzt, soll Schnittlauch Rußtau reduzieren.
Beeteinfassungen oder "Schnittlauchhecken" sind in Bauerngärten, Kräutergärten und "Biogärten" beliebt. Der empfohlene Pflanzabstand bei Gruppenpflanzung liegt bei 30 Zentimetern, am besten kommen die Pflanzen in Gruppen von 5 bis 10 Stück zur Geltung. Geeignet für Steingärten, Dachbegrünung und für Beete und Rabatten, außerdem geeignet als Kübelpflanze, auch als Bienenweide.

Pflege und Vermehrung

Bei richtiger Standortwahl ist kaum bis keine Pflege notwendig.

  • Um Selbstaussaat zu verhindern, vor der Samenreife zurückschneiden.
  • Als Zierpflanze kultiviert, sollten für die Küche nur einzelne Halme geschnitten werden, um die Blütenpracht nicht zu beeinträchtigen.
    Nach der Blüte kann ein radikaler Rückschnitt vorgenommen werden, ein rascher Wiederaustrieb ist die Folge.

Vermehrung durch Aussaat oder durch Tochterzwiebeln.

Sorten

(Beispiele)

  • Allium schoenoprasum 'Corsican White' - Weißer Schnittlauch, ca. 20 cm Höhe, bildet keine Samen
  • Allium schoenoprasum 'Elbe' - Weißer Schnittlauch, ca. 20 cm Höhe
  • Allium schoenoprasum 'Forescate' - Purpur-Schnittlauch, Höhe ca. 25-35 cm
  • Allium schoenoprasum 'Goliath' - grossblütige Auslese, Höhe ca. 60 cm

Krankheiten und Schädlinge

Ein weißer, puderartiger Belag auf der Pflanze deutet auf einen Befall durch Echten Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Weiße Büschel oder weißer Belag auf der Blattunterseite deutet auf einen Befall durch Falschen Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Braune, orange oder gelbliche Pusteln auf Sprossen oder Blattunterseiten werden wahrscheinlich durch Pilzbefall (Rost) hervorgerufen. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und ein Fungizid eingesetzt werden. Außerdem sollte die Belüftung verbessert und die Luftfeuchtigkeit verringert werden.

Weiße Flecken auf Blüten und Blättern sowie sich nicht öffnende Knospen deuten auf einen Befall durch Thripse hin. Diese Insekten lassen sich mit guter Belüftung und regelmäßigen Wassergaben zurückdrängen, außerdem können Insektizide oder Nützlinge (Raubmilben) eingesetzt werden.

Schädlinge an Schnittlauch sind in erster Linie Zwiebelfliege und Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella); durch "Mischkultur" abzuwehren, z.B. mit Möhren, Sellerie, Dill, Fenchel, Kamille, Lavendel, Pastinaken, Petersilie, Ringelblumen.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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