Arctostaphylos uva-ursi

Aus Hortipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Arctostaphylos uva-ursi (L.) Spreng.

Ericaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   2

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig - Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Immergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: einfach

Blütenform: krugartig
Frucht: Beere

49D / f0c9d6 

Knospenanordnung: Traube

Blüte: einfach
Blütenhabitus: nickend

Wuchsform: aufliegend

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Dilleniidae
Superordo:
Ericanae
Ordo:
Ericales
[Bearbeiten]   [Versionen]

Arctostaphylos uva-ursi ist ein immergrüner niederliegender Zwergstrauch.

Namensherkunft

Arctostaphylos uva-ursi wurde bereits von Carl von Linné beschrieben und benannt, aber erst 1825 von Curt Joachim Sprengel in die heute gültige Systematik eingeordnet.

Der Gattungsname leitet sich ab vom griechischen árctos <Bär, das Sternzeichen des Großen Bären, des Hohen Nordens> und staphylé <Weintraube>; der Artname vom lateinischen uva <Traube> und ursus <Bär>. Also praktisch eine Verdoppelung des Namens.

Taxonomie

Arctostaphylos uva-ursi ist eine Art aus der Gattung Arctostaphylos, die circa 101 bis 127 Arten umfasst und zur Familie der Ericaceae (Erikagewächse) gehört.

Merkmale

Wuchs
Endständige Blütentrauben
Krugförmige Blüten
Reife Früchte

Wuchs

Der Zwergstrauch bildet mattenartige Polster, mit bis zu 1 m langen Trieben, die dem Boden aufliegen und vielfach wurzeln. Er ist langsamwüchsig und langlebig, bildet 1 bis 2 m breite Teppiche mit einer Höhe von 10 bis 25 cm.

Holz und Rinde

Die Rinde der rötlichbraunen Triebe ist glatt und schilfert im Alter ab.

Blätter

Arctostaphylos uva-ursi ist immergrün, die Blätter sind 1 bis 3 cm lang, ledrig und wechselständig angeordnet. Sie sind oberseits dunkelgrün, unterseits heller, verkehrt eiförmig, und haben einen glatten Rand.

Blüten und Früchte

Die krugförmigen Blüten sind weiß mit rosa Spitzen, 5 bis 6 mm lang und erscheinen von April bis Mai. Sie sind an kurzen, endständigen, überhängenden 3- bis 10blütigen Trauben angeordnet. Bei uns erscheinen sie selten. Die Pflanzen blühen an den einjährigen Trieben. Sie sind zwittrig.

Die scharlachroten, erbsengroßen Beeren sind bei uns sehr selten; sie halten lange am Strauch und sind sehr zierend. Sie sind mehlig und ungeniessbar.

Wurzelsystem

Die Wurzeln sind flachstreichend und filzig.

Verbreitung

Arctostaphylos uva-ursi ist verbreitet in ganz Europa, im Kaukasus, West- und Ost-Sibirien, Alaska, Kanada, im Nordosten der USA, im zentralen Nordosten der USA, den nördlichen Präriestaaten der USA, den Rocky Mountains, im Südwesten und im Nordwesten der USA, in Kalifornien und auf Grönland.

Sie ist eine Pionierpflanze und Rohbodenkeimer, daher wird ihre Regeneration durch Bodenverletzungen gefördert. Die Samen werden durch Beeren fressende Vögel verbreitet.

Der internationale Handel mit Bärentraube und die Übernutzung der Vorkommen haben in weiten Teilen Europas dazu geführt, dass die Art heute stark gefährdet ist und in vielen Ländern des Verbreitungsgebietes in den Roten Listen geführt wird. - Sie ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt.

Standort

Ein Teppich mit Beeren

Die Sträucher bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf trockenen bis frischen Böden. Das Substrat sollte sandig, sandig-kiesig, sandig-lehmig oder kiesig-lehmig sowie vergleichsweise mager sein. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen einen pH-Wert zwischen 5,5 und 8 sowie eine Oberbodendicke von mindestens 25 Zentimetern. Sie vertragen Temperaturen bis -45°C (WHZ 2) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 20 Wochen.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: sauerstoffarme Böden
  • mittlere Toleranz: salzhaltige Böden, kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: zeitweise trockene Böden

Verwendung

Landschaftsgehölz, heimisches Wildgehölz. Der Zierwert von Arctostaphylos uva-ursi entsteht vor allem durch den attraktiven Herbstaspekt. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 20 bis 25 Zentimetern, am besten kommen die Sträucher in Gruppen von 3 bis 5 Stück zur Geltung.

Im Garten verwendet als Bodenbedecker auf sonnigen Stellen mit sandigem, humusreichem, kalkfreiem Boden. Im Heidegarten ein wichtiges Element. Außerdem geeignet für Steingärten und als Friedhofsgrün. Desweiteren findet Arctostaphylos uva-ursi als Arzneipflanze Verwendung.

Pflege

Ist praktisch unnötig; auf ihnen zusagenden Standorten können die Pflanzen Jahrzehnte alt werden. Falls sie benachbarte schwächere Pflanzen bedrängen sollten, oder damit kompaktere Polster gebildet werden, ist Einkürzen (Stutzen) möglich.

  • Die Pflanzen brauchen bei Kahlfrost Winterschutz.

Vermehrung

Da die kriechenden Zweige schon an der Pflanze Adventiv-Wurzeln bilden, kann man diese abschneiden und in ein sandig-humoses Substrat aufpflanzen. Die Wurzelbildung an den Trieben kann man durch Zwischenfüllen mit sandigem Humus fördern.

Massenanzucht erfolgt durch Stecklingsvermehrung mit reifen Trieben im Sommer bis Herbst. Danach wird in Töpfe mit sandigem Substrat eingepflanzt, und nach guter Durchwurzelung kann ins Freiland ausgepflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Bisher nicht bekannt; Ausfälle gibt es bei Kulturfehlern: Bei zu feuchtem Stand und in reinem Torfsubstrat.

Heilkunde

Die getrockneten Laubblätter sind als Uvae-ursi folium (Folia Arctostaphyli, Folia Uvae ursi, Folia Vaccinii ursi) - Bärentraubenblätter (Bärenkraut, Moosbeerenblätter, Sandblätter, Steinbeerenblätter, Wolfsbeerenblätter) gebräuchlich.

Medizinische ANWENDUNG: Bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege; zur Unterstützung der Therapie bei Blasen- und Nierenbeckenkatarrhen. Das aus den Pflanzen-Wirkstoff Arbutin im Körper gebildete Hydrochinon wirkt gegen Bakterien und Pilze, gleichzeitig antiseptisch und mit adstringierender Wirkung auf die Schleimhäute der Harnwege. Die Behandlung sollte nicht länger als sieben Tage und das nicht öfter als fünf mal pro Jahr durchgeführt werden.

Hydrochinon kann in hoher Dosierung oder bei langdauernder Anwendung zu Leberschäden führen; dazu steht es im Verdacht, krebserregende und erbgutschädigende Wirkungen zu haben. Daher verbietet sich eine Anwendung bei Kindern, Schwangeren oder stillenden Müttern.

In der HOMÖOPATHIE: Arctostaphylos uva-ursi HAB1, Bärentraube; frische Blätter, frische Blätter und jungen Triebspitzen - Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege.


Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Unregelmäßige Schwellungen, sogenannte 'Gallen' sind ein Zeichen für einen Befall durch Insekten oder Milben, können aber auch auf eine Bakterien- oder Pilzerkrankung hindeuten. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt werden, zusätzlich sollte die Durchlässigkeit des Bodens verbessert und ein Verletzen der Pflanzen vermieden werden.

Braune, orange oder gelbliche Pusteln auf Sprossen oder Blattunterseiten werden wahrscheinlich durch Pilzbefall (Rost) hervorgerufen. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und ein Fungizid eingesetzt werden. Außerdem sollte die Belüftung verbessert und die Luftfeuchtigkeit verringert werden.

Siehe auch

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren

Commercial Links