Artemisia vulgaris

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Artemisia vulgaris L.

Asteraceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Nutzpflanze

Standort: Sonne   3

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>vielz&auml;hlig
Frucht: Ach&auml;ne

3A / f8da21 

Knospenanordnung: Rispe

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: horstartig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Asteridae
Superordo:
Asteranae
Ordo:
Asterales
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Artemisia vulgaris, der Gewöhnliche Beifuss oder Gewürzbeifuß, ist eine Staude mit schwach aromatischem Laub.

Namensherkunft

Artemisia vulgaris wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Artemisia vulgaris ist die Typus-Art der Gattung Artemisia, die circa 521 bis 696 Arten umfasst und zur Familie der Asteraceae (Korbblütler) gehört.

Am trockeneren Standort
Artemisia vulgaris leaves photo file 533KB.jpg
Gewürze am Wegrand: Beifuß und Hagebutten
"Ruderalpflanzen"

Merkmale

Wuchs

Die Staude erreicht, je nach Standort, Wuchshöhen von 60 Zentimeter bis zu 2 Meter. Die meist aufrechten Stängel sind kaum behaart, die Pflanze wächst horstig und bildet keine Ausläufer.

Blätter

Die wechselständig angeordneten, 1- bis 2fach fiederschnittigen Laubblätter sind derb, bis zu 5 (selten 10) Zentimeter lang und 2 - 3 Zentimeter breit. Die Blattoberseite ist grün, die Unterseite weißfilzig.

Blüten und Früchte

Viele kleine, relativ unscheinbare, körbchenförmige Teilblütenstände stehen in endständigen, rispigen Blütenständen zusammen. Die weißlich-grauen, gelblichen oder rotbraunen Blütenkörbchen haben eine Größe von 2 bis 4 Millimeter. Die eiförmigen Hüllblätter sind filzig behaart, die gelblichen bis rötlich-braunen Röhrenblüten sind 1 bis 3 Millimeter lang. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

Die Früchte sind glatte, dunkelbraune bis schwarze Achänen, bis 1 Millimeter lang und bis 0,3 Millimeter breit.

Verbreitung

Artemisia vulgaris stammt wahrscheinlich aus Eurasien und verbreitete sich vermutlich als "Acker-Unkraut" zusammen mit dem Ackerbau der Jungsteinzeit. Seine ursprüngliche Heimat ist heute nicht mehr zu bestimmen, nachdem er durch den Menschen über fast alle nördlichen Gebiete der Erde verbreitet wurde. Auf nährstoffreichen Böden, vor allem Ruderalfluren, kommt der Beifuß wild vor.

Luxuswachstum am Kompost

Standort

Der Gewöhnliche Beifuss bevorzugt einen sonnigen Standort und verträgt Temperaturen bis -40º C (Winterhärtezone 2b). Er liebt nährstoffreiche Böden und fühlt sich in trockenen bis frischen Substraten wohl. Wir finden ihn als Wildpflanze oft an Wegrändern.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Verwendung

Artemisia vulgaris findet Verwendung als Heilkraut und als Gewürzpflanze. Die Blütenköpfchen werden als Gewürz genutzt, zu fettreichen Fleischgerichten und zu Kartoffeln. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und unterstützen so die Verdauung.

Bei verschiedenen Stämmen der amerikanischen Ureinwohner wurden die Pflanzen in vielfältiger Weise verwendet. Als Tee oder Sud, in Umschlägen und Dampbädern wurden sie zum Beispiel bei Erkältung, Rippenfellentzündung, Rheuma, Muskalkater, kleineren Schnittwunden und gegen viele Arten von "Frauenkrankheiten" eingesetzt. Die Blätter wurden als Talisman getragen um den Träger vor Verletzungen zu schützen und Geister fernzuhalten.[1]

Bei der Anpflanzung der Art im "Kräutergarten" ist Vorsicht geboten: Ihre Wuchskraft bei guter Nährtoffversorgung kann Proportionen sprengen. Langsamer oder schwächer wachsende Sorten, speziell mit panaschiertem Laub, sind auch für Staudenpflanzungen geeignet.

Varietäten, Sorten

Giftigkeit

Im Altertum und Mittelalter wurde Beifuß als Arzneipflanze bei Problemen mit der Verdauung eingesetzt. Auch gegen Epilepsie („Valentinskraut“) und in der Gynäkologie wurde er verwendet. Heute wird der Beifuß nur noch phytotherapeutisch eingesetzt. Einige Inhaltsstoffe (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich. Wegen der Giftigkeit seiner ätherischen Öle wird vor der Verwendung des Beifuß in der Aromatherapie gewarnt. Die Droge nennt man Artemisiae herba oder Herba Artemisiae, es sind die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Stängelspitzen mit den Blütenkörbchen. In der traditionellen chinesischen Medizin findet er Verwendung in der Moxa-Therapie.[2]

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Artemisia vulgaris18.jpg

Aberglaube

Beifuß galt im Mittelalter als sehr wirksames Mittel gegen und für Hexerei. Beigemischt war es Bestandteil vieler sogenannter magischer Rezepturen. Die Germanen trugen zu Johanni geernteten Beifuß zu einem Gürtel geflochten um den Körper. Der Johannis- oder Sonnwendgürtel sollte gegen Zauberei und böse Dämonen schützen. Laut Plinius dem Älteren soll ein um das Bein gebundenes Ästchen die Müdigkeit vertreiben. Am Dachfirst mit den Spitzen nach unten geheftet, wehrt Beifuß angeblich Blitze ab und hält Seuchen fern. Ähnliches gilt für die Thorellensteine oder auch Narrenkohle genannt, die man dem Glauben nach am Johannestag an den Wurzeln der Pflanze findet.[2]

Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

  1. Artemisia vulgaris in Native American Ethnobotany, University of Michigan (engl.)
  2. 2,0 2,1 Beifuß Wikipedia, Liste der Autoren

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