Asarum europaeum

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Asarum europaeum L.

Aristolochiaceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Schatten   5

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: grundständig
Blatt: Immergrün

Blattform: nierenförmig

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>dreiz&auml;hlig
Frucht: Beere

171A / 93341b 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: aufliegend

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Piperopsida
Subclassis:
Piperidae
Superordo:
Lactoridanae
Ordo:
Aristochiales
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Asarum europaeum, umgangssprachlich Gewöhnliche Haselwurz, ist eine immergrüne, bodenbedeckende, heimische Staude.

Namensherkunft

Asarum europaeum wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Asarum europaeum ist die Typus-Art der Gattung Asarum, die circa 130 bis 142 Arten umfasst und zur Familie der Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse) gehört.

Merkmale

Illustration Asarum europaeum.jpg
Asarum europaeum -
Frische Blätter
Asarum europaeum - Blüte

Wuchs

Die vergleichsweise langsamwüchsigen Stauden haben einen kriechenden Wuchs mit flachwachsenden, kriechenden Rhizomen, aufrechten Blattstielen und oft dem Boden anliegenden Blüten. Die Pflanzen werden 5 bis 10 Zentimeter hoch, ihre Wuchsbreite beträgt 30 bis 60 Zentimeter. Die oberirdischen Pflanzenteile sind behaart. Alle Pflanzenteile riechen intensiv, das Rhizom riecht pfefferartig.

Blätter

Asarum europaeum ist immergrün. Ihre ledrigen, einfachen, glänzend dunkelgrünen Blätter sind grundständig, mit Stiellängen bis zu 12 cm. Sie sind breit nierenförmig, ganzrandig und handnervig, etwa 5 bis 10 Zentimeter groß und haben eine kahle Oberseite, während die Unterseite meist behaart ist.

Blüten und Früchte

Blütezeit von Asarum europaeum ist von März bis Mai. Die einzeln unmittelbar in Bodennähe stehenden (oft liegenden) Blüten sind krugförmig, außen grünlichbraun und innen rotbraun; mit ihren drei nach innen geneigten Zipfeln erscheinen sie überwiegend geschlossen. Die Blütenhülle besteht aus drei verwachsenen, braunpurpurnen Blütenhüllblättern. Sie riechen intensiv nach Pfeffer. Die Pflanzen sind zwittrig, die protogynen (vorweiblichen) Blüten bestäuben sich oft selbst; aber auch Fremdbestäubung durch Insekten kommt vor.

Die Kapselfrüchte reifen im Juni und streuen im Juli bis August die Samen aus. Die Samen tragen Elaiosomen und werden von Ameisen verbreitet (Myrmekochorie).

Wurzelsystem

Die Pflanzen sind Flachwurzler; die Rhizome dürfen nicht zu tief eingesetzt werden.

Verbreitung

Asarum europaeum ist verbreitet von Mitteleuropa bis bis Sibirien. In Europa reichen die Areale von Südskandinavien bis Südfrankreich, Mittelitalien und Griechenland.

Standort

Die Art ist ein Lehm- und Feuchtigkeitsanzeiger. Als natürliche Standorte werden Laubwälder und Gebüsche auf vor allem kalkhaltigen und feuchten Böden bevorzugt. Außerdem gedeihen sie in Haselstrauchhecken (= Namensgebung) sowie in Schlucht- und Auwäldern. Der Boden soll frisch bis feucht, nährstoffreich und meist kalkhaltig sein.

Die Stauden bevorzugen einen vollschattigen Standort auf frischen bis feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig, sandig-tonig oder lehmig-tonig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Gehölz (meist sehr humusreicher Boden)
Bodenbedecker unter und zwischen Gehölzen

Verwendung

Asarum europaeum gilt als sehr wertvolle Wildstaude. Er ist ein schöner Bodenbedecker für schattige bis vollschattige Gartenbereiche mit nährstoffreichen lehmigen bis tonigen Böden.
- Das Substrat sollte eher frisch und keinesfalls zu feucht sein! - Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 25 Zentimetern, am besten kommen die Stauden in Gruppen von 10 bis über 15 Stück zur Geltung.
Geeignete Nachbarn sind z.B.: Euphorbia amygdaloides, Campanula trachelium, Lathyrus vernus, auch Daphne mezereum.

Pflege und Vermehrung

Bei richtiger Standortwahl ist kaum bis keine Pflege notwendig.
Zur Förderung der (Selbst-)aussaat ist eine Laub-Mull-Auflage am Standort zweckmäßig, während sonst ein mehr mineralisches Substrat am Standort empfohlen wird.

Vermehrung durch Teilung.

Giftigkeit

Asarum europaeum ist giftig. Die Pflanze enthält ätherische Öle, deren Bestandteil Asaron giftig ist. Aufgrund des Gehalts an Aristolochiasäuren gelten Drogen der Gattung Asarum einschließlich homöopathischer Zubereitungen bis D10 in Deutschland als bedenklich und dürfen nicht als Arzneimittel in Verkehr gebracht werden. Das getrocknete Rhizom trägt folgende Namen: Radix Asari, Radix Nardi rusticae, Radix Nardi sylvestrae und Rhizoma Asari.

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Unterarten

In Europa unterscheidet man bei Asarum europaeum drei Unterarten[1] [2]:

  • Asarum europaeum L. subsp. europaeum - Blätter breiter als lang, stumpf; Blattunterseite auf der Fläche behaart; Blattoberseite mit Stomata, ohne Papillen, glänzend; Europa
  • Asarum europaeum L. subsp. caucasicum (Duch.) Soó - Blätter etwa so lang wie breit, zugespitzt; Blattunterseite höchstens auf den Nerven etwas behaart, sonst kahl; Blattoberseite ohne Stomata; Epidermis der Blattoberseite papillös, matt; Alpenländer
  • Asarum europaeum L. subsp. italicum Kukkonen & Uotila - Blätter etwa so lang wie breit, zugespitzt; Blattunterseite behaart bis kahl; Blattoberseite ohne Stomata; Epidermis der Blattoberseite nicht papillös; Italien, Montenegro [3]

Krankheiten und Schädlinge

Einzelnachweise

  1. P. W. Ball, J. R. Akeroyd: Asarum L., In Flora europaea, 2. Auflage, 1, 1993, S. 87.
  2. Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  3. Unterarten in der Flora Europaea.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)


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