Asplenium scolopendrium

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Asplenium scolopendrium L.

Aspleniaceae

Lebensform: Staude

Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig

Blattstand: grundständig
Blatt: Wintergrün

Blattform: lineal

Blattgliederung: einfach

Blütenform: keine Angabe
Frucht: keine Angabe

 

Knospenanordnung: keine Angabe

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: buschig

Taxonomie

Divisio:
Polypodiophyta
Subdivisio:
Polypodiophytina
Classis:
Polypodiopsida
Subclassis:
Polypodiidae
Ordo:
Aspleniales
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Asplenium scolopendrium, umgangssprachlich Hirschzungenfarn, (in Europa verbreitet als: Phyllitis scolopendrium (L.) Newman) ist eine heimische Staude für schattige Standorte.

Namensherkunft

Asplenium scolopendrium wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Asplenium scolopendrium ist eine Art aus der Gattung Asplenium, die circa 389 bis 1572 Arten umfasst und zur Familie der Aspleniaceae (Streifenfarngewächse) gehört.

Merkmale

Asplenium scolopendrium - Habitus
Asplenium scolopendrium - Junge Blätter
Asplenium scolopendrium -
Sori (Ansammlung von Sporangien)
A. scolopendrium 'Crispa'
in naturnaher Gesellschaft

Wuchs

Die vergleichsweise langsamwüchsigen Stauden haben einen horstartigen Wuchs und werden 15 bis 50 Zentimeter hoch. Die Wuchsbreite beträgt 30 bis 60 Zentimeter. Sie wachsen, sich über kurze Rhizome verbreiternd, aufrecht oder mehr oder weniger bogig überhängend und ausladend, in Büscheln meist trichterförmig.

Blätter

Die grundständigen, wintergrünen Blätter von Asplenium scolopendrium sind ungeteilt, ganzrandig, länglich-zungenförmig und glänzend dunkelgrün. Die im späten Frühling neu treibenden Wedel sind frisch hellgrün, werden später kräftig grün und ledrig fest. Über dem kurzen Blattstiel beginnt die an Grunde herzförmige, dann längliche Blattspreite, die 15 bis 45 (selten über 60) Zentimeter lang wird und sich nach vorne verschmälert und zuspitzt. Die Blattränder sind mehr oder weniger gewellt. Blattnervatur: Von der Blattrippe aus gehen gabelig verzweigte Seitennerven.

Sporangien

Auf der Unterseite der Blätter bilden sich länglich-lineale, rostbräunliche Doppel-Sori (Gruppen von Sporangien, welche die Sporen enthalten), die schräg zur Mittelrippe parallel über die Seitennerven angeordnet sind. Die Sporenreife findet in den Monaten Juli bis September statt.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden dicht bewurzelte, kurze Rhizome.

Verbreitung

Asplenium scolopendrium stammt aus ganz Europa, der Türkei, Syrien, Israel und Jordanien, dem Kaukasus, dem Norden des Irans, Japan, von den Kanaren, aus Nordwest-Afrika, Libyen, Kanada, dem Nordosten der USA, dem zentralen Nordosten der USA, dem Südosten der USA und Mexiko. Die Pflanzen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt.

Standort

Die Farne bevorzugen einen halbschattigen Standort auf sickerfeuchten, kalkhaltigen Böden. Das Substrat sollte sandig oder sandig-kiesig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5). Die Pflanzen eignen sich bedingt für den Uferbereich natürlicher Bachläufe.

Bei Verwendung als Topf- oder Kübelpflanzen stehen die Pflanzen im Sommer am besten luftfeucht. Im Winter stehen sie am besten hell und frostfrei.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber

  • Gehölzrand; frisch bis feucht; absonnig bis halbschattig
  • Gehölz; frisch bis feucht; halbschattig bis schattig
  • Steinanlagen; feucht; absonnig bis halbschattig
  • Steinfugen; frisch bis feucht; absonnig bis halbschattig

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: pralle Sonne, Ballentrockenheit, Staunässe, trockene Luft

Verwendung

A. scolopendrium 'Marginata'
am Steingarten

Geeignet für den absonnigen Steingarten, auf Mauern im Schatten oder an Nordseiten von Gebäuden. Als Bodenbedeckung mit 8 bis 12 Stück pro Quadratmeter (Pflanzabstand 30 - 40 cm) gilt Asplenium scolopendrium als vorzügliche Sorte.

Hirschzungenfarn kann gut mit immergrünen Sträuchern und anderen Schattenstauden vergesellschaftet werden, in Einzelstellung oder in kleinen Trupps von 3 bis 15 Stück; bedingt (wg. ph-Wert) auch zu Rhododendron und Azaleen. Mögliche Nachbarn wären Hosta, Schattengräser, Gedenkemein (Omphalodes verna), Anemonen.
Auch zur Grabbepflanzung, als Schnittgrün für Floristik, als Zimmerpflanze und als Kübelpflanze einsetzbar.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als wenig pflegeintensiv einzustufen.

  • Hirschzungenfarn ist sehr langlebig und muss über viele Jahre ungestört am gleichen Standort stehen. Keinesfalls die Wedel im Herbst zurückschneiden.
  • Bei Topfpflanzen für gute Entwicklung monatlich während des Wachstums Volldüngerlösung geben.

Vermehrung durch Teilung im Frühjahr.

Sorten

Die Variabilität der Art hat durch Auslese viele Sorten hervorgebracht. Nur wenige dieser Sorten finden sich im Angebot der Staudenbetriebe.
Beispiele:

Krankheiten und Schädlinge

Bei schuppigen Insekten auf Sprossen und an den Blattunterseiten handelt es sich um Schildläuse. Sie sondern Honigtau ab und werden mit Insektiziden oder Nützlingen bekämpft.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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