Bellis perennis

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Bellis perennis L.

Asteraceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   4

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton

Blattstand: rosettig
Blatt: Immergrün

Blattform: spatelig

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>vielz&auml;hlig
Frucht: Ach&auml;ne

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: teppichartig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Asteridae
Superordo:
Asteranae
Ordo:
Asterales
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Bellis perennis (Gänseblümchen, Massliebchen, Tausendschön) ist eine Staude.

Namensherkunft

Bellis perennis wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Der Name wird aus dem lateinischen von "bellus" = "schön, hübsch, niedlich" und "perennis" = "ausdauernd" abgeleitet.

Weiterhin existiert eine Vielzahl von regional sehr unterschiedlichen, volkstümlichen Namen wie z.B.: Tausendschön, Osterblume, Angerbleamerl, Herzblümli, Maiblume, Marienblümchen, usw...

In der Blumensprache steht das "Gänseblümchen" für Reinheit und kindliche Unschuld.

Taxonomie

Bellis perennis ist die Typus-Art der Gattung Bellis, die circa 11 bis 26 Arten umfasst und zur Familie der Asteraceae (Korbblütler) gehört.


Merkmale

Wiese mit Bellis perennis
Bellis perennis - Wildform

Wuchs

Die vergleichsweise schnellwüchsigen Stauden haben einen teppichartigen Wuchs und werden 5 bis 20 Zentimeter hoch. Die Wuchsbreite beträgt 10 bis 30 Zentimeter.

Blätter

Die Blätter sind immergrün und spatelig geformt, sie haben einen glatten, manchmal auch leicht gesägten Rand. Sie sind in grundständigen Rosetten angeordnet.

Blüten und Früchte

Die weissen Blüten sind radförmig vielzählig, von März bis Mai erscheinen sie einzeln auf schlanken Stängeln. Wie typisch in der Familie der Asteraceae bestehen die Blüten aus Zungen- und Röhrenblüten. Beim Gänseblümchen sind die weissen Zungenblüten weiblich, die gelben Röhrenblüten zwittrig, wodurch die Selbstbestäubung innerhalb einer Blüte möglich ist. Da die Pflanzen selbstkompatibel sind werden auch bei Selbstbefruchtung erfolgreich Samen ausgebildet.

Die Früchte sind Achänen.

Wurzelsystem

Das Gänseblümchen hat kurze, aufrechte Rhizome mit faserigen Wurzeln. Durch Ausläufer werden mit der Zeit grossflächige Teppiche gebildet.

Verbreitung

Der Ursprung des Gänseblümchens liegt in Europa und dem Kaukasus. In der Natur findet man es großflächig auf Wiesen, Felden, Wegrändern, Öd- und Brachland sowie in Höhen bis 1.800 Meter.

Standort

Sonnig bis Halbschatten auf Wiesen, Halbtrockenrasen, an Wegrändern, in feuchten Wiesen, Wohnanlagen, als Straßenbegrünung, in Gärten, Unkrautfluren und auf Frischwiesen. Temperaturen bis -34 °C werden problemlos vertragen. (Winterhärtezone 4a)

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Verwendung

In der Naturheilkunde verwendet man Gänseblümchen hauptsächlich als Schmerz- und Wundheilmittel.

In der Volksheilkunde auch als Tee (Erkältung, Magen-Darm-Beschwerden), Tinktur, Umschläge oder als Einreibung bei Verrenkungen/Rheuma, aber auch bei Frühjahrsmüdigkeit oder bei Wunden.

Die grünen Blätter, Blütenköpfe und Zungenblüten (manchmal leicht scharf) schmecken im Salat oder Quark hervorragend aromatisch - gekocht ergeben sie einen leicht nussigen Geschmack.

Oft werden die Blütenköpfe auch als „falsche Kapern“ eingelegt.

In Gärten häufig als Zierpflanze eingesetzt. Geeignet für Bauerngärten, Steingärten und für Beete und Rabatten, außerdem geeignet als Friedhofsgrün und als Bienenweide.

Pflege

Absolut pflegeleicht und anspruchslos, verträgt Hitze sowie Kälte. Ein sonniger bis halbschattiger Standort, frischer bis feuchter und nahrhafter, gut durchlässiger Boden ist perfekt.

Um Selbstaussaat zu vermeiden, können verblühte Blüten entfernt werden.

Arten und Sorten

Krankheiten und Schädlinge

Blattflecken deuten auf eine Pilz- oder Bakterienerkrankung hin. Bakterielle Flecken sind eher eckig und gelb umrandet, Pilzflecken normalerweise rundlich mit einer Zone mit Fruchtkörpern. Die befallenen Teile sollten entfernt werden, bei einer Pilzerkrankung wird zusätzlich ein Fungizid eingesetzt.

Giftigkeit

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

In geringen Mengen ist der Verzehr harmlos, wogegen die Einnahme größerer Mengen Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und in seltenen Fällen auch Erregung und Krampfanfälle hervorrufen kann. Diese werden durch in den Blüten enthaltenes Flavon und Cosmosiin, sowie im Kraut enthaltene Saponone und geringfügig enthaltene ätherische Öle hervorgerufen. Weiterhin enthält die Pflanze Fruchtsäuren, Gerb- und Bitterstoffe.

In der Homöopathie und der Naturheilkunde äußerlich nach Traumen, Hämatomen, Myalgien bei Rheumatismus und Überanstengung angewandt. Bei div. Hautleiden auch innerlich als Expectorans gebraucht.

Erste Hilfe bei Vergiftungen: Bei Einnahme kleinerer Mengen reichlich Wasser oder Tee trinken, bei größeren Mengen Kohlegabe. Treten Symptome auf: Arzt aufsuchen!

Einen ausführlichen Hinweis hierzu finden Sie auf der Seite der Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikum Bonn [1]

Mensch und Bellis perennis

Symbolik

Die Pflanze gilt als Symbol für Reinheit und kindliche Unschuld.

Aberglaube

Da Bellis perennis im Frühjahr zu den ersten Frühlingsboten gehört, wurde es in der nordischen Mythologie der germanischen Frühlingsgöttin Ostara geweiht. Das weiße Köpfchen mit dem gelben Körbchen im Inneren symbolisierten den im nebligen Norden lebenden Germanen beim Aufblühen auch die Anwesenheit des Sonnengottes Baldur. Sie gaben ihm den Namen "Baldurs Auge" oder "Baldurs Braue". Die volkstümlichen Namen Augenblümchen oder Sonnenblümchen geben einen Hinweis auf diese Verbindung.

Einer christlichen Sage nach sollen die "Gänseblümchen" überall dort aufgegangen sein, wo die Tränen der Jungfrau Maria auf ihrer Flucht aus Ägypten auf den Boden fielen und die manchmal rötlichen Zipfel der Blütenblätter sollen vom Blut Jesu herrühren.

Der keltischen Mythologie zufolge soll das Gänseblümchen Wachstum beeinflussen können und auch heute noch hält sich in Großbritannien der Aberglaube, Welpen würden klein bleiben, wenn man ihnen Gänseblümchen zu fressen gibt. Als Zeichen des Jahresrhythmus der Sonne standen die Gans und auch das Gänseblümchen als Symbole im Vordergrund. Die Göttin wurde als kosmische Gänsemagd betrachtet, die wie ein Dorfmädchen die Gänseschar am Morgen (Frühling) auf die Wiese und am Abend (Herbst) zurück in den Verschlag bringt. Da das Gänseblümchen über den gesamten Zeitraum von Frühling bis Herbst blüht, wurde es mit der Gänsemagd-Göttin identifiziert.

Erst später kam es zu ungeahntem Ruhm, als es vom französischen König Ludwig IX. (1214-1270) zusammen mit der Lilie in sein Wappen aufgenommen wurde. Dazu ließ er sich einen Ring mit einem geflochtenen Blütenkranz anfertigen.

Es heißt, wer die ersten drei Gänseblümchen des Jahres isst, bleibt das ganze Jahr über von Krankheiten verschont. Weiterhin sagt man, dass wenn man mit einem Fuss sieben Gänseblümchen bedecken kann, der Frühling beginnt. Oft wird das Gänseblümchen als Orakelpflanze benutzt ("Er/Sie liebt mich, er/sie liebt mich nicht...") (= "Maßliebchen")

Belege

Literatur

Briefmarke Färöer-Inseln - Ausgabedatum 02. Februar 1988
  • Angelika Lüttig, Juliane Kasten: Hagebutte & Co – Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Fauna Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-935980-90-6.
  • Gertrud Scherf: Wiesenblumen – der etwas andere Naturführer. BLV-Verlag 2004, ISBN 3-405-16909-7.
  • Jenny-Dewajana Wild (2005): Phänologie, Bestäubung und Reproduktionsbiologie von Asteroideae (Asteraceae) in unterschiedlichen Höhenstufen Süddeutschlands. - Dissertation, Universität Ulm.
  • Schwarz, Andrea: Ich mag Gänseblümchen. Herder Freiburg 2000, 96 S.
  • Scheidl, Gerda M. / Bernadette Watts: Der kleine Gärtner. Nord Süd 1985 (Kinderbuch).
  • Schömig, Helga: Gänseblümchen erzählen vollwertköstliche Märchen. Kinderland Verlag 2004, 160 S.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

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