Buxus sempervirens

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Buxus sempervirens L.

Buxaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Halbschatten   6

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: gegenständig
Blatt: Immergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>sechsz&auml;hlig
Frucht: keine Angabe

2C / edea73 

Knospenanordnung: B&uuml;schel

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Hamamelididae
Superordo:
Buxanae
Ordo:
Buxales
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Buxus sempervirens, der Gewöhnliche Buchsbaum, Europäische Buchsbaum, auch nur Buchsbaum oder Buchs genannt, ist ein dichter Strauch mit glänzend dunkelgrünen Blättern.

Namensherkunft

Buxus sempervirens wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Buxus sempervirens ist die Typus-Art der Gattung Buxus, die circa 112 bis 116 Arten umfasst und zur Familie der Buxaceae (Buchsbaumgewächse) gehört.

Merkmale

Buxus sempervirens - Varietäten
B. sempervirens, Blätter und Blüten
B. sempervirens, Früchte von 'Rotundifolia'
Buxus sempervirens blühend
Buxhecke

Wuchs

Buxus sempervirens wächst als dichtbuschiger Strauch, hoch und breit aufrecht, wird etwa 2 bis 4 m hoch, und oft ebenso breit. Die var. arborescens kann zu einem kleinen Baum werden, mit maximal bis 8 m Höhe. Die Art ist langlebig, sie kann hunderte Jahre alt werden.

Holz und Rinde

Junge Triebe sind vierkantig und grün, später werden die Zweige rundlich, mit graubrauner Rinde.

Blätter

Buxus sempervirens ist immergrün, die ledrigen Blätter sind gegenständig angeordnet, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits heller grün. Sie werden 1,5 bis 3 cm lang, sind eiförmig bis elliptisch und haben einen glatten Rand.

Blüten und Früchte

Buchsbäume sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die kleinen gelbgrünen unscheinbaren Blüten erscheinen von März bis April. Sie sitzen in Büscheln in den Blattachseln.

Sie bilden 7 bis 8 mm lange Kapselfrüchte mit drei Fächern, die jeweils zwei „Hörner“ besitzen. Die Früchte reifen im August bis September, die Samen sind schwarz glänzend.

Wurzelsystem

Die Pflanzen haben ein dichtes Herzwurzelsystem, welches sowohl tief geht als auch weit verzweigt.

Verbreitung

Buxus sempervirens ist in Südwesteuropa, Mitteleuropa, Nordafrika und Westasien heimisch. Er ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet reicht in nordwestlicher Richtung vom Mittelmeer über Frankreich bis nach Südengland. In östlicher Richtung ist er bis zum Nordiran zu finden. In Europa kommt er in zwei Schwerpunkt-Arealen vor, einerseits von Südwestfrankreich bis Nordspanien, andererseits auf dem Balkan. Im Moseltal und in Südbaden gibt es natürliche Bestände.

Da der Buchs seit langer Zeit und häufig als Zier- und Nutzgehölz angepflanzt wird, kommt er gelegentlich auch verwildert vor.

Standort

Buxus sempervirens ornamental photo file 881KB.jpg
Buxus sempervirens cuttings photo file 935KB.jpg

Der Buchsbaum bevorzugt ozeanisch geprägtes Klima. Er bevorzugt einen halbschattigen Standort und verträgt Temperaturen bis -23,3º C (Winterhärtezone 6a). Am Naturstandort wächst er auf neutralen bis kalkreichen, humosen, steinigen Lehmböden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder kiesig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 9,5 aufweisen. Im Garten zeigt er sich anspruchsvoll: Damit er gut gedeiht, benötigt er einen neutralen bis sehr kalkhaltigen, nahrhaften und durchlässigen Boden, der nicht zu trocken sein darf. Dabei ist Buxus sempervirens stadtklimafest; an einem sonnigen Standort mit sommerlichen Hitzeperioden kann in Verbindung mit Trockenheit zu Verfärbung und Verbrennungen des Laubs kommen, dies wird jedoch sehr gut überstanden.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Beet (nährstoffreicher Boden)

Verwendung

Wegen seiner Schnittverträglichkeit, der guten Schattenverträglichkeit und dem immergrünen Laub ist Buxus sehr gut als Formgehölz oder als Heckenpflanze geeignet.

Buxus sempervirens findet als Arzneipflanze Verwendung. Man benutzt Buchsbaum jedoch wegen seiner Toxizität nur noch selten als Heilkraut, da die Dosierung problematisch ist.

Pflege & Vermehrung

Damit Buxus gesund bleibt, benötigt er:

  • Einen Boden mit einem pH-Wert von mindestens ph 6.0
  • Ausreichende Ernährung (Kompost/Volldünger)
  • Ausreichende Magnesium-Versorgung (ggf. Zugabe von "Bittersalz")

Buchsbaumhecken sollen 2 x im Jahr geschnitten werden: Der erste Schnitt erfolgt im März bis April, Nachschnitte bis Anfang September. Nicht geschnitten werden sollte von Mitte Mai bis Ende Juli; dies ist die Haupt-Entwicklungszeit verschiedener Pilz-Krankheiten (Siehe: Krankheiten und Schädlinge)
Ein Schnitt bei praller Sonne gibt Laubschäden! Spezielle Formschnitte schneidet man öfter. Bei freiwachsenden Exemplaren kann man nach der Blüte die Triebe leicht einkürzen. Im späten Frühjahr kann ein Verjüngungsschnitt stattfinden, sofern die Pflanze danach gemulcht und gedüngt wird.

Buchsbaum wird meist durch Stecklinge vermehrt, weil die Anzucht aus Samen sehr langwierig ist, und weil die Sorten nur vegetativ vermehrt werden können. Als Stecklinge dienen Zweige von mindestens 10 cm Länge, deren unteren beiden Drittel entlaubt und in die Erde gesteckt werden. Stecklinge werden von September bis März gewonnen; August-Stecklinge bilden noch vor dem Winter Wurzeln.

Varietäten & Sorten

Beispiele aus dem Standard-Sortiment:

  • Buxus sempervirens var. arborescens - mittelstark wachsend, für mittelhohe Hecken ab 50 cm Höhe, auch für Formschnitt sehr gut geeignet
  • Buxus sempervirens 'Herrenhausen' - wächst breitbuschig und sehr dicht mit halbkugeligem Pflanzenaufbau, blüht nicht
  • Buxus sempervirens 'Blauer Heinz' - wächst langsam, gedrungen und straff, Blätter etwas größer und im Austrieb blaugrün
  • Buxus sempervirens 'Rotundifolia' - wächst rundlich bis kegelförmig, mehr hoch als breit, rundliche Blätter sehr groß, bei starkem Frost etwas anfällig
  • Buxus sempervirens 'Suffruticosa' - Leg-Bux, Einfassungs-Bux, langsam und gedrungen wachsend, nicht über 1 m hoch werdend

Einige Portraits:

Giftigkeit

Buxus sempervirens ist in allen Teilen giftig, vor allem die Rinde und die Blätter; Tiere sind stärker gefährdet als Menschen. Eine allergische Kontaktdermatitis (Hautentzündung durch Kontakt mit der Pflanze) ist ebenfalls bekannt.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

  • Feine Spinnweben auf den Pflanzen deuten auf einen Befall durch die Rote Spinnmilbe hin. Diese saugenden Insekten treten vor allem bei trockener Luft und in Gewächshäusern auf und können mit Insektiziden oder Raubmilben bekämpft werden.
  • Nicht zu verwechseln mit anderen Buchsbaum-Erkrankungen ist das Schadbild des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis): Befallene Pflanzen sind hellbeige gefärbt, an einzelnen Blättern sind nur noch die Blattrippen oder der Blattstiel vorhanden, dazwischen gibt es vereinzelt auch noch gesunde, grüne Blätter. Die Raupen fressen zunächst die Blätter des Buchs, anschließend auch die grüne Rinde um die Zweige. Alle oberhalb der Fraßstellen befindlichen Pflanzenteile sterben ab. Die ganze Pflanze ist von einem Gespinst umgeben. Auslöser ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling, der erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde. Die Bekämpfung mit einem geeigneten Insektizid muss schnellstens und mit ausreichendem Druck erfolgen, um Totalausfälle zu verhindern. Eine weitere Methode zur (vorbeugenden) Bekämpfung ist die Verwendung von Pheromonfallen, welche die Falter anlocken und mit einem geeigneten Giftstoff in Berührung bringen.
  • Wenn die Blätter von den Rändern her braune Flecken bekommen, welche später zusammenfließen, kann es sich um das Buchsbaumsterben handeln. Dieses wird durch einen Pilz (Cylindrocladium buxicola) verursacht und kann vor allem bei feuchter Witterung erhebliche Schäden verursachen. Die Blätter sterben später ganz ab und fallen zu Boden. Bei starkem Befall welken auch ganze Triebe. An den grünen Trieben findet man schwarze Streifen. Hierfür scheint vor Allem B. sempervirens 'Suffruticosa' anfällig zu sein. Die einzig wirksame Methode gegen den Pilz scheint, die kompletten befallenen Pflanzen einschließlich des herabgefallenen Laubs zu entfernen und zu verbrennen. Außerdem wird empfohlen, den Boden im gesamten Heckengebiet auszutauschen.
    • Von Fachleuten als erfolgversprechend empfohlen wird auch, in der Zeit von Anfang Mai (nach dem Schnitt) bis zum August mehrmals mit wechselnden Pilzbekämpfungsmitteln (AMISTAR, CERCOBIN, DITHANE, HARVESAN, SPORTAK, SWITCH) zu spritzen. (Diese für Landwirtschaftliche Erzeugung zugelassenen Mittel sind nur von "Fachbetrieben" einzusetzen.)

  • Gelegentlich treten auch andere Pilzerkrankungen auf, insbesondere bei engem Bestand in Hecken oder Einfassungen. Die Anfälligkeit des Bestandes erhöht sich mit der Boden- und Laubfeuchtigkeit. Als vorbeugend gelten genügend durchlüftete Bestände und der Rückschnitt verdächtiger Pflanzenteile sowie die Gabe von Kupfersulfat.
    • Buchsbaumkrebs: Befall durch Volutella buxi. Typisch für die Erkrankung sind mattgrüne Laubverfärbungen und ein rötlicher bis orangefarbener Sporenbelag auf der Unterseite der erkrankten Blätter. Triebe und Äste älterer Pflanzen sterben ab, Wucherungen und Risse in der Rinde mit Sichtbarwerden des Holzes treten auf. Es besteht nicht die Tendenz zum Massenbefall, oft sind nur einzelne Pflanzen befallen.
    • Buchswelke: Befall durch Fusarium buxicola. Typisch ist die Braunverfärbung und das langsame ledrige Vertrocknen einzelner Triebe oder der ganzen Pflanze. Auch hier sind oft nur einzelne Pflanzen betroffen.

Bitte beachten: → Die drei Punkte unter "Pflege & Vermehrung"!
Bei allen Erkrankungen ist das vollständige Entfernen der befallenen Pflanzenteile angebracht, diese dürfen nicht in den Kompost sondern sollten verbrannt werden. Gegebenenfalls muss sogar der Boden ausgetauscht werden.

Mensch und Buxus

Gartenkunst

Parterre im Château de Villandry
Château de Marqueyssac

Der Buchsbaum spielt eine wichtige Rolle in der Gartenkunst. Er war bereits den Griechen bekannt; die Römer rahmten ihre Gartenbeete mit niedrigen Buchsbaumhecken ein. Ausgrabungsfunde in Großbritannien zeigen, dass die Römer diese Art der Gartengestaltung auch in den von ihnen eroberten Gebieten in Mittel- und Westeuropa pflegten. Im 13. Jahrhundert dokumentierte Albertus Magnus den Anbau des Buchsbaums in Deutschland, 1485 schrieb Leon Battista Alberti, inspiriert von Plinius dem Jüngeren, in seinem Buch "De re aedificatoria" über den Buxus als Gartenpflanze.

Erst Claude Mollet, der Hofgärtner von Heinrich IV., führte den Buchsbaum wirklich ein und verwendete die winterharte Pflanze als Beeteinfassung in Versailles, wo er vorher nur in den Grotten als Hintergrundbepflanzung gedient hatte. Sie ersetzte die aus Italien übernommene Zypresse, die dem französischen Winter nicht standhielt. Der französische Adel ahmte das Vorbild dieses Parterres bald nach. Sein Sohn André Mollet führte die Buchshecken in den Niederlanden ein, wo er den Garten des Stadthalters Prinz Friedrich Heinrich von Oranien und seiner Gattin Amalie zu Solms-Braunfels in Honselaarsdijk gestaltete. In den französischen und italienischen Schlossgärten der Renaissance wurden die geschnittenen, niedrigen Buchsbäume zum unentbehrlichen und typischen Element; zunehmend kamen sie auch in Mitteleuropa in Mode. Wohlhabende Bürger und Bauern ahmten diese Mode nach, sodass die traditionellen Bauerngärten bis heute Buchsbaum-Einfassungen aufweisen.

Die Verwendung des Buchsbaums als Gartenpflanze hielt während der Barockzeit an (siehe Topiari), gleichzeitig wurden Sorten mit panaschierten Blättern immer beliebter.

Nutzung des Holzes

Buchsbaumholz wird wegen seiner Härte, Dichte und annähernden Homogenität geschätzt und gerne zum Drechseln verwendet. Es findet heute noch Verwendung im Holzblasinstrumentenbau, Geigenbau (Wirbel, Endknopf, Saiten- und Kinnhalter) und für Schachfiguren. Früher schnitt man mit Vorliebe Druckstöcke für Holzstiche und Holzschnitte daraus, wobei man die Hirnholzseite für feinste Detaillierung und Haltbarkeit nutzte. Auch das Putzholz des Uhrmachers kann aus Buchsbaum gefertigt sein. Die Härte des Holzes hängt nicht unwesentlich mit dem extrem langsamen Wachstum des Baums zusammen. Buchsbaumholz ist sehr knapp und teuer.

Symbolik

Katholiken schmücken am Palmsonntag die Kreuze ihrer Wohnung und des „Herrgottswinkels“ mit geweihten Zweigen des Buchsbaums. Gelegentlich werden Buchsbaumzweige auch anstelle von Tannenzweigen für Adventskränze und Weihnachtsschmuck genutzt. In den Niederlanden wurden zu Ostern Buchszweige über Herdstellen und an Stalltüren gehängt.

In China gilt der Buchsbaum als Symbol für langes Leben.

Literatur

Buxus sempervirens - Illustration von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé (1885)
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

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