Corylus avellana

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Corylus avellana L.

Betulaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

    

Blütenform: keine Angabe
Frucht: Nuss

3A / f8da21 

Knospenanordnung: keine Angabe

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: keine Angabe

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Hamamelididae
Superordo:
Faganae
Ordo:
Corylales
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Corylus avellana, die Gewöhnliche Hasel, Haselnuss, ist ein vielstämmiger Großstrauch.

Namensherkunft

Corylus avellana wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Die Gewöhnliche Hasel ist eine Art aus der Gattung Corylus, die 18 Arten umfasst und zur Familie der Betulaceae (Birkengewächse) gehört.

Merkmale

Corylus avellana - Habitus
Noch junger Strauch am Waldrand
Corylus avellana - Ast
Corylus avellana, weibliche Blüte
Corylus avellana - Fruchtbildung
Die Blütenknospen für des nächste Frühjahr sind angelegt, die Laubfärbung beginnt
Die 'Männchen' beginnen bald zu stäuben, die 'Weibchen' sind noch fest verschlossen.
Proterogynie: Der Pollen stäubt, wenn die Weibliche Blüte schließt
Illustration Corylus avellana

Wuchs

C. avellana wächst breit aufrecht, wird 5 bis 7 Meter breit und hoch, mit steil aufstrebenden Stämmen und sich weit ausbreitenden, im Alter schirmartigen Ästen. Die Pflanzen können 100 Jahre alt werden.

Holz und Rinde

Die jungen Triebe sind olivbraun, mit kurzen Haaren besetzt und haben viele Lentizellen. Alte Zweige und Stämme haben eine graubraune, glänzende längsrissige Rinde. Die Stämme bilden keine Borke aus.

Blätter

Corylus avellana ist sommergrün, die dunkelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind rundlich bis breit eiförmig, etwas gelappt und haben einen doppelt gesägten Rand. Ihre Herbstfärbung ist, je nach Standort, gelb bis orangegelb.

Blüten und Früchte

C. avellana ist einhäusig = monözisch. Die gelblichen männlichen Kätzchen überwintern nackt, und sie entfalten sich lange vor dem Laubaustrieb, um ihre Millionen von Pollenkörnern dem Wind zur Bestäubung zu überlassen. Für die Bienen ist dieses das erste größere Pollenangebot des Jahres.

Die weiblichen Blüten bleiben in den Knospen verborgen, nur die roten Narben werden sichtbar. So kann die Hasel schon sehr früh blühen, in milden Wintern ab Januar, normal im März bis April.

Die Nussfrüchte sitzen zu 1 bis 4 in zerschlitzten Hüllen. Sie reifen ab September, Erntezeit ist September/Oktober.

Wurzelsystem

Die flach streichenden Wurzeln der Hasel sind intensiv verzweigt. Starke Horizontalwurzeln, die nahe der Oberfläche liegen, haben einen hohen Feinwurzel-Anteil und einige Vertikalwurzeln; gelegentlich werden Ausläufer gebildet.

Verbreitung

Corylus avellana ist verbreitet in ganz Europa, dem Kaukasus, der Türkei und dem Nord-Iran. Sie wächst dort als Feldgehölz, an Waldrändern, in Auenwäldern und lichten Laubwäldern und Buchen-Eichen-Mischwäldern.

Standort

Die Gewöhnliche Hasel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, wächst aber auch im Schatten, und verträgt Temperaturen bis -28,2º C (Winterhärtezone 5). Sie toleriert jeden Boden, von trocken bis feucht, bevorzugt jedoch nährstoffreiche, humose und auch steinige Lehmböden und fühlt sich in frischen Substraten wohl. Sie meidet stark saure und sumpfige sowie nährstoffarme Standorte. Die Pflanzen eignen sich für den Quellschutz, den Uferschutz von Weichholzzonen an breiten Fließgewässern und den Uferschutz von Hartholzzonen an breiten Fließgewässern.

Verwendung

Die Sträucher eignen sich für Feldhecken, als Vogelschutzgehölz, zur Bodenbefestigung z.B. an Böschungen und für Wälle, als Fruchtgehölz. Das Laub wirkt bodenverbessernd.

Die meisten der im Handel erhältlichen Haselnüsse stammen allerdings von der Lambertshasel (Corylus maxima).

Haselblätter gelten als blutreinigend, blutstillend, fiebersenkend und eignen sich zur Teezubereitung.

Pflege

Um einen (befriedigenden) Fruchtansatz zu bekommen, muss mindestens ein Exemplar einer zweiten Sorte in der Nähe sein. Als guter Pollenspender gilt die Sorte 'Cosford'.

Zu groß gewachsene Sträucher können durch rigorosen, harten Rückschnitt ("Auf den Stock setzen") bedenkenlos verjüngt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Hasel wird vom Haselnuss-Bohrer (Curculio nucum) heimgesucht. Dieser frisst an den Blättern, und die Weibchen legen ihre Eier in den Nüssen ab, die dafür aufgebissen werden. Die Larven ernähren sich etwa vier Wochen lang vom Inneren der Nuss, die durch den Befall von der Pflanze abfällt.
Die Larven verlassen die Nuss, um im Boden zu überwintern. Ein "Gefundenes Fressen" für Vögel, welche im Winter das Laub durchsuchen. Dort, wo es nicht auf den maximalen Ertrag ankommt, kann dieser Schädling einfach ignoriert werden.

Sorten

Im Sortiment der Baumschulen gibt es sind eine Reihe von Auslesen (Sorten) mit zum Teil größeren Früchten, z.B.:

  • 'Cosford' - trägt rundliche dünnschalige Nüsse, bis 2 cm dick; guter Pollenspender
  • 'Hallesche Riesennuss' - ertragreich mit bis zu 4 cm dicken rundlichen Nüssen
  • 'Webb's Preisnuss' - Kleinerer Strauch, frühtragend mit lang-ovalen Nüssen bis 3 cm
  • 'Wunder von Bollweiler' - sehr ertragreich mit bis 4 cm dicken, kegelförmigen Nüssen

weiterhin einige Zier-Sorten:

Mensch und Hasel

Für Allergiker, welche unter einer 'Pollenbedingten Allergischen Rhinitis' = "Heuschnupfen" oder "Pollinose" leiden, sind die Pollen der Haseln die ersten Allergie-Auslöser im Frühjahr. Entsprechend dem Witterungsverlauf, und der Entwicklung der verschiedenen Sorten und an verschiedenen Standorten, beginnen die Allergien in milden Wintern schon im Januar und dauern oft bis zum April.

Aberglaube

"Hexenhasel": Der Haselstrauch galt als Abwehrmittel gegen Hexen und böse Geister und war den Kelten und Wikingern heilig.

"Ein Haselnußstrauch, den man am Haus pflanzt, wirkt wie ein Blitzableiter."

Siehe auch

Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

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