Dictamnus albus

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Dictamnus albus L.

Rutaceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   7

Bodenfeuchte: trocken

Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: unpaarig gefiedert

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: wandspaltige Kapsel

49D / f0c9d6 

Knospenanordnung: Traube

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: buschig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rutanae
Ordo:
Rutales
Subordo:
Rutineae
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Dictamnus albus, umgangssprachlich Gewöhnlicher Diptam, Brennender Busch, ist eine Staude. Die Pflanzen sondern ätherische Öle ab, die sich bei heißem, windstillem Wetter selbst entzünden können.

Namensherkunft

Dictamnus albus wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Dictamnus albus ist die einzige Art in der Gattung Dictamnus, die zur Familie der Rutaceae (Rautengewächse) gehört.

Merkmale

Dictamnus albus - Wuchs
Dictamnus albus - Blüte
Dictamnus albus - Blütenstand

Wuchs

Die Stauden haben einen aufrecht buschigen Wuchs und werden 40 bis 90 (-120) Zentimeter hoch. Die Wuchsbreite beträgt 20 bis 50 Zentimeter. Die Triebe sind fein behaart und mit dunklen Drüsen besetzt.

Blätter

Dictamnus albus ist sommergrün. Die unpaarig gefiederten, dunkelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Die ungestielten Fiederblättchen sind lanzettlich bis elliptisch mit fein gesägten Rändern. Die einzelnen Fiederblättchen sind 3,5 bis 10 cm lang und 1 bis 4 cm breit. Die Blätter setzen sich aus 5 bis 13 Fiederblättchen zusammen und sind etwa 40 bis 50 Zentimeter lang.

Blüten und Früchte

Von Mai bis Juni trägt Dictamnus albus auffallende hellrosa bis weiße Blüten mit dunkler Aderung. Diese sind in langen aufrechten Trauben angeordnet sind. Die Blüten bestehen aus 5 Kronblättern von denen eines kleiner und nach unten gerichtetet ist während die 4 größeren nach oben gerichtet sind. Die zehn Staubblätter sind ebenfalls nach oben gebogen.

Die Stauden bilden zierende wandspaltige Kapseln, die glänzend schwarze Samen enthalten; die Fruchtreife liegt im Hochsommer.

Wurzelsystem

Die Pflanze bildet einen verholzenden Wurzelstock mit fleischigen Pfahlwurzeln.

Verbreitung

Dictamnus albus stammt von der Iberischen Halbinsel, der Apenninenhalbinsel, aus Zentraleuropa, dem östlichen Mitteleuropa, von der Balkanhalbinsel und aus Osteuropa.
Die Pflanzen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt.

Standort

Die Stauden bevorzugen einen warmen sonnigen (bis halbschattigen) Standort auf trockenen Böden. Das Substrat sollte kiesig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -18°C (WHZ 7).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Steppen/Trockenwälder (meist kalkreicher Boden)
  • Freiflächen
  • Felssteppen (zum Beispiel Schotter- und Kiesbeete)
  • Gehölzrand (meist humoser Boden)

Verwendung

Dictamnus albus gilt als sehr wertvolle Wildstaude. Der Zierwert entsteht vor allem durch die auffallenden Blüten und den zitronenartigen Duft. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 50 Zentimetern. Geeignet für Bauerngärten und für Beete und Rabatten, außerdem geeignet als Friedhofsgrün, Hangbepflanzung und als Solitär. Passende Nachbarn sind trockenliebende Stauden, wie Eryngium, Iris, Linum flavum, Salvia oder Ziergräser; hier kommt der Diptam in kleinen Gruppen von bis zu drei Pflanzen besonders gut zur Geltung.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als wenig pflegeintensiv einzustufen. Sie sind sehr genügsam, daher muss meistens keine Nachdüngung erfolgen.
Dictamnus albus will über Jahre hinweg ungestört wachsen und sollte nicht wieder verpflanzt werden.

  • Ein Rückschnitt soll erst im zeitigen Frühljahr zu Beginn des Austriebes erfolgen.

Vermehrung durch Aussaat oder durch Teilung. Sämlinge und auch geteilte Pflanzen benötigen einige Jahre bis zur Blüte. Junge Pflanzen gut vor Schnecken schützen!

Sorten

Giftigkeit

Sämtliche Pflanzenteile sind schwach giftig und können bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen:

  • Die vor allem in der drüsigen Beborstung enthaltenen Furanocumarine sind phototoxische Stoffe, die bei Berührung mit der Haut, diese gegen Sonnenlicht sensibilisieren, was bei nachfolgender Besonnung zu schweren, oft langwierigen verbrennungsartigen Verletzungen führen kann. Vergleiche auch: Herkulesstaude
  • Selbst die die Berührung der Samenkapseln kann diese Brandblasen hervorrufen; Vorsicht bei der Samenernte für die Aussaat!


Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Die Pflanze ist empfindlich gegen Schnecken.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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