Erica carnea
|
Erica carnea L. |
|||||
| Ericaceae | |||||
![]() |
|||||
|
|
|
||||
|
|
|
||||
|
|
|
||||
|
|
|||||
|
Divisio: Magnoliophyta Subdivisio: Magnoliophytina Classis: Rosopsida Subclassis: Dilleniidae Superordo: Ericanae Ordo: Ericales |
|||||
|
|
|||||
Erica carnea (= Erica herbacea), umgangsprachlich Schnee-Heide, Gebirgsheide, ist ein sehr robuster Zwergstrauch, der im Winter Farbe in den Garten bringt. Die leuchtend rosa Blüten sind krugartig bis schmal glockenförmig und in vielblütigen, dichten Trauben angeordnet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Namensherkunft
Erica carnea wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt. Der Artname beschreibt die blaß-fleischrosa Blütenfarbe der Wildart: <fleischfarben>, nach lat.: <carnis = Fleisch>.
[Bearbeiten] Taxonomie
Die Schnee-Heide ist eine Art aus der Gattung Erica, die 860 Arten umfasst und zur Familie der Ericaceae (Erikagewächse) gehört.
[Bearbeiten] Merkmale
[Bearbeiten] Wuchs
Der kleine, teilweise niederliegende und sich langsam ausbreitende Strauch wird etwa 25 cm hoch, (je nach Standort 20 bis 50 cm). Die jungen Triebe stehen aufrecht, später streben sie auseinander und bilden verholzende Teppiche.
[Bearbeiten] Blätter
Erica carnea ist immergrün, die Blätter sind quirlständig zu viert in engem Abstand angeordnet. Sie sind dunkelgrün, lineal geformt, bis 8 mm lang und haben einen glatten Rand.
[Bearbeiten] Blüten und Früchte
Die Blüten entspringen einzeln und in Büscheln aus den Achseln der jungen Triebe, es entwickelt sich eine vielblütige, dichte Traube. Die Blütenknospen werden schon im Juni-Juli angelegt. Die eirunden bis schlank glockenförmigen Blüten öffnen sich von November bis April (Oktober-Mai).
Die Früchte sind fachspaltige Kapseln.
[Bearbeiten] Wurzelsystem
Die Pflanze bildet ein stark filziges Fein-Wurzelwerk mit je nach Standort, tiefgehenden und weit streichenden Hauptwurzeln. Sie bildet auch Adventiv-Wurzeln an den einzelnen Trieben, besonders an niederliegenden Zweigen.
[Bearbeiten] Verbreitung
Natürliche Verbreitungsgebiete der Schneeheide sind die Alpen und das Alpenvorland, in Frankreich, Italien, Zentraleuropa, dem östlichen Mitteleuropa und der Balkanhalbinsel. Schon um ca. 1760 wurde sie in England in Kultur genommen.
[Bearbeiten] Standort
Die Schnee-Heide bevorzugt einen sonnigen Standort und verträgt Temperaturen bis -28,2º C. Optimal ist ein frischer Standort, der auch ein wenig sauer sein kann - aber nicht muss. Wichtig ist, dass der Boden gut durchlüftet ist und keine Staunässe aufweist.
[Bearbeiten] Verwendung
Die geringen Bodenansprüche, die Winterhärte und die winterlichen Blütezeit machen Erica carnea zu einem vielseitig verwendeten Kleinstrauch. Sie ist nicht nur in Heidegärten und im Alpinum verwendbar, sondern auch zur Grabbepflanzung, in Balkonkästen und Kübeln, als Beet-Einfassung oder allgemein als Bodenbedecker und Begleiter zu Zwerggehölzen und -Koniferen. Wichtig ist nur, dass der Standort genügend Sonne und Luftbewegung bekommt, um die Heide gesund zu erhalten.
- Oft werden Sorten von Erica x darleyensis in Gartencentern als "Erica carnea - Winterheide" verkauft (!) - Dies ist aus zwei Gründen fatal:
- Erstens wachsen die Sorten der "Englischen Heide" insgesamt doppelt so stark wie die Sorten der "Winterheide"; damit sind sie als "Bodendecke" weniger geeignet
- Zweitens ist E. x darleyensis, im Gegensatz zu Erica carnea, bei uns nicht zuverlässig winterhart.
[Bearbeiten] Pflege
- Schnittmaßnahmen: Ab etwa April-Mai, wenn die Blütezeit endet und die Pflanzen zu treiben beginnen, ist ein Rückschnitt der Pflanzen angebracht. Hiermit wird ein kompakterer Wuchs erzeugt, die Sträucher vergreisen nicht so schnell und leben länger. Der Schnitt erfolgt, mit der Garten- oder Heckenschere, nur so tief, dass noch etwas Laub stehen bleibt. Ein starker Rückschnitt, in das "Alte Holz", oder ein späterer Rückschnitt hat einen spärlicheren Blütenansatz zur Folge.
- Düngung: Nach dem Rückschnitt, im April-Mai, kann mit chloridfreiem Volldünger, z.B. "NITROPHOSKA-permanent", mit ca. 30 Gramm/m² gedüngt werden. Hiermit wird ein besserer Durchtrieb und in Folge auch ein besserer Blütenansatz für die folgende Saison erzielt (Ericen blühen an den jungen Trieben!). Der Dünger wird im Bereich des Wurzelballens ausgebracht, nicht in die Pflanze und nicht bei trockenem Substrat; Ericen sind salzempfindlich!
- Pflanzenschutz: Heidepflanzen können sowohl durch extreme Trockenheit wie auch durch Staunässe absterben. Bei zu viel Nässe und auch bei zu geringer Luftbewegung treten Botrytis und andere Pilzkrankheiten auf. Der richtige Standort und die erforderlichen Maßnahmen (siehe oben) zur rechten Zeit sind der beste Pflanzenschutz. Damit erübrigen sich chemische Maßnahmen.
[Bearbeiten] Sorten
Eine kleine Auswahl:
[Bearbeiten] Krankheiten und Schädlinge
- Der "Gefurchte Dickmaulrüssler" kann Ausfälle verursachen: Seine Larve frisst manchmal im April-Mai am Pflanzen-Grund, der Käfer selbst im Sommer an den Triebknospen. Die Schädlinge sollten abgesammelt werden, zusätzlich sollte die Hygiene verbessert werden. Abhilfe schafft auch ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung durch Älchen.[[1]]
- Spinnmilben saugen im August-September an den Blättern; bei starkem Befall vergilben die Pflanzen. Die Milben lieben trockene Wärme, besprühen mit Wasser kann sie zurückdrängen.
- Plötzliche Welke oder fahlgrüne Verfärbungen deuten auf einen Pilzbefall (Phytophthora-Wurzelfäule) hin. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden. Vorbeugend sollten Staunässe und überdüngung vermieden werden.
[Bearbeiten] Literatur
- Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
- Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
- efloras.org
[Bearbeiten] Non-commercial Links
Mehr Bilder zu Erica carnea auf den
QR Code für diesen Artikel generieren
