Hedera helix

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Hedera helix L.

Araliaceae

Lebensform: Kletterpflanze
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Halbschatten - Standort: Schatten   5

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: wechselständig
Blatt: Immergrün

Blattform: rautenförmig

Blattgliederung: einfach

    

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Steinfrucht

6B / fed225 

Knospenanordnung: Dolde

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Cornidae
Superordo:
Aralianae
Ordo:
Araliales
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Hedera helix, umgangssprachlich Efeu, Gewöhnlicher Efeu, ist eine in Europa heimische immergrüne Kletterpflanze und ein effektiver Bodenbedecker.

Namensherkunft

Hedera helix wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Hedera helix ist eine Art aus der Gattung Hedera, die circa 19 bis 29 Arten umfasst und zur Familie der Araliaceae (Araliengewächse) gehört.

Merkmale

Sprossdimorphismus = Rank- und Blütensprosse, sowie
Blattdimorphismus = verschiedene Blattformen an derselben Pflanze
Hedera helix - Blüten
Hedera helix - Früchte
Uralte Stämme von Hedera helix
Wenn die Masse zu schwer wird, kann der Putz sich lösen
Zwei, die zusammengehören: Buche und Hedera helix
Unaufhaltsamer Aufstieg im Metasequoia glyptostroboides

Wuchs

Die langlebigen Sträucher (sie können ein Alter bis zu 450 Jahren erreichen) sind Wurzelkletterer; sie kriechen zuerst auf dem Boden, wo sie sich, besonders im Schatten, schnell und effektiv ausbreiten können. Hauptwachstumszeit ist im Frühjahr und im Sommer, die Wuchsbreite kann 5 Meter und mehr betragen.
Durch negativen Phototropismus wachsen die Triebe überwiegend in den Schatten hinein, während ihre Blattspreiten Transversal-Phototropismus aufweisen (d. h. sie stehen in einem Winkel von 90° zum einfallenden Licht). Sobald Triebe eine Stütze erreichen, wachsen sie mittels kurzer Haftwurzeln daran hoch und erreichen Höhen von 20 Metern und darüber. [1]

  • Die Jugendsprosse haben längere Internodien (Blatt-Zwischenräume), Haftwurzeln sowie sehr variable, 3- bis 5-lappige Blätter.
  • Die Altersform (adulte Blütensprosse) wachsen aufrecht, sind stets wurzellos und haben ungelappte, rundliche bis rautenförmige Blätter.

Blätter

Hedera helix ist immergrün. Die einfachen, gestielten, matt bis glänzend dunkelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind bis zu 8 cm breit, ganzrandig und sehr variabel in der Form, und haben oft eine schöne weiße Nervatur. Die Blätter haben eine kahle Oberfläche; im Herbst nehmen die Blätter einiger Varietäten auf sonnigeren Standorten eine attraktive rote Färbung an.

Holz und Rinde

Das Holz der sehr schlanken jungen Triebe ist sehr elastisch, ihre Rinde grün. Alte Stämme werden hart, ihre Borke ist schuppig grau. Uralte Stämme können sehr dick werden.

Auch der Admiral besucht den blühenden Efeu

Blüten und Früchte

Die Pflanzen sind zwittrig. Von September bis Oktober trägt die Altersform von Hedera helix ( → Hedera 'Arborescens') kugelige Dolden mit meist 8 bis 20 grüngelben, radförmig fünfzähligen Blüten. Diese produzieren reichlich Nektar, welcher aufgrund dieser späten Blütezeit eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wespen und Schwebfliegen darstellt. Die Blüten sind recht unscheinbar: Über dem Kreis der Kelchblätter ist ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden und die fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der 'Duft' der Blüten erscheint etwas merkwürdig, ist jedoch für viele Insekten, insbesondere Fliegen, sehr attraktiv.

Die erbsengroßen, kugeligen Früchte erscheinen zuerst rötlich, reifen dann zwischen Januar und April und werden blauschwarz. Sie sind für Menschen giftig, werden aber von Vögeln gefressen und die Art wird damit verbreitet.

Wurzelsystem

Die Pflanzen besitzen ein stark verzweigtes Herzwurzelsystem. Die an den Jungtrieben auf der Schattenseite (= negativer Phototropismus!) gebildeten Haftwurzeln sind bis zu 10 mm lang und entwickeln eine hohe Zugfestigkeit. Sie können sich im feuchten Milieu zu Adventivwurzeln entwickeln und Ernährungsfunktionen übernehmen.

Verbreitung

Hedera helix stammt aus Mitteleuropa. Er hat etwa das gleiche Verbreitungsgebiet wie die Rotbuche, mit der er oft gemeinsam auftritt (= Buchen-Begleitpflanze).

Standort

Der Gewöhnliche Efeu bevorzugt einen absonnigen bis sehr schattigen Standort auf feuchten Böden, in einem luftfeuchten und wintermilden Klima. An sonnigen Standorten ist er etwas frostempfindlich, Sommerhitze wird jedoch gut vertragen. Er ist insgesamt anspruchslos, wächst auf allen Böden, von mäßig trocken bis feucht, vorrangig aber auf nährstoffreichen, humosen und frischen, kalkhaltigen (bis hin zu sauren) Böden, mit einem pH-Wert zwischen 5,2 und 7,8. Die Pflanzen vertragen Temperaturen bis etwa 23°C (WHZ 6a) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 23 Wochen.
Zier- und Topfkultursorten, welche oft nicht für das Freiland geeignet sind, stehen im Winter am besten hell und frostfrei.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: sauerstoffarme Böden, Ballentrockenheit, Staunässe
  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden, zeitweise trockene Böden
  • mittlere Toleranz: kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: Stadtklima

Verwendung

  • Zur dauergrünen Bekleidung von Wänden, Pergolen und Zäunen, zur Berankung an Bäumen, Felsen und Mauern, als Hangbepflanzung, Verkehrsbegleitgrün, Bienenweide und Vogelschutzgehölz.
  • als Bodenbedeckung auf schattigen bis zu sonnigen Standorten, als Friedhofsgrün, Kübelpflanze, bedingt geeignet für Dachgärten.
  • kleinwüchsigere Sorten als Zimmerpflanze, für Blumenampeln und für den Wintergarten.

Pflege und Vermehrung

Bei richtiger Standortwahl ist kaum bis keine Pflege notwendig.

Bei Bauwerksbegrünungen:
  • Negativer Phototropismus!: Da Efeu mit seinen Trieben ins Dunkle hineinwächst, ist regelmäßig darauf zu achten, dass alle Triebe entfernt werden, die in Ritzen hineinwachsen könnten (Verblendungen, Rolladenkästen, Lüftungen etc.), oder zwischen Bauteilen (Regenrinnen, Abdeckungen, Dachziegel etc.) hindurchwachsen; - spätestens das nachfolgende Dickenwachstum der Triebe kann erhebliche Schäden verursachen!
  • Ein harter Rückschnitt der Wandbegrünung ist erforderlich, bevor die Pflanzenmasse zu schwer wird und abzureißen droht: Im Bedarfsfalle im März/April alles abschneiden, was nicht direkt an der Wand haftet.
Bei Zimmerpflanzen:
  • Für gesundes Wachstum alle 2 bis 3 Wochen während des Wachstums düngen.
  • Die Temperatur sollte im Winter bei 5 bis 10°C liegen.
  • Nach Bedarf zurückschneiden.

Vermehrung durch Stecklinge.

Sorten

Einige Beispiele (Achtung, nicht alle sind ausreichend winterhart!)

siehe auch: Hedera 'Arborescens'

Krankheiten und Schädlinge

  • Feine Spinnweben auf den Pflanzen deuten auf einen Befall durch die Rote Spinnmilbe hin. Diese saugenden Insekten treten besonders an warmen und trockenen Standorten auf, vor allem in Gewächshäusern, und können mit Insektiziden oder Raubmilben bekämpft werden.
  • Die Larven des Dickmaulrüsslers können sehr lästig werden. Der flugunfähige Käfer ist ein guter Kletterer und wird bei Dunkelheit aktiv; nur die Fraßschäden an den Blättern verrät seine Anwesenheit. Aus den im Wurzelbereich abgelegten Eiern schlüpfen ab Juli die Larven, welche dann unbemerkt am Wurzelhals der Pflanzen fressen. Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung durch Älchen. (→ siehe "Dickmaulrüssler")


Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

Einzelnachweise

  1. "Der gelehrige Efeu"

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