Insel Mainau
Üppige Blütenpracht das ganze Jahr über, ein Park mit einem rund 150 Jahre altem Baumbestand, der barocke Glanz von Schlossanlage und Kirche, dazu der mediterrane Charakter, das ist die Mainau, die Blumeninsel im Bodensee. Graf Lennart Bernadotte, gest. 2004, der Urenkel von Großherzog Friedrich I. und Herr der Mainau, gestaltete den verwilderten Park zu einem Blumen- und Pflanzenparadies um und machte die Insel der Öffentlichkeit zugänglich. Die Bumeninsel Mainau bietet weit mehr als einen den Jahreszeiten folgenden Bütenreigen. Die wechselnde Blütenpracht und das wertvolle Arboretum machen die Mainau zu einem einzigartigen Erlebnis. Vor allem die Sammlungen der Palmen und Zitruspflanzen vermitteln tropisches Flair und werden in der kälteren Jahreszeit geschützt durch das Palmenhaus. In einem der größten Schmetterlingshäuser Deutschlands können zahlreiche exotische Schmetterlingsarten aus der Nähe beobachtet werden. Jede Menge Naturerlebnis, Spaß und Abwechslung für die kleinen Gäste: Blumentiere, Bauernhof, Streichelzoo, Ponyreitbahn und Spielplatz mit Wasserwelt. Glanzvolle Events wie das Gräfliche Inselfest im Frühsommer und das Gräfliche Schlossfest im Herbst sind inzwischen sehr beliebte Veranstaltungen auf der Insel Mainau. Für das leibliche Wohl sorgen acht über die Insel verteilte Gastronomiebetriebe. Das Angebot reicht vom Ibiss und Nachmittagskaffee bis zum festlichen Menue am Abend.
[Bearbeiten] Architektur
[Bearbeiten] Schlosskirche St. Marien
Mit dem Gesamtkunstwerk der Schlosskirche St. Marien begann der Siegeszug des Barock am Bodensee. Nach dem etappenweisen Abriss der alten Festungsanlagen wurde 1732 die Baugenehmigung für ein neues Gotteshaus auf der Mainau durch den Provinzialoberen der Deutschordensprovinz Elsaß-Burgund erteilt. Mit der Planung und Bauleitung beauftrage man den Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato (1696 - 1757).
[Bearbeiten] Das Deutschordenschloss
1739 bis 1746 wurde das Deutschordenschloss nach den Entwürfen Johann Caspar Bagnatos und unter seiner Bauleitung erbaut. Trotz beschränkter Finanzen entstand eine architektonisch höchst ausgewogene, symmetrische Schlossanlage von großer Harmonie. Hufeisenförmig öffnen sich die Arme der beiden Seitenflügel zum Festland. Dagegen ist die breite Seite dem See zugewandt. Das Gebäude ruht auf einem Sockel, über den sich zwei Stockwerke erheben. Prächtig am Westgiebel: die Wappen des Hochmeisters Clemens August von Bayern, des Landkomturs Philipp von Froberg und des Mainaukomturs Friedrich von Baden. Der Ostgiebel zur Seeseite trägt das Wappen des Deutschen Ordens. Bagnato verzichtet in seinem Entwurf auf ein prächtiges repräsentatives Treppenhaus nach Würzburger Vorbild. Die Obergeschosse erreicht man über schlicht gehaltene Treppenhäuser in den Seitenflügeln. Herzstück des Schlosses ist der ehemalige Audienzsaal, der in Weiß und Gold gehaltene sog. "Weiße Saal", der sein heutiges Aussehen erst 1883 erhielt. Er ist nur zu Konzerten oder besonderen Veranstaltungen öffentlich zugänglich. Für das Publikum geöffnet im Rahmen wechselnder Ausstellungen ist auch der Wappensaal, zentraler Raum im Untergeschoss des ursprünglichen Corps de Logis. Dazu die Räume des Schlosscafés im Übergang zum Palmenhaus. Schloss und Kirche bilden in ihrer klaren Architektursprache ein großartiges, harmonisches Ensemble - sie sind ein einzigartiges Beispiel süddeutschen Barocks.
[Bearbeiten] Der Torbogen
Am Zugang zum Schlossbereich steht das Torhaus. Es wurde vermutlich von Franz Anton Bagnato erbaut, dem Sohn des Schlossbaumeisters. Die Jahreszahl 1764 und das Wappen des Landkomturs Graf Königsegg lassen diese Vermutung zu. Der klassizistische Anbau stammt aus dem 19. Jahrhundert. Direkt vor dem Gebäude verlief früher der Burggraben. Heute beherbergt es Teile der Mainau-Verwaltung sowie das Mainau-Servicezentrum.
[Bearbeiten] Der Gärtnerturm
In westlicher Richtung des Torhauses lassen sich noch Reste der ehemaligen äußeren Mauer erkennen. Hier schließt sich der Gärtnerturm an. Seine drei massiven Untergeschosse stammen noch von der mittelalterlichen Festungsanlage; der achteckige Aufbau und das Helmdach sind romantisierende Veränderungen des 19. Jahrhunderts durch das Großherzogliche Hofbauamt. Heute wird den Mainau-Gästen im Gärtnerturm eine moderne Multivisionsschau zu Natur und Kultur am Bodensee präsentiert.
[Bearbeiten] Der Schwedenturm
An der Südwestseite der Inselkuppe, unweit des botanischen Weinlehrpfades und dem Arboretum, steht der Schwedenturm. Einst war er wohl Wachturm für die Burg in Richtung Festland. Über der Eingangstür verrät die Jahreszahl 1558 etwas über seine Entstehungszeit, ebenso die Wappen des Deutschen Ordens und des Komturs Georg von Gemmingen. Die Holzverschalung des Obergeschosses und das spitze Helmdach verdankt der Schwedenturm - wie der Gärtnerturm - dem 19. Jahrhundert mit seiner historisierenden Bauauffassung.
[Bearbeiten] Der Comturey-Turm
Vermutlich wurde der Turmstumpf zu Füßen des Schlosses und angelehnt an den steilen Sandsteinfelsen in der Deutschordenszeit von 1200 bis 1240 als Wohnturm genutzt. Im Zuge der Barockneubauten wurden die oberen Geschosse abgetragen und durch eine Terrasse ersetzt. Die grobschlächtig mittelalterlichen Mauern dieses immer noch imposanten Turms stehen in auffälligem Gegensatz zur festlichen Schlossfassade. Früher war hier ein Kellergewölbe für die Vorratshaltung und die Kelterei tief in den Felsen getrieben worden. Heute ist der Turm eines der vielbesuchten Restaurants der Mainau-Gastronomie.
[Bearbeiten] Der Park
Staunenswertes gibt es auf der Mainau wahrhaft in Fülle. Die botanischen Kostbarkeiten vorneweg! Wir laden Sie ein, Park und Gärten, Natur und Botanik der Insel mit allen Sinnen zu erkunden. Die nun folgenden Seiten möchten Ihnen die wichtigsten botanischen Highlights näher bringen. Noch besser lässt sich alles natürlich auf der Insel erleben. Denn schließlich möchten wir Ihre Entdeckerlust wecken und zu einem Besuch auf der Insel Mainau im Bodensee einladen.
[Bearbeiten] Brunnenarena
Das perfekte Bühnenbild für die mediterrane Pflanzenwelt: die Brunnenarena mit den Mediterran-Terrassen. Den Auftakt machen die Strelitzia nicolai (Paradiesvogel-Banane) mit der Campsis grandiflora (Trompetenblume) ein Klettergehölz, das ab Juli leuchtend orangerot blüht. Dazu vermitteln eine Vielzahl weiterer tropischer Gewächse wie Palmen, Agaven, Bougainvillea, Castanea sativa (Esskastanien) sowie verschiedene Zypressenarten ein Gefühl wie am Mittelmeer. Von hier hat man auch einen herrlichen Blick auf die barocken Blumenbeete in den Gärten am Südhang. Direkt daneben steht ein schönes Exemplar einer Immergrünen Quercus x turneri 'Pseudoturneri' (Eiche).
[Bearbeiten] Italienische Blumen-Wassertreppe
Die strenge Architektur der Wasserkaskade wird von einer üppigen Flora begleitet. Ein herrliches Blütenbild erfreut das Auge des Gastes. Im wechselnden Schatten der imposanten Blutbuche erblüht im Sommer ein einzigartiges Sortiment historischer Fuchsien.
[Bearbeiten] Rosengarten
Der Italienische Rosengarten auf der Südseite des Schlosses wurde bereits im 19. Jahrhundert als strenge architektonische Anlage geplant. Den äußeren Rahmen der Anlage bildet eine Pergola mit Kletterrosen sowie Schling- und Kletterpflanzen. Der Garten selbst widmet sich den Edelrosen älterer und neuer Züchtungen. Floribunda- und Polyantharosen erfreuen mit großer Blütenfülle. Rosenhochstämme gliedern die Anlage und bringen den Besuchern den Duft dieser Blumen sehr nahe.
[Bearbeiten] Kräutergarten
Ein Garten voller Gesundheit. Ähnlich dem Grundriss einer großen Kräuterspirale ist der Mainauer Kräutergarten angelegt. Er präsentiert eine breite Palette traditioneller Heilpflanzen nach ihren Anwendungsgebieten. Hier finden Sie die Pflanzen, die bei den verschiedensten Erkrankungen Linderung und Heilung bringen. Darüber hinaus sieht man hier zahlreiche Gewürzkräuter, die eine wichtige Rolle in der Ernährung spielen. Die zierlichen Beete bilden ein duftendes Band um die von Kletterpflanzen berankte Pergola aus Granitstelen, die das südliche Flair der Kräuter unterstreicht.
[Bearbeiten] Arboretum (Baumsammlung)
Begründet wurde das Arboretum vom Großherzog Friedrich I., dessen besondere Vorliebe seltenen Gehölzen aus aller Welt galt. Bereits im Jahre 1853 kamen exotische Bäume auf die Insel Mainau. Die Sortimente wurden in den folgenden Jahrzehnten bereichert und gepflegt. Heute umfasst die Baumsammlung der Mainau mehr als 500 verschiedene Arten von Laub- und Nadelgehölzen.
Schon ein erster Blick ins Aboretum der Mainau erfreut das Kennerauge: Sequoiadendron giganteum (Mammutbäume) und Sequoia sempervirens (Küstenrotholz) zählen zu den ersten ihrer Art, die Mitte des 19. Jahrhunderts aus Kalifornien nach Europa kamen. Zedern aus schneefreien Regionen des Atlasgebirges Cedrus atlantica und C. atlantica Glauca, Cedrus deodara (Himalaya-Zedern), Weihrauchzedern und verschiedene Arten von Chamaecyparis (Scheinzypressen). Dazu Thuja plicata (Riesenlebensbäume), die sehr seltene Torreya californica (Kalifornische Dufteibe), mehrere Arten von Tannen Abies gigantea, A. pinsapo, A. nordmanniana, A. caphalonica und Picea (Fichten). Für schöne Farbakzente sorgen Magnolia (Magnolien) und Prunus (Japanische Zierkirschen). Weitere prachtvolle Exemplare von Davidia involucrata (Taschentuchbaum), Fagus (Buchen), Tilia (Linden), Platanus x hispanica (Platanen), Quercus (Eichen), Juglans (Nussbäume), Ceridiphyllum japonicum (Katsurabäume), Catalpa bignonioides (Trompetenbäume), teilweise mit mächtig ausladenden Schleppenwäldern.
[Bearbeiten] Duft- und Schmetterlingsgarten
Diese Gartenanlage ist hauptsächlich mit Blüten- und Honigpflanzen ausgestattet. Sie stammen überwiegend der Pflanzenfamilien Compositae (Korbblütler) und Labiatae (Lippenblütler) und dienen als Eiablageplatz und als Futterpflanzen für die Raupen. Dazu wurden ausgewählte Sträucher und Wildkräuter als Nektarlieferant für die Schmetterlinge angepflanzt.
Der Duftgarten widmet sich Blütendufter, Nachtdufter und Blattdufter, deren ätherische Öle sich bei Berührung verwandeln in Duft. Ein sinnliches Erlebnis. Die Duftpflanzen sind thematisch nach den Standortbedürfnissen und unter Berücksichtung der Wuchsform und Blütenfarbe angeordnet.
Außerdem beachtenswert sind die ca. 15 Jahre alten Pinus pinea (Pinien), die 1996 gepflanzt wurden. Nördlich der Alpen sind sie eine echte Rarität.
[Bearbeiten] Garten für Alle
Lernen, verstehen, gemeinsam genießen Der Garten für Alle wurde auf Anregung von Gräfin Sonja Bernadotte anlässlich des 80. Geburtstages von Graf Lennart im Mai 1989 geschaffen. Auf der bislang einzigartigen Anlage in Deutschland können jüngere und ältere Menschen die Freude am Garten erleben.
[Bearbeiten] Naturerlebniswelt Mainau
Das naturpädagogische Projekt will durch aktives Erleben ein besseres Verständnis für die Natur vermitteln. Zweiter Baustein der Naturerlebniswelt ist die Info-Station "Ufer - Flachwasser". Direkt am Wasser werden die natürlichen Besonderheiten der Bodenseeregion vermittelt. Dritter Schwerpunkt des Naturkundeangebots ist der jüngst eröffnete ökologische Weinlehrpfad. Der botanische Weinlehrpfad stellt heimische und Reben aus aller Welt vor – alte Sorten genauso wie moderne Züchtungen. Ökologisch wertvolle Trockenmauern, typische Begleitpflanzen und herrliche Ausblicke machen den Weinberg auch zum sinnlichen Genuss.
[Bearbeiten] Veranstaltungen
- 18.02.2011 bis 01.05.2011 Osterausstellung
- 25.03.2011 bis 08.05.2011 Orchideenschau
- 25.03.2011 bis 10.04.2011 Blumenschau in der Schlosskirche
- 09.04.2011 bis 10.04.2011; 16.04.2011 bis 17.04.2011; 30.04.2011 bis 01.05.2011; 28.05.2011 bis 29.05.2011 Duft- und Gewürzkräuterstand
- 17.04.2010 Blumenschaustecken
- 13.05.2011 bis 23.20.2011 Saisonale Gärten
- 30.04.2011 bis 01.05.2011 Makrofotografie Einsteigerkurs
- 13.05.2011 bis 23.10.2011 Saisonale Gärten
- 13.05.2011 bis 23.06.2011 Installationen zum Jahresmotto im Park
- 14.05.2011 Klingende Mainau
- 21.05.2011 Feng Shui für Haus und Garten
- 22.05.2011 Bodensee-Trachtentag
- 28.05.2011 Staudenpraktikum
- 02.06.2011 bis 05.06.2011 Gräfliches Inselfest
- 10.06.2011 bis 26.06.2011 Rosenwahl
- 10.06.2011 Jazz unter Palmen - Anne Czichowsky Quintett
- 25.06.2011 Mittsommerfest
- 25.06.2011 Wünschelrutenseminar
- 26.06.2011 bis 01.07.2011 Intensiv-Workshop Makrofotografie
- 02.07.2011 bis 03.07.2011 Insektenfotografie-Workshop
- 02.07.2011 SWR3 Comedy live mit Christoph Sonntag: AZNZ Alte Zeiten Neue Zeiten
- 06.07.2011 Theater the American Drama Group
- 17.07.2011 Mainau-Melodie
- 20.08.2011 Wünschelrutenseminar
- 31.08.2011 Start der Oldtimerausfahrt "Mille Fiori"
- 02.09.2011 Dahlienwahl
- 03.09.2011 Ziehleinlauf der Oldtimerausfahrt "Mille Fiori"
- 23.09.2011 bis 23.10.2011 Herbstausstellung "Erntedank"
- 30.09.2011 bis 03.10.2011 Gräfliches Schlossfest
- 15.01.2011 Kübel- und Zitruspflanzen - der Traum des Südens
- 05.11.2011 bis 06.11.2011 Hochzeitsmesse "Verliebt, Verlobt, Verheiratet!"
- 05.11.2011 Rosenpraktikum