Laubblätter

Aus Hortipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Laubblätter

Als Laubblätter bezeichnet man die Blätter von Laubbäumen, wie z.B. Eiche, Buche, Birke und Ahorn.

[Bearbeiten] Bau eines Laubblattes

An der Oberseite des Laubblattes befindet sich die Kutikula(Cuticula), sie ist ein wachsartiges Häutchen, das die Pflanze vor dem Austrocknen sowie vor Verletzungen schützt. Auch die darunter liegende einschichtige, chlorophyllfreie (Chlorophyll= grüner Pflanzenfarbstoff) Epidermis (=Oberhaut) hat eine Schutzfunktion und bildet das Abschlussgewebe des Laubblattes. Die senkrecht zur Blattoberfläche stehenden, an die obere Epidermis angrenzenden lang gestreckte Palisadenzellen ergeben zusammen das Palisadengewebe. Sie enthalten 70%-80% aller Chloroplasten (=Blattgrünkörperchen) des Laubblattes und stellen dadurch den Hauptort der Photosynthese dar. Außerdem ist der grüne Farbstoff, das Chlorophyll verantwortlich für die dunkelgrüne Blattoberseite. Dem Palisadengewebe folgt das Schwammgewebe, welches sich aus unregelmäßig geformten Zellen und so genannten Interzellularen, das sind luftgefüllte Zwischenräume, zusammensetzt. Auch in diesem Gewebe findet der Vorgang der Photosynthese statt, da die Zellen 20%-30% der Chloroplasten des Laubblattes enthalten. Aufgrund der niedrigeren Anzahl von Chloroplasten im Vergleich zu dem Palisadengewebe, ist die Unterseite des Blattes etwas heller als die Blattoberseite. Die zuvor genannten Interzellularen dienen der Durchlüftung des Laubblattes, d. h hier kann der Wasserdampf (H2O) und CO2 durch das Blattinnere transportiert werden. Zum Gasaustausch (CO2, H2O, und O2) besitzt das Laubblatt einen Hohlraum, die Atemhöhle, sowie Spaltöffnungen an der Unterseite des Blattes, die zusätzlich noch die Funktion der Transpiration übernehmen. Denn je größer die Oberfläche des Blattes ist, desto mehr Wasser verdunstet, dies würde bedeuten, dass ohne einen Regulationsmechanismus die Pflanze bzw. das Blatt vertrocknen würde. Deshalb besitzt jedes Blatt einen Spaltöffnungsapparat, welcher aus zwei bohnenförmigen Schließzellen besteht. Diese können druckgesteuert die Spaltweite verändern. Das heißt, dass bei einer Steigerung des Zellinnendrucks (Tugor) der Schließzelle es zu einer Dehnung unverdickter Zellwände kommt, was eine Krümmung zur Folge hat und somit gleichzeitig eine größere Spaltöffnung bewirkt.[1] Dieser Vorgang ist abhängig von dem gerade vorherrschenden Klima. Zur Festigung des gesamten Blattes dient die Blattader (oder auch Leitbündel genannt), welche zwischen Palisaden- und Schwammzellen verläuft. Neben der Funktion der Stabilisation dient die Blattader auch für den Transport von H2O, Nährsalze und Assimilat(=gelöste Glucose). An diesem Blattquerschnitt kann man erkennen, dass die Zellen je nach ihrer spezifischen Aufgabe unterschiedlich gebaut sind. Diese biologische Anpassung der Struktur an ihre spezifische Aufgabe nennt man Differenzierung der Zellen.

[Bearbeiten] Unterschiede zwischen Sonnen- und Schattenblätter

Sonnenblätter befinden sich im äußeren Bereich der Baumkrone und bekommen daher viel Sonnenlicht ab. Um nicht auszutrocknen besitzen sie eine dicke Kutikula sowie Härchen als Verdunstungsschutz. Außerdem sind sie kleinflächig, sodass das Blatt vor übermäßiger Sonneneinstrahlung geschützt ist. Schattenblätter hingegen, sind Blätter im Inneren der Krone, die durch ihre Lage bedingt bedeutend weniger Lichtstrahlen absorbieren können. Aus diesem Grunde haben sie eine große Oberfläche, auf der mehr Sonnenstrahlen auftreffen können. Ein Verdunstungsschutz, wie Härchen oder eine dicke Kutikula, ist bei den Schattenblättern nicht nötig; so erklärt sich auch die dünnere Gesamterscheinung. Aufgrund der höheren Sonneneinstrahlung bei den Sonnenblättern, kann besonders viel Photosynthese in den Chloroplasten betrieben werden, da für diesen Vorgang Licht benötigt wird. Daher ist auch das Palisadengewebe(Palisadenparenchym) der Sonnenblätter im Gegensatz zu dem der Schattenblätter mehrschichtig und die einzelnen Palisadenzellen sind nicht nur länger sondern enthalten auch mehr Chloroplasten. Ein weiterer Unterschied besteht bezüglich des Lichtkompensationpunktes(siehe Folgendes). Bei den Schattenblättern liegt der Lichtkompensationspunkt niedriger als bei Sonnenblättern.

[Bearbeiten] Lichtkompensationspunkt

Als Lichtkompensationspunkt bezeichnet man jener Zustand, bei dem die Sauerstoffproduktion durch Photosynthese genauso groß ist, wie der Sauerstoffverbrauch durch die innere Atmung(Dissimilation). Die Beleuchtungsstärke(in Lux gemessen) ist die bestimmende Größe für den Lichtkompensationspunkt. Nur wenn der Lichtkompensationspunkt überschritten ist zieht das Blatt einen eigenen Nutzen aus der Photosynthese, d.h. es produziert mehr Sauerstoff durch Photosynthese als es durch Dissimilation verbraucht. Allein in diesem Zustand kann das Blatt bzw. die Pflanze auf Dauer am Leben bleiben. Schlussfolgernd bedeutet dies, dass die Beleuchtungsstärke über halb des Kompensationspunktes liegen muss. Schließlich erklärt sich auch warum Schattenblätter einen niedrigeren Lichtkompensationspunkt haben als Sonnenblätter. Durch ihre Lage(innerer Bereich der Krone)erhalten sie im Gegensatz zu den Sonnenblättern weniger Licht, damit sie trotzdem überleben können erreichen sie schon bei einer niedrigeren Beleuchtungsstärke ihren Kompensationspunkt. Sonnenblätter benötigen zwar höhere Beleuchtungsstärken jedoch sind sie auch bei Beleuchtungsstärken über ihrem Lichtkompensationspunkt leistungsfähiger, d.h die Photosyntheserate(Ertrag durch Photosynthese) ist deutlich höher.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Biologie Heute S II. Entdecken, Schrödel-Verlag 2004, S.92

Commercial Links

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Werkzeuge
Werbung