Sorbus aucuparia

Aus Hortipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Sorbus aucuparia L.

Rosaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   3

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: unpaarig gefiedert

    

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Sammelbalgfrucht

V

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Schirmrispe

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Kronenform: breit kegelf&ouml;rmig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rosanae
Ordo:
Rosales
[Bearbeiten]   [Versionen]

Sorbus aucuparia ist ein kleiner bis mittelgroßer, in fast ganz Europa verbreiteter Baum.

Namensherkunft

Sorbus aucuparia wurde von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Deutsche Namen

  • Eberesche
  • Gewöhnliche Eberersche
  • Gewöhnliche Vogelbeere
  • Vogelbeerbaum
  • Vogelbeere

Taxonomie

Sorbus aucuparia ist eine Art aus der Gattung Sorbus, die circa 99 bis 207 Arten umfasst und zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse) gehört.

  • Pyrus aucuparia

Merkmale

Sorbus aucuparia, Habitus
Sorbus aucuparia - Blüten
Sorbus aucuparia - Früchte

Wuchs

Die Bäume werden 10 bis 15 Meter hoch, Hauptwachstumszeit ist im Frühjahr und im Sommer. Sie sind vergleichsweise schnellwüchsig und haben eine anfangs ovale, später breit kegelförmige Krone. Die Wuchsbreite beträgt 4 bis 6 Meter. In der Jugend ist Sorbus aucuparia raschwüchsig und wächst oft als wenig verzweigter Strauch; nach etwa 20 Jahren beginnt der Zuwachs zu stocken. Die Bäume erreichen ein Alter von ca. 80 Jahren.

Holz und Rinde

Die Rinde ist glatt und glänzend grau, mit länglichen quer gestellten Lentizellen, es wird selten eine schwarze Borke gebildet. Knospen sind weißfilzig behaart und dunkel violett.

Blätter

Sorbus aucuparia ist sommergrün. Die mit 9 bis 17 Einzelblättchen unpaarig gefiederten, dunkelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Die lanzettlichen Fiederblättchen sind gestielt und grob gesägt. Die Blätter haben eine kahle Oberfläche. Die Belaubung der Pflanzen ist locker, im Herbst nehmen die Blätter eine attraktive Färbung an, die je nach Standort gelb bis orangerot ausfallen kann.

Blüten und Früchte

Während der Blütezeit im Mai-Juni ist Sorbus aucuparia sehr attraktiv. Die Pflanzen tragen dann weiße radförmig fünfzählige zwittrige Blüten, die in Schirmrispen angeordnet sind. Die Pflanzen blühen an den mehrjährigen Trieben. Der verhältnismäßig unangenehme Geruch der Blüten beruht auf dem Wirkstoff Methylamin und lockt insbesondere Käfer und Fliegen zur Bestäubung an.

Die Früchte reifen im August und September. Die kleinen, bis 0,8 cm dicken, kugeligen Kernäpfel reifen von August (orange) bis Oktober (scharlachrot) und bleiben bis in den Winter hinein am Baum. Sie dienen dann als Vogelnahrung (= Namensgebung).

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden bis 2 m tiefe Senkwurzeln sowie flach streichende Seitenwurzeln. Zur Verbesserung der Nahrungsaufmahme sind die Wurzeln von einer Mykorrhiza umgeben.

Verbreitung

Sorbus aucuparia stammt aus ganz Europa, der Türkei, dem Kaukasus und Westsibirien (bis zum Jenissei).

Standort

Die Bäume bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen bis feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder kiesig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 aufweisen. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen eine Oberbodendicke von mindestens 71 Zentimetern. Sie vertragen Temperaturen bis -40°C (WHZ 3) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 16 Wochen. Die Pflanzen eignen sich für Randbereiche oder Wasserflächen stehender natürlicher Gewässer, den Quellschutz, den Uferschutz von Hartholzzonen an breiten Fließgewässern und den Uferschutz schmaler Fließgewässer.

Als 'Kleinkroniger Stadtbaum'

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: salzhaltige Böden, sauerstoffarme Böden
  • geringe Toleranz: zeitweise trockene Böden, kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: Stadtklima, Streusalz

Verwendung

Der Zierwert von Sorbus aucuparia entsteht vor allem durch den attraktiven Herbstaspekt und den Duft. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 3,5 Metern. Geeignet für Wind- und Bodenschutz und für Lärm- und Staubschutz, außerdem geeignet als Friedhofsgrün, Alleebaum, Hangbepflanzung, Solitär, Verkehrsbegleitgrün, kleinkroniger Straßenbaum, Bienenweide, Vogelweide und als Vogelschutzgehölz.

Die Ernte der herb-sauren, roh ungenießbaren Früchte ist erst nach dem Frost zu empfehlen. Dann können sie zur Zubereitung von Konfitüren oder auch Likören verwendet werden.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als mäßig pflegeintensiv einzustufen.

Vermehrung durch Aussaat. Die Pflanzen sind Kaltkeimer, müssen also stratifiziert werden. Außerdem Vermehrung durch Stecklinge.

Sorten

Krankheiten und Schädlinge

Blattflecken und welke Blüten deuten auf Anthraknose hin. Dies ist eine Pilzerkrankung die die Pflanze zum Absterben bringt. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und vernichtet werden. Bessere Belüftung und Hygiene wirken vorbeugend.

Honigtau, Gallen oder gekräuselte Blätter deuten auf einen Befall durch Blattläuse hin. Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung, zum Beispiel mit Schlupfwespen oder räuberischen Mücken.

Geschwüre am Holz deuten auf einen Befall durch Feuerbrand hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten großzügig entfernt und vernichtet werden.

Ein weißer, puderartiger Belag auf der Pflanze deutet auf einen Befall durch Echten Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Weiße Büschel oder weißer Belag auf der Blattunterseite deutet auf einen Befall durch Falschen Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Bei schuppigen Insekten auf Sprossen und an den Blattunterseiten handelt es sich um Schildläuse. Sie sondern Honigtau ab und werden mit Insektiziden oder Nützlingen bekämpft.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)


HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif
Baum des Jahres in Deutschland HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif

1989 Quercus robur | 1990 Fagus sylvatica | 1991 Tilia platyphyllos | 1992 Ulmus glabra | 1993 Cormus domestica | 1994 Taxus baccata | 1995 Acer platanoides | 1996 Carpinus betulus | 1997 Sorbus aucuparia | 1998 Pyrus pyraster | 1999 Salix alba | 2000 Betula pendula | 2001 Fraxinus excelsior | 2002 Juniperus communis | 2003 Alnus glutinosa | 2004 Abies alba | 2005 Aesculus hippocastanum | 2006 Populus nigra | 2007 Pinus sylvestris | 2008 Juglans regia | 2009 Acer pseudoplatanus | 2010 Prunus avium | 2011 Sorbus torminalis | 2012 Larix decidua | 2013 Malus sylvestris | 2014 Quercus petraea | 2015 Acer campestre


Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren

Commercial Links