Zuletzt geändert am 21. März 2011 um 00:00

Momordica charantia


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Frucht der Momordica charantia

Dieses Bild zeigt jedoch keine Momordica charantia sondern Cyclanthera pedata.

Momordica charantia (Bittergurke) ist der botanische Name für eine tropische Pflanze aus der Familie der Cucurbitaceae (Kürbisgewächse). Momordica leitet sich vom lateinischen Wort mordicus ab und bedeutet ”beißend”. Das erklärt sich dadurch, dass die Konturen der Samen wie ”abgebissen” ausschauen.

Momordica charantia ist ein seit Jahrhunderten in vielen Ländern beliebtes Lebensmittel, sehr geschätzt für seine außergewöhnlichen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Besonders im asiatischen Raum sind die Gemüsefrüchte dieser Pflanze ein beliebtes Lebensmittel bzw. Heilmittel.

Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten und Störungen, bei denen Momordica charantia eingesetzt wird. Ganz besonders hervorzuheben sind die blutzuckersenkende, blutreinigende und durchblutungsfördernde Wirkung der Pflanze. Außerdem existieren weltweit zahlreiche Untersuchungen, die der Pflanze antivirale und immunstärkende Eigenschaften bescheinigen.

Da die Pflanze in vielen unterschiedlichen tropischen Ländern wächst, ist sie auch unter einer Vielzahl von Namen bekannt: Ampalaya, Amargoso, Charantia, Goya, Karela, Karavellaka, Kuguazi, Margose, Peria, Sopropo, Tsurureishi, Balsam Apple, Balsam Pear, Bitter Gourd, Bitter Melon, Balsamapfel, Balsambirne, Bittermelone.

Momordica charantia ist eine schlanke, grüne bis zu zwei Meter hohe Kletterpflanze mit gelben Blüten. Ihre Blätter ähneln denen unseres Weinstocks. Die gurkenähnlichen, genoppten Gemüsefrüchte sind anfangs grün und werden im reifen Zustand orange-gelb; sie platzen schließlich auf, um die Samen verstreuen zu können.

Die Frucht ist weich; im Inneren befinden sich zahlreiche braune und weiße Samen. Eine Ernte ist das ganze Jahr möglich. Es gibt ca. 42 verschieden Arten, die meisten davon gibt es in Afrika.

Anbaugebiete: Afrika, China, Asien, Südamerika, Karibik

Traditionelle Verwendung

In den Ländern, in denen die Momordica charantia aufgrund des tropischen Klimas gedeiht, ist sie weit verbreitet und wird einerseits als Nahrungsmittel für Speisen verarbeitet und andererseits als Heilpflanze (”Hausmittel”) für die verschiedensten Krankheitsbilder eingesetzt.

Momordica charantia hat nachweislich eine Vielzahl von gesundheitsfördernden Eigenschaften. Nicht alle davon sind bereits wissenschaftlich belegt, doch kann man davon ausgehen, dass ihre segensreiche Wirkung abgesichert ist, wenn die entsprechenden Heilerfolge sich seit Tausenden von Jahren regelmäßig eingestellt haben.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt sich mit dem Bereich der ”traditionellen Medizin” intensiv auseinander und beschäftigt wissenschaftliche Gremien mit der Untersuchung von Heilpflanzen (Phyto-Heilkunde, Phyto-Medizin), um ihre Wirkung wissenschaftlich zu bestätigen.

Die Wirkungen von Momordica charantia können wie folgt aufgelistet werden:

  • antibiotisch
  • antiviral
  • leicht laxativ (abführend)
  • der Tumorbildung entgegenwirkend
  • die hormonale Regulation des Zellstoffwechsels harmonisierend
  • blutreinigend
  • blutzuckersenkend
  • blutdrucksenkend
  • durchblutungsfördernd
  • cholesterinsenkend
  • entzündungshemmend
  • immunsuppressiv, die Aktivität der T- und B-Lymphozyten verändernd
  • die Fettverdauung stimulierend

Im Bereich der Prävention wurden folgende Eigenschaften festgestellt:

  • das Allgemeinbefinden verbessernd
  • den Schlaf verbessernd
  • die Verdauung und Ausscheidung verbessernd
  • den Cholesterinspiegel senkend
  • die Wundheilung beschleunigend

Besondere Heilerfolge wurden beobachtet bei:

  • Diabetes mellitus
  • Rheumatoide Arthritis
  • Lupus erythematodes (eine Hautkrankheit)
  • Autoimmunkrankheiten
  • Herzschwäche, Husten, Asthma
  • Leber-, Milz- und Gallenwegserkrankungen
  • Appetitlosigkeit, Verstopfung
  • Wurmerkrankungen, Hämorrhoiden
  • Akne und andere Hauterkrankungen (z. B. Psoriasis)
  • Nesselsucht, Geschwüre, Lepra
  • Vergiftungen, Entzündungen, Fettleibigkeit
  • Abstoßungsreaktionen nach Gewebs- und Organtransplantationen

Die blutreinigende Wirkung kann auch bei der Raucherentwöhnung nützliche Dienste leisten.

Bestandteile / Inhaltsstoffe

Die Hauptbestandteile der Gemüsefrüchte von Momordica charantia sind unter anderem Öl, ein insulinähnliches Peptid, Glykoside (Momordin, Charantin), ein Alkaloid (Momordicin).

Das Peptid ist bekannt dafür, dass es den Blutzuckerspiegel in Blut und Urin vermindert. Glykoside sind Base-Zucker-Verbindungen; das Bekannteste in der Natur vorkommende ist Digitalis, ein weit verbreitetes Herzstärkungsmittel.

Da ein Großteil unserer Nahrung sehr denaturiert ist und Nahrungsergänzungsmittel eine große Bedeutung erlangt haben, sei noch darauf hingewiesen, dass Momordica Charantia auch sehr reich an den Vitaminen A, B1, B2, C sowie an Eisen, Calcium, Phosphor, Kupfer und Kalium ist.

Eine toxische Wirkung konnte bei den üblichen Verzehrgewohnheiten bislang nicht nachgewiesen werden; (ebensowenig wie bei Karotten, Zwiebeln oder Gurken).

Diabetiker sollten aber auf jeden Fall die Blutzuckermessungen beibehalten, um das Absinken des Blutzuckerspiegels durch eine Verringerung der Insulingaben ausgleichen zu können. Generell sei gesagt, dass die fachkundige Beratung und Kontrolle durch einen Arzt oder Heilpraktiker bei jeder gravierenden Krankheit notwendig und sinnvoll ist.

Dosierung

Da die Gemüsefrüchte im grünen Reifestadium bitter schmecken, hängt die Höhe der Dosierung auch vom persönlichen Geschmacksempfinden ab (übrigens haben reife Bittergurken rote, mit süßem Gelee überzogene Kerne - finden aber nur als Vogelfutter Verwendung!).

Grundsätzlich kann folgendes empfohlen werden:

  • 1 kleine Frucht pro Tag oder ein bis zweimal ein achtel Liter Frischpresssaft
  • bis zu 1 l Tee pro Tag (der Tee schmeckt kaum bitter obwohl er die entscheidenden Wirkstoffe voll enthält)

Beim Tee, der in Europa die gängigste Form sein wird, sollte mit einer Tasse begonnen werden und die Menge bei guter Verträglichkeit auf einen Liter pro Tag gesteigert werden.

Nebenwirkungen

Im Falle einer Überdosierung kann es zu Magen- und Bauchschmerzen, wie auch zu Durchfall kommen. Bereiten Sie also den Tee so zu, dass er Ihnen schmeckt – also dass er nicht zu bitter ist – und trinken Sie am besten 1 Liter täglich (vor allem bei Diabetes und Durchblutungsstörungen).

Erhältlichkeit

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Früchte auf einem Markt auf Réunion

In Deutschland ist es schwierig, frische Früchte zu kaufen. Gelegentlich findet man sie in afrikanischen Läden aber noch bessere Chancen hat man im Asia-Import Laden, wo die Bittergurke und Bittermelone eine beliebtes Gemüse darstellt (in Thailand isst man Bittergurken mit scharfen Saucen, die den Geschmack teilweise überdecken). In den Niederlanden dagegen erhält man sie in jeder größeren Stadt unter dem Namen "Sopropo" in surinamesischen oder antillianischen Läden.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Folgende Wirkungen sind bisher wissenschaftlich belegt:

  • antibiotisch: Wundheilung
  • antiviral: Infektionen, Grippe
  • leicht laxativ (abführend): Darmreinigung, Koliken, Blähungen, Wurmerkrankungen
  • harntreibend: Nierensteine
  • der Tumorbildung entgegenwirkend (Lutein und Lycopene)
  • die hormonale Regulation des Zellstoffwechsels harmonisierend
  • blutreinigend: Hauterkrankungen, Ekzeme, Psoriasis, Raucherentwöhnung
  • Verbesserung der Blutzirkulation
  • blutzuckersenkend: Diabetes I und II
  • blutdrucksenkend
  • cholesterinsenkend
  • entzündungshemmend: Rheuma, Arthritis, Colitis, Verbrennungen
  • immunsuppressiv, verändert die Aktivität der T und B Lymphozyten: Transplantationen, HIV, Aids
  • die Fettverdauung stimulierend: Leberstörungen, Hepatitis

Verwendungsmöglichkeiten

In den Ursprungsländern wird die unreife Frucht vorwiegend zur Behandlung von Diabetes Typ II (Altersdiabetes) eingesetzt.

Die reifen Früchte eignen sich besonders zur Magenstimulation und um das hormonelle Geschehen rund um die Menstruation zu unterstützen. Ebenso zum Einsatz kommt sie bei Infektionen, Krebs, Wundheilung, Fieber, Ekzeme, Hepatitis, Colitis, Husten, Psoriasis und Verbrennungen.

In Westindien wird die Pflanze vorwiegend zur Heilung von Wurmerkrankungen, Nierensteinen und Fieber eingesetzt.

Der frische Saft der unreifen Frucht wird als Darmreinigungsmittel (Abführmittel) und zur Behandlung von Koliken und Blähungen empfohlen. Täglich morgens prophylaktisch 1 Glas (125 ml) auf nüchternen Magen getrunken verhindert - so heißt es - auch Gelbsucht. Er reinigt das Blut und ist ein hervorragender Appetitanreger. Auf Grund seiner harntreibenden Wirkung ist er auch zu verwenden bei Nierenschmerzen (löst Nierensteine). Weiters ist er sehr geeignet bei Arthritis und Akne.

Der frische Saft der reifen Frucht wird vorwiegend gegen Krebs und Leukämie eingesetzt.

Der natürliche Anbau in einem der Herkunftsländer – Philippinen – und die von staatlichen Stellen sowohl von den Philippinen als auch in Europa geprüfte erstklassige und hygienisch einwandfreie Qualität steht nunmehr in Form der getrockneten Früchte und der Samen als CHARANTIA-Tee auch in Europa zur Verfügung.

Diese Darreichungsform eignet sich besonders hierzulande, da der Anbau nur in tropischen Ländern möglich ist und die Früchte durch langen Transport und Lagerung leiden würden. Außerdem ist es möglich, den bitteren Geschmack, den viele Menschen nicht mögen, auf ein Minimum zu reduzieren.

Bei kurmäßiger Anwendung des Tees ist das regelmäßige Trinken über einen längeren Zeitraum unbedingt notwendig, da sich meist erst nach etwa 6 Wochen die ersten Erfolge einstellen.

Die Insulin-Dosierung sollte bei der Einnahme von Momordica charantia auf jeden Fall durch den Arzt geprüft und gegebenenfalls neu bestimmt werden.

Weblinks

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CC by-sa Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Momordica charantia aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird hier in der Hortipedia weiterentwickelt. Er steht unter der Lizenz CC-by-sa 3.0, in der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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