Zuletzt geändert am 19. April 2015 um 23:39

Myrtus communis

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Myrtus communis L.

Myrtaceae

Lebensform: Halbstrauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   10

Bodenfeuchte: feucht

Blattstand: kreuzgegenständig
Blatt: Immergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Beere

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Myrtanae
Ordo:
Myrtales
Subordo:
Myrtineae

Myrtus communis, umgangssprachlich Brautmyrte oder Gemeine Myrte ist ein dekorativer Strauch oder Kleinbaum mit duftenden weißen Blüten.

Namensherkunft

Myrtus communis wurde 1753 von Carl von Linné benannt.

Taxonomie

Myrtus communis ist eine Art aus der Gattung Myrtus, die zur Familie der Myrtaceae (Myrtengewächse) gehört.

Merkmale

Myrtus communis - Habitus
Myrtus communis - Jungpflanze
Myrtus communis - Blüte

Wuchs

Die Myrte wächst als Strauch oder kleiner Baum bis etwa 5 m Höhe, vereinzelt gibt es auch größere Exemplare.

Holz und Rinde

Die Rinde ist rötlich-braun und löst sich bei älteren Pflanzen in Steifen oder Platten ab.

Das Holz der Myrte ist hart und hat lufttrocken eine Dichte von 0,95 g/cm³. Es lässt sich leicht verarbeiten, gut verleimen und ist schnell und einfach zu trocknen. Verwendung findet es bei Drechselarbeiten, Intarsien, Möbeln und Skulpturen. Allerdings werden oft auch Hölzer anderer Pflanzenarten unter dem Namen Myrte geführt. So z.B. häufig die in Amerika vorkommende Oregon Myrtle Umbellularia california, auch Pepperwood genannt, die aber nicht mit der echten Myrte verwandt ist.

Blätter

Die kleinen dunkelgrünen, ledrigen, schmal eilanzettlichen, spitz zulaufenden Blätter sitzen kreuzgegenständig an den Zweigen. Wenn man die Blätter gegen das Licht hält, sind deutlich die mit ätherischem Öl gefüllten Zellen als helle Punkte erkennbar.

Blüten und Früchte

Reife Beeren von Myrtus communis

Die Blüten, die sich von Juni bis August reichlich entfalten, sind meist weiß und verströmen einen intensiven Duft. Sie besitzen 5 Blütenblätter und zahlreiche lange Staubgefäße. Nach der Blütezeit trägt die Myrte kurz gestielte, blauschwarze, etwa johannisbeergroße Früchte, die z.T. bis über 30 Samen von 2 bis 3 Millimeter Größe enthalten. Die Früchte sind essbar, aber nur von regionaler wirtschaftlicher Bedeutung. Es gibt auch eine Sorte mit weißen Beeren.

Verbreitung

Die Heimat der Myrte ist das Mittelmeergebiet. Sie wächst dort gemeinsam mit anderen niedrigen Sträuchern als typischer Vertreter der Macchie. Diese Landschaftsform ist nach dem Abholzen der ursprünglichen Wälder im Mittelmeerraum entstanden.

Standort

Wird die Myrte im Haus kultiviert, ist ein sehr heller, luftiger Standort zu empfehlen. Beim Standort am Fenster muss man heutzutage auch die absorbierende Wirkung der modernen Wärmeschutzverglasung beachten, die die für die Pflanzen notwendigen Wellenlängen des Lichts z.T. stark dämpfen kann. Hier sollte man sich nach den entsprechenden technischen Daten beim Hersteller erkundigen. Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanzen beginnen auszutreiben, das Tageslicht aber noch nicht ausreichend ist, empfiehlt sich eine Zusatzbeleuchtung.[Siehe auch 1]

Sehr günstig wirkt sich ab Mai bis Anfang Oktober ist ein leicht sonniger bis halbschattiger Platz im Freien aus. Dabei ist die Bestrahlung des Wurzelballens möglichst zu vermeiden. Außerdem sollte sie allmählich an die Sonnenstrahlen im Freien gewöhnt werden, da die Blätter durch den Winterstandort in der Wohnung nicht mehr an die UV-Strahlung gewöhnt sind und leicht verbrennen können. Um ein einseitiges Wachstum zu vermeiden ist die Pflanze alle 14 Tage zu drehen. Somit werden alle Seiten gleichmäßig mit Licht versorgt.

Im Winter sollte die Myrte hell und kühl bei ca. 8 - 12 °C stehen. Temperaturminimum: -5°C (Winterhärtezone 9). Steht sie etwas wärmer (aber auf keinen Fall über der Heizung) muss für eine nächtliche Temperaturabsenkung gesorgt und viel gelüftet werden. Je wärmer der Standort, desto heller sollte er sein. Außerdem muss dann häufiger gegossen werden. Bei zu warmem Standort und zu trockener Luft steigt auch die Gefahr für den Befall mit Schädlingen, deshalb im Winter öfter kontrollieren.

Verwendung

Myrtus communis - Plantage

In ihrem Herkunftsgebiet wird die Myrte mitunter zum Würzen von Speisen verwendet. So dienen die Beeren als Pfefferersatz und mit den frischen Blättern und Früchten werden Fleischgerichte gewürzt.

Die Beeren werden außerdem zu hervorragenden Likören verarbeitet. Es gibt dunkle und klare Sorten. Recht berühmt ist der korsische Myrtenlikör „Myrtine“. Es gibt auch einen Sekt aus Sardinien, den „Myrtus Dolce Spumante“, der mit Myrtenbeeren aromatisiert wird. Weiterhin gibt es Gelees aus Myrtenbeeren.[Siehe auch 2]

Das Öl der Myrte ist in der Parfüm-Industrie als Engelswasser bekannt. Außerdem wirkt es antibakteriell, entzündungshemmend, hautreinigend, schmerzlindernd sowie schleimlösend bei Erkrankungen der Atemwege. So sind Wirkstoffe aus Myrtenblättern in Medikamenten gegen Erkrankungen der Bronchien enthalten. Seit wenigen Jahren werden auch bestimmte Substanzen, die in der Myrte enthalten sind, auf ihre Wirksamkeit gegen Krebszellen untersucht; anscheinend recht vielversprechend, denn inzwischen wurde mindestens ein Patent darauf angemeldet.

Pflege

Gießen und Düngen

Während der Hauptwachstumszeit und im Hochsommer sollte reichlich gegossen werden, Staunässe ist aber in jedem Fall zu vermeiden, was durch eine gute Drainage erreicht werden kann. Im Winter ist sparsam zu gießen, jedoch sollte die Erde immer leicht feucht sein. Ballentrockenheit muss in jeder Jahreszeit vermieden werden. Als Faustregel für das Gießen gilt: Je heller und wärmer der Standort, desto größer ist der Wasserbedarf. Ein völlig ausgetrockneter Wurzelballen führt innerhalb kürzester Zeit zum Absterben der Pflanze!

Die Myrte wird vom Frühjahr bis Ende August gedüngt. Als Dünger kann normaler Zimmerpflanzendünger verwendet werden. Im Winter darf nicht gedüngt werden, außer bei warmem Standort (16 - 18 °C), dann aber nur zweimal während der Winterzeit mit der halben Konzentration wie im Sommer.

Erde und Umtopfen

Junge Pflanzen sollten alle 1 - 2 Jahre, älter Exemplare alle 3 - 4 Jahre umgetopft werden. Dabei können zu lange Wurzeln eingekürzt werden, aber maximal um ein Drittel ihrer Länge. Beim Umtopfen muss darauf geachtet werden, dass der Wurzelansatz frei von Erde ist. Myrten dürfen niemals tiefer eingepflanzt werden, als zuvor. Außerdem muss für gute Drainage gesorgt werden.

Myrten gedeihen zwar auch in herkömmlicher Blumenerde, bessere Erfolge erzielt man jedoch mit spezieller Erdmischung, die sich leicht herstellen lässt:

  • 4 Teile qualitativ hochwertige Blumenerde
  • 4 Teile Kokosfasern
  • 1 Teil Ton-Granulat
  • 1 Teil Perlite

Rückschnitt

Myrten lassen sich recht einfach in die verschiedensten Formen schneiden. Angefangen von einfachen Kugelbäumchen über komplizierte geometrische Formen bin hin zum Bonsai. Bei all diesen Gestaltungsformen ist der Neuaustrieb immer wieder auf 1 bis 2 Blattpaare zurückzuschneiden, wenn er im unteren Bereich leicht verholzt ist bzw. 5 bis 7 Blattpaare gebildet hat. Wird Wert auf die Blüten gelegt, darf ab Ende April nicht mehr geschnitten werden. Der Rückschnitt erfolgt erst wieder nach der Blüte. Die einzelnen Äste können auch als Polster ausgebildet werden.

Ist im Laufe der Jahre der Innenbereich der Krone bzw. der Astpolster zu stark verkahlt, so ist ein drastischer Rückschnitt bis ins alte Holz erforderlich.[Siehe auch 3] Dabei ist zu beachten, dass in der Folgezeit sparsamer gegossen werden muss, um Wurzelfäule zu vermeiden, da der Baum wegen der fehlenden Blätter kaum Wasser verdunstet.

Vermehrung

Myrten lassen sich relativ einfach durch Samen vermehren. Dabei sollten die Samenkörner möglichst bald nach der Ernte ausgesät werden. Zuvor das Fruchtfleisch entfernen und die Samen 2 bis 3 Tage trocknen lassen. Die Keimdauer ist abhängig von zahlreichen Faktoren, wie Bodentemperatur, gleichmäßige Feuchtigkeit, Vorbehandlung der Samen usw. Bei Zimmertemperatur liegt sie meist zwischen 2 und 6 Wochen. Es können aber von derselben Aussaat auch noch nach über 2 Monaten Samen keimen. Ein Vorquellen der Samen für 48 Stunden in lauwarmem Wasser und/oder ein vorsichtiges Anfeilen der harten Samenschale wirkt sich günstig auf die Keimung aus und kann die Keimdauer verkürzen.

Schneller als die Aussaat führt die Stecklingsvermehrung zum Erfolg. Stecklinge können das ganze Jahr über gesammelt werden. Die Bewurzelung in Wasser ist problemlos und deshalb vorzuziehen. Die Stecklinge sollten leicht verholzt und ca. 10 - 20 cm lang sein. Sofort nach dem Schneiden stellt man sie in Wasser. Die Zeit bis zur Bewurzelung ist stark von der Jahreszeit abhängig und reicht von ca. 3 Wochen im Sommer bis zu ca. 3 Monaten im Winter.

Varietäten, Sorten

  • Myrtus communis 'Microphylla' (Zwergmyrte) wird nicht höher als 60 cm. Ihre Blätter sind nur 2 cm lang.
  • Eine weitere Zwergform ist Myrtus communis 'Compacta'.
  • Myrtus communis 'Variegata' besitzt spitz zulaufende, 5 cm lange, cremeweiß geränderte Blätter.
  • Die Blüten von Myrtus communis 'Flore Pleno' sind weiß und gefüllt.
  • Myrtus communis 'Tarentina' hat cremeweiße Blüten und nadelförmige Blätter.

Weitere Sorten: 'Hamburger Brautmyrte', 'Königsberger Brautmyrte', 'Gruß aus dem Ehrental'.

Giftigkeit

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Das in den Blättern enthaltene ätherische Öl ist reiner Form schwach giftig. Es kann in größeren Mengen (mehr als 10 ml) eingenommen Kopfschmerzen, Übelkeit und Verdauungsstörungen hervorrufen und den Urin violett verfärben.[Einzelnachweise 1]

Krankheiten und Schädlinge

Mensch und Myrtus communis

Symbolik

Neben der Verbreitung als dekorative Topf- und Kübelpflanze findet die Myrte seit Alters her Verwendung als Brautschmuck, daher auch der Name Brautmyrte. So trug früher die Braut einen Kranz aus Myrtenzweigen.

Siehe auch

  1. Zusatzbeleuchtung http://www.myrtus-communis.de/news/29-zusatzbeleuchtung.html
  2. Rezepte http://www.myrtus-communis.de/allgemeines/rezepte.html
  3. Drastischer Rückschnitt http://www.myrtus-communis.de/bonsai-news/49-drastischer-rueckschnitt.html

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  1. L. Roth, M. Dauderer, K. Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Nikol-Verlag, Hamburg 2006, S. 505, ISBN 978-3-933203-31-1

Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren