Actinidia arguta

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Actinidia arguta (Siebold & Zucc.) Planch. ex Miq.

Actinidiaceae

Lebensform: Kletterpflanze
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   5

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

    

Blütenform: becherförmig
Frucht: Beere

VI

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Büschel

Blüte: einfach
Blütenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Dilleniidae
Superordo:
Ericanae
Ordo:
Actinidiales

Actinidia arguta, umgangssprachlich Scharfzähniger Strahlengriffel, auch Kiwibeere, Kleinfruchtige Kiwi, ist eine Kletterpflanze mit essbaren Beeren.

Namensherkunft

Actinidia arguta wurde 1867 von Friedrich Anton Wilhelm Miquel beschrieben und benannt.

Taxonomie

Actinidia arguta ist eine Art aus der Gattung Actinidia, die circa 86 bis 89 Arten umfasst und zur Familie der Actinidiaceae (Strahlengriffelgewächse) gehört.

Merkmale

Wuchs

Kleinfruchtige Kiwi, blühend

Der Scharfzähnige Strahlengriffel ist eine linkswindende, schnellwachsende, sommergrüne Liane. Die Pflanzen können 6 bis 7 Meter hoch werden, ihre Wuchsbreite beträgt 1,5 bis 2 Meter.

Holz und Rinde

Die Rinde der stark windenden Zweige ist anfangs wollig behaart, später ist sie kahl oder selten flaumig behaart, es sind keine Lentizellen mit bloßem Auge erkennbar. Ihr Austrieb beginnt bereits im März, daher können die jungen Triebe durch Spätfröste geschädigt werden. Im zweiten Jahr färbt sich die Rinde gräulich-braun, ist kahl mit kleinen, unscheinbaren Lentizellen.

Blätter

Actinidia arguta ist sommergrün. Die einfachen, oberseits dunkelgrünen und kahlen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind elliptisch bis breit eiförmig mit scharf gesägtem Rand, rötlich gestielt und haben Nerven, die in den Blattrand auslaufen. Der Hauptnerv und die Seitennerven sind auf der Blattunterseite auffällig. Die leuchtend gelbe Herbstfärbung beginnt sehr früh.

Blüten und Früchte

Kleinfruchtige Kiwi, fruchtend

Die Pflanzen sind zweihäusig (diözisch). Ab Juni trägt Actinidia arguta an den mehrjährigen Trieben cremeweiße, becherförmige, duftende Blüten, die in Büscheln angeordnet sind. Die Einzelblüten sind bis zu 2 cm breit, männliche besitzen dunkel purpurne Staubgefäße.
Zur Befruchtung benötigen jeweils 3 bis 4 weibliche Pflanzen eine in der Nähe stehende männliche Partnerpflanze.

Die fleischigen, kugeligen bis länglichen, etwa stachelbeergroßen, glattschaligen essbaren Beeren haben eine Länge von 2 bis 3 cm und enthalten zahlreiche Samen. Die Frucht färbt sich bei Reife, je nach Sorte, von purpur-rot über grau-braun bis grünlich-gelb. Die Früchte reifen nacheinander ab Anfang Oktober. Der Geschmack der Früchte ist süßlich, generell süßer als "normale" Kiwi-Früchte; sie können mitsamt der Schale verzehrt werden.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden flache sowie tiefgehende, weit verweigte Wurzeln.

Verbreitung

Actinidia arguta kommt natürlich vor in Japan, Korea, Nordostchina bis in das Himalaja-Gebirge und Sibirien. Dort wächst diese "Kiwi" als Schlingpflanze in lichten Auwäldern.

Standort

Die Kletterpflanzen bevorzugen einen sonnigen Standort auf feuchten Böden. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5). Das Substrat sollt locker und humushaltig sein, der pH-Wert im leicht sauren Bereich. Kalkhaltige Böden vertragen die Pflanzen schlecht.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • hohe Toleranz: Stadtklima

Verwendung

Diese kleinfruchtige Kiwi-Art ist wegen ihrer Robustheit eine gute Alternative zu den frostempfindlichen großfruchtigen Kiwi's Actinidia deliciosa, Actinidia chinensis. Ihre Früchte reifen auch bei kurzer Vegetationszeit noch gut aus. Damit die Ranker Früchte tragen, müssen männliche und weibliche Pflanzen vorhanden sein, um die Bestäubung zu ermöglichen. Ein männlicher Bestäuber kann sechs weiblichen Produzenten Früchte zu ermöglichen.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als mäßig pflegeintensiv einzustufen.
Gegen starke Sonneneinstrahlung soll der Fuß der Kiwipflanze schattiert werden, und die Ranker sollten ein stabiles Gerüst bekommen.

Die weiblichen Pflanzen bekommen einen Fruchtholzschnitt wie Weinreben: Die Blütenknospen sitzen an den Jungtrieben. Die männlichen Pflanzen brauchen nur ausgelichtet und ihr Längenwachstum begrenzt werden.

Vermehrung durch Aussaat, Sorten durch Stecklinge im Frühjahr, auch durch Ableger.

Sorten

(Beispiele):

  • 'Maki' (Synonyme 'Amdue', 'Red Beauty'), 'Ambrosia' - weibliche Sorten
  • 'Nostino' , 'Maskulino' - männliche Sorten
  • 'Weiki' - mit ovalen rot-grünen Früchten im Oktober
  • 'Issa' - "selbstfruchtende" Sorte (Fruchtansatz ist besser, wenn männliche Sorte in der Nähe.)

Krankheiten und Schädlinge

Geschwüre am Holz deuten auf einen Befall durch Feuerbrand hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten großzügig entfernt und vernichtet werden.

Blattflecken deuten auf eine Pilz- oder Bakterienerkrankung hin. Bakterielle Flecken sind eher eckig und gelb umrandet, Pilzflecken normalerweise rundlich mit einer Zone mit Fruchtkörpern. Die befallenen Teile sollten entfernt werden, bei einer Pilzerkrankung wird zusätzlich ein Fungizid eingesetzt.

Feine Spinnweben auf den Pflanzen deuten auf einen Befall durch die Rote Spinnmilbe hin. Diese saugenden Insekten treten vor allem in Gewächshäusern auf und können mit Insektiziden oder Raubmilben bekämpft werden.

Verkrüppelte oder entfärbte Blätter und Blüten weisen auf einen Befall durch älchen hin. Dies führt zum Absterben der Pflanze, befallene Pflanzen sollten entfernt werden.

Plötzliche Welke oder fahlgrüne Verfärbungen deuten auf einen Pilzbefall (Phytophthora-Wurzelfäule) hin. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden. Vorbeugend sollten Staunässe und Überdüngung vermieden werden.

Weiße Flecken auf Blüten und Blättern sowie sich nicht öffnende Knospen deuten auf einen Befall durch Thripse hin. Diese Insekten lassen sich mit guter Belüftung und regelmäßigen Wassergaben zurückdrängen, außerdem können Insektizide oder Nützlinge (Raubmilben) eingesetzt werden.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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