Agrostemma githago

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Agrostemma githago L.

Caryophyllaceae

Lebensform: Ein- oder<br> Zweij&auml;hrige
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   7

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig

Blattstand: gegenst&auml;ndig
Blatt: Sommergr&uuml;n

Blattform: lineal

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: keine Angabe

65D / e3b5df 

Knospenanordnung: Dichasium

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Caryophyllidae
Superordo:
Caryophyllanae
Ordo:
Caryophyllales

Agrostemma githago, umgangsprachlich Gewöhnliche Kornrade, gehört zu den Ein- und Zweijährigen.

Namensherkunft

Agrostemma githago wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt. Der Name Agrostemma leitet sich von den griechischen Worten agros "Feld" und stemma "Krone, Kranz" ab.[1]

Taxonomie

Agrostemma githago ist die Typus-Art der Gattung Agrostemma, die circa 4 bis 18 Arten umfasst und zur Familie der Caryophyllaceae (Nelkengewächse) gehört.

Merkmale

Agrostemma githago - Blüten
Die Kornrade in einer 'Blumenwiese'.

Wuchs

Die Pflanze wird etwa 0,6 bis 0,9 m hoch und wächst aufrecht und unverzweigt, selten mit einigen wenigen Seitentrieben. Die Stengel sind schlank und mit einem gräulichen Flaum bedeckt.

Blätter

Agrostemma githago ist sommergrün, die Blätter sind gegenständig angeordnet und werden bis zu acht Zentimeter lang. Sie sind graugrün, lanzettlich geformt und haben einen glatten Rand, die Mittelrippe tritt deutlich hervor. Sie sitzend und parallelnervig.

Blüten und Früchte

Die radförmig fünfzähligen Blüten sind dunkelrosa, oft mit einem weissen Auge, und erscheinen von Juni bis August und sind in Dichasien angeordnet. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (vor allem Falter) oder in Selbstbestäubung.

Die Kapseln sind grün und enthalten eine Vielzahl von giftigen Samen, die zunächst weiss und mit einer schleimigen Flüssigkeit bedeckt sind. Während der Trocknung färbt sich die Samenschale dann schwarz.

Verbreitung

Agrostemma githago stammt aus ganze Europa, der Türkei, Syrien, Israel, Jordanien und dem Iran, aus Zentralasien, West- und Ostsibirien, Nord-China, Libyen, Nordwest-Afrika und ist eingebürgert in Nordamerika. Sie kommt vor allem auf Äckern, in Ackersäumen und auf Brachen vor, früher wurde sie besonders durch die Vermischung der Samen mit Getreidesaatgut verbreitet. Durch die Weiterentwicklung in der Landwirtschaft und den Einsatz von Herbiziden ist die Kornrade als gefährdet eingestuft, oder wie es F. Franks in einer Veröffentlichung sehr dramatisch ausdrückt:

"...who knows, or cares about the disappearance of the corn cockle, murdered by the agrochemical revolution..." (...wer weiss, oder kümmert sich um das Verschwinden der Kornrade, ermordet von der chemischen Revolution der Landwirtschaft...)

- F. Franks: Cryopreservation - time to turn to plants., In: Trends in Biochemical Sciences, 1981.

Die Kornrade ist nach der Roten Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands des Bundesamtes für Naturschutz von 1996 als vom Aussterben bedroht eingestuft und wurde 2003 von der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt zur Blume des Jahres gewählt.

Standort

Die Gewöhnliche Kornrade bevorzugt einen sonnigen Standort. Sie wächst auf Sand und sandig-kiesigen Böden, Lehmböden, sandigen und steinigen Lehmböden, Tonböden, sandigen und lehmigen Tonböden und fühlt sich in frischen Substraten wohl. Wichtig ist, dass der Boden im Herbst gepflügt oder bearbeitet wird, damit die Samen vegetationsfreie Stellen zum Aufkeimen finden. Sie vertragen Temperaturen bis -18°C (WHZ 7).

Verwendung

Die Pflanzen machen sich gut in Staudenrabatten, Wildpflanzungen oder im Bauerngarten und sind auch für Kübelbepflanzung und als Schnittblumen geeignet. Gute Pflanzpartner sind zum Beispiel Ziergräser, Geranium, Papaver rhoeas und Leucanthemum vulgare.

Vermehrung und Pflege

Agrostemma githago ist ein Kaltkeimer, weshalb die Samen direkt nach der Reife im Herbst oder aber spätestens im frühen Frühjahr gesät werden, damit sie den benötigten Minustemperaturen ausgesetzt sind.

Durch die schlanken Stengel kann das Stäben von einzelnen Pflanzen notwendig sein. Um die Blüte zu verlängern werden verblühte Köpfe entfernt, jedoch sollte man die letzte Blüte stehenlassen um die Selbstaussaat zu ermöglichen (so gewünscht).

Sorten

  • 'Milas' (=A. githago 'Rose Queen') - dunkles Rosa
  • 'Milas Cerise' (=A. githago 'Purple Queen' - dunkler als 'Milas'
  • 'Sakuragai' - weiß
Samen der Kornrade.

Giftigkeit

Die Samen von Agrostemma githago sind giftig, im getrockneten Zustand können sie bis zu sieben Prozent des Triterpensaponins Gypsogenin enthalten.[2] Da die Pflanze früher ein häufiges Ackerwildkraut war kam es durch die Verunreinigung von Getreide mit den Samen von Agrostemma githago bis ins 19. Jahrhundert zu sogenannten 'Brotvergiftungen'. Durch die moderne Saatgutreinigung ist dies heute kein Problem mehr.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen sind nicht bekannt.

Agrostemma githago in einer Illustration von 1885. Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz


Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

  1. Umberto Quattrocchi: CRC World Dictionary of Plant Names. CRC Press LLC, Florida 2000, ISBN 0-8493-2673-7, S. 72.
  2. Abraham H. Haley: CRC Handbook of Flowering, Vol. 6. CRC Press Inc., Florida, 1989, 0-8493-0-3916-2, S. 15

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