Amelanchier lamarckii

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Amelanchier lamarckii F.G.Schroed.

Rosaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: elliptisch

Blattgliederung: einfach

                   

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Sammelbalgfrucht

IV

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Traube

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rosanae
Ordo:
Rosales

Amelanchier lamarckii,umgangsprachlich Kupfer-Felsenbirne ist ein Strauch oder auch kleiner Baum, der aus dem östlichen Nordamerika stammt und in Europa inzwischen als eingebürgerter Neophyt gilt. Der deutsche Name bezieht sich auf die Blätter, die im Austrieb eine bronzene Färbung haben.

Namensherkunft

Amelanchier lamarckii wurde 1968 von Fred-Günter Schroeder beschrieben und benannt.
Diese (in Europa entstandene Sippe) ist als "Ostfriesische Korinthen" lange in Kultur. [1] Sie wurde in europäischen Baumschule unter der falschen Bezeichnung "Amelanchier canadensis" (siehe dort!) geführt. Diese teilweise noch heute falsch verwendete Bezeichnung erzeugt einige Verwirrung!

Taxonomie

Amelanchier lamarckii ist eine Art aus der Gattung Amelanchier, die circa 21 bis 82 Arten umfasst und zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse) gehört. Sie

Merkmale

Amelanchier lamarckii in voller Blüte
A. lamarckii - Herbstlaub
Zu einem lockeren Großstrauch aufgelichtet
Amelanchier lamarckii - Blätter
Die 5 Kronblätter sind sternförmig angeordnet
Amelanchier lamarckii - Blüten
Reife Apfelfrüchte

Wuchs

Die Kupfer-Felsenbirne wächst normalerweise als mehrstämmiger Strauch und kann bis zu sechs Meter hoch werden. Die schirmförmige Krone ist locker aufgebaut und wird mit dem Alter breiter, vor allem durch die etwas überhängenden seitlichen Äste. Die Wuchsbreite beträgt 6 bis 8 Meter.

Blätter

Die gestielten, wechselständigen Blätter sind im Austrieb im April auffallend kupferrot und mit feinen weissen Härchen besetzt (im Unterschied zum unbehaarten Amelanchier laevis), die sie aber bald verlieren. Die elliptischen Blätter haben einen fein gezähnten Rand und werden bis zu acht Zentimeter lang. Im Sommer färben sie sich dunkelgrün, im Herbst zeigen sie ein Farbenspiel von leuchtend gelb über orange bis rot.

Blüten und Früchte

Im April erscheinen sternförmige, weiße Blüten, die in aufrechten Trauben zahlreich blühen. Die fünf Kronblätter sind radiär angeordnet und nicht verwachsen, der Außenkelch fehlt. Amelanchier lamarckii ist synözisch (alle Blüten sind zwittrig) und wird sowohl durch Selbst- als auch durch Insektenbestäubung befruchtet. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Käfer, Fliegen, Wespen und auch Bienen, für die sie eine wichtige Nektarquelle ist.


Im Juli und August trägt der Strauch kleine, hellrote Apfelfrüchte an langen Stielen, die bis zu einem Zentimeter lang werden. Mit der Reife färben sie sich schwarz und sind mit einem bläulichen Reif überzogen. Sie sind essbar und schmecken leicht süßlich, sie können zum Beispiel zu Marmelade, Saft, Wein oder Kompott verarbeitet werden. Die Kupfer-Felsenbirne ist auch ein wichtiges Nährgehölz für Vögel und kleinere Säugetiere, die die Beeren teilweise schon im unreifen Zustand essen.

Wurzelsystem

Die flachen Wurzeln von Amelanchier lamarckii sind dicht verzweigt und bilden keine Ausläufer. Staunässe und Trockenperioden werden gut vertragen, auch lassen sich selbst größere Exemplare noch relativ leicht und mit guten Ergebnissen verpflanzen.

Verbreitung

Ursprünglich stammt die Art aus dem östlichen Nordamerika. Durch die häufige Pflanzung als Zier- und Nutzpflanze ist sie in Deutschland, Belgien und den Niederlanden inzwischen eingebürgert und gilt als fester Bestandteil der natürlichen Vegetation (Agriophyt).

Standort

Die Kupfer-Felsenbirne wächst auf sonnigen bis halbschattigen Standorten und toleriert alle trocken bis feuchten, kultivierten Böden von sauer bis leicht alkalisch. Sie ist absolut frosthart und insgesamt ziemlich anspruchslos. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 4 und 10 aufweisen. Wind und auch Stadtklima bereiten ihr keine Probleme. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • hohe Toleranz: Stadtklima, Streusalz

Verwendung

Durch die zuverlässige Blüte und die auffallende Herbstfärbung ist sie sehr gut als Solitärgehölz in Gärten geeignet. Die Windfestigkeit lässt auch eine Verwendung auf Dachgärten oder in exponierten Lagen zu. Die allgemeine Robustheit empfiehlt sie für öffentliche Grünanlagen und als Verkehrsbegleitgrün. Auch in der freien Landschaft kann sie in Mischpflanzungen und Hecken ein wichtige Rolle spielen, vor allem wegen ihrer Eigenschaften als Bienenweide, Vogelschutz- und Vogelnährgehölz.

Außerdem geeignet für Heidegärten, als Aleebaum, Kübelpflanze, Verkehrsbegleitgrün und als kleinkroniger Straßenbaum.

Pflege

Während der Pflanzenruhe im späten Winter oder früh im Frühjahr können an frostfreien Tagen einzelne Triebe entfernt werden, die falsch oder über Kreuz wachsen, um so eine dauerhafte und gesunde Grundstruktur zu erhalten.

Krankheiten und Schädlinge

Wie viele Rosaceae ist auch Amelanchier lamarckii anfällig für den Befall durch Feuerbrand. Blätter und Blüten welken dann und verfärben sich sich braun oder schwarz. Als Maßnahme hilft nur, die befallenen Pflanzenteile großzügig bis ins gesunde Holz hinein zu entfernen.

Literatur

  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • Georg W. Kröger: BdB Handbuch Laubgehölze. 18. Auflage. Verlagsgesellschaft "Grün ist Leben" mbH, Pinneberg 1997.
  • Hans-Dieter Warda: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 2. Auflage. Bruns Pflanzen Export GmbH, Bad Zwischenahn 2001, ISBN 3-9803833-3-4.

Einzelnachweise

  1. http://www.floraweb.de/pflanzenarten/druck.xsql?suchnr=20387&sipnr=375&%7Cfloraweb, Amelanchier lamarckii F. G. Schroed.

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