Anemone sylvestris

Aus Hortipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Anemone sylvestris L.

Ranunculaceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   4

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: grundständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: handf&ouml;rmig<br>geteilt

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>sechsz&auml;hlig
Frucht: N&uuml;sschen

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: nickend

Wuchsform: teppichartig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Ranunculopsida
Subclassis:
Ranunculidae
Superordo:
Ranunculanae
Ordo:
Ranunculales

Anemone sylvestris, umgangssprachlich Großes Wald-Windröschen, ist eine wurzelkriechende, überwiegend in Nordeuropa bis nach Sibirien vorkommende Staude, für eher helle und trockene Waldrand-Standorte.

Namensherkunft

Anemone sylvestris wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Anemone sylvestris ist eine Art aus der Gattung Anemone, die circa 204 bis 289 Arten umfasst und zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Anemone coronaria.

Merkmale

Anemone sylvestris - Habitus
Anemone sylvestris - Blüten
Anemone sylvestris - Samen

Wuchs

Die Ausläufer treibenden Stauden werden 15 bis 50 Zentimeter hoch und haben einen ausgebreiteten Wuchs, der schwächeren Nachbarn Schwierigkeiten bereiten kann. Sie sind Hemikryptophyten; das bedeutet, dass sich ihre Überdauerungsknospen an der krautigen Sprossachse dicht über der Erdoberfläche befinden. Sie werden durch die Laubdecke oder abgestorbene Blätter geschützt. Als Speicher- und Überdauerungsorgan dient ein verzweigtes, kurzes Rhizom mit einem Durchmesser von 10 bis 15 mm.

Blätter

Ihre zwei bis sechs grundständigen, sommergrünen Laubblätter haben 10 bis 20 cm lange, zottig behaarte Stiele. Sie sind ziemlich derb, im Umriss rundlich, etwa 10 cm breit und dunkelgrün, dabei beiderseits anliegend weiß behaart. Sie sind tief handförmig geteilt, drei- bis fünfteilig eingeschnitten und haben 2 – 3spaltige Abschnitte, die wiederum geteilt und an den Enden grob gezähnt sind. Sie entfalten sich erst nach der Blütezeit vollständig.

Etwa zu halber Höhe der Blütenstängel befinden sich drei gestielte, quirlig angeordnete Hochblätter mit einer Breite von bis zu 10 cm bei einem rundlichen Umriss. Ihre Spreite ist drei- bis fünffach geteilt, mit zwei- bis dreispaltigen Abschnitten.

Blüten und Früchte

Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern der Familie der Hahnenfußgewächse duften die Blüten des Großen Windröschens.
Zwischen April und Juni entwickelt Anemone sylvestris aufrechte radiärsymmetrische Blüten; diese stehen endständig einzeln, selten zu zweit, auf 15 bis 35 cm hohen, stark behaarten Blütenstängeln. Die zwittrige Blüte hat einen Durchmesser von 4 bis 7 cm und besitzt eine einfache Blütenhülle aus 5-6 außen behaarten (Sepalen); diese sind breit oval, bis zu 3 cm lang und rein weiß, manchmal außen leicht violett getönt. Die zahlreichen kurzen Staubblätter sind gelb gefärbt. Sie säumen eine Vielzahl kleiner, flaumig behaarter Fruchtblätter. Diese enden mit einem kurzen Griffel und sitzen der zapfenförmigen Blütenachse an. In ihrer Gesamtheit bilden sie ein unverwachsenes (chorikarpes) Gynoeceum.
Unterhalb der Blüten, etwa zu halber Höhe der Stängel, befinden sich drei gestielte, quirlig angeordnete, den Laubblättern sehr ähnliche Hochblätter.

Als Frucht werden wollige Köpfchen gebildet, aus drei Millimeter langen nussartigen Einzelfrüchten mit dicht wollfilziger Behaarung und kurzem Schnabel.

Wurzelsystem

Die Pflanzen haben einen starken, fast schwarzen Wurzelstock, der schräg nach oben wächst und mit Adventivknospen besetzt ist.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Großen Windröschen erstreckt sich von Europa über Russland bis zur Mongolei und China. In Europa kommt es insbesondere auf den kalkhaltigen Böden der Mittelgebirge bis in eine Höhe von etwa 1.600 Meter vor.
Wild lebende Populationen sind seit dem 31.08.80 besonders geschützt nach BNatSchG Bundesnaturschutzgesetz.

Standort

Dieses Wald-Windröschen bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf trockenen bis frischen Böden; es liebt kalkhaltige Lehmböden, gerne auch stark mit Steinen durchsetzt. Das Substrat kann sandig-lehmig, kiesig-lehmig, sandig-tonig, lehmig-tonig und humos sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Die Art verträgt Temperaturen bis -35°C (WHZ 4).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Gehölz (meist sehr humusreicher Boden)
  • Gehölzrand (meist humoser Boden)
  • Steinanlagen

Verwendung

Für warme, sonnige Plätze mit ausreichend nährstoff- und kalkhaltigen Boden, insbesondere an sommertrockenen Standorten; sie verträgt Trockenheit und Sonne sehr gut. Bedingt geeignet für Steingärten (Ausbreitungsdrang bachten!), in naturnahen Waldrandgesellschaften, in Gruppen in Bodendecken öffentlicher Anlagen. Ebenfalls geeignet zur Schalenbepflanzung, als Schnittblume; auch als Bienenweide. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 25 Zentimetern, am besten kommen die Stauden in Gruppen von 5 bis 10 Stück zur Geltung.

Pflege und Vermehrung

Bei richtiger Standortwahl ist kaum bis keine Pflege notwendig.

Vermehrung durch Aussaat, durch Teilung oder Wurzelschnittlinge.

Sorten

Selten im Angebot sind:

  • 'Flore Pleno Elise Fellmann' (= 'Elise Fellmann', 'Flore Pleno') - gefüllte Blüten, schwachwüchsig, schon 1890 gefunden
  • 'Macrantha' ('Grandiflora') - mit etwas größeren Blüten als die Art
  • 'Wienerwald' - horstig wachsend, niedriger (20 bis 30 cm) und großblumiger

Giftigkeit

Im frischen Zustand durch Protoanemonin schwach giftig, im frischen Futter können Anemonen Vergiftungen beim Vieh hervorrufen. Beim Trocknen wird das enthaltene Gift in das ungefährliche Anemonin umgewandelt.


Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren

Commercial Links