Armeria maritima

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Armeria maritima (Mill.) Willd.

Plumbaginaceae

Lebensform: Staude

Standort: Sonne   4

Bodenfeuchte: trocken

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig

Blattstand: grundständig
Blatt: Immergrün

Blattform: lineal

Blattgliederung: einfach

Blütenform: trichterförmig
Frucht: keine Angabe

63D / e981ab 

Knospenanordnung: Zyme

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: buschig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Caryophyllidae
Superordo:
Plumbaginanae
Ordo:
Plumbaginales

Armeria maritima, umgangssprachlich Gewöhnliche Grasnelke, Strand-Grasnelke, ist eine Staude mit rosa Blüten, welche weltweit an Küsten als ein typisches Florenelement der Salzwiesen vorkommt. Es existieren eine Reihe von Unterarten sowie auch verschiedene Sorten mit weißen bis dunkelrosa Blüten.

Namensherkunft

Armeria maritima wurde 1809 von Carl Ludwig von Willdenow beschrieben und benannt.

Taxonomie

Armeria maritima ist eine Art aus der Gattung Armeria, die circa 122 bis 160 Arten umfasst und zur Familie der Plumbaginaceae (Bleiwurzgewächse) gehört.

Merkmale

Armeria maritima - Habitus
Armeria maritima - Habitus
links: Blütenstände
rechts: Samenstände
links: Blütenstand
rechts: Samenstand
Armeria maritima an der Küste
Armeria maritima auf brit. 3-pence Münze von 1943

Wuchs

Durch das große Verbreitungsgebiet der Art sind die Wuchsformen sehr variabel. Die Pflanzen bilden grasartige, rosettenförmige, krautige, dicht geschlossene Polster von 10 bis 25 cm Höhe. Die Blütenköpfe überragen das Laub auf aufrechten Blütenstengeln, bei einigen Unterarten und Sorten um bis zu 60 cm. Die Hauptwachstumszeit ist von Frühjahr bis Herbst. Das Laub ist bogig überhängend mit einem Durchmesser der Polster von 10 bis 30 cm.

Blätter

Armeria maritima ist immergrün. Die einfachen, grünen Blätter sind grundständig. Sie sind lineal, 1 bis 15 cm lang und 1 bis 3 mm breit. Die Blätter sind ganzrandig, meist 1-nervig; sie können, je nach Unterart, sowohl kahl als auch behaart sein.

Blüten und Früchte

Während der Blütezeit von Mai bis Juni ist Armeria maritima sehr attraktiv. Breite des aus Blüten gebildeten kugelförmigen Blütenstands 1,5–2,5 cm. Die Blütenköpfe, die aus mehreren Dutzend rosafarbener trichterförmiger Blüten gebildet werden, haben einen Durchmesser von 1,3 bis 3 cm. Die Blütenstengel sind, je nach Unterart, 2 bis 60 cm lang und wie die Blätter kahl oder behaart.

Jede Blüte bildet eine Kapsel mit einem Samen; ein Nüsschen, welches im Innern des Kelches verbleibt und hierdurch vom Wind verbreitet werden kann.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden schmal Rüben-ähnliche Pfahlwurzeln.

Verbreitung

Armeria maritima ist in meist küstennahen Gebieten der gesamten Nord- und Süd-Hemisphäre verbreitet, sogar in Teilen der Antarktis und auf Grönland. [1] Vorwiegend findet man sie als Küstenpflanze in Salzwiesen, zunehmend auch an Straßenrändern. Unterarten finden sich bis ins Hochgebirge.

Standort

Die Stauden bevorzugen einen sonnigen Standort auf trockenen Böden. Das Substrat sollte sandig oder sandig-kiesig sein und einen pH-Wert zwischen 4,7 und 7,5 aufweisen. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen eine Oberbodendicke von mindestens 25 Zentimetern. Sie vertragen Temperaturen bis -35°C (WHZ 4) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 16 Wochen.
In Konkurrenz zu anderen Arten, auf Standorten mit guten Wachstumsbedingungen, in halbschattigen Lagen und bei feuchten Böden wird die Gewöhnliche Grasnelke schnell verdrängt!

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:
(Gilt für den Durchschnitt der Sorten!)

  • Gehölzrand (meist humoser Boden)

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: sauerstoffarme Böden, Staunässe
  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden, zeitweise trockene Böden, kalkhaltige Böden

Verwendung

Geeignet für Steingärten und Trockenmauern, Dachbegrünung und für Beete und Rabatten in Bauerngärten, außerdem geeignet als Friedhofsgrün und als Bodendecker, stets in vollsonniger Lage.
Gute Pflanzpartner sind zum Beispiel Artemisia stelleriana, Dianthus deltoides, Dianthus gratianopolitanus, Veronica prostrata, Thymus serpyllum oder Mertensia maritima.
Die Pflanzen kommen am besten in Gruppen von 3 bis 10 Pflanzen zur Geltung, der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 15 bis 25 Zentimetern.

Pflege und Vermehrung

  • Standortwahl: Bei halbschattigem Standort, feuchten Böden und hohen Niederschlägen kommt es leicht zur Fäulnis!
  • Alle paar Jahre teilen, um die Vitalität zu fördern.
  • Das Entfernen verwelkter Blüten verlängert die Blütezeit.

Vermehrung durch Teilung im Mai oder im zeitigen Herbst; bei einigen Sorten ist auch Aussaat möglich, Keimung nach 3-4 Wochen.

Varietäten, Sorten

Die Art Armeria maritima ist sehr formenreich; man unterteilt sie in mehrere Unterarten, die zum Teil früher als eigenständige Arten galten. Diese unterscheiden sich voneinander in der Größe der Blütenstände, der Länge der Blätter, aber auch in ihren Ansprüchen an den Standort.
Einige sind:

  • Die echte Strand-Grasnelke Armeria maritima subsp. maritima: (A. vulgaris, die Typus-Art, stammt aus N-Europa, östlich bis NW-Russland) - Ihre Blätter sind nur 1 bis 1,5 mm breit, undeutlich einnervig, fleischig und oft gewimpert. Der Blütenstängel ist oft etwas flauschig. Die Blütenköpfe erreichen einen Durchmesser von 15 bis 20 mm.
  • Die Sand-Grasnelke Armeria maritima subsp. elongata: (Herkunft Nord- und Mitteleuropa, östl. Mittelmeer) - Die spitzen Blätter sind 30 bis 40 cm lang und 2 bis 3 mm breit und einnervig. Die Blütenköpfe erreichen einen Durchmesser von 18 bis 25 mm. Der 30 bis 40 cm lange Blütenstängel ist haarlos.
  • Die Alpen-Grasnelke Armeria maritima subsp. alpina: (A. alpina, Vorkommen im Hochgebirge, N-Spanien bis Balkan) - Rosettenblätter 15 cm lang, weniger überhängend und etwas breiter als die Art; Länge des Blütenstängels bis 20 cm, Blüten-Hüllblätter 8 bis 13 mm.
  • Die Purpur-Grasnelke Armeria maritima subsp. purpurea: (Bodensee-Grasnelke) - Länge des Blütenstängels bis 40 cm, Blüten-Hüllblätter 12 bis 20 mm; mit tiefrosa Blütenköpfen. - Ein Endemit des nördlichen Alpenvorlandes, weltweit nur im Benninger Ried (Landkreis Unterallgäu) vorkommend, wild fast ausgestorben. - Standortansprüche: Nährstoffarme, anmoorige bis moorige Kalkquellriede, offene, sandige, kalkreiche Kies- oder Schotterbänke. - In Kultur nur für den Steingarten empfohlen, kurzlebig im Tiefland.
  • Die Galmei-Grasnelke Armeria maritima subsp. halleri: (Vorkommen in Zentral-Europa) - Blätter 3 bis 10 cm lang und 1 bis 2 mm breit, gewimpert; Blütenstiel bis 30 cm, Blüten rosa bis rot. - Gedeiht auf Schwermetallböden und zählt zu den Galmeipflanzen, welche an Stellen auftreten, an denen früher Erzabbau betrieben wurde. Sie bilden zusammen mit anderen Pflanzen, wie Silene-Arten, verschiedenen Viola, Minuartia, den sogenannten Schwermetallrasen aus, da sie zu den wenigen Pflanzen gehören, die mit den durch Schwermetalle belasteten Böden zurechtkommen.


Aus diesen, und auch aus Kreuzungen mit anderen Arten, sind in Kultur und Züchtung zahlreiche Sorten entstanden:

Sorten - Beispiele:

  • 'Alba' - weiße Blüten
  • 'Rosa Stolz' - lavendelfarbene Blüten, 10 cm hoch
  • 'Splendens' - kompakter Wuchs, 20 cm hoch
  • 'Vesuv' - rotgrünes Laub, dunkelrosa Blüten
Illustration von Christiaan Sepp 1814

Krankheiten und Schädlinge

  • Bei schwerem oder undurchlässigem Boden tritt Wurzelfäule durch Befall mit Bodenpilzen auf. - Abhilfe: Trockeneren Standort suchen!
  • Gelegentlich können Rostpilze die Blätter befallen. - Bekämpfung durch geeignete (zugelassene) Fungizide.

Einzelnachweise

  1. Beschreibung der Art bei "Naturegate II" (Finnland)

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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