Galium odoratum

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Galium odoratum Scop.

Rubiaceae

Lebensform: Staude
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: quirlständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>vierz&auml;hlig
Frucht: Spaltfrucht

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Dolde

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: teppichartig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Lamiidae
Superordo:
Gentiananae
Ordo:
Rubiales

Galium odoratum, bekannt als Waldmeister, ist eine heimische Wild- und Heilpflanze. Die Staude mit quirlständigen Blättern und zarten Blütenständen bildet duftende Blütenteppiche.

Namensherkunft

Die Art wurde 1753 unter dem Namen Asperula odorata durch Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht. Sie wurde 1771 unter dem heute akzeptierten Namen Galium odoratum durch Giovanni Antonio Scopoli in die Gattung Galium gestellt.

Deutsche Namen

  • Gliedegänge
  • Gliedkraut
  • Halskräutlein
  • Maiblume
  • Maikraut
  • Waldmeister

Taxonomie

Galium odoratum ist eine Art aus der Gattung Galium, die circa 714 bis 797 Arten umfasst und zur Familie der Rubiaceae (Krappgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Galium verum.

Merkmale

Galium odoratum und Geum coccineum
Galium odoratum - Blüten


Illustration Galium odoratum

Wuchs

Der Waldmeister bildet unterirdisch kriechende, dünne, mehr oder weniger lange Rhizome als Überdauerungsorgane, mit denen er sich vergleichsweise schnell und weithin zu teppichartigen Beständen ausbreiten kann. Hierdurch kann er im Garten zu einem schwer ausrottbaren Unkraut werden.
Seine vierkantigen Stängel stehen aufrecht und sind unverzweigt; sie werden 5 bis 20 cm, je nach Standortbedingungen bis zu 45 cm hoch.

Blätter

Galium odoratum ist wintergrün. Die einfachen, dunkelgrünen Blätter stehen zu sechst bis acht in Quirlen. Sie sind lanzettlich, ganzrandig und kurz gestielt. Die unteren Blätter sind elliptisch bis eiförmig, die oberen Blätter sind spitz lanzettförmig. Alle Blätter sind kahl und unbehaart. In welkem und trockenem Zustand setzen die Pflanzen Cumarin frei, das den charakteristischen Waldmeistergeruch verursacht.

Blüten und Früchte

Von April bis Mai trägt Galium odoratum zwittrige, weiße, radförmig vierzählige Blüten, die aufrecht in locker verzweigten Trugdolden angeordnet sind.

Zwischen Juni und September reifen die Spaltfrüchte. Die trockene Frucht zerfällt in zwei einsamige, eiförmige bis fast kugelige Teilfrüchte mit einer Länge von 2 bis 3 mm. Diese sind mit 1 bis 1,2 mm langen, hakigen Borsten besetzt, mit deren Hilfe diese Klettfrüchte sich verbreiten lassen.

Wurzelsystem

Faserige Bewurzelung jeweils an den Knoten (Nodien) der Rhizome.

Verbreitung

Der Waldmeister wächst in den in gemäßigten und kühlen Zonen Eurasiens, meist in Buchen- oder Laubmischwäldern, in Höhenlagen von bis zu 1400 Meter. In Nordamerika ist er ein Neophyt.
Er bevorzugt frische, lockere, nährstoff- und basenreiche Böden und zeigt Lehmböden an.

Standort

Die Stauden bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf kühlen, lockeren, humusreichen Böden. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5). Das Substrat sollte sandig-lehmig, sandig-tonig, humos und vergleichsweise nährstoffreich sein und einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen. Bei entsprechenden Bedingungen ist eine Verwendung als Bodenbedecker auch an vollschattigen Stellen, zwischen Sträuchern und unter Bäumen erfolgreich.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Gehölz (meist sehr humusreicher Boden)
Wuchernder Waldmeister

Verwendung

Galium odoratum gilt als wertvolle Wildstaude. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 25 Zentimetern, am besten kommen die Stauden in Gruppen von 10 bis über 15 Stück zur Geltung. Geeignet als Bodenbedecker, in schattigen bis sonnigen Lagen, in naturnahen Gärten und Parks, außerdem geeignet als Friedhofsgrün, Kübelpflanze, für den Kräuter- und Bauerngarten, zur Hangbepflanzung und als Bienenweide.
Mögliche Nachbarn im Garten sind höhere Stauden, wie Funkien (Hosta), Astilben, Herbstanemonen, Wohlriechende Weißwurz oder auch verdrängende Elfenblumen und Maiglöckchen.
In naturnahen Anlagen entstehen reizvolle Gemeinschaften zusammen mit Salomonssiegel, Maiglöckchen, Buschwindröschen, Gräsern und Farnen, Märzenbechern, Schneeglöckchen und anderen heimischen Lehmboden-Bewohnern.

Das vor der Blüte gesammelte Laub vom Waldmeister wird als Würzpflanze, z.B. zur Herstellung von Waldmeisterbowle, verwendet; auch "Berliner Weiße" wird mit Waldmeistersirup verfeinert.

Pflege und Vermehrung

Anzucht aus Saat
für den "Kräuter-Versand"
  • Die Pflanzen entwickeln sich am besten, wenn man sie ungestört wachsen lässt. Auf keinen Fall in Bestand hacken!

Vermehrung in Mengen durch Aussaat; als Frostkeimer muss er schon im Herbst, M. September bis E. Oktober, gesät werden. Einfache Vermehrung durch Teilung im Frühjahr oder im Herbst.

Giftigkeit

Galium odoratum ist schwach giftig. Das in der Pflanze enthaltene Cumarin kann Benommenheit und Kopfschmerzen sowie bei häufiger Nutzung Leberschäden hervorrufen. - Bei der Zubereitung von Maibowle wird eine Menge von höchstens drei Gramm Frischdroge pro Liter Wein empfohlen, das entspricht zwei bis drei Pflanzen.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Sind bei der Wüchsigkeit der Art kein Thema. - Wenn (Pilz-)Krankheiten auftreten: Standortwechsel!

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

Einzelnachweise


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