Amorpha fruticosa

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Amorpha fruticosa L.

Fabaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   5

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig - Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: elliptisch

Blattgliederung: unpaarig gefiedert

Blütenform: Schmetterlingsblüte
Frucht: Hülse

83D / 602e80 

Knospenanordnung: Traube

Blüte: einfach
Blütenhabitus: aufrecht

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Fabanae
Ordo:
Fabales

Amorpha fruticosa, der Bastard-Indigo, ist ein 2 bis 3 m hoher Strauch, der als Zierstrauch sowie häufig als Pioniergehölz eingesetzt wird, sich als Neophyt verselbständigt hat und regional zur Gefahr wird.

Namensherkunft

Amorpha fruticosa wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Deutsche Namen

  • Bastardindigo
  • Bleibusch
  • Hoher Falscher Indigo
  • Scheinindigo

Taxonomie

Amorpha fruticosa ist eine Art aus der Gattung Amorpha, die circa 18 bis 50 Arten umfasst und zur Familie der Fabaceae (Schmetterlingsblütler) gehört.

Merkmale

Wuchs

Der sommergrüne, sehr wüchsige Strauch wird 2 bis 3 Meter (max. bis zu 6 m) hoch, hat einen lockeren und breit ausladenen Wuchs mit sparrig verzweigten Grundästen. Die Wuchsbreite beträgt 2 bis 3 Meter. Er kann als junge Pflanze Jahrestriebe von bis zu einem Meter Länge bilden.

Holz und Rinde

Die Triebe brechen leicht, ihre Rinde ist anfangs hellgrau bis bräunlich und behaart, später dunkelgrau mit Stachelborsten.

Blätter

Die frischgrünen Blätter von Amorpha fruticosa sind wechselständig, bis zu 30 cm lang und unpaarig gefiedert. Wie der Stängel sind sie kurz behaart oder kahl. Die kurz gestielten Fiederblättchen sind 1-6 cm lang, oval bis lanzettlich, ganzrandig; sie tragen vorne eine kurze Stachelspitze und ihre Unterseite ist zerstreut punktiert.

Blüten und Früchte

Von Juni bis August trägt Amorpha fruticosa an den einjährigen Trieben kleine, braun- bis blauviolette Schmetterlingsblüten in aufrechten, sehr kurz gestielten, endständigen Trauben. Die Blütenhülle besteht aus 4-6 mm langen, eingerollten Kronblättern, Flügel und Schiffchen fehlen; (charakteristisch nur für diese Fabaceae-Gattung). Sehr auffällig sind die hervortretenden goldgelben Staubbeutel. Die Bestäuber der zwittrigen Blüten sind verschiedene Insekten, vor allem Honigbienen.

Die Früchte sind einsamige, 6-9 mm lange Hülsen; sie sind Nuss-ähnlich, grün, nach dem Trocknen braun, runzelig und oft gebogen.

Wurzelsystem

Das Wurzelsystem ist holzig und stark verzweigt, woraus sich kleine bis größere Kolonien bilden können.

Verbreitung

Der Bastardindigo, auch Bleibusch oder Hoher Falscher Indigo genannt, stammt ursprünglich aus dem Osten der USA, Kanadas und Mexikos. Schon Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa als Zierpflanze eingeführt, besiedelt diese invasive Art heute ausgedehnte Flächen im südlichen Europa.

Standort

Der Scheinindigo bevorzugt gut durchlässige, steinige Böden an vollsonnigen, geschützten Standorten mit trockenen bis frischen Böden. Ansonsten stellen die Sträucher keine besondere Ansprüche an den Boden und vertragen auch extrem trockene und sandige Stellen. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 14 Wochen.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: sauerstoffarme Böden
  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden
  • mittlere Toleranz: zeitweise trockene Böden, kalkhaltige Böden

Verwendung

Die Art wird gelegentlich als Ziergehölz, Bienenweide und als Erosionsschutz an Böschungen angepflanzt. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 1,2 bis 2,4 Metern.

Gefahren

Die wegen ihrer Trockenheitsresistenz und der starken Durchwurzelung des Bodens oft zur Sicherung erosionsgefährdeter Flächen gepflanzte Art besiedelt als "Kulturflüchtling" Lebensräume an Ruderal-Standorten, wie Bau-Brachen oder Kiesgruben, in städtischen wie ländlichen Gebieten, in Fluss- und Bachauen, bis hin zu Moorwiesen. [1]

Bekämpfungsmaßnahmen

Das Eindringen des Scheinindigo in naturnahe Bereiche ist unbedingt zu verhindern:

  • Gartenbesitzer sollten die Art nicht mehr anpflanzen. Reife Fruchtstände dürfen auf keinen Fall kompostiert oder der Grünabfuhr mitgegeben werden!
  • Sofort nach der Blüte soll der Blütenstand geschnitten und verbrannt werden; hiermit ist die Ausbreitung durch Samen zu verhindern.
  • Mögliche Standorte in der Umgebung sollten regelmäßig kontrolliert, und erste Vorkommen sofort entfernt werden.
  • Bei großen Beständen müssen die Sträucher ausgehackt werden; Pflanzenteile inklusive Wurzeln sind zu verbrennen.
  • Befreite Flächen müssen jedes Jahr kontrolliert, und erneut auftretende Keimlinge gejätet werden.

Pflege und Vermehrung

- entfällt, siehe Bekämpfungsmaßnahmen!

Giftigkeit

Amorpha fruticosa ist schwach giftig; er soll Alkaloide enthalten und giftig für Vieh sein.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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Einzelnachweise

  1. http://www.verwaltung.steiermark.at/cms/beitrag/10787880/74837516/ Verwaltung Steiermark, "Der Scheinindigo"


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