Befruchtung

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Fruchtknoten von Fallopia convolvulus während der Befruchtung:
fs - stielartige Basis, fu - Funiculus ("Nabelstrang"),
cha - Chalaza, nu - Nucellus (Keimknospe), mi - Micropyle,
ii - inneres Integument, ie - äußeres Integument,
e - Embryosack, ek - Kern desselben, ei - Eiapparat,
an - Antipoden, g - Griffel, n - Narbe,
p - Pollenkörner, ps - Pollenschläuche
Blüte HP blüte graphic file 1,13KB.gif



Die Befruchtung ist, vereinfacht, die Verschmelzung der (haploiden) Eizelle mit dem (haploiden) Pollenkern zu einer (diploiden) Zygote, der ersten Zelle des Embryos.


Bei den Nacktsamern gelangen die Pollenkörner auf die Mikropyle der Samenanlagen. Meist werden sie durch Eintrocknen des Bestäubungstropfens in die Pollenkammer gezogen. In der Pollenkammer werden, je nach Sippe, die Spermatozoiden freigegeben oder die Pollenschläuche keimen aus. Zwischen Bestäubung und Befruchtung können bis zu sechs Monate vergehen (einige Cycadeen).

Bei den Bedecktsamern gelangt das Pollenkorn auf die Narbe des Stempels, keimt aus und bildet einen Pollenschlauch, der durch ein spezielles Pollenschlauchleitgewebe von der Narbe bis zur Microphyle in der Samenanlage wächst. Gibt es im verwachsenen Griffel nur ein einheitliches Gewebe, sodass Pollenschläuche von der Narbe eines Fruchtblattes zu den Samenanlagen eines anderen Fruchtblattes gelangen können, nennt man die Gesamtheit des Leitgewebes Compitum.
Der Pollenkern teilt sich während der Entwicklung des Pollenschlauches, in einen vegetativen und zwei generative Kerne. Der vegetative Kern steuert das Wachstum des Pollenschlauches und stirbt ab, wenn die generativen Kerne die Eizelle erreicht haben.

Sind die Pollenschläuche bzw. Spermatozoiden bei den Eizellen angelangt, kommt es zur eigentlichen Befruchtung. Bei den Angiospermen sowie bei Gnetum und Ephedra gibt es eine doppelte Befruchtung: Bei den Angiospermen verschmilzt einer der beiden Spermakerne mit der Eizelle und bildet die Zygote, der zweite Kern verschmilzt mit dem bereits diploiden Embryosackkern zum triploiden Endospermkern, aus dem das Nährgewebe (Endosperm) für den Keimling entsteht. Bei Ephedra verschmilzt der zweite Spermakern mit der Bauchkanalzelle des Archegoniums, bei Gnetum verschmelzen die beiden Spermazellen mit zwei Gametophytenzellen; von den jeweils entstehenden zwei Zygoten entwickelt sich meist nur eine.


Nach der Befruchtung entwickelt sich die Zygote zum Embryo, die Samenanlage im Fruchtknoten zum Samen; die Integumente (= Hüllen der Samenanlage) werden zur Samenschale, die Wand des Fruchtknotens wird zur Fruchtschale. Der Fruchtknoten wird, manchmal auch mit Hilfe des Blütenbodens, zur Frucht, welche die Verbreitung des Samens unterstützt und diesen auch schützt.
Schon vor der Reife des Samens differenziert sich sein Gewebe in das Epikotyl (oberen Sproßabschnitt), die Kotyledonen (Keimblätter), das Hypocotyl (untersten Sproßabschnitt) und Radicula (Keimwurzel).


CC by-sa Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Blüte (Befruchtung) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird hier in der Hortipedia weiterentwickelt. Er steht unter der Lizenz CC-by-sa 3.0, in der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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