Petroselinum crispum

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Petroselinum crispum (Mill.) Nyman ex A.W.Hill

Apiaceae

Lebensform: Ein- oder<br> Zweij&auml;hrige
Verwendung: Nutzpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm

Blattstand: wechselst&auml;ndig
Blatt: Sommergr&uuml;n

Blattform: eif&ouml;rmig

Blattgliederung: doppelt<br>gefiedert

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Ach&auml;ne

3A / f8da21 

Knospenanordnung: Doppeldolde

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Cornidae
Superordo:
Aralianae
Ordo:
Araliales

Petroselinum crispum, die Petersilie, eine alte Kultur- und Gewürzpflanze, gehört zu den Zweijährigen (Winterannuellen) krautigen Pflanzen.

Namensherkunft

Die Erstveröffentlichung des Gattungsnamens Petroselinum erfolgte 1756 durch John Hill in The British Herbal, S. 424.
Typusart ist Petroselinum crispum (Mill.) Nyman ex A.W.Hill.

Deutsche Namen

  • Bittersilche
  • Blatt-Petersilie
  • Bockskraut
  • Geilwurz
  • Krause Petersilie
  • Peterle
  • Peterling
  • Stehsalat
  • Petersilie

Taxonomie

Petroselinum crispum ist eine Art aus der Gattung Petroselinum, die circa 1 bis 11 Arten umfasst und zur Familie der Apiaceae (Doldenblütler) gehört.

Petroselinum crispum habitus.JPG
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Merkmale

Wuchs

Die Petersilie ist ein zweijähriger Hemikryptophyt; das bedeutet, dass sich die Überdauerungsknospen an der krautigen Sprossachse dicht über der Erdoberfläche befinden. Die Pflanze besitzt eine fleischige, schmal konische rübenförmige Wurzel. Aus dieser entspringen aufrechte Stängel, die stielrund bis leicht gerillt, und häufig röhrig sind. Die Stängel sind wie die ganze Pflanze kahl. Die Petersilie erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 cm und Wuchsbreiten von 20-35 cm; die Pflanzen sind vergleichsweise schnellwüchsig.

Blätter

Die sommergrünen Blätter von Petroselinum crispum sind dunkelgrün und kahl. Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind gestielt, weiter oben sind die Blätter am Stängel sitzend. Die im Umriss dreieckigen Blattspreiten sind doppelt bis dreifach gefiedert. Die Zipfel sind im Umriss keilig bis breit eiförmig, fiederschnittig oder gelappt.
Bei Kulturformen sind die Blätter glatt oder kraus. → Sorten

Blüten und Früchte

Im Frühsommer des zweiten Jahres trägt Petroselinum crispum relativ unscheinbare, gelbe, radförmig fünfzählige Blüten, die in Doppeldolden angeordnet sind. Die einzelnen Dolden sind lang gestielt und haben je acht bis 20 Strahlen. Die Doldenstrahlen sind alle etwa gleich lang. Die Kronblätter sind grünlichgelb, häufig rötlich überlaufen und rund 0,6 Millimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind proterandrisch (vormännlich); sie werden durch Insekten bestäubt.

Die Früchte sind breit eiförmige, zweiteilige, braune Spaltfrüchte(Doppelachänen).

Verbreitung

Die Heimat wird im östlichen Mittelmeergebiet bis Westasien vermutet. Die Pflanze wird als Gewürz und auch als Arzneipflanze vielerorts angebaut.

Standort

Die Pflanzen bevorzugen einen absonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen bis feuchten, lockeren und durchlässigen, nährstoffreichen Böden. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Das Substrat sollte sandig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Beet (nährstoffreicher Boden)

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • hohe Toleranz: Stadtklima

Verwendung

Die Petersilie ist, neben dem Schnittlauch, das bekannteste und am häufigsten verwendete Küchenkraut. Die Blätter verströmen einen herb-würzigen Geruch und schmecken leicht streng.
Besonders kräftig grüne oder intensiv gekräuselte Sorten werden auch als Zierpflanzen in Sommerblumen-Pflanzungen verwendet. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 10 bis 20 Zentimetern, am besten kommen die Pflanzen in Gruppen von 5 bis 10 Stück zur Geltung. Bedingt geeignet auch als Kübelpflanze.

Reihensaat: Krause Petersilie

Pflege und Vermehrung

Petroselinum crispum ist sehr empfindlich sowohl gegen Staunässe wie auch gegen absolute Trockenheit, sowie auch anfällig für Pilzbefall; daher schwer im Topf (Fensterbank) zu halten.
Bei wiederholter Aussaat am gleichen Standort beginnt die Petersilie zu kümmern, weil sie sich nicht mit sich selbst verträgt. Daher muss sie an immer wechselnden Standorten ausgesät werden.

Aussaat: Von Februar bis August kann im Freiland ausgesät werden. Überwiegend wird in Reihen ausgesät, mit einer Tiefe von 0,5 - 1 cm. Der Abstand zwischen den Reihen sollte ca. 20 cm betragen. Um die Reihen für die lange Keimdauer zu markieren, kann die Saat mit schnell keimendem Samen, z.B. von Radieschen vermischt werden ("Markiersaat"): Bei einer Temperatur zwischen +10 und 18°C beträgt die Keimdauer 10 und 30 Tage, manchmal auch länger. Auch deshalb ist auch eine Vorkultur unter Glas auf der Fensterbank ratsam.

Arten, Sorten

Es werden Unterarten unterschieden:

Bei Kulturformen sind die Blätter glatt oder kraus. Die krausen Formen werden in Produktion und Samenhandel je nach Feinheit der Krause in Gruppen eingeteilt; die Stärke der Blattkräuselung wird hierbei mit einer Skala von 1-9 als gering bis sehr stark bewertet.

Giftigkeit

Petroselinum crispum in großen Mengen ist giftig.
Das enthaltene Apiol, ein wesentlicher Bestandteil im ätherischen Öl, kann in hoher Dosis berauschend, aphrodisierend und halluzinogen wirken, sowie gleichzeitig Leber und Nieren schädigen. Hohe Dosen Apiol können außerdem abortiv (abtreibend) und diuretisch (harntreibend) wirken.
Ein häufiger Verzehr von Petersilie kann den Puls und damit auch den Blutdruck sinken lassen. In höherer Dosierung erzeugt das Apiol auch eine gesteigerte Kontraktibilität der glatten Muskulatur von Darm, Blase und vor allem der Gebärmutter.


Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

  • Schnecken lieben die jungen Pflanzen.

Honigtau, Gallen oder gekräuselte Blätter deuten auf einen Befall durch Blattläuse hin. Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung, zum Beispiel mit Schlupfwespen oder räuberischen Mücken.

Mehlige Absonderungen an Blättern, Blüten oder Früchten deuten auf Raupenbefall hin. Abhilfe schafft das Absammeln der Raupen, der Einsatz eines Insektizids oder biologische Schädlingsbekämpfung.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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