Adonis aestivalis

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Adonis aestivalis L.

Ranunculaceae

Lebensform: Ein- oder<br> Zweij&auml;hrige
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   6

Bodenfeuchte: trocken

Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton - Bodenart: Torf

Blattstand: wechselst&auml;ndig
Blatt: Sommergr&uuml;n

Blattform: lineal

Blattgliederung: dreifach<br>gefieert

Bl&uuml;tenform: becherf&ouml;rmig
Frucht: N&uuml;sschen

30C / ff5119 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: aufrecht

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Ranunculopsida
Subclassis:
Ranunculidae
Superordo:
Ranunculanae
Ordo:
Ranunculales

Adonis aestivalis ist eine Pflanzenart aus der Familie der Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse). 1984 war Adonis aestivalis Blume des Jahres in Deutschland.

Namensherkunft

Der Name Adonis geht auf einen Jüngling in der griechischen Mythologie zurück der so schön ist, dass sich Aphrodite in ihn verliebt. In seinen Metamorphosen schreibt Ovid, dass Ares, der Gott der Unterwelt, sich in einen Eber verwandelt und Adonis auf der Jagd aus Eifersucht tödlich verletzt. Der schöne Jüngling stirbt in den Armen seiner Geliebten Aphrodite, deren Tränen sich mit seinem Blut mischen. Dort, wo sie zu Boden tropfen, verwandeln sie sich in Adonisröschen.

Aestivalis leitet sich vom lateinischen aestivus, "sommerlich" ab.

Deutsche Namen

  • Blutauge
  • Blutströpfchen
  • Kleines Teufelsauge
  • Sommer-Adonisröschen
  • Sommerblutströpfchen

Taxonomie

Adonis aestivalis ist eine Art aus der Gattung Adonis, die circa 37 bis 53 Arten umfasst und zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Adonis annua. Die Pflanze wurde 1762 von Linné beschrieben.


Merkmale

Blüte von Adonis aestivalis mit den markant gefärbten Blütenblättern.
Adonis aestivalis - Samen

Wuchs

Das Sommer-Adonisröschen ist eine einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 35 bis 40 Zentimeter. Der Stengel ist unbehaart und meist aufrecht, wenig verzweigt.

Blätter

Die wechselständig am Stengel stehenden Blätter sind zwei- bis vierfach gefiedert mit schmalen Zipfeln.

Blüten und Früchte

Die ein bis drei Zentimeter grossen Blüten haben eine zinnoberrote, selten auch blassgelbe Farbe mit sechs bis acht Kronblättern, die am Grund meist schwarz gefärbt sind. Die hellgrünen, kahlen Kelchblätter liegen den Kronblättern direkt an. Die Blüten stehen einzeln am Sprossende, also nicht versteckt. Dadurch ergibt sich auch die Assoziation der Blutstropfen im Getreidebestand und daher einer der Namen. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Pflanze ist hermaphroditisch, das heisst alle Blüten sind zwittrig. Sie werden sowohl durch Selbst- als auch durch Tierbestäubung befruchtet.

Aus den vielen Fruchtblättern entwickeln sich Fruchtstände mit dicht gedrängten Nüsschen, je Fruchtblatt wird ein Samen ausgebildet. Die einzelnen Nüsschen sind in Durchschnitt fünf Millimeter lang und wiegen etwa elf Milligramm.

Wurzelsystem

Die Pfahlwurzeln des Sommer-Adonisröschen können bis zu 80 Zentimetern tief in die Erde reichen und so auch in trockenen Sommern und auf trockenen Standorten, auf steinigen Ton- oder Lehmböden gut gedeihen.

Verbreitung

Beispiel für einen Blüh- bzw. Ackerrandstreifen

Das Sommer-Adonisröschen kann man in West-, Süd- und Osteuropa, in Nordafrika, von Kleinasien bis Mittelasien und im nordwestlichen Himalaja finden. Es besiedelt Bereiche immergrünen Laub- und Nadelwälder, Steppen und Wüsten (meridional), der sommergrünen Trockenwälder und Steppen (submeridional) sowie die südlichen Bereiche der gemäßigten Zone mit sommergrünen Laubwäldern, zum Teil mit Nadelwäldern gemischt (südlich temperat). Die Art ist schwach kontinental, das heisst sie kommt sowohl im extremen Festlandklima als auch bis in Gebiete des Seeklimas vor.

Das Sommer-Adonisröschen ist ein Archäophty, es tritt seit dem Mittelalter, eingewandert aus dem Orient, bei uns auf Getreidefeldern auf. Durch intensive Saatgutreinigung, veränderte Anbaumethoden wie engerer Halmbesatz im Getreidebestand, d.h. hohe Konkurrenz um Licht, und durch Herbizideinsatz war es fast völlig von unserem Kulturland verschwunden. Die Ackerrandstreifenprogramme haben seit den neunziger Jahren wieder etwas zu ihrer Vermehrung geführt. Dabei wird Landwirten für das Nichtbehandeln eines bis zu vier Meter breiten Streifens am Getreidefeld ein Ausgleich für Ertragsausfälle gezahlt. Das Sommer-Adonisröschen wird vom Bundesamt für Naturschutz als gefährdet eingestuft, ist nach Bundesartenschutzverordnung allerdings nicht besonders geschützt.

In Deutschland kommt Adonis aestivalis nur im mittleren Gebiet zerstreut bis verbreitet vor, darüber hinaus ist es sehr selten zu finden oder fehlt ganz. In Österreich und der Schweiz ist es ebenfalls selten und gebietsweise stark gefährdet.

Standort

Meist findet man diese kalkliebende Art an Ackerrändern. Das Sommer-Adonisröschen bevorzugt sommerwarme, meist trockene, nährstoff- und kalkreiche, steinige Ton- und Lehmböden in voller Sonne. Sie vertragen Temperaturen bis -23°C (WHZ 6).

Verwendung

Die Blüten von Adonis aestivalis können auch gelblich gefärbt sein.

Garten

Adonis aestivalis ist vollständig frosthart und eignet sich besonders für die Bepflanzung von steinigen Hängen und Terrassen in voller Sonne. Sie macht sich auch gut in Beeteinfassungen.

Heilkunde

Die Blätter wurden, wie auch Digitalis, zur Herztherapie eingesetzt, die Wurzeln und Samen als Abführmittel. In der Naturheilkunde wird das blühende Kraut zur Behandlung von Menstruations- und Herzbeschwerden, Fieber, Rheuma, Nervosität und zu niedrigem Blutdruck verwendet. Adonis aestivalis wirkt harntreibend und beruhigend. Adonis aestivalis wird in Fertigpräparaten, homöopathischen Mitteln, als Mischtee oder Tinktur verwendet. Die Tinktur wirkt intensiver als der Tee, sollte jedoch nicht selbst hergestellt werden. In homöopathischen Mitteln wirkt das Adonisröschen auch teilweise gegen Prostatabeschwerden. Aufgrund der toxischen Wirkung sollte bei dieser Pflanze eher auf ein Fertigpräparat als auf ein selbst hergestelltes Präparat zurückgegriffen werden.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Giftigkeit

Das Sommer-Adonisröschen wird als schwach giftig eingestuft. Der Glykosidgehalt des Krauts ist während der Blütezeit am höchsten, etwa 0,2 bis 0,4 % Cardenolide, im Wesentlichen Adonitoxin und Cymarin.

Wird diese giftige Pflanze jedoch zu hoch dosiert, kann dies anfangs Erbrechen und Nervosität zur Folge haben. Dies steigert sich bis zu Herzrythmusstörungen und schließlich droht der Herzstillstand.

Pharmakologisch interessante Inhaltsstoffe sind: Strophanthin, Adonitoxin, Vernadigin, und das Cymarin - Strophanthidin. Es handelt sich dabei um sehr herzwirksame Cardenolide, also Herzglykoside.

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Belege

Wohlfahrtsmarke Deutsche Bundespost Berlin - 1980

Literatur

  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Einzelnachweise


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