Clematis alpina

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Clematis alpina Mill.

Ranunculaceae

Lebensform: Kletterpflanze
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   5

Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: gegenständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: dreizählig

    

Blütenform: glockenförmig
Frucht: Nüsschen

87C / 8b62b2 

Knospenanordnung: einzeln

Blüte: einfach
Blütenhabitus: nickend

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Ranunculopsida
Subclassis:
Ranunculidae
Superordo:
Ranunculanae
Ordo:
Ranunculales

Clematis alpina, umgangsprachlich Alpen-Waldrebe, ist eine einheimische Kletterpflanze, die vor allem wegen ihrer auffälligen Blüten Verwendung findet.

Namensherkunft

Clematis alpina wurde bereits von Carl von Linné beschrieben und benannt, aber erst 1768 von Philip Miller in die heute gültige Systematik eingeordnet.

Taxonomie

Clematis alpina ist eine Art aus der Gattung Clematis, die circa 434 bis 526 Arten umfasst und zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Clematis vitalba.

Merkmale

Austrieb
Clematis alpina photo file 747KB.jpg
Fruchtstand
Clematis alpina, Blüten

Wuchs

Die vergleichsweise schnellwüchsigen Pflanzen sind schwach kletternde Blattstiel-Ranker und können an einer geeigneten Kletterhilfe bis zu 3 Meter hoch werden. Die Wuchsbreite beträgt 1 bis 1.5 Meter.

Blätter

Clematis alpina ist sommergrün, die Blätter sind gegenständig angeordnet. Sie sind frischgrün und können einfach bis doppelt gefiedert sein. Die einzelnen Blättchen sind lanzettlich bis eiförmig und haben einen grob gesägten Rand. Der Austrieb erfolgt im April, das Laub fällt im Oktober ohne vorherige Herbstfärbung ab.

Blüten und Früchte

Die grossen, glockenförmigen Blüten sind blau bis bläulich-violett und erscheinen von Mai bis Juli. Sie werden am vorjährigen Holz gebildet. Die nickenden Blüten sind einzeln angeordnet und sitzen auf bis zu zwölf Zentimeter langen Stielen. Die vier (selten fünf) Perigonblätter sind eiförmig zugespitzt. Die zehn bis zwölf weissen Staminodien umfassen gelbe Staubblätter. Die Pflanzen blühen an den einjährigen Trieben.

Clematis alpina ist synözisch (alle Blüten sind zwittrig), die Bestäubung erfolgt üblicherweise durch Insekten.

Die Früchte sind aus einzelnen Nüsschen zusammengesetzt. Sie haben bis zu vier Zentimeter lange behaarte Griffel, die sich im Spätsommer und Herbst als sehr zierende, silbrig-haarige Büschel präsentieren.

Wurzelsystem

Die flachen Wurzeln sind fleischig mit feinen Trieben.

Verbreitung

Clematis alpina stammt aus ganz Europa mit Ausnahme der Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel. Sie ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt.

Standort

Die Alpen-Waldrebe bevorzugt lichten Schatten bis Halbschatten, in kühlen Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit kann sie auch in voller Sonne gepflanzt werden. Wie bei allen Clematisarten sollen der Wurzelballen und der untere Teil der Pflanze beschattet sein, zum Beispiel durch eine Begleitpflanzung mit Stauden. Die Pflanzen vertragen Temperaturen bis -26º C (Winterhärtezone 5b). Sie wachsen auf sandigen oder steinigen Lehmböden und fühlen sich in frischen Substraten wohl. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen.

Verwendung

Wegen ihrer frühen und sehr reichen Blüte eignet sich Clematis alpina sehr gut als Rankpflanze für Zäune und Pergolen. Im Steingarten kann sie auch als Bodendecker eingesetzt werden. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 50 bis 80 Zentimetern, am besten kommen die Kletterpflanzen in Gruppen von 3 bis 5 Stück zur Geltung. Außerdem geeignet für Dachgärten und als Spalier. Besonders schön ist die Wirkung, wenn man sie in Sträucher oder kleine Bäume pflanzt, die zur gleichen Zeit blühen, wie zum Beispiel Amelanchier laevis, Malus sargentii, Magnolia stellata, Magnolia x loebneri oder verschiedene Halesia-Arten.

Pflege

Bei der Pflanzung sollte die Oberseite des Wurzelballens etwa fünf bis zehn Zentimeter unter die Erdoberfläche gesetzt werden. Dies fördert die Produktion von starken Trieben und baut Clematiswelke vor, obwohl diese bei Clematis alpina normalerweise kein Problem darstellt. Nach der Pflanzung wird die Pflanze auf etwa 30 Zentimeter über dem Boden zurückgeschnitten, hierfür sucht man sich ein gut entwickeltes, starkes Knospenpaar. Am Anfang müssen die Triebe noch am Rankgerüst befestigt werden, später klettern sie dann von selber.

Abgestorbene oder beschädigte Triebe können nach der Blüte entfernt werden. Triebe, die zum Beispiel über das Rankgerüst hinauswachsen können eingekürzt werden. Dadurch wird die Ausbildung neuer Triebe angeregt, die dann im nächsten Jahre Blüten tragen. Im späten Winter kann eine Mulchgabe mit Kompost oder gut verrottetem Mist erfolgen.

Sorten

Clematis alpina in der Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz von 1885

Die Züchtung konzentriert sich vor allem auf die Blütenfarbe, einige Sorten sind:

  • 'Bettina' - dunkelrosa
  • 'Constance' - dunkelviolett
  • 'Frances Rivis' - dunkelblau-violett
  • 'Odorata' - blassblau
  • 'Pamela Jackman' - dunkelblau-violett
  • 'Ruby' - rötlich-violett
  • 'White Moth' - weiss

Giftigkeit

Clematis alpina ist giftig.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

Honigtau, Gallen oder gekräuselte Blätter deuten auf einen Befall durch Blattläuse hin. Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung, zum Beispiel mit Schlupfwespen oder räuberischen Mücken.

Offene Wunden an Wurzeln und Sprossen, oft einhergehend mit erhabenen Borkenringen und Pusteln deuten auf eine Pilzerkrankung hin. Die befallenen Teile sollten entfernt und vernichtet werden.

Blattflecken deuten auf eine Pilz- oder Bakterienerkrankung hin. Bakterielle Flecken sind eher eckig und gelb umrandet, Pilzflecken normalerweise rundlich mit einer Zone mit Fruchtkörpern. Die befallenen Teile sollten entfernt werden, bei einer Pilzerkrankung wird zusätzlich ein Fungizid eingesetzt.

Ein weißer, puderartiger Belag auf der Pflanze deutet auf einen Befall durch Echten Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Weiße Büschel oder weißer Belag auf der Blattunterseite deutet auf einen Befall durch Falschen Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Braune, orange oder gelbliche Pusteln auf Sprossen oder Blattunterseiten werden wahrscheinlich durch Pilzbefall (Rost) hervorgerufen. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und ein Fungizid eingesetzt werden. Außerdem sollte die Belüftung verbessert und die Luftfeuchtigkeit verringert werden.

Bei schuppigen Insekten auf Sprossen und an den Blattunterseiten handelt es sich um Schildläuse. Sie sondern Honigtau ab und werden mit Insektiziden oder Nützlingen bekämpft.

Honigtau und Schwärzepilze deuten auf einen Befall durch die Weiße Fliege hin. Die schildlausartigen Larven saugen an den Blattunterseiten und können mit einem Insektizid bekämpft werden. Unter Glas kann auch mit Nützlingen bekämpft werden.

Literatur

Briefmarke Clematis alpina - Post Sowjetunion 1981
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • Hans-Dieter Warda: Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze. 2. Auflage. Bruns Pflanzen Export GmbH, Bad Zwischenahn 2001, ISBN 3-9803833-3-4.
  • Georg W. Kröger, Peter Kiermeier: BdB Handbuch Wildgehölze. 8. Auflage. Verlagsgesellschaft "Grün ist Leben" mbH, Pinneberg 1996.

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