Convallaria majalis

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Convallaria majalis L.

Convallariaceae

Lebensform: Zwiebel- oder<br> Knollenpflanze
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Halbschatten - Standort: Schatten   3

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Lehm - Bodenart: lehmiger Ton

Blattstand: grundst&auml;ndig
Blatt: Sommergr&uuml;n

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: einfach

    

Bl&uuml;tenform: glockenf&ouml;rmig
Frucht: Beere

V

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Rispe

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: h&auml;ngend

Wuchsform: aufrecht

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Liliopsida
Subclassis:
Liliidae
Superordo:
Lilianae
Ordo:
Asparagales

Convallaria majalis, das (Europäische) Maiglöckchen, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit unterirdisch kriechendem Rhizom; es wird daher zu den Rhizomgeophyten gezählt.

Namensherkunft

Convallaria majalis wurde 1735 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.
Der Gattungsname ist eine Ableitung von einer älteren Bezeichnung "Lilium convallium" = ("Lilie des Täler"); wird im Englischen "Lily of the Valley" genannt.

Taxonomie

Das Gewöhnliche Maiglöckchen ist eine Art aus der Gattung Convallaria, die circa 3 bis 6 Arten umfasst und zur Familie der Convallariaceae (Maiglöckchengewächse) gehört.


Merkmale

Austriebe von C. majalis
Einseitswendiger Blütenstand
Bodenbedeckung im Schatten
Herbstfärbung und Früchte
'Albostriata'
Volle Bodenbedeckung

Wuchs

Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von 15 bis 30 cm. Aus relativ dünnen, kriechenden und ausläuferartigen Rhizomen, bilden sich senkrechte oberirdische Sprosse, welche mit Hilfe ihrer anfangs kegeligen Form im Frühjahr den Erdboden durchbrechen. Den unbeblätterten, aufrecht wachsenden und kantigen Stängel und die anfangs eingerollten Laubblätter begleiten einige schuppenartig angeordnete, bräunliche bis rötliche Niederblätter (Hüllblätter).

Blätter

Convallaria majalis hat grundständige Blätter; aus einer stielähnlichen, einen Scheinstängel bildenden Blattscheide bilden sich 2 bis 3 Laubblätter. Diese sind bis 20 cm lang, breit oval bis lanzettlich geformt, parallelnervig, dunkelgrün, und sie haben einen glatten Rand. Zum Herbst verfärben sie sich gelb.

Blüten und Früchte

Die breit glockenförmigen Blüten sind weiß, erscheinen im Mai und verströmen den bekannten intensiven Duft. Der aufrecht wachsende und kantige Blütenstängel endet in einem mehr oder weniger einseitswendigen rispigem Blütenstand mit fünf bis zehn nickenden Blüten an kurzen Blütenstielchen. Die Basis der Blütenstielchen wird jeweils von einem kleinen lanzettförmigen Tragblatt umhüllt.

Die zierenden Früchte sind leuchtend rote, leider giftige, kugelige Beeren mit einem Durchmesser von 5 bis 10 mm. Die dreifächerigen Beeren enthalten ein bis fünf gelbe bis hellbraune Samen.

Wurzelsystem

Bis zu 50 cm tief wurzelndes faserartiges Wurzelgeflecht entlang der Rhizome.

Verbreitung

Convallaria majalis stammt aus ganz Europa, der Nord-Türkei, dem Kaukasus, Ost-Sibirien, von der Insel Sachalin, aus China, Korea und Japan und ist in Nordamerika eingebürgert. Das Maiglöckchen ist Finnlands Nationalblume. [1] Dort besiedelt es trockene und frische Heidewälder, Waldränder, steinige Abhänge, Wegränder, Laubwälder und Wiesen in Laubwäldern.

Standort

Das Gewöhnliche Maiglöckchen bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort und verträgt Temperaturen bis -40º C (Winterhärtezone 3a) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 19 Wochen. Es wächst auf Lehmböden und lehmigen Tonböden, bevorzugt jedoch neutrale bis alkalische Laubhumus-Böden und fühlt sich in feuchten Substraten wohl. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 aufweisen.Als Faustregel gilt: je feuchter der Boden, desto heller können die Pflanzen stehen. Trockenperioden werden schlecht, schlechte Sauerstoffversorgung des Bodens wird nicht vertragen.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Gehölz (meist sehr humusreicher Boden)
  • Gehölzrand (meist humoser Boden)

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: sauerstoffarme Böden
  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden, zeitweise trockene Böden
  • mittlere Toleranz: kalkhaltige Böden

Verwendung

Geeignet für Wildgärten, an Gehölzrändern oder in feuchten Rabatten. Durch ihre Ausläufer bilden sich mit der Zeit dichte Teppiche. In diesen Teppich "einweben" kann man z.B. diverse Farne, Brunnera macrophylla, Anemone nemorosa, Hosta in Sorten, Aconitum napellus, Vinca minor. Ideale Nachbarn sind Rhododendron, Freilandazaleen und auch andere Ziersträucher, zwischen denen das Maiglöckhen, vielleicht zusammen mit Waldmeister, eine dichte Bodendecke bilden kann. Auch als Bodenbedecker zu Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen sind Maiglöckchen zu empfehlen.

Auch zur Schnittblumengewinnung und als Topfpflanze werden Maiglöckchen angebaut.

Die winterliche Treiberei von "Eiskeimen", ein aufwändiges Geschäft, um Maiglöckchen-Schnittblumen schon im Winter und bis ins Frühjahr anzubieten, hatte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Konjunktur. Sorten wie 'Neue Vierländer' oder 'Havelperle' werden hierfür aber auch heute noch in Norddeutschland und Holland in Massen herangezogen. Als Strauß sind Maiglöckchen allerdings nur vier bis sechs Tage haltbar; bei den Rispen sollte die erste Blüte geöffnet sein, damit auch alle Blüten aufblühen.

Bei Topfpflanzen währt die Freude länger, weil man die Pflanze im knospigen Zustand kaufen, ihre ganze Entwicklung miterleben und sie dann in den Garten pflanzen kann.

Pflege und Vermehrung

Im Herbst kann man die Pflanzen mit Blattmulch bedecken. Eine gelegentliche Gabe Kompost sorgt für wuchsfreudige Pflanzen. Je weniger die Pflanzen gestört werden, desto besser entwickeln sie sich. In sehr schattigen Lagen und bei alten und dichten Beständen lässt die Blütenbildung nach, und die Pflanzen bilden oftmals nur noch Blätter. Wenn sie zu stark wachsen und sich ausbreiten, können die Rhizome mit dem Spaten abgestochen werden.

Vermehrung erfolgt durch Teilung der Rhizome im Herbst oder durch Aussaat der reifen Samen im Frühbeetkasten. Am einfachsten ist das Abtrennen der Ausläufer, was zudem das ganze Jahr über erfolgen kann.

Varietäten und Sorten

  • Convallaria majalis 'Grandiflora' - ist die in den Gärten am meisten verbreitete Sorte
  • Convallaria majalis 'Albostriata', 'Variegata', 'Lineata' - mit gestreiften Blättern
  • Convallaria majalis 'Plena' - Blüten gefüllt
  • Convallaria majalis 'Prolificans' - Blütenstand wie gefüllt wirkend, traubenartig zerteilte Rispen mit kleinen Blüten
  • Convallaria majalis 'Rosea' - eine zartrosa blühende Mutante

Giftigkeit

Achtung, giftig: Reife Früchte

Achtung: Das Maiglöckchen wird insgesamt als sehr stark giftig eingestuft; auch die verlockenden, leuchtend roten Beeren sind giftig!

Vergiftungserscheinungen:
Bei äußerlichem Kontakt mit der Pflanze treten Haut- und Augenreizungen auf.
Bei Aufnahme durch den Mund treten Übelkeit, Durchfall, Herzrhythmustörungen, Schwindel, Brustbeklemmung auf; zunächst hoher Blutdruck, rascher Puls; später verminderter Blutdruck, sehr langsame und tiefe Atmung, schließlich Herzstillstand.
Nach dem Genuss von 1-5 Beeren sind höchstens kurzzeitige Sinusarrhythmien beobachtet worden, meist keine Symptome. Bei größeren Mengen muss wie bei einer Überdigitalisierung behandelt werden.
Durch Beeren, Blüten und Blätter sind besonders Kinder gefährdet. Bei mehr als einer Handvoll Beeren sollte der Arzt eingreifen.

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Krankheiten und Schädlinge

Fäule an Blättern, Sprossen, Blüten oder Früchten durch den Befall von Grauschimmel (Botrytis) kann vereinzelt durch Standortfehler (Nässe) auftreten. Befallene Pflanzen sollten komplett entfernt und ein Fungizid eingesetzt werden. Gute Belüftung, Hygiene und das Vermeiden von Verletzungen wirkt vorbeugend. Weitere Krankheiten und auch Schädlinge sind nicht bekannt.

Maiglöckchen in der Kunst

Die duftenden Blüten des Maiglöckchens haben schon unzählige Dichter inspiriert; beispielhaft seien hier Eichendorff und Fallersleben erwähnt. Der schwedische Dichter Gustaf Fröding schrieb ein Gedicht Kung Liljekonvalje ("König Maiglöckchen").

Symbolik

Früher war es für bedeutende Ärzte üblich, sich mit bestimmten medizinischen Symbolen porträtieren zu lassen. Als Symbol für die Heilkunde fungierte oft das Maiglöckchen. So hat sich beispielsweise auch Nikolaus Kopernikus mit einem Maiglöckchen in der Hand abbilden lassen.

In der christlichen Ikonographie zählte das Maiglöckchen neben der Lilie, der Rose und anderen Pflanzen zu den sogenannten Marienblumen; mit seinen kleinen weißen, nickenden Blüten war es Symbol für die keusche Liebe, die Demut und die Bescheidenheit von Maria.

Maiglöckchen sind als althergebrachtes Symbol der Liebe und des Glücks in vielen Brautsträußen zu finden.

Darstellung in der Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz (1885)

Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

  1. Beschreibung der Art bei "Naturegate II" (Finnland)

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