Fruchtblatt

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Die sichtbaren Narben der Fruchtblätter von Corylus avellana
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Die Fruchtblätter (Karpelle) bilden zusammen mit den Samenanlagen (Ovarium) das Gynaceum, (zuweilen auch genannt: Gynoeceum, Gynäceum; latinisierte Formen von altgriechisch γυναικεῖον, gynaikeíon, „Frauen-Wohnung“), die weiblichen Blütenorgane (Megasporophylle) der Angiospermen.

Diese Strukturen, in denen die für Samenpflanzen charakteristischen Samenanlagen gebildet werden, können auch als Megasporangienträger bezeichnet werden.

Stellung des Fruchtknotens: I oberständig
II mittelständig
III unterständig
Cleome spinosa: Im unteren Bereich deutlich: Gynoeceen, durch ein langes Gynophor weit aus der Blüte herausgehoben
In der Blüte dieser Anemone blanda befinden sich zahlreiche freie Fruchtblätter; sie sind grün gefärbt und besitzen eine kopfige Narbe.

Bei den Angiospermen sind die Samenanlagen in das Fruchtblatt (Karpell) eingeschlossen, daher auch der Name „Bedecktsamer“. Die Gesamtheit der Fruchtblätter bildet das Gynoeceum. Die Anzahl der Fruchtblätter pro Blüte liegt zwischen einem und rund 2000. Meist gliedert sich ein Fruchtblatt in eine Stielzone und eine Schlauchzone, der hohle Bereich, in dem die Samenanlagen liegen (auch Ovar genannt). Die Samenanlagen setzen an Plazenten an.

Darüber schließt sich häufig ein Griffel an, an dem sich die Narbe befindet, die Empfängnisfläche für den Pollen. Die Narbe ist durch einen Transmissionskanal oder -gewebe mit den Samenanlagen verbunden. Die Fruchtblätter können frei sein (apokarpes oder chorikarpes Gynoeceum) oder miteinander verwachsen sein (coenokarpes Gynoeceum). Bei einem verwachsenen Gynoeceum spricht man von einem Stempel (Pistill).
Sterile Blüten besitzen höchstens reduzierte Staub- und Fruchtblätter und besitzen häufig die Funktion eines Schauapparates.

Stellung des Fruchtknotens

Ist der Fruchtknoten in das Gewebe der Blütenachse eingesenkt und mit diesem verwachsen, spricht man von einem unterständigen Fruchtknoten (die übrigen Blütenorgane stehen epigyn). Bei oberständigen Fruchtknoten (Blüte hypogyn) befindet sich der Ansatz des Ovars an der Blütenachse oberhalb der Ansatzstellen von Androeceum und Blütenkrone bzw. Kelch oder steht frei am Boden eines von der Blütenachse gebildeten Hypanthiums (Blütenbecher; Blüte perigyn). Daneben treten Übergangsformen zwischen beiden Extremen auf („mittelständige“ Fruchtknoten). Abweichend hiervon bezeichnen einige Autoren Fruchtknoten, die frei am Boden eines Hypanthiums stehen, als „mittelständig“ und nennen mit dem Hypanthium teilweise verwachsene Fruchtknoten „halbunterständig“. Bei einigen Taxa sitzt der Fruchtknoten auf einem stielartig verlängerten Abschnitt der Blütenachse (Gynophor).




Bei den Palmfarnen stehen die Samenanlagen eindeutig auf Blättern, sie sind phyllospor. Das schuppen- oder schildförmige Megasporophyll ist deutlich gestielt und trägt am unteren Rand der Spreite zwei Samenanlagen, bei Cycas sind es bis zu acht Samenanlagen entlang der Rhachis (Blattspindel).

Bei den Koniferen befinden sich ein bis 20 Samenanlagen auf der Oberfläche einer flächig ausgebildeten Samenschuppe. Die Samenschuppe ist ein modifizierter Kurztrieb. Selten stehen die Samenanlagen bei Koniferen endständig an Kurztrieben, wie bei der Eibe (Taxus). Ginkgo bildet an der Spitze eines gegabelten Stieles zwei Samenanlagen. Die Gnetopsida bilden pro Blüte nur eine endständige Samenanlage.

Quellen

  • Sitte, P., Ziegler, H., Ehrendorfer, F., Bresinsky, A. Lehrbuch der Botanik an Hochschulen. Begründet von E. Strasburger. 33. Auflage. Verlag G. Fischer, Stuttgart 1991. 1030 S. ISBN 3-437-20447-5
  • Troll, W. Praktische Einführung in die Pflanzenmorphologie. Ein Hilfsbuch für den botanischen Unterricht und das Selbststudium. Zweiter Teil: Die blühende Pflanze. VEB Gustav Fischer, Jena 1957. Reprint. ISBN 3-87429-085-9




CC by-sa Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Blüte(Megasporophylle) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird hier in der Hortipedia weiterentwickelt. Er steht unter der Lizenz CC-by-sa 3.0, in der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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