Galanthus nivalis

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Galanthus nivalis L.

Amaryllidaceae

Lebensform: Zwiebel- oder<br> Knollenpflanze
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Halbschatten   4

Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: sandiger Lehm

Blattstand: grundst&auml;ndig
Blatt: Sommergr&uuml;n

Blattform: lineal

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: becherf&ouml;rmig
Frucht: fachspaltige Kapsel

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: h&auml;ngend

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Liliopsida
Subclassis:
Liliidae
Superordo:
Lilianae
Ordo:
Amaryllidales

Galanthus nivalis, umgangsprachlich Kleines Schneeglöckchen, gehört zu den Zwiebel- und Knollenpflanzen und ist durch seine frühe Blüte ein willkommener Frühlingsbote.

Namensherkunft

Galanthus nivalis wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Das Kleine Schneeglöckchen ist eine Art aus der Gattung Galanthus, circa 23 bis 26 Arten umfasst und zur Familie der Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse) gehört.


Merkmale

Galanthus nivalis - Blütenblätter mit grünen Flecken
Kleine G. nivalis-Kolonie

Wuchs

Die Pflanze wird etwa 20 Zentimeter hoch.

Blätter

Die Blätter von Galanthus nivalis sind grundständig angeordnet. Sie sind bläulich grün gefärbt, lineal geformt und haben einen glatten Rand. Es begleiten jeweils zwei Blätter eine Blüte.

Im Sommer ziehen die Blätter ein. Die bis dorthin geschehene Photosynthese ist wichtig für die Entwicklung der Blüte im Folgejahr.

Blüten und Früchte

Die nickenden, becherförmigen Blüten sind weiss und erscheinen von Februar bis März. Sie sind einzeln auf schlanken Stengeln angeordnet. Die äußeren Tepalen sind länglich bis breit verkehrt-eiförmig und bis zu zwei Zentimeter lang. Die inneren Tepalen sind schmal verkehrt-eiförmig, mit maximal 1,2 Zentimeter deutlich kürzer als die äußeren, und haben an der Spitze einen grünen "Sinus"-Fleck.

Die Früchte sind fachspaltige Kapseln. Die Samen haben einen fettreichen Fortsatz (Elaisom). Dieser dient Ameisen als Nahrung, die dadurch für die Verbreitung der Samen sorgen.

Verbreitung

Galanthus nivalis stammt aus ganz Europa mit Ausnahme der Britischen Inseln und Nordeuropas, ist dort aber eingebürgert. Sie ist sowohl nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. 1. 2001 als auch nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt (vergleiche EG-Verordnung Nr. 338/97 Anhänge A und B vom 9. Dezember 1996, geändert am 18. Dezember 2000).

Standort

Das Kleine Schneeglöckchen bevorzugt einen halbschattigen Standort und verträgt Temperaturen bis -34,4º C (Winterhärtezone 4a). Es wächst auf sandigen Lehmböden und fühlt sich in frischen Substraten wohl. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 8 und 10 aufweisen.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen
  • Gehölzrand (meist humoser Boden)

Verwendung

Schneeglöckchen sind wunderbare Frühlingsboten und eignen sich sehr gut als Unterpflanzung von sommergrünen Gehölzen wie zum Beispiel Corylus avellana oder Hamamelis. Sie können in Rasenflächen verwildern oder im Steingarten und entlang von Wegerändern für die erste Farbe in der kalten Jahreszeit sorgen. Geeignete Pflanzpartner sind unter anderem Eranthis hyemalis, Leucojum vernum, Scilla bifolia, verschiedene Crocusarten, Anemone blanda und Bodendecker wie Vinca minor oder Hedera. Der Zierwert von Galanthus nivalis entsteht vor allem durch den Duft. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 5 bis 10 Zentimetern, am besten kommen die Pflanzen in Gruppen von 5 bis 10 Stück zur Geltung. Geeignet für Steingärten und für Beete und Rabatten, außerdem geeignet als Bienenweide.

Reiner Bestand von gefüllt blühenden Galanthus, durch Brutzwiebeln natürlich vermehrt

Pflege und Vermehrung

Verblühte Blüten können direkt entfernt werden sofern keine Selbstaussaat gewünscht ist. Das Laub sollte erst geschnitten werden wenn es vergilbt ist. Die Zwiebeln sammeln so Nährstoffe für die Entwicklung der nächsten Blüte.

Die Vermehrung erfolgt normalerweise über Selbstaussaat. Die Zwiebeln können aber auch geteilt werden. Die Teilung erfolgt nach der Blüte sobald das Laub anfängt zu vergilben.

Varietäten und Sorten

'Flore Pleno'

Das Hauptaugenmerk in der Züchtung liegt auf der Form der Blüten, der Anzahl der Blütenblätter und der Farbe der Flecken. Zusätzlich gibt es auch Sorten mit abweichender Laubfarbe.

Es sind Hunderte von Sorten im Angebot. Viele davon sind hybriden Ursprungs. Die meisten sind jedoch nicht durch gezielte Züchtung entstanden, sondern durch Auslese natürlich entstandener Varietäten.

Eine kleine Auswahl:

Einfache Blüten

  • 'Atkinsii' , (aus G. nivalis x G. plicatus) - großblütige (3 cm), früh blühende (Janur bis Februar) starkwüchsige Sorte mit herzförmigem Fleck
  • 'John Gray' - sehr großblütige Hybride (3 bis 3,5 cm), frühblühende robuste Sorte mit dunkelgrünem Kreuz-Fleck, langsamer Zuwachs
  • 'Magnet' - robuste, hochstielige Sorte mit großen Blüten, gerundeten Blütenblättern, rundem Fruchtknoten und halbmondförmigen Flecken
  • 'Sandersii' ('Lutescens', Flavescens') - Gelbliche Form mit gelbem Fleck und gelbem Fruchtknoten
  • 'Scharlokii' - schmale Blüten mit geteiltem Hochblatt, Sinusfleck und grünem Fleck auf den äußeren Tepalen

Gefüllte Blüten

  • 'Flore Pleno' - unregelmäßig gefüllte, sterile Sorte, die sich aber durch Zwiebelbrut rasch ausbreitet
  • 'Lady Elphinstone' - Sorte mit graugrünen Blättern und gelb gezeichneten Innentepalen
  • 'Pusey Green Tip' - unregelmäßig gefüllte Blüten mit hellgrünem Fleck auf den äußeren Tepalen

Giftigkeit

Galanthus nivalis ist in allen Teilen giftig. Bei Verzehr kann es zu Magenverstimmungen kommen, der Kontakt mit den Zwiebeln kann Hautirritationen auslösen.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Zeichnung von Otto Wilhelm Thomé, 1885

Krankheiten und Schädlinge

Wenn die jungen Pflanzen verwelken und sich leicht aus der Erde ziehen lassen deutet dies auf einen Befall durch die Maden der Zwiebelfliege hin. Vorbeugend können Kulturschutznetze verwendet werden, bei einem Befall wird der Einsatz eines Insektizids notwendig.

Fäule an Blättern oder Blüten deutet auf einen Befall durch Grauschimmel (Botrytis) hin. Befallene Pflanzen sollten komplett enfernt und ein Fungizid eingesetzt werden. Gute Belüftung, Hygiene und das Vermeiden von Verletzungen wirkt vorbeugend.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • efloras.org

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