Hecke

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Eine Hecke ist ein anthropogener, (durch Menschen geschaffener oder geduldeter), linienförmiger Aufwuchs (ein- oder mehrreihig) dicht stehender, meist stark verzweigter Gehölze (Sträucher, Bäume).

Im Park in Rostrup photo file 3,11MB.jpg


Wortstamm

Hecken als Umzäunung:
Die stehen gelassenen Bäume dienen der Holzgewinnung
Haushohe Rotbuchenhecke: Als Wetterschutz in den Höhenlagen der Eifel bei Monschau

Hecke: (von althochdeutsch: hegga = hegen, einhegen, umzäunen, altenglisch: hecg, englisch: hedge, französisch: haie, niederländisch: heg; all diesen Begriffen ist derselbe Wortstamm „hag“ zu eigen) .
Die Silbe heck bedeutet beschützen, behüten, Hecke und beschreibt die Abgrenzung eines Ortes im Allgemeinen oder durch eine Heckenumpflanzung im Speziellen. Ortsbezeichnungen mit -hagen, -haag oder Hag- im Namen sind häufig.

Geschichte und Nutzung

Hecken, insbesondere Wallhecken (Knicks), verdanken ihre Existenz oft früherer bäuerlicher Tätigkeit. Im Mittelalter wurden Hecken beispielsweise als Umzäunung des Ackerlands innerhalb der Dreifelderwirtschaft genutzt. Hecken wurden auch zur Futtergewinnung bewirtschaftet; in Teilen Rumäniens oder dem Südosten der Türkei wird „Schneitelwirtschaft“ bis heute betrieben.

Die typische Kastenform der barocken Gartenhecken erinnert an die Form bäuerlichen Wirtschaftens. Auch die Begriffe "Laube" und "Laubengang" entspringen der Bewirtschaftung der Blätter (Laub) liefernden Hecken und Bäume. Hierbei lieferte das „Laubgras“ die Nahrung für das Vieh im Winter, oder wenn die Sommerhitze (vor allem im mediterranen und nahöstlichem Kulturraum) das Gras verdorren ließ. Reste dieser bäuerlichen Nutzung lassen sich an verwachsenen „Schneitelbäumen“ finden, die teilweise wie Kopfweiden aussehen.

Angelegt an Parzellengrenzen legte die Hecke die Besitzverhältnisse klar und diente als Umzäunung für das Vieh und als Schutz vor menschlichen wie tierischen Eindringlingen. Dabei werden dornige Sträucher wie etwa Schlehen für solche Grenzhecken bevorzugt, während ausgesprochene Weichholzarten, beispielsweise Holunder, in der Hecke bekämpft werden, weil sie kurzlebiger sind und zu Lücken in der Hecke führen können. An den Grenzen der Parzellen wurden häufig auch Feldsteine und Baumschnitt aufgeschichtet, aus denen Lesesteinhaufen und Totholzwälle entstanden, die oft Bestandteile einer Wallhecke sind.
Das Schnittholz diente als Brennholz und war während Holzmangelzeiten sehr begehrt. So war die Pflege durch Schnitt- oder Fällmaßnahmen gewährleistet, und der Aufwuchs von Unterholz-Arten, die ein gutes Ausschlagvermögen besitzen, wurde gefördert.

  • Um ihre Funktionen dauerhaft ausfüllen zu können, bedürfen Feldhecken sowie Wallhecken heute regelmäßiger Pflege, da typische Nutzungen wie das Schneiteln und die Holzgewinnung ausbleibt. Ein regelmäßiger Schnitt und das „Auf-den-Stock-Setzen“ muss erfolgen, damit die Hecke nicht zu einer Baumreihe wird; auch ein Neuaufsetzen der Wälle bei Wallhecken ist gelegentlich vonnöten.

Die Niederhecke hat auch eine sehr lange Tradition als Gestaltungselement in Gärten. In Einfamilienhaussiedlungen kann sie die Funktion des Zaunes übernehmen.
Meist werden Hecken aus einer einzigen Gehölzart gepflanzt. Hecken können auch als Grundgerüst eine Rankhilfe, ein Rankgitter oder einen Zaun haben, z.B. Efeu- oder Rosenhecken.

Heckentypen

Gestaltungs-Elemente:
Raumbildende Hecken, Heckenornamente
Befremdlich:
Schnitthecke in der (Agrar-)Landschaft
Einfriedigung:
Hecke aus Efeu, auf dem Grundgerüst eines Gitterzauns

Aufgrund ihrer Struktur, ihrer Funktion oder ihrer Entstehungsgeschichte können verschiedene Heckentypen differenziert werden:

  • Niederhecken setzen sich vorwiegend aus niedrigen Sträuchern zusammen, die etwa eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen.
  • Hochhecken bestehen aus im Zentrum stehenden, bis fünf Meter hohen Goßsträuchern, die beiderseits von niedrigen Sträuchern eingerahmt werden.
  • Baumhecken sind durch die Beimischung einzelner, meist im Zentrum stehender Bäume neben den genannten Schichten der Nieder- und Hochhecke gekennzeichnet. Baumhecken entstanden entweder durch ausbleibende anthropogene Eingriffe, was das Durchwachsen von Bäumen in der Hecke ermöglichte, oder sie wurden bewusst auf diese Form angelegt. Dies geschah beispielsweise, um Weidevieh Schutz vor den Witterungseinflüssen unter Baumkronen zu ermöglichen, vor Allen aber zur Langfristigen Nutzholz- und Bauholzgewinnung in waldarmen Gegenden.
  • Grünlandhecken sind typisch für Norddeutschland; sie verdanken ihre Entstehung der gezielten Anpflanzung durch den Menschen. Sie sollten das Ackerland vor Verbiss und Vertritt durch das Vieh schützen. Üblicherweise sind dieses Wallhecken (Knicks), mit oder ohne Einflechtungen von Drahtzäunen.
  • Windschutzstreifen werden auch speziell angepflanzte Hecken zur Verminderung von Winderosion genannt. Es sind meistens Hochhecken oder Baumhecken oder auch nur Baumreihen, auch hier oft als Wallhecken.
  • Gäulandhecken sind dagegen typisch für Süddeutschland; sie bestehen aus spontan aufkommenden Gehölzen, die sich entlang von Stufen- und Wegrainen, Lesesteinhaufen und -riegel bildeten. Anders als die Grünlandhecken in Norddeutschland stehen diese Hecken einzeln; die Hecken sind nicht miteinander verbunden, weil sie nur dort entstehen konnten, wo Menschen den Aufwand scheuten, aufkommende Gehölze zu beseitigen.
  • Als weiterer Heckentyp kommen die naturfernen Zierhecken hinzu.
Raumbildung, Schutz und Schirm:
Hecken bilden Lebensräume
und Kleinklima für Pflanzen, Mensch und Tier
Ornamental:
Vorgarten mit Hecken aus Buxus

Hecken im Garten

Gartenhecken bringen Schutz: Sie dienen als Schattenspender, Windschutz, Sichtschutz, Lärmschutz und filtern Staub aus der Luft. Sie schaffen Räume und Strukturen sowie das nötige Kleinklima für besondere Pflanzen; einige Hecken liefern sogar Früchte. Daneben sind Hecken ökologisch wichtig als Rückzugsgebiete für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Im Gartenbau und im Garten- und Landschaftsbau sind geschnittene Hecken ein traditionelles und sehr altes Gestaltungselement. Sie werden bereits bei den Ägyptern und in der Antike erwähnt. Besonders im Barock und in englischen Landschaftsparks wurde die Hecke als Abgrenzung der "Bosketts" oder als kleinwüchsiges Ornament angelegt. Im Garten verwendet man eine Vielzahl heimischer und nicht heimischer Gehölze für diese sehr künstlichen, oft auch sehr kunstvollen Pflanzungen, die meist mehrmals im Jahr geschnitten werden müssen.

Typische in Mitteleuropa heimische Pflanzen für die oft immergrünen Gartenhecken sind: Hainbuche, Eibe, Kornelkirsche, Liguster, Weißdorn, Berberitze etc. Viele Hecken dieser Arten bieten, insbesondere in "Urbanen Gebieten", Rückzugs- und Nistmöglichkeiten für Vögel. Auch als Schutz vor Nesträubern und Beutegreifern sowie als Futterquelle sind viele Arten sinnvoll und wichtig. Es werden aber auch häufig nicht heimische Nadelgehölze wie Thuja oder Chamaecyparis verwendet, welche dann, ebenso wie Buchsbaum-Hecken, bestenfalls als Unterschlupf dienen können.

Eine alte Sonderform von Heckenanlagen sind begehbare Labyrinthe, in Deutschland als "Irrgärten" bezeichnet.

Neuanlage von Hecken

Die Lage und die Größe des Gartens bestimmen den geeigneten Heckentyp, hinzu kommen Mode- und Geschmacksfragen. Grundsätzlich kann unterschieden werden zwischen freiwachsenden Hecken aus Wild- oder Blütengehölzen und geschnittenen Hecken.

Für Hecken ungeeignet:
Insbesondere Kiefern sind denkbar ungeeignet, weil sie keinen Schatten (auch nicht ihren eigenen!) vertragen.
  • Geschnittene Hecken benötigen wenig Platz, sie sind daher als Sicht- und Windschutz für kleinere Gärten, Gartenteile und Vorgärten besonders geeignet.
  • Bei ausreichendem Platz können freiwachsende Blütenhecken aus standortgerecht ausgewählten Sträuchern erstellt werden, auch unter Mitverwendung von Wild- und Obstgehölzen. Im Übergang zur Landschaft können freiwachsende Hecken mit heimischen Wildgehölzen den Anschluß zu Hecken in der Landschaft schaffen.
  • Auch naturnahe Zierhecken aus heimischen Sträuchern, vor allem aus Schlehe, Weißdorn und Hunds-Rose, bieten einer artenreichen Tierwelt Lebensraum. Neben den buschbrütenden Vogelarten, können sich unter bestimmten Bedingungen auch seltenere Arten einstellen; vorausgesetzt, dass die Hecken und das Umland den hohen Biotopansprüchen dieser Arten gerecht werden.

Floren- und standortfremde Ziergehölze sind für die heimische Fauna meist von untergeordneter Bedeutung. So sind sogar einige dieser Gehölze für die einheimischen Insekten überhaupt nicht nutzbar, ganz im Gegensatz zu den heimischen und standortgerechten Arten. Naturferne Hecken, zum Beispiel solche, die überwiegend aus Nadelgehölzen bestehen, werden meist nur noch von einigen Vogelarten, beispielsweise der Amsel, als Nistplatz genutzt.

Gehölzauswahl

Entsprechend dem angestrebten Zweck und Erscheinungsbild der zu erstellenden Hecke(n) und den örtlichen Klima- und Bodenverhältnissen sind die Pflanzen, nach Art und Sorte passend, auszuwählen und zusammenzustellen. Damit nicht Pflege-Probleme vorprogrammiert werden, sind die Ansprüche der Pflanzen (in Bezug auf die Boden- und Lichtverhältnisse, Schnittverträglichkeit, Wuchsleistung) weitestgehend zu berücksichtigen. Die gegenseitigen Beschattung der Gehölze ist zu beachten; extrem lichtbedürftige Arten sind ungeeignet.

Einige Beispiele für Heckenpflanzen:

Weitere:hortipedia.commons: "Hecken"


Einige Bäume und Großsträucher können sehr gute Schnitthecken abgeben, weil sie eine besondere Eigenschaft besitzen:

  • Werden sie rechtzeitig und regelmäßig beschnitten und auch eingekürzt, verzweigen sie sich stark und behalten schlanke Stämme.
  • Lässt man sie dagegen wachsen und lichtet sie möglicherweise von unten auf, bilden sie kräftige Baumstämme und -kronen.

Pflanzung

Insbesondere bei Schnitthecken, welche üblicherweise aus einer Pflanzenart und -Sorte bestehen, ist dafür zu sorgen, dass sie sich auch gleichmäßig entwickeln können. Um einheitliche Wachstumsbedingungen zu schaffen, soll ein durchgehender Pflanzgraben ausgehoben werden, der in Tiefe und Breite etwa doppelt so groß sein soll wie der Ballen oder das Wurzelwerk der Pflanzen.
Bei schweren Böden soll der Grund des Pflanzgrabens noch etwa spatentief gelockert werden; besteht die Gefahr von Bodenverdichtung und Vernässung, kann eine Drainageschicht aus Kies und/oder ein Drainage-Strang auf der Grabensohle Staunässe verhindern.
Je nach Art, Größe und Qualität der Pflanzen, werden 2 bis 5 Pflanzen je laufenden Meter Hecke gesetzt. Diese sollen nicht tiefer eingesetzt werden, als sie in der Baumschule gestanden hatten. Der ausgehobene Oberboden wird gleichmäßig vermischt, gegebenenfalls unter Zugabe von Kompost, Kies oder Bodenverbesserungsmitteln. Beim Verfüllen ist eine Gießmulde zu lassen, die ein einmaliges gründliches Angießen ermöglicht, bei trockenheitsgefährdetem Standort auch weiterhin erforderliche Bewässerungen; später wird diese Mulde dann eingeebnet.

Bei einer freiwachsenden Hecke beträgt der Pflanzabstand etwa 1,5 bis 2 m, bei starkwüchsigen Gehölzen auch mehr. Hier wird nicht im durchgehenden Pflanzgraben gepflanzt, sondern in entsprechenden Pflanzgruben, die ebenfalls möglichst doppelt so groß sind wie die Ballen oder Container der Pflanzen. Die Frage, ob zusätzlich zu den o.a. Bodenverbessernden Maßnahmen eine Düngung zweckmäßig ist, wird am besten durch eine Bodenprobe und -Analyse geklärt.

Pflege von Hecken

Schnitt bei Schnitthecken

Es gibt drei Grundformen des Heckenschnitts (im Querschnitt der Hecke): der rechteckige, der trapezförmige und der ovale Schnitt.

  • Der rechteckige Schnitt kommt häufig vor, weil er am einfachsten durchzuführen ist, hat jedoch den Nachteil, dass die Hecke in Bodennähe wegen Lichtmangels zum Verkahlen neigt, besonders natürlich bei lichthungrigen Pflanzen und hohen Hecken.
  • Die beiden anderen Schnittformen sind handwerklich richtiger, ermöglichen sie doch eine bessere Belichtung der unteren Partien und ergeben damit einen dichteren Heckenwuchs.

Schnitt bei freiwachsenden Hecken

Blütenhecken müssen immer wieder ausgelichtet werden, um ein Überaltern der Sträucher zu verhindern. Abgestorbene Triebe werden entfernt, alte Stämme und zu lange Triebe werden auf kräftige Jungtriebe am Stamm zurück- oder direkt über dem Boden abgeschnitten.

Hecken aus heimischen Wildgehölzen sollten möglichst wenig geschnitten werden, damit die Gehölze ihren artentypischen Charakter ausbilden können.



Hecken in der Landschaft

Freiwachsende Hecke in einer Agrarlandschaft

Die Hecke als Linienbiotop

Hecken zählen zu den so genannten Linienbiotopen; sie tragen insbesondere in stark ausgeräumten Landschaften mit geringem oder fehlendem Wald- und Grünlandanteil zur Biodiversität bei, sowie durch die Funktion des Biotopverbundes zur Vernetzung von Biotopen. Die Hecke selbst bietet auf kleinstem Raum sehr unterschiedliche Standortfaktoren von feucht-schattig bis sonnig. In der agrarisch genutzten Landschaft sorgt sie für zusätzliche Strukturen.

Bedeutung von Hecken für die Tierwelt

Linienhafte, naturnahe Heckenstrukturen dienen vielen Tierarten als Schutz-, Brut- und Rückzugsgebiet sowie auch als Nahrungsquelle. Manchen Vögeln und vielen Fledermäusen dient sie zur Orientierung, als „Leitlinie“. Reptilien und Amphibien kann sie helfen, ihre Wanderungen zu überleben. Naturnahe Hecken können hinsichtlich der Vogelwelt ähnliche Funktionen wie die Waldränder übernehmen, so dass es nicht verwunderlich ist, dass viele Vogelarten in beiden Gehölzstrukturen auftreten. Dies gilt insbesondere für die Buschbrüter unter den Vögeln, wie diverse Grasmücken-Arten. Besonders südexponierte Hecken mit einem ausgedehnten Krautsaum beherbergen auch eine Vielzahl an Insektenarten. Hierbei sind vor allem Schmetterlinge und Heuschrecken zu nennen. Bei benachbarten, intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, vor allem Äckern, stellen solche Saumstrukturen wichtige Rückzugs- und Nahrungsbiotope für die Tierwelt dar.

Für die biologische Schädlingbekämpfung in landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind naturnahe Hecken von großer Bedeutung: Räuberische Gliederfüßer (Arthropoden), Schlupfwespen und andere parasitierende Insekten, sowie Amphibien, Vögel und Kleinräuber finden hier Lebensraum und Deckung. Auch haben Hecken eine sehr hohe Bedeutung für die übrige Feldfauna: Als Brut-, Nahrungs- und Rückzugsräume in Phasen der Flächenbewirtschaftung, und als Überwinterungsbereiche nach dem Abernten der Felder werden sie dringend benötigt.

Biotopverbund

Im Biotopverbund beispielsweise mit Lesesteinhaufen wird über den räumlichen Kontakt zu weiteren Arten die wertvolle ökologische Wirkung der Hecken noch verstärkt. Heliophile (sonnenliebende) Arten, wie die wechselwarme Zauneidechse, sonnen sich mit Vorliebe an der sonnenexponierten Seite von Lesestein- wie auch von Totholzhaufen. Letzteres gilt im verstärkten Maße für die Hecken-Varianten Knicks (Wallhecken) und Benjeshecken. Zur Artenvielfalt einer Hecke trägt es auch bei, wenn sich in Heckennähe Tümpel oder Kleingewässer befinden.

Einfluss von Hecken auf die Landschaft

Hecken üben eine stabilisierende Wirkung auf die sie umgebende Agrarlandschaft aus, bilden Sicht- und bedingten Schallschutz. Sie selbst unterscheiden sich deutlich von der Umgebung in den Faktoren Besonnung, Verdunstung, Temperatur, Bodenfeuchte, Luftfeuchte und Windexposition.

  • Verringerung der Windgeschwindigkeit - führt zu Verringerung der Winderosion und zur schnelleren Erwärmung des kalten Bodens feuchter Standorte wie Marsch- und Moorböden im Frühjahr; andererseits kann es verstärkt zum Kaltluftstau an Neigungen kommen, was im Obstbau nicht unproblematisch ist.
  • Bodenfestlegung - ist Schutz vor Wassererosion und Bodenbewegung in Hügellandschaften und im Gebirge.
  • Erhöhte Verdunstung: - Gehölze verdunsten mehr Wasser als die krautige Vegetation, im Sommer werden Temperaturmaxima am Tage gesenkt und Temperaturminima durch verminderte Ausstrahlung angehoben; gleichzeitig bewirkt der Wasserbedarf der Gehölze eine Wasserverknappung für angrenzende Vegetation. Ackerfrüchte sind betroffen, wenn kein Saum vorhanden ist. Die Ausprägung eines trockenen Saumes ist begünstigt.
  • Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit: - Durch den Laubfall und durch absterbende Stauden des Saumes kommt es im Herbst im Umfeld der Hecke zu einer Anreicherung der Böden mit Rohhumus. Das Verhältnis der beiden Elemente Kohlenstoff und Stickstoff wird zu Gunsten des ersteren verbessert und führt so zu einer verbesserten Stickstofffixierung. Landwirte befürchten aber oft, auf Grünlandstandorten könnte der Laubfall im Herbst Futtergräser unterdrücken und eine Veränderung der Pflanzengesellschaften zu mehr Kräutern begünstigen. Langfristig ergab sich auf den Knickböden (Standorten ehemaliger Hecken) eine höhere Bodenfruchtbarkeit als auf angrenzenden Ackerflächen.
  • Schattenwurf - führt zu einer Unterscheidung zwischen der sonnenexponierten und der Schattenseite. Auch geringere Erwärmung auf der Schattenseite wird häufig als negativ bewertet, da zum Beispiel Getreide dort langsamer reift als auf besonnten Flächen. Dieses Problem lässt sich beim naturnahen Landbau durch die Pflege des Wildkrautsaumes und durch die Anlage von Ackerrandstreifen vermeiden.
  • Sicht- und Lärmschutz, Landschaftsbild: - Rotwild, Damwild und Niederwild suchen in einer strukturarmen Agrarlandschaft verstärkt Deckung hinter Hecken. Dieser Sichtschutz wird auch von Menschen als positiv empfunden, zum Beispiel im Siedlungsraum und in „Pufferzonen“. Reich gegliederte Heckenlandschaften werden häufig mit positiven Werten wie „schön“, „idyllisch“ etc. beschrieben, als Ideal angesehen und gern für die Erholung genutzt. Mehrere hintereinander stehende Hecken an Verkehrsstraßen bieten auch einen gewissen Grad an Schallschutz. Demgegenüber ist kritisch zu sehen, dass das Wild von Deckung zu Deckung huscht und daher häufig Opfer an Straßen wird, die mit Hecken eingegrünt sind.

Der Aufbau einer ökologisch wertvollen Hecke

Optimalerweise sollte die Breite einer Hecke als Linienbiotop fünf Meter als Gehölzstreifen betragen, mit zusätzlich einem beidseitig etwa fünf Meter breiten vorgelagerten Stauden- und Wildkrautsaum, der so genannte Saumzone. Der Gehölzaufwuchs setzt sich im Idealfall aus höheren Gehölzen in der Kernzone (Bäume als „Überhälter“) und kleineren, austriebsfähigen Gehölzen in der Mantelzone zusammen. Die Hecke gliedert sich dann entsprechend in:

Saumzone – Mantelzone – Kernzone – Mantelzone – Saumzone

Die sich daraus ergebende Gesamtbreite lässt sich in der Realität selten verwirklichen.

Die Artenzusammensetzung der Gehölze variiert je nach Region und potenzieller natürlicher Vegetation. Besonders häufig sind zum Beispiel Weißdorn, Hainbuche, Weiden, Schlehe, Holunder und Stieleiche. Im Übergang zum Staudensaum sind Wildrosen, oder Brombeere häufig. In der Saumzone dagegen finden sich viele Arten, die auch an einer Waldrandzone zu finden sind: Maiglöckchen, Aronstab, Lerchensporn und Buschwindröschen.
Niederhecken, die meist von Brombeere und vergleichbaren niedrigen Sträuchern dominiert werden, haben grundsätzlich ähnliche Funktionen wie naturnahe Hecken. Aufgrund ihrer jedoch meist nur sehr geringen, häufig nur saumartigen Flächenausdehnung stehen sie in ihrer ökologischen Bedeutung anderen Heckenarten etwas nach.

Die Pflege von Hecken

Hecken werden heute nicht mehr zur Brennholzgewinnung genutzt. Damit entfallen die zur Verjüngung notwendigen Rückschnitte. Die Pflege von Hecken muss daher heute bewusst durchgeführt werden, da überalterte Hecken im Sinne des Biotopverbundes nur noch einer wesentlich geringeren Anzahl von Arten Heimat bieten. Bleibt die regelmäßige und fachgerechte Pflege der Hecke und insbesondere ihres Saumes aus, entwickelt sie sich zu einer Reihe von Großbäumen. Der Artenreiche Saum verbuscht ohne Pflege; es wachsen größere Gehölze, die wegen angrenzender Nutzungen häufig entastet werden: Der Saum verschwindet.

Das Mähen des Krautsaumes am Heckenfuß im Sommer führt zur Vernichtung der besonders schutzwürdigen Vegetationsstruktur im Fußteil, zur Beseitigung der Blütenhorizonte und zur Austrocknung des Heckenbodens, daher sollten die Pflegemaßnahmen Mahd sowie Rückschnitt im Winter erfolgen. Totholzhaufen sind, soweit dies notwendig sein sollte, jedoch nur im Frühsommer (Mai bis Juni) zu bewegen, da die Amphibien sonst in ihrem Rückzugsraum und Winterquartier empfindlich gestört werden. Die Mahd kann je nach Ertragsfähigkeit (Bodenfruchtbarkeit) des Standortes im Abstand von 12 bis 36 Monaten durchgeführt werden.

Zur Verjüngung müssen die Gehölze der Hecken abschnittsweise, je nach Gehölzart im Abstand von etwa zehn bis 20 Jahren, zurückgeschnitten („auf den Stock gesetzt“) werden. Die Abschnitte sollten eine Länge von 150 Metern oder die Hälfte der Gesamtlänge nicht überschreiten, damit typische Heckenbewohner das Biotop wiederbesiedeln können. Hinsichtlich der Biotopvernetzung ist es dabei günstiger, die Rückschnitte auf kürzere, nicht zusammenhängende Abschnitte des jeweils ältesten Teils der Hecke zu beschränken, statt einen Kahlschlag am Stück durchzuführen. Wenn Hecken über einen längeren Zeitraum nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden, ist ein radikaler Schnitt erforderlich. Bei alten Hecken sollte man diese Prozedur auf mehrere Jahre verteilen, wobei mit der Heckenspitze begonnen wird; die Seiten werden in den nächsten Jahren reduziert.[1]

Die Zeitintervalle zwischen den Pflegemaßnahmen an Gehölzen sind abhängig von der Gehölzart und von der Ausprägung der Hecke. Wird eine hohe Hecke mit Überhältern angestrebt, sind längere Zeitintervalle als bei Mittel- oder Niederhecken anzusetzen. Der Rückschnitt von stark austriebsfähigen Gehölzen, wie Weidengewächsen, Rosen, Weißdorn und Holunder kann alle fünf bis zehn Jahre erfolgen; Weißdorn-, Hainbuchen- und Erlen-bestände sollten weniger oft, nur etwa alle zehn bis 20 Jahre zurückgeschnitten werden. Sie vertragen aber auch einen häufigeren Rückschnitt, zum Beispiel bei Niederhecken im Garten. Eichen sollten je nach Wüchsigkeit des Standortes mindestens 20 Jahre ungehindert wachsen können. Es sollte auch Rücksicht auf absterbende und überalterte Bäume, vor allem Eiche und Rotbuche genommen werden. Sie können Überhälter und stehendes Totholz bilden und sollten daher teilweise erhalten bleiben.

In vielen Regionen ist es im Zeitraum vom 1. März bis zum 30. September verboten, Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht- und Schilfbestände zu roden, abzuschneiden oder zu zerstören. In Deutschland regelt §35 des Bundesnaturschutzgesetz das Verbot. Es schützt wertvolle Wohnräume der Vögel. Viele heimische Vögel sind auf dichtes Gebüsch angewiesen, um ungestört nisten und brüten zu können. Beispiele für Spätbrüter sind Gimpel, Grünfink oder Hänfling.

Neuanlage von Hecken

Standortgerechte GehölzauswahL

Seit die Bedeutung von Hecken für den Artenschutz und der Biotopvernetzung erkannt wurde, werden vielerorts erneut Hecken angelegt. Dabei ist auf eine landschafts- und standortgerechte Gehölzauswahl zu achten. Mittlerweile wird auch stärker darauf geachtet, regionales (autochthones) Pflanzenmaterial einer reichen Artenpalette zu verwenden und das Saatgut möglichst vieler verschiedener Muttersträucher und -bäume einzubringen, um die genetische Vielfalt der Sträucher zu erhalten. In Bayern wird beispielsweise nur dann die Anlage von Hecken gefördert, wenn vorrangig heimische Gehölze verwendet werden.

Pflege neu angelegter Hecken
Bei neu angelegten Hecken auf fruchtbaren Ackerböden kann eine Ausmagerung des Bodens sinnvoll sein, um schnellwüchsige, nährstoffliebende Arten zu unterdrücken und um einen wesentlich artenreicheren Bestand von selteneren Spezialisten zu fördern. Das Schnittgut der jährlichen Mahd und des Gehölzrückschnitts muss dabei über mehrere Jahre entfernt werden. Ansonsten sollte das Schnittgut am Ort bleiben, um die Entstehung von Streu, Moder- und Rohhumus sowie von Totholz zu fördern.

Neuanlage durch Benjeshecken

Zur Neuanlage von Hecken werden seit Beginn der 1990er-Jahre besonders so genannte Benjeshecken propagiert. Das Prinzip der Benjeshecken besteht darin, Hecken nicht durch Neuanpflanzungen, sondern durch den Sameneintrag von Vögeln aufzubauen. Dazu wird Gehölzschnitt streifenförmig abgelegt und nach einem meist brennnesselreichen Krautstadium setzt eine Verbuschung ein.
Der Vorteil besteht darin, dass diese Form der Anlage kostengünstig ist und heimisches Saatgut durch Vögel eingebracht wird. Nachteilig ist, dass sich besonders Sträucher aus ausschlagfähigem Gehölzverschnitt wie etwa Brombeeren durchsetzen. Während auf diese Weise ein positiver Einfluss auf Vogelwelt, Kleinsäuger und Insekten erzielt werden kann, ist die Benjeshecke für den botanischen Artenschutz eher bedeutungslos. Als sinnvoll hat es sich erwiesen, Benjeshecken durch Gehölzanpflanzungen zu ergänzen.

Gefährdung der Hecken

Gefährdet waren und sind Hecken in unserer Kulturlandschaft durch diverse Ursachen. Zwar gingen auch an ihnen die Folgen des Wald- und Baumsterbens durch Immission von Luftschadstoffen und die Nivellierung der Standortfaktoren durch Nährstoffeintrag des Regens (Stickstoff) nicht spurlos vorüber; direkter und massiver wirkten sich aber in den letzten Jahrzehnten vor allem Nutzungsintensivierungen und Nutzungsänderungen auf den Heckenbestand aus.
Besonders zerstörerisch wirkte sich dabei die Intensivierung der Landwirtschaft mit zunehmendem Biozideinsatz, Nährstoffeintrag und Landnahme aus, auch in Gestalt der Flurbereinigung. Aber auch Nutzungsänderungen, zum Beispiel die Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen in Bauland und der Neubau oder die Verbreiterung von Straßen und Wegen mit zunehmenden optischen und akustischen Reizen durch den Straßenverkehr sowie die Wiedernutzung und Intensivierung der Nutzung brachgefallener Flächen vor allem in Siedlungsbereichen in Ostdeutschland sind bedeutende Ursachen für ihre Gefährdung.

Weitere Gefährdungsfaktoren, unter deren Einwirkung eine Heckenstruktur langsamer, aber nicht minder wirkungsvoll zugrunde geht, tragen zur Verminderung des Heckenbestandes bei. Es sind dies in besonderen Maße:
Mangelnde oder falsche Pflegemaßnahmen (Ordnungsbedürfnis, Verkehrssicherungspflicht), Sommermahd, die Entfernung von Totholz, eine Beweidung bis an die Gehölze, wodurch Verbissschäden entstehen und die Nutzung der umliegenden Äcker bis dicht an die Hecken, wodurch der Wildkrautstreifen wegfällt, der mindestens vier Meter breit sein sollte. Als Folge daraus kommen die Hecken auch in direkten Kontakt mit verdrifteten Bioziden und Düngemitteln.

Aus all diesen negativen Einflüssen heraus sind die Angaben über verloren gegangene Heckenbestände nicht verwunderlich. Für Schleswig-Holstein wurde im Zeitraum 1950 bis 1979 eine Verminderung der Gesamtheckenlänge von 75.000 auf 50.000 Kilometer berichtet. Hinzu kommen die ökologischen Schäden durch die Vernichtung auch der vielen angeschlossenen Kleinstrukturen und Ausprägungsmerkmale einer Hecke, welche ihre ökologische Wirkung aufwerten, wie artenreiches Grünland, alte Baumstümpfe, Steinhaufen oder auch Tümpel und andere Kleingewässer.


Literatur

  • Hermann Benjes: Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken. Natur & Umwelt, Bonn 1998, ISBN 3-924749-15-9.
  • Peter Schwertner: Heimische Biotope. Natur-Verlag, Augsburg 1991, ISBN 3-89440-010-2.
  • Uwe Wegener (Hrsg.): Naturschutz in der Kulturlandschaft, Schutz und Pflege von Lebensräumen. Fischer, Jena 1998, ISBN 3-437-35250-4.
  • Eckhard Jedicke: Biotopschutz in der Gemeinde. Neumann, Radebeul 1994, ISBN 3-7402-0148-7.
  • Gerhard Siebels: Zur Kulturgeographie der Wallhecke. Rautenberg & Möckel, Leer 1954.
  • Doris Schupp, Hanns-Jörg Dahl: Wallhecken in Niedersachsen. In: Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen. Hannover 1992, ISSN 0934-7135.
  • Leipziger Sammlungen von Wirthschaftlichen, Policey-, Cammer-, und Finanz-Sachen. Band 7. Carl Ludwig Jacobi, Leipzig 1751, Seite 722.
  • Norbert Knauer: Ökologie und Landwirtschaft. Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-4094-2, S. 96–114.
  • Dieter Wieland u. a:, Grün kaputt. Landschaft und Gärten der Deutschen. Raben, München 1983, ISBN 3-922696-43-0 (dazu VHS-Film: Topo-graphie. Grün kaputt. Landesmediendienst Bayern 1983).
  • Jürgen Kruse: Hecken als Lebensraum. In: Imkerfreund. Nr. 5, 2007, S. 20–22.
  • Peter Kurz, Michael Machatschek, Bernhard Iglhauser: Hecken. Geschichte und Ökologie. Stocker, Graz 2001, ISBN 3-7020-0912-4.
  • Bernd Blümlein (Redaktion): Landschaftselemente in der Agrarstruktur. Deutscher Verband für Landschaftspflege, Ansbach 2007.
  • Hecken: Ökologische Funktion, Anpflanzung, Pflege und Erhaltung. In: LÖBF-Mitteilungen. Nr. 3, 1995.
  • Hecken planen, pflanzen, pflegen. Bioland, Mainz 2006.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Gartenhecke - das Multitalent im Hausgarten
CC by-sa Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hecke aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird hier in der Hortipedia weiterentwickelt. Er steht unter der Lizenz CC-by-sa 3.0, in der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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