Kalmia latifolia

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Kalmia latifolia L.

Ericaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Halbschatten - Standort: Schatten   5

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Immergrün

Blattform: elliptisch

Blattgliederung: einfach

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: wandspaltige Kapsel

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Rispe

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: buschig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Dilleniidae
Superordo:
Ericanae
Ordo:
Ericales

Kalmia latifolia, umgangssprachlich Berglorbeer, auch Breitblättrige Lorbeerrose, ist ein immergrüner, schön blühender, absolut winterharter (Klein-)Strauch.

Namensherkunft

Kalmia latifolia wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Kalmia latifolia ist eine Art aus der Gattung Kalmia, die 7 Arten umfasst, (je nach nach aktueller botanischer Nomenklatur auch 11 bis 25), und zur Familie der Ericaceae (Erikagewächse) gehört.

Merkmale

Kalmia latifolia - Habitus
Die überwinterten Blütenknospen
Kalmia latifolia - Blüten
Kalmia latifolia - Früchte

Wuchs

Die vergleichsweise langsamwüchsigen und langlebigen Sträucher werden 2 bis 4 Meter hoch, am heimatlichen Standort auch bis zu 8 m. Sie haben einen breit aufrechten Wuchs und bilden mehrere Stämme aus, die Wuchsbreite beträgt 1.5 bis 3 Meter. Hauptwachstumszeit ist im Frühjahr und im Sommer.

Holz und Rinde

Die Rinde an den stielrunden Zweigen ist abblätternd und grau.

Blätter

Das ledrige Laub ist immergrün, die einfachen, dunkelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind breit elliptisch und ganzrandig, gestielt und haben Nerven, die in den Blattrand auslaufen. Die Blätter sind flach, haben Größe von 5 bis 12 cm und eine kahle Oberfläche.

Blüten und Früchte

Die Pflanze überwintert ihre unscheinbaren Blütenknospen, in Rispen angeordnet, an den Enden vorjähriger Triebe. Ab April bis Mai entwickeln sich die Knospen dann zu ansehnlicher Größe, und bekommen einen auffällig gefalteten (geknitterten) Umriß und eine oft dunkelrosa oder dunkelrote Färbung. Schon in diesem Zustand sind die Pflanzen sehr attraktiv. Im Mai bis Juni öffnen sich, einzeln nacheinander, die schalenförmigen, 2 bis 2,5 cm breiten fünfzähligen Blüten. Diese stehen mit bis zu 60 Stück in etwa 10 cm breiten Schirmrispen. Weil sich stets aus mehr oder weniger farbigen Knospen innerseits hellere Blüten nacheinander entfalten, wirken die Blütenrispen in der Aufblühphase zweifarbig. Bei der Art sind die geöffneten Blüten meistens weiß oder hell rosa mit rötlichen Punkten; es gibt eine große Zahl von Sorten mit kräftigen Farbtönen und diversen Zeichnungen.

Die Sträucher tragen verholzende, rundliche, fünfklappig wandspaltige Kapseln.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden ein feines und stark verzweigtes, flaches Wurzelwerk, ähnlich wie Rhododendron.

Verbreitung

Kalmia latifolia stammt aus dem östlichen Kanada, dem zentralen Nordosten der USA, dem Nordosten der USA, dem Südosten der USA und Florida. Dort wächst sie als Unterholz auf sauren, steinigen oder sandigen oder moorigen Böden, an Gewässern, Sümpfen, in Dünentälern und Schluchten, auch in dichten Dickichten.

Standort

Die Sträucher bevorzugen einen halbschattigen bis schattigen Standort auf leichten, wasserdurchlässigen und sauren Böden. Optimal ist ein mäßig feuchter Boden ohne Staunässe. Das Substrat sollte vergleichsweise mager sein. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen einen pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Sie vertragen Temperaturen bis -29°C (WHZ 5).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Gehölzrand (meist humoser Boden)

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: salzhaltige Böden, sauerstoffarme Böden, kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: zeitweise trockene Böden

Verwendung

Kalmien eignen sich besonders als Begleitpflanzen zu Rhododendron und Azaleen. Sie benötigen die gleiche Erde wie diese, und einen relativ sonnigen Standort, damit sie ausreichend blühen. Sie vertragen trockenere Standorte, und ihre Winterhärte ist höher als die der meisten Rhododendron. Die verschiedenen Farben und Sorten der Breitblättrigen Lorbeerrose sind für solitäre Stellung ebenso geeignet wie für die Verwendung in größeren Gruppen. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 1,5 Meter, bei schwächer wachsenden Sorten auch darunter! Geeignet für Heidegärten, im Vorgarten, auch als Friedhofsgrün.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als mäßig pflegeintensiv einzustufen.

  • Düngung: Nur bei offensichtlichem Nährstoffmangel, vorzugsweise mit "Rhododendron-Dünger", in schwacher Dosierung! Chlorotische Verfärbungen der Blätter sind meistens ein Hinweis für einen zu hohen Kalkgehalt des Bodens. (Bodenanalyse zur Kontrolle!)
  • Bewässerung: Bei Neupflanzungen gründlich angießen, in den ersten Standjahren regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit überprüfen. Bei extremer Trockenheit wässern, Staunässe vermeiden!
  • Schnitt: Im Frühjahr, vor oder lieber direkt nach der Blüte, kann ein vorsichtiger Formierungsschnitt erfolgen. Auch ein Verjüngungsschnitt ist möglich; gesunde Pflanzen treiben nach einem harten Rückschnitt erfolgreich wieder aus.
    Parallelen hierzu: → Schnittmaßnahmen bei Rhododendron

Vermehrung:

  • Aussaat (Nur bei Wildarten, oder zur Züchtung neuer Sorten): Ab Dezember Aussaat im Glashaus bei 20 bis 25 °C auf saurem Substrat. Keimdauer ca. 10 bis 20 Tage; Lichtkeimer, die feine Saat nicht bedecken!
  • Stecklinge: Es ist sehr schwierig bis fast unmöglich, Kalmien-Stecklinge zu bewurzeln; dennoch: einige Betriebe beherrschen diese Methode.
  • Absenker: Durch Absenken von Zweigen (und fixieren auf feuchtem Substrat für mehrere Jahre) kann Adventiv-Bewurzelung hervorgerufen werden. Hierdurch ist eine Vermehrung in geringen Stückzahlen möglich.
  • Mikrovermehrung: "In vitro"-Vermehrung in speziellen Laboren ist die wirtschaftlichste Vermehrung von Kalmien-Sorten. [1]

Unterarten, Sorten

Es werden etwa 10 Formen und Unterarten genannt. Man findet klein bis zwergig wachsende Abweichungen ebenso wie verschiedene Blütenfarben und -Formen.
(Kalmia latifolia, K. l. f. angustata, K. l. f. fuscata, K. l. f. myrtifolia, K. l. f. obtusata, K. l. f. polypetala, K. l. var. coronata, K. l. var. laevipes, K. l. var. latifolia, K. l. var. pavarti) [2]
Aus diesen entstanden, durch Auslese und durch gezielte Kreuzungen, eine Vielzahl von Sorten.

Eine kleine Auswahl: [3]

Bilder von weiteren Kalmia latifolia Sorten.

Giftigkeit

Die Blätter von Kalmia latifolia sind giftig.
Die in reiner Form giftigen Blätter werden frisch gepflückt zu einem homöopathischen Heilmittel zubereitet: "Kalmia latifolia".

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Krankheiten und Schädlinge

  • Standortfaktoren: Blattrandnekrosen zeigen Salzschäden an, diese entstehen meistens durch zu starke Düngung oder Düngergaben bei trockenem Boden.
    An ungünstigen Standorten können Frostschäden auftreten, wenn direkt der Wintersonne ausgesetzte Pflanzen von kalten Winden getroffen werden; dies zeigt sich in flächigen braunen Verfärbungen der Blätter.
  • Insekten schädigen nur in sehr seltenen Fällen; gelegentlich gibt es Raupen an frischen Trieben.
    Buchtenförmige Fraßschäden an den Blättern verrät die Anwesenheit des gefurchten Dickmaulrüsslers: Aus den im Wurzelbereich abgelegten Eiern schlüpfen ab Juli die Larven, welche dann am Wurzelhals der Pflanzen fressen.
    Abhilfe: Siehe → siehe "Dickmaulrüssler".
  • Pilzliche Erkrankungen: Trieb- und Wurzelwelken können bei ungünstigen Standort sowie bei stauender Nässe im Boden Schäden hervorrufen. Oft ist eine Blattfleckenkrankheit zu beobachten; diese ist hauptsächlich ein optisches Ärgernis, gefährdet die Pflanze aber nicht ernsthaft.[4]

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

Einzelnachweise

  1. European Kalmia Society, Kalmia Vermehrung
  2. European Kalmia Society, Kalmia Arten
  3. European Kalmia Society, Kalmia Sorten - Internationales Verzeichnis
  4. European Kalmia Society, Schädlinge und Krankheiten

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