Vaccinium vitis-idaea

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Vaccinium vitis-idaea L.

Ericaceae

Lebensform: Halbstrauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   1

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandig-kiesig

Blattstand: wechselständig
Blatt: Immergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: einfach

Blütenform: glockenförmig
Frucht: Beere

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Traube

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Dilleniidae
Superordo:
Ericanae
Ordo:
Ericales

Vaccinium vitis-idaea, umgangssprachlich Kronsbeere, Preiselbeere, ist ein kompakter, aufrechter bis kriechender, immergrüner Zwergstrauch.

Namensherkunft

Vaccinium vitis-idaea wurde von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Vaccinium vitis-idaea ist eine Art aus der Gattung Vaccinium, die circa 205 bis 734 Arten umfasst und zur Familie der Ericaceae (Erikagewächse) gehört.

Merkmale

Illustration Vaccinium myrtillus und Vaccinium vitis-idaea

Wuchs

Die Preiselbeere wächst als immergrüner, Ausläufer treibender Zwergstrauch und erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimeter. Ihr Hauptwachstumszeit ist im Frühjahr. Die oberirdischen Pflanzenteile sind etwas flaumig behaart (= Kälteschutz).

Blätter

Die einfachen, überwinternden Blätter sind wechselständig angeordnet. Der flaumig behaarte Blattstiel ist etwa einen Millimeter lang. Die 1-2 cm lange und 4-8 mm breite Blattspreite ist breit länglich bis verkehrt eiförmig, ganzrandig, ledrig, auf der Oberseite dunkelgrün und glänzend, auf der Unterseite hell und dunkelgefleckt; der Blattrand ist zurückgebogen.

Blüten und Früchte

Blüten und Früchte, im Oktober

Während der Blütezeit von Mai bis Juli ist Vaccinium vitis-idaea sehr attraktiv. Die Pflanzen tragen dann weiße krugförmige, nickende, 5–8 mm lange Blüten, die in Trauben angeordnet sind. Die Pflanzen sind zwittrig; die weiße, manchmal rötliche Blumenkrone ist verwachsenblättrig, an der Spitze vierteilig. Die Blüten haben ein verwachsenblättriges Gynoeceum mit einen Griffel, und vier oder acht Staubblätter. - Nachblüte ist möglich bis zum Frost.

Von Sommer bis Herbst bilden die Sträucher zunächst weiße, später glänzend rote, kugelförmige Beeren, die an der Pflanze verbleiben. Die Früchte sind sowohl essbar als auch sehr zierend.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden fein bewurzelte unterirdische Triebe, mit denen sie sich flächig vegetativ vermehren.

Reife Früchte, im Oktober
Standort im Heidegarten

Verbreitung

Vaccinium vitis-idaea stammt aus ganz Europa mit Ausnahme der Iberischen Halbinsel, aus dem Kaukasus, dem Osten der Türkei, Westsibirien (bis zum Jenissei), Ostsibirien, von der Insel Sachalin, aus Kamtschatka, der Mongolei, der Mandschurei, Korea, Japan, Alaska, Kanada, Grönland, dem Nordwesten der USA, dem zentralen Nordosten der USA, dem Nordosten der USA und Kalifornien.

Standort

Die Preiselbeere kommt besonders in lichten und trockeneren Heidewäldern vor. - Die Zwergsträucher bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen bis feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-kiesig sein und einen pH-Wert zwischen 4,5 und 6 aufweisen. Saure Sand-, sandige Lehm- und Torfböden in wintermilder humider Klimalage (Nordwestdeutschland, Holland) sind ideal. Die Pflanzen vertragen Temperaturen unter -45°C (WHZ 1) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 17 Wochen.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden, sauerstoffarme Böden, zeitweise trockene Böden

Verwendung

Geeignet für Heidegärten und für Steingärten, außerdem geeignet als Friedhofsgrün und als Bienenweide. Am besten kommen die Sträucher in Gruppen von über 15 Stück zur Geltung. Auf geeignetem Standort bilden sich große, flächige Kolonien, welche auch verdrängend wirken können.
Ein gärtnerischer Anbau dieser "Moorbeetpflanze" in Kalkgebieten ist nur durch Bodenaustausch (Hochmoortorf) zu realisieren.
Die Preiselbeere ist in der Küche eine weithin geschätzte und beliebte Frucht, vor allem als Beilage zu Wildgerichten. Man kann die Früchte bis zum zeitigen Frühjahr am Strauch belassen, um sie erst dann zu ernten.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Preiselbeere in der Produktion der nordwestdeutschen und holländischen Baumschulen geht zurück, da sie in der Fruchtproduktion zunehmend durch die amerikanische Moosbeere (Cranberry) verdrängt wird.

Pflege und Vermehrung

Vermehrung durch Aussaat. Die Pflanzen sind Kaltkeimer, müssen also stratifiziert werden. Außerdem Vermehrung durch ausgehärtete Stecklinge: Kultursorten und Auslesen sind auf die vegetative Vermehrung durch Stecklinge angewiesen.

Sorten

Krankheiten und Schädlinge

Sind selten; wichtig: Standortbedingungen!

  • Mehrere Arten von Nacktbasidien (Exobasidium), einer Pilzgattung, können an Preiselbeerea auftreten. Befallene Blätter und Triebe sind dann oft blasig aufgeblasen oder missgestaltet sowie blass oder meist rot gefärbt. - In Mitteleuropa sind dies:
Exobasidium vaccinii, diese Art führt zu Gallwucherungen mit roter Oberseite an den Blättern.
Exobasidium splendidum, befällt die Jahrestriebe, und die befallenen Blätter sind leuchtend rot.
Exobasidium juelianum, befällt die gesamte Pflanze (systemisch). Die Blätter sind dünn, weich und ebenfalls leuchtend rot.

Die Übertragung von einer Pflanze zur nächsten erfolgt durch Sporenflug, daher sollen bei ersten Anzeichen die Pflanzen vernichtet werden; nicht auf den Kompost!

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)

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