Magnolia x soulangeana

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Magnolia x soulangeana Soul.-Bod.

Magnoliaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   6

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: einfach

Blütenform: trichterförmig
Frucht: Balgfrucht

82C / 7b4c9a 

Knospenanordnung: einzeln

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: aufrecht

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Magnoliopsida
Subclassis:
Magnoliidae
Superordo:
Magnolianae
Ordo:
Magnoliales

Magnolia x soulangeana, umgangsprachlich Tulpen-Magnolie, ist ein Großstrauch oder kleiner Baum und wahrscheinlich eine der bekanntesten Magnolien-Arten.

Namensherkunft

Magnolia x soulangeana wurde 1826 von Étienne Soulange-Bodin beschrieben und benannt, der sie um 1820 aus Magnolia denudata und Magnolia liliiflora kreuzte.

Taxonomie

Die Tulpen-Magnolie ist eine Art aus der Gattung Magnolia, die 130 Arten umfasst und zur Familie der Magnoliaceae (Magnoliengewächse) gehört.


Merkmale

Magnolia x soulangeana - Habitus
Magnolia x soulangeana - Blüte
Das "Innenleben"
einer Magnolienblüte
Nicht alle Samen entwickeln sich
Magnolia x soulangeana - Blüten

Wuchs

Die Pflanzen werden bis zu sechs Meter hoch und ebenso breit, als Bäume bilden sie nur kurze Stämme aus. Die Krone ist in der Jugend pyramidal mit aufsteigenden Ästen aufgebaut. Im Alter sind die Hauptäste eher ausladend, oft sogar auf den Boden gesenkt, die Kronenform wird hierdurch rundlich. Die Pflanzen sind langsamwüchsig und langlebig, ihr jährlicher Zuwachs beträgt etwa 25-30 cm in Höhe und Breite; ihre endgültige Größe von 4 bis 8 m Höhe und Breite erreichen sie nach etwa 20 Jahren.

Holz und Rinde

Die Zweige sind anfangs glatt und olivfarben, dann braungrau mit hellen Lentizellen; mit zunehmendem Alter der Pflanze werden die Äste braungrau mit feinrissiger Borke.

Blätter

Magnolia x soulangeana ist sommergrün, die 10 bis 15 Zentimeter langen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind hell- bis mittelgrün, verkehrt eiförmig bis breit elliptisch und haben einen glatten Rand. Die nur gelegentlich, je nach Witterungsverlauf, eintretende Herbstfärbung ist gelblich bis hellbraun.

Blüten und Früchte

Die "tulpenförmigen" Einzelblüten sind bis zu 25 Zentimeter groß und erscheinen von April bis Mai, noch vor dem Laubaustrieb. Sie sind weiß, an der Basis rosa überhaucht. Besonderes ältere Exemplare zeigen einen beeindruckenden Blütenreichtum.

Die Blütenknospen werden schon im Herbst angelegt; zwei seidig behaarte, knospenschuppenähnliche Hochblätter umschließen sie. Die Blüten, wegen der dieser Zierbaum angepflanzt wird, erscheinen schon vor dem Austrieb des Laubes im April bis Mai. Sie stehen endständig und aufrecht an den Zweigen. Auch nach dem Öffnen sind sie noch glockig zusammengeneigt. Die Blütenfarbe schwankt je nach Sorte von weiß über hellrosa bis zu violett. Oft ist das Blüteninnere heller gefärbt, während die Blüten außen und an der Basis dunkler rotviolett gefärbt sind. Die äußeren drei Blütenblätter sind kleiner und etwas grünlich überhaucht, es folgen sechs bis zwölf innere Blütenblätter. Im Zentrum der Blüte sind viele rote Staubblätter und viele Fruchtblätter angeordnet (in unbestimmter Anzahl). Von der Purpur-Magnolie hat die Tulpen-Magnolie die Eigenschaft geerbt, während des Sommers gelegentlich weitere Blüten zu entwickeln.[1]

Die braunen Balgfrüchte entwickeln sich schon früh nach der Blüte. Sie enthalten rote Samen und sind sehr zierend.

Wurzelsystem

Die Pflanzen bilden ein flach und tief ausgebreitetes Wurzelsystem mit starken, fleischigen und empfindlichen Wurzeln. Auf keinen Fall zu tief pflanzen!

Standort

Die Tulpen-Magnolie bevorzugt einen sonnigen bis leicht absonnigen Standort. Sie verträgt Temperaturen bis -23,3º C (WHZ 6b), ist allerdings durch die frühe Blüte empfindlich gegen Spätfrost, weswegen sich ein geschützer Standort, mit einer frostfreie Periode von mindestens 23 Wochen, empfiehlt.
Sie wächst auf lockeren und durchlässigen, nahrhaften und humosen, genügend feuchten Böden, auch sandigen Lehmböden und fühlt sich in frischen bis feuchten Substraten im sauren bis neutralen Bereich wohl. Magnolia x soulangeana toleriert keine kalkhaltigen Böden, bei bei zuviel Kalk neigt sie zu Chlorose; der günstigste ph-Bereich leigt bei pH 5 bis 6,5. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen eine Oberbodendicke von mindestens 61 Zentimetern. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 2 bis 3,5 Metern.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: salzhaltige Böden, sauerstoffarme Böden, kalkhaltige Böden
  • geringe Toleranz: zeitweise trockene Böden

Verwendung

Sehr gut geeignet als Solitär, auch da die Pflanzen bereits in jungen Jahren blühen. Vor einem dunklen Hintergrund aus immergrünen Gehölzen kommen die Blüten besonders gut zur Geltung. Günstig ist ein etwas geschützter Standort, im Schutz von Gebäuden oder anderen Großgehölzen. Zur Produktion von Feuerholz sind die Pflanzen nur schlecht geeignet.

Pflege und Vermehrung

Den Wurzelbereich des flach wurzelnden Gehölzes sollte man gegen Austrocknen mit einer (Laub-)Mulchschicht abdecken. Hacken und Umgraben hier unbedingt vermeiden! Günstig dagegen ist die Pflanzung einer Schattenstauden-Bodendecke.
Magnolien sollen nicht beschnitten werden. Man kann alte Sträucher vorsichtig auslichten oder verkleinern oder auch junge Pflanzen behutsam formen. Tun Sie dies so bald wie möglich nach der Blüte, um die Entwicklung der Blütenknospen für das nächste Jahr zu sichern.

Vermehrung durch Aussaat: Die Hybride ist zwar meist steril, gelegentlich werden aber einige Samen produziert, die weitere Hybriden mit unbestimmten Eigenschaften entstehen lassen können. Die hierfür erforderliche Prozedur: Vorbehandlung - monatelange Stratifikation - jahrelange Weiterbehandlung in Kalthaus - etc. wird kaum lohnen.
Vermehrung durch Stecklinge: Grünstecklinge werden am besten im späten Frühjahr oder im Frühsommer genommen, halbharte Stecklinge im Spätsommer oder Herbst, Weiterbehandlung in Kalthaus.

Arten und Sorten

  • 'Alba Superba' - weiße Blüten, unten rosa angehaucht
  • 'Dorsopurpurea'‎ - locker aufrechter Strauch, attraktive Blüten dunkel-purpur, sparsam blühend
  • 'Heaven Scent' - Blüten bis 10 cm Länge, bis neun rosa Blütenblättern, zur Spitze blassrosa, mit magenta Tönung auf der Außenseite
  • 'Lennei' - Blüten innen rosa-weiß, außen purpur, bis zu 20 cm breit
  • 'Lennei Alba'‎ - reinweiße Blüten mit bis zu 20 cm Durchmesser, schwach- und kleinwüchsiger, blüht erst mit 7 bis 10 Jahren

Krankheiten und Schädlinge

Bei Magnolien gibt es selten Probleme mit Krankheiten und Schädlingen. Auftreten können Blattflecken, Schorf oder Mehltau, auch Obstbaumkrebs. Diese Erscheinungen werden die Pflanze jedoch nicht dauerhaft schädigen oder zum Absterben bringen, solange die Standort-Bedingungen stimmen.

Eine bakterielle Blattfleckenkrankheit mit schwarzen Flecken, die von einem gelben Hof umgeben und von Blattadern begrenzt sind, wird durch das Bakterium Pseudomonas syringae hervorgerufen. Mit der Zeit entstehen im Zentrum der Flecken Löcher, von den Bakterien befallene Triebe können absterben. Die Bakterien verbreiten sich überwiegend durch Regentropfen, und die Krankheit entwickelt sich besonders unter feuchten Bedingungen.
Durch nicht zu engen Standort kann erreicht werden, dass das Laub der Magnolie rasch abtrocknen kann. Das Entfernen erkrankter Blätter und ein rechtzeitiger Rückschnitt von befallenen Trieben, auch das Entfernen vom Herbstlaub, ist hilfreich.

Weiße Fliegen (Mottenschildläuse) können Magnolien befallen und schädigen. Das ca. 1,5 mm große Insekt legt seine länglichen, kurz gestielten, ca. 0,5 mm langen Eier auf die Blattunterseite ab. Die hieraus schlüpfenden Larven, die Nymphen wie die erwachsenen Tiere saugen an den Blättern. Der von ihnen, wie auch von Blattläusen, abgesonderte "Honigtau" verursacht eine Verschmutzung des Laubes durch "Rußtau-Pilze" und beeinträchtigt damit etwas die Assimilation der Pflanze.
Nur im Notfall können Insektizide eingesetzt werden. Ein übermäßiger Befall mit der Weißen Fliege wird meist durch ihre natürlichen Feinde, wie Marienkäferarten oder auch Schlupfwespen, verhindert.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Non-commercial Links

  1. "Tulpen-Magnolie" bei Wikipedia
es:Magnolia x soulangeana

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