Mespilus germanica

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Mespilus germanica L.

Rosaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: lanzettlich

Blattgliederung: einfach

         

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Sammelbalgfrucht

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rosanae
Ordo:
Rosales

Mespilus germanica, umgangsprachlich Echte Mispel, ist ein Strauch oder ein kleiner Baum.

Namensherkunft

Mespilus germanica wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Die Echte Mispel ist eine Art aus der Gattung Mespilus, die 5 bis 11 Arten umfasst und zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse) gehört.

Merkmale

Mespilus germanica als Kleinbaum
Mespilus germanica - Blüten
Herbstfärbung
Reifende Früchte im Oktober
Reife Früchte im November
Habitus: Ein älterer "Kleinbaum"
Habitus: Baum im Winter
Attraktive Früchte, Mitte November

Wuchs

Der langsam wachsende Strauch, oder auch Kleinbaum mit nur kurzem Stamm, wird etwa 3 bis 6 Meter hoch; im Alter ist er breiter als hoch. Er wächst sparrig, mit gedrehten und gebogenen, verwinkelten Ästen und Zweigen. Mit einer Lebensdauer von 30-50 Jahren ist die Art eher kurzlebig.

Holz und Rinde

Das Holz ist sehr hart, zerstreutporig und von feiner Textur. Das Splintholz ist weiß mit leicht rosa Tönung, das Kernholz ist bräunlich. Junge Triebe sind grünlich graufilzig, bei Wildformen tragen sie Dornen. Ältere Zweige sind bräunlichgrau bis silbergrau, sie bleiben lange glatt und werden später grauschwarz.

Blätter

Mespilus germanica ist sommergrün, die lanzettlich-ovalen bis länglich eiförmigen Blätter sind wechselständig angeordnet und haben einen glatten bis leicht gekerbten Rand. Sie sind oberseits stumpfgrün bis leicht glänzend, unterseits hellgrün und behaart. Im Herbst färben sie sich rotbraun, manchmal auch leuchtend gelb.

Blüten und Früchte

Mispeln blühen sehr spät, erst Ende Mai bis Anfang Juni, und sind selbstfruchtbar. Die Blüten sind die normalen zwittrigen, radförmig fünfzähligen Blüten der Rosengewächse. Sie stehen einzeln an den Kurztrieben und sind mit einem Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern auffallend groß. Die fünf freien, rundlichen Kronblätter sind weiß bis cremeweiß. Die 30 bis 40 Staubblätter besitzen rote Staubbeutel (Antheren).

Die birnenähnlichen, essbaren Früchte sind Sammelbalgfrüchte (Apfelfrüchte) und recht zierend. Sie haben die Form einer abgeflachten Kugel, mit stark ausgeprägten Resten der Kelchblätter und mit etwas filziger Schale. Sie sind 2 bis 4 cm groß, bei Kulturformen beträgt der Durchmesser 3 bis 7 Zentimeter. Sie reifen erst gegen Ende Oktober, Anfang November und sind dann bräunlich. Die Frucht ist stark von Sklerenchym durchsetzt, dadurch hart und etwas korkig, was ihr auch den Namen "Steinapfel" einbrachte. Durch Frosteinwirkung werden die Früchte weich und teigartig-matschig; dann sind sie süß bis säuerlich und essbar.

Wurzelsystem

Mespilus germanica ist ein Tiefwurzler.

Verbreitung

Die Mispel stammt, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht aus Mitteleuropa, sondern aus Klein- bis Mittelasien. Sie kommt vor auf der Apenninen-, der Balkan- und der Krim-Halbinsel, in der Türkei, dem Kaukasus, dem Norden des Iran und in Zentralasien. Im Kaukasus kommt sie bis zu einer Höhe von 1000 m vor. Sie ist eingebürgert auf den Britischen Inseln, in Frankreich, Zentraleuropa und dem östlichen Mitteleuropa, wächst dort teilweise verwildert in Büschen, Hecken und Wegrändern, auf oft steinigen Lehmböden in sommerwarmen Lagen.

Standort

Die Echte Mispel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort in warmer Lage und verträgt Temperaturen bis -28,2º C (Winterhärtezone 5a). Sie wächst in mäßig trockenen bis frischen, nicht zu armen Substraten, auch auf steinig-schottrigen oder sandig-lehmigen Standorten, bevorzugt nährstoffreiche, kalkreiche und tiefgründige Lehmböden. Auf stark alkalischen Böden, bei einem pH-Wert über pH8, können Chlorosen auftreten.

Verwendung

Lange haftende Früchte

Die Mispel war früher ein wichtiger Fruchtbaum in Kloster- und Bauerngärten, heute ist sie nur noch selten in Kultur. Die Früchte der Mispel sind nach Frosteinwirkung oder längerer Lagerung essbar. Verarbeitet werden sie auch zu Mispel-Likör und -Brand sowie zur Herstellung von Marmeladen, Gelees und Säften.

"Hausbaum":

Zur Zeit scheint sie aus anderen Gründen wieder "in Mode" zu kommen: Da das Wärme liebende, genügend frostharte, stadtklimafeste und relativ klein bleibende Gehölz auch sommerliche Hitzeperioden sehr gut verträgt, eignet es sich als "Hausbaum" oder "Solitärbaum" im kleinen (Stadt-)garten. Als Vogelschutz- und -Nährgehölz ist die Echte Mispel zu empfehlen. Im Herbst sind die bronzefarbenen Früchte, die bis in den Winter hinein am Baum hängen bleiben können, ein Schmuck für den Hausgarten.

Gleichfalls wäre der Einsatz als "Klettergerüst" für eine kleinwüchsige Clematis, z.B. Clematis alpina zu erwägen. - Auf jeden Fall ist eine Echte Mispel ein "Echter Hingucker" für den Garten!

Außerdem geeignet als Alleebaum und als Bienenweide.

Mespilus germanica findet in der Volksmedizin Verwendung: Reife Früchte, roh gegessen oder in gekochten Gerichten, sollen harntreibend, zur Linderung von Nieren- und Harnwegsentzündungen, sowie gegen Durchfall und Darmkatarrh wirken. - Neben den Früchten werden auch Rinde und Blätter wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes in der Pharmaindustrie verarbeitet.


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Sorten

  • 'Holländische Riesenmispel', hat große Früchte mit gutem Geschmack
  • 'Königsmispel', aus England stammend
  • 'Ungarische', 'Balkan-Mispel', schwächer wachsend

Vermehrung, Pflege

Die Wildformen vermehren sich generativ, die Samen bleiben 18 bis 20 Monate keimfähig. Sie werden durch Vögel und andere Tiere verbreitet. Kulturformen werden vermehrt durch Veredlung auf verschiedene Unterlagen, z.B. Weissdorn (Crataegus), Quitte (Cydonia), Birne (Pyrus), auch Mispel (Mespilus).

Die Mispel verträgt Schnittmassnahmen schlecht. Bei alten Pflanzen kann ein vorsichtiges Auslichten der Krone angebracht sein (Siehe: Sommerschnitt an Gehölzen ).

Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge halten sich in Grenzen: Blattläuse sind oft an Mispeln zu finden, können jedoch einfach als "Vogelfutter" angesehen werden. - Der Kleine Frostspanner verursacht durch seinen Fraß Schäden. - In nassen Jahren kann es gelegentlich im Herbst zu Monilia-Fruchtfäule kommen. - Eine Blattfleckenkrankheit der Mispel (Entomosporium mespili) wird beschrieben, dürfte aber z.T. die Folge eines ungeeigneten Standortes sein.

Die Mispel ist, ebenso wie die verwendeten Unterlagen (Crataegus monogyna, Cydonia oblonga) anfällig für Feuerbrand. Wegen der Feuerbrandproblematik im Obst- und Gartenbau soll bei Verdacht auf Symptome untersucht werden, damit keine Infektionsherde entstehen.

Geschichte

Die Mispel war schon bei den Griechen als Obstgehölz bekannt. Die Römer brachten sie nach Mitteleuropa und bis nach Südskandinavien. Im Mittelalter wurde sie in Frankreich und in Südwestdeutschland häufig angebaut, und wohl auch als Mittel gegen Skorbut erkannt. Wegen ihres hohen Gehaltes an Gerbstoffen wurden die unreifen Früchte auch in der Gerberei verwendet.

Nicht verwechseln:

Wegen des Namens werden die Mispeln manchmal verwechselt, entweder mit den Misteln Viscum album, oder mit den Zwergmispeln (Cotoneaster).

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • efloras.org

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