Vaccinium oxycoccos

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Vaccinium oxycoccos L.

Ericaceae

Lebensform: Halbstrauch

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   1

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandig-kiesig

Blattstand: wechselständig
Blatt: Immergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

Blütenform: röhrenförmig
Frucht: Beere

N999D / ffffff 

Knospenanordnung: Traube

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Dilleniidae
Superordo:
Ericanae
Ordo:
Ericales

Vaccinium oxycoccos, die Gewöhnliche Moosbeere, ist ein niederliegend wachsender Zwergstrauch, beheimatet in den Nördlichen Mooren.

Namensherkunft

Vaccinium oxycoccos wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Die Gewöhnliche Moosbeere ist eine Art aus der Gattung Vaccinium, die ca. 450 Arten umfasst und zur Familie der Ericaceae (Erikagewächse) gehört.

Merkmale

Vaccinium oxycoccos, fruchtend

Wuchs

Die Gewöhnliche Moosbeere ist ein immergrüner, niederliegend wachsender Zwergstrauch, dessen fadenförmige Stängel bis zu einem Meter weit kriechen können. Sie wird nur etwa zwei bis fünf Zentimeter hoch.

Vaccinium oxycoccos France photo file 2,68MB.jpg

Blätter

Vaccinium oxycoccos ist immergrün, die kleinen, eiförmigen, ledrigen 10 bis 15 mm langen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits weißlich grün, ganzrandig und haben einen bis zur Spitze hin zurückgerollten Rand. Die Blattunterseite ist wachsig und schützt die Pflanze so vor Wasserverlusten im Winter.

Blüten und Früchte

Die zierlichen 6–10 mm breiten, rosafarbenen, endständigen Blüten erscheinen von Mai bis Juli. Sie sitzen zu 1 bis 4 in kleinen Büscheln auf bis zu fünf Zentimeter langen leicht beahharten Blütenstielen, an den Spitzen der Zweige. Blumenkrone verwachsenblättrig mit kurzer Kronröhre und flachen Kronblattzipfeln, ca. 4 mm breit, rosa-hellrot, sehr tief 4–5-fach gespalten und türkenbundartig zurückgebogen. Vier Kelchblätter, kahl; 4 oder 8 Staubblätter; Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe.

Früchte im August

Die Früchte sind erbsengroße kugelige Beeren, 6–8 mm im Durchmesser. Sie reifen ab August, sind rot bis dunkelrot, teils gesprenkelt. Wegen ihres hohen Benzoesäure-Gehaltes faulen sie nicht, und sie halten sich daher über den Winter.

Verbreitung

Die Moosbeere ist zirkumpolar verbreitet, bis etwa 71° nördlicher Breite. In Skandinavien, im Baltikum, Nordrussland, Japan und Nordamerika kommt sie häufig vor. Die Art ist in der Bundesrepublik heimisch (indigen), in den Alpen wächst sie bis zu einer Höhe von 1500 Metern. Sie wächst bevorzugt auf sauren Moorböden: Nährstoffarme Hochmoore, moosige feuchte Stellen in Kiefernbruchwäldern und Fichtenmoorwäldern sind ihre Standorte.

Habitat im Torfmoos

Standort

Die Gewöhnliche Moosbeere benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und verträgt Temperaturen unter 45,5º C (Winterhärtezone 1). Sie wächst auf Torfböden, sandig-humosen Böden, und fühlt sich in nassen bis feuchten Substraten wohl. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf nassen und ausgesprochen stickstoffarmen, meist sauren bis mäßig sauren Böden.[1]

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber

  • Sumpfzone

Verwendung

Die Moosbeere ist essbar. Ihre roten Beeren haben einen leicht bitteren Geschmack, der dem der Preiselbeeren ähnelt; ihre Inhaltsstoffe stimmen fast genau mit denen der Vaccinium vitis-idaea (Preiselbeere) überein. Moosbeeren passen zu Wild-Braten und sie werden zu Konfitüre, Trockenobst, Tee und Saft verarbeitet. Weiterhin finden die Früchte in Backwaren, Likören, Vitaminpräparaten und Cremes Verwendung.
Die Reife- und Erntezeit der Früchte liegt im Zeitraum September bis Oktober. Das Sammeln der Früchte ist nur in Ausnahmefällen möglich, weil ihre Standorte überwiegend in Naturschutzgebieten liegen. Vaccinium oxycoccos ist die wichtigste Nutzpflanze der finnischen Moore.[2] Lokalen Beerensammlern in den baltischen EU-Mitgliedsstaaten werden die mit Abstand höchsten Preise für wild gewachsene Beeren gezahlt.

In Garten ist die Moosbeere in Heide- und Moorbeet-Pflanzungen einzusetzen, auf saurem bis stark saurem, absolut feuchtem bis nassem Boden und sonnigem Standort. Hier kann der sehr zierliche, wie eine rankende Staude wirkende Kleinstrauch in wenigen Jahren durch seine wurzelnden Kriechsprosse kleine Flächen überspinnen. Zusammen mit Sphagnum (Torfmoos), Andromeda polifolia (Rosmarinheide), Gentiana pneumonanthe (Lungenenzian) und Erica tetralix (Glockenheide) kann auf einer sehr feuchten Senke so ein kleines "Heidemoor" entstehen.

Pflege und Vermehrung

Die Pflanzen benötigen unbedingt sauren bis sehr sauren Boden, der stets feucht bis nass sein soll! Eine Düngung erfolgt, wenn überhaupt, nur sehr sparsam.
Eine vegetative Vermehrung kann durch Abtrennen wurzelnder Kriechsprosse erfolgen..

Tierische Besucher

Die meisten Tiere verschmähen die harten ledrigen Blätter der Gewöhnlichen Moosbeere. Doch die Raupe des Moosbeerenspanners (Carsia sororiata) und wahrscheinlich auch des Hochmoor-Perlmutterfalters (Boloria aquilonaris) ernähren sich ausschließlich von dieser Pflanze. Eine dritte Art, die aber auch verwandte Heidekrautgewächse (Ericaeae) befrisst, ist der Hochmoorbläuling (Plebejus optilete).

Gefährdung und Schutz

Die Gewöhnliche Moosbeere ist in Deutschland weniger bekannt als andere Vaccinium-Arten, obwohl sie bei uns heimisch (indigen) ist. Sie ist weltweit nicht gesetzlich geschützt, sie gilt aber in Deutschland als gefährdet (Gefährdungskategorie 3).

Siehe auch

Vaccinium macrocarpon, Grossfrüchtige Moosbeere

Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

  1. Heinz Ellenberg, H.E. Weber, R. Düll, V. Wirth, W. Werner, D. Paulißen: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18, Verlag Erich Goltze, 1992, ISBN 3-88452-518-2
  2. http://www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/moosbeere Beschreibung der Art bei "Naturegate II" (Finnland)]

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