Phyllactinia guttata

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Phyllactinia guttata ist eine Species aus der Familia der Erysiphaceae. Die Anamorphe (Nebenfruchtform) dieser Art ist Ovulariopsis moricola. Es handelt sich um einen pflanzenpathogenen Pilz, der vorwiegend in gemäßigten Klimazonen verbreitet ist. Phyllactinia guttata ist ein Erreger des Echten Mehltaus, der vorwiegend Blätter und Stengel eines breiten Spektrums von Wirtspflanzen befällt.

Phyllactinia guttata (Wallr.) Lév. 1851
Phyllactinia guttata Graphic file 1,42MB.jpg
Versch. Stadien im Lebenszyklus von Phyllactinia guttata. Fig 1. Cleistothecia (Kleistothezien) auf Blatt einer Castanea sativa (Esskastanie) 2. Perithecium (kugelförmiger Fruchtkörper) 3. Zwei Asci 4. Drei Sporen 5. Konidien-tragende Hyphen 6. keimendes Konidium
Regnum: Fungi
Phylum: Ascomycota
Classis: Leotiomycetes
Subclassis: Leotiomycetidae
Ordo: Erysiphales
Familia: Erysiphaceae
Schadensort: Blätter
Schadensart: Belag
Beschreibung: punktuell

schwarz

Schadensort: Blätter
Schadensart: Belag
Beschreibung: gleichmäßig

weiß

Krankheit: Echter Mehltau
Wirtspflanzen: Castanea, Castanea sativa, Corylus, Corylus maxima, Corylus avellana, Betula, Carpinus, Corylus, Ostrya, Fagus, Quercus, Juglans, Platycarya, Pterocarya, Acer, Aesculus, Aralia, Asclepias, Azalea, Buxus, Catalpa, Chionanthus, Cornus, Frangula, Hedera, Humulus, Paliurus, Populus, Prunus, Rhamnus, Ribes, Salix, Sorbus, Syringa, Ulmus

betroffene Lebensformen:
Bäume









Schadensbild

Echter Mehltau kann leicht durch den weissen oder hell-gefärbten, pudrigen Pilzbelag erkannt werden, der sich auf Blattober- und -unterseite bildet. Wie bei vielen Mehltauarten werden reichlich ungeschlechtliche Konidien (Sporen, Oidium-Stadium) gebildet, die in Ketten die flächigen weißen Überzüge bilden.

Die Cleistothecia sind winzig, gelb bis schwarz, die Fruchtkörper erscheinen normalerweise im Herbst an der Blattunterseite. Cleistothecia von P. guttata haben gerade Anhängsel mit einer knolligen Basis, die Asci beinhalten zwei bis drei Sporen. Die charakteristische Borsten und Anhängsel liefern unter dem Mikroskop die wichtigsten Bestimmungsmerkmale.

Auswirkungen auf die Pflanze

Schwerer Befall kann Missbildung von jungen, späten Trieben verursachen, ebenso wie Chlorose, braunes Laub oder verfrühten Laubfall. An Bäumen im Schatten, Zierbäumen oder Setzlingen kann die Krankheit die Wüchsigkeit beeinträchtigen, der Jahreszuwachs wird aber nicht wesentlich beeinflusst. Der Schaden an Forstbäumen kann vernachlässigt werden.

Wichtigste Wirtspflanzen

Häufig von der Infektion betroffen sind Corylus (Hasel), wie zum Beispiel Corylus maxima (Lambertshasel) und Corylus avellana (Gemeine Hasel).

Weiterhin kann der Erreger eine grosse Anzahl von Wirten aus zahlreichen Familien infizieren:[1]
Betulaceae: Betula, Carpinus, Corylus, Ostrya
Fagaceae: Castanea, Fagus, Quercus
Juglandaceae: Juglans, Platycarya, Pterocarya

Ebenso tauchte der Erreger bei den Genera Acer, Aesculus, Aralia, Asclepias, Azalea, Buxus, Catalpa, Chionanthus, Cornus, Frangula, Hedera, Humulus, Paliurus, Populus, Prunus, Rhamnus, Ribes, Salix, Sorbus, Syringa und Ulmus auf.[2]

Verwechslungsmöglichkeiten

Massnahmen

Pflanzenschutzmittel auf biologischer Basis

Chemische Pflanzenschutzmittel

Hausmittel

Nützlinge

Biologie

Systematik

1801 von Christian Hendrik Persoon als "Sclerotium erysiphe" benannt hat die Art im 19. Jahrhundert eine Reihe von Namensänderungen durchlaufen. In Salmon's Anfang des 20. Jahrhunderts weitverbreitet verwendeter Monographie der Erysiphaceae bürgerte sich in der Wissenschaft die Bezeichnung "Phyllactinia corylea" für rund ein halbes Jahrhundert ein, bis das Anfangsdatum für die Benamung von Pilzen geändert wurde und der Name P. guttata etabliert wurde. Lange wurde angenommen, dass P. guttata conspezifisch mit P. chorisiae sei, bis in einer Studie aus dem Jahre 1997 belegt wurde, dass es unterschiedliche Arten sind.[3]

Merkmale

Unter dem Mikroskop betrachtet wird P. guttata charakterisiert durch grosse Ascomata (Fruchtkörper), lange, schmal zugespitzte Anhängsel mit einer knolligen Verdickung an der Basis und zwei- bis dreisporigen Asci mit grossen Ascospora. Die Ascomata haben ausserdem gelatineartige Zellen mit Büscheln von Hyphen, die Haaren ähneln.[4]

Das Myzel kann mächtig und langlebig sein, oder kärglich und kurzlebig.[5]

Die Cleistothecia kann gross werden (216–245 µm), mit weichem Wandgewebe und undeutlicher Zellstrukutur mit Brüchen und Falten. Sie entwickelt üblicherweise 8–12 leicht abtrennbare transparente Anhängsel mit einer Länge von 191–290 µm. Die Asci sind 4 bis 5, bis 20 oder mehr, eiförmig, gestützt durch kleine, stengelartige Strukturen mit einer Größe von 72–83 mal 32–40 µm. Typisch sind zwei Sporen per Ascus, manchmal auch drei oder vier, mit einer Größe von 31–36 mal 21–25 µm.[6]

Die Zellen am oberen Teil der Ascomata, die Haaren ähneln, werden "penicillate Zellen" genannt. Sie bestehen aus "Füßen" und Filamenten. Die Filamente können durch die Absorption von Wasser gelieren und es wird vermutet, dass sie so den Ascomata helfen, sich an die Oberfläche, auf der sie wachsen anzuheften, wie zum Beispiel auf der Unterseite von Blättern.[7]

Bei P. guttata sind die "Füße" zylindrisch und irregulär in der Breite, 32–72 mal 7.5–25 µm, und untereilt in 2–10 Verzweigungen im oberen Teil. Jede Verzweigung ist kurz, knollig, mit Filamenten, die etwas kürzer als die "Füße" sind, 20–42 µm breit. Die kurzen, knolligen Verzweigungen auf dem vielästigen oberen Teil der "Füße" sind einzigartig bei den Phyllactinia und somit ein Unterscheidungsmerkmal dieser Art.[8]

Lebensweise

Echten Mehltau findet man vor allem in kühlen bis warmen, feuchten Klimata mit wenig Regen. Die Fruchtstände erscheinen normalerweise im Herbst an der Blattunterseite.

Verbreitung

P. guttata ist weltweit in Regionen mit gemäßigtem Klima verbreitet, wie z.B. in China, Indien, Iran, Japan, Korea, Türkei, ehemal. GUS , Europa (weit verbreitet), Canada, und USA.

Entwicklung

Die Dissemination und das Anheften der Cleistothecia (Kleistothezien) an neue Oberflächen erfolgt durch gelatineartige "behaarte" Zellen.

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  1. SMML Datenbankabfrage vom 2009-05-01
  2. Kapoor JN. (1967). "Phyllactinia guttata". IMI Descriptions of Fungi and Bacteria 16: 157
  3. Liberato JR. (1997). "Taxonomic notes on two powdery mildews: Phyllactinia chorisiae and Ovulariopsis wissadulae (Erysiphaceae : Phyllactinieae)". Mycotaxon 101: 29–34
  4. Shin H-D, Lee H-J. (2002). "Morphology of penicillate cells in the genus Phyllactinia and its taxonomic application". Mycotaxon 83: 301–325
  5. Ellis JB, Everhart JM. (1892). North American Pyrenomycetes. New Jersey: Newfield. pp. 20–21
  6. Eslyn WE. (1960). "New Records of Forest Fungi in the Southwest". Mycologia 52: 381
  7. Yarwood CE. (1958). "Powdery mildews". Botanical Review 13: 235–301
  8. Shin H-D, Lee H-J. (2002). "Morphology of penicillate cells in the genus Phyllactinia and its taxonomic application". Mycotaxon 83: 301–325

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CC by-sa Dieser Artikel basiert auf dem englischen Artikel Phyllactinia guttata aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird hier in der Hortipedia weiterentwickelt. Er steht unter der Lizenz CC-by-sa 3.0, in der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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