Quercus robur

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Quercus robur L.

Fagaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: sandiger Ton

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: einfach

    

Blütenform: keine Angabe
Frucht: Nuss

V

150B / c3d238 

Knospenanordnung: Ähre

Blüte: keine Angabe
Blütenhabitus: keine Angabe

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Hamamelididae
Superordo:
Faganae
Ordo:
Fagales

Quercus robur, umgangsprachlich Stiel-Eiche, Sommer-Eiche, ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart.

Namensherkunft

Quercus robur wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Taxonomie

Quercus robur ist die Typus-Art der Gattung Quercus, die circa 641 bis 798 Arten umfasst und zur Familie der Fagaceae (Buchengewächse) gehört.

Merkmale

Junger Baum mit Herbstfärbung
Blüten
Borke
Holz der Stieleiche
Früchte
Qercus robur 'Fastigiata'
"Tausendjährige Eiche"

Wuchs

Die Stieleiche ist ein 20 bis 40 Meter hoher Baum mit meist kurzem Stamm und einer breiten, hochgewölbten, lockeren, oft malerischen Krone. Die starken Äste stehen unregelmäßig, weit ausladend, knorrig und sind oft verdreht. Der Baum erreicht einen Stammdurchmesser von bis drei Meter. Ihr Höchstalter liegt bei 500 bis 1000 Jahren, in Ausnahmefällen bis zu 1400 Jahren. Die Knospen sind stumpf, eiförmig und sitzen gehäuft an den Triebenden.

Holz und Rinde

Das Holz ist sprichwörtlich sehr hart. Die Rinde der Jungtriebe sind glatt und olivgrün, später olivbraun. Alte Borke ist tief längsrissig, graubraun bis dunkelgrau.

Blätter

Quercus robur ist sommergrün, die etwas ledrigen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind oberseits tiefgrün glänzend, auf der Unterseite heller, im Umriss verkehrt eiförmig, 10 bis 15 cm lang und haben einen in fünf bis sechs Buchten gelappten Rand. Der Blattstiel ist nur 4 bis 8 mm lang, die Blattspreite ist an der Basis geöhrt. Die Bäume haben, je nach Standort, eine oft prächtige, gelbe bis gelbbraune Herbstfärbung; das trockene Laub haftet meist noch bis zum Frühjahr.

Blüten und Früchte

Die Tieleiche blüht von April bis Mai. Die männlichen Blüten sind 2 bis 4 cm lange gelblichgrüne Kätzchen, die weiblichen Blüten stehen in langgestielten Ähren.

Die braunen Früchte sind Nussfrüchte. Die "Eicheln" reifen von September bis Oktober. Sie sind 2 bis 3 cm lang und sitzen zu dritt bis fünft an 5 bis 10 cm langen Stielen.

Wurzelsystem

Die Sommer-Eiche ist ein Tiefwurzler, in der Jugend werden starke Pfahlwurzeln gebildet, mit geringen Anteil an Feinwurzeln. Erst im Alter wird der Boden intensiv durchwurzelt und es entwickelt sich ein tiefreichendes Herzwurzel-System. Sie kann mit ihren Wurzeln auch stark verdichtete Böden erschließen, um tiefliegendes Grundwasser zu erreichen und auch sauerstoffarme Ebenen in bis zu 2 Metern Tiefe zu nutzen.

Verbreitung

Quercus robur stammt aus ganz Europa, der Türkei und dem Kaukasus.

Standort

Die Gewöhnliche Stiel-Eiche ist in der Jugend schattenverträglich, bevorzugt jedoch einen sonnigen Standort, und verträgt Temperaturen bis -29º C (Winterhärtezone 5a). Sie verträgt sowohl Überschwemmungen bis zu 3 Monaten als auch sommerliche Trockenzeiten, weshalb sie als Böschungsbefestigung an Gewässern besonders geeignet ist. Auf Grundwasser-Absenkungen reagiert sie mit Wipfeldürre.
Sie ist anspruchslos und bodentolerant, gedeiht auf jedem Boden, von sauer bis alkalisch, entwickelt sich jedoch am besten in tiefgründigen, frischen bis feuchten Böden und schwerem Lehmboden mit einen pH-Wert zwischen 8 und 10.

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: zeitweise trockene Böden
  • hohe Toleranz: Stadtklima, Streusalz

Verwendung

Geeignet für Wind- und Bodenschutz, zur Hangbepflanzung und für Lärm- und Staubschutz.

Auch für innerstädtisches Klima ist sie geeignet, eignet sich als Solitärbaum. Eine Reihe von Varietäten sind auch für den Garten von Interesse; verbreitet ist Qercus robur 'Fastigiata', die straff aufrecht und sehr schmal wächst wie eine Pyramidenpappel. Außerdem geeignet als Aleebaum, Verkehrsbegleitgrün, Bienenweide, Vogelweide und als Vogelschutzgehölz.

Findet als Arzneipflanze Verwendung.

Pflege und Vermehrung

Für einen gesunden Wuchs im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr schiefe oder überkreuzt wachsende Äste entfernen.

Vermehrung durch Aussaat im Frühbeetkasten bei Samenreife, sowie bei Sorten durch Pfropfen vom Spätherbst bis in den späten Winter.

Varietäten, Sorten

Eine deutsche Baumschule präsentiert rund 30 Varietäten und Sorten von Quercus robur.

Eine kleine Auswahl:

Krankheiten und Schädlinge

  • Eichenwickler (Tortrix viridana): Ein gefürchteter Forstschädling, der zum Kahlfressen von großen Teilen der Bäume in der Lage ist; meist wächst sich das aus ...
    oft werden die neu austreibenden Blätter angegriffen vom:
  • Eichenmehltau (Microsphaera alphitoides): Ein weißer, puderartiger Belag auf den Blättern; notfalls ein Fungizid einsetzen, gießen Sie die Pflanzen, aber nicht von oben.
  • Blattläuse: Honigtau, gekräuselte Blätter; Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung, oder lassen Sie die Vögel dies erledigen.
  • Eichensplintkäfer (Scolytus intricatus): Bohrt seine Gänge in den Stamm, der Baum schwächelt und stirbt (teilweise) ab; der Käfer steht unter Naturschutz (!), die Bekämpfung mit Insektiziden ist daher verboten.
    Abhilfe: Den Baum düngen und kräftig wässern, damit er die Larven des Käfers "ertränken" und ausschwemmen kann. (Der Eichensplintkäfer kommt gelegentlich auch an Weiden, Pappeln, Ulmen, Buchen, Kastanien vor.)
  • Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea): Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, die ein Eiweißgift namens Thaumetopoein enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen (! siehe dort !)
  • Hallimasch (Armillaria): Pilzfruchtkörper im Herbst, gehemmtes Wachstum oder Absterben der Pflanze; die befallen Pflanzen sollten mitsamt den Wurzeln entfernt werden.

Mensch und Quercus robur

Verbreitungskarte Quercus robur

Arzneipflanze

Als Droge dienen die getrocknete Rinde der jungen Zweige und Stockausschläge. Die pharmazeutische Drogenbezeichnung lautet Quercus cortex (lat. für Eichenrinde; alt: Cortex Quercus). Die Rinde enthält 10 bis 20% Gerbstoffe.

Äußerlich kommen Vollbäder oder Umschläge mit Zubereitungen aus Eichenrinde zur Anwendung, vor allem bei entzündlichen Hautleiden, innerlich wird Eichenrinde bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen angewandt, etwa als Teezubereitung.

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Aberglaube

Kein Aberglaube ist: "Vor Eichen sollst Du weichen ..." bei Blitzgefahr. Alte Bäume sind gefährdet gegen Blitz-Einschlag, wegen ihrer tiefen Wurzeln und dadurch Verbindung zu Wasser führenden Schichten.

Siehe auch

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

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es:Quercus robur

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