Rosa x rugosa

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Rosa x rugosa Thunb.

Rosaceae

Lebensform: Strauch
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: trocken bis Bodenfeuchte: frisch

Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: elliptisch

Blattgliederung: unpaarig gefiedert

    

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>f&uuml;nfz&auml;hlig
Frucht: Rosenfrucht

66B / bc004e 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: einfach
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Wuchsform: keine Angabe

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rosanae
Ordo:
Rosales

Rosa x rugosa, umgangsprachlich Kartoffel-Rose, ist ein Neophyt und ist in Deutschland seit 1854 in Kultur bekannt[1].

Namensherkunft

Rosa x rugosa wurde 1784 von Carl Peter Thunberg beschrieben und benannt. Der Namensteil rugosa leitet sich vom lateinischen rugosus ab, was "runzelig, faltig" bedeutet und sich auf die Oberseite der Blätter bezieht[2].

Taxonomie

Die Kartoffel-Rose ist eine Art aus der Gattung Rosa, die circa 180 bis 623 Arten umfasst und zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse) gehört.

Merkmale

Wuchs

Die Sträucher werden etwa ein bis zwei Meter hoch. Sie haben kräftige aufrechte Stämme, die dicht mit Stacheln und Borsten besetzt sind. Sie haben eine normale Wuchsgeschwindigkeit und sind sehr langlebig.

Stacheln

Die Stacheln der Kartoffel-Rose sind gelblich. Sie sind sowohl in Länge (bis zu fünf Millimeter) als auch in Form (länglich rund bis gerade) sehr variabel und an den Stämmen stark gemischt. Die Spitzen sind sehr fein und verbreitern sich gleichmäßig zur Basis hin. Dort sind sie filzig behaart. Zwischen die Stacheln mischen sich drüsige Borsten.

Blütenstand und runzelige Blätter
Früchte von R. rugosa 'Alba'

Blätter

Rosa x rugosa ist sommergrün, die wechselständigen Blätter sind unpaarig gefiedert mit sieben bis neun Fiederblättchen. Diese sind elliptisch und haben einen grob gesägten Rand. Die stark runzelige Oberfläche ist glänzend dunkelgrün gefärbt, die Unterseite ist graugrün behaart. Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend gelb. Die Gesamtlänge inklusive Stiel beträgt fünf bis dreizehn Zentimeter. Die Nebenblätter sind zum größten Teil mit dem Blattstiel verwachsen.

Blüten und Früchte

Die radförmig fünfzähligen Blüten erscheinen von Juni bis September. Sie haben einen Durchmesser von sechs bis acht Zentimetern und verströmen einen intensiven, angenehmen Duft. Das Farbspektrum reicht normalerweise von rot bis dunkelrosa, es sind aber auch weiße Formen bekannt (Rosa x rugosa fo. alba). Die Blüten sind meist einzeln angeordnet, manchmal stehen sie aber auch zu zweit oder zu dritt. Die 5 Sepalen sind eilanzettlich geformt und haben eine behaarte Oberseite. Die Petalen sind verkehrt eiförmig. Die Blüten sind synözisch (zwittrig) und werden durch Insekten bestäubt.

Die roten Hagebutten entwickeln sich im Herbst und werden in großer Fülle angesetzt. Sie sind rundlich, fleischig und bis zu 2,5 Zentimeter dick. Durch den reichen Fruchtschmuck bieten die Sträucher auch unbelaubt einen schönen Anblick.

Wurzelsystem

Die Kartoffel-Rose bildet unterirdische Ausläufer, aus denen sie neue Schößlinge hervorbringt. Die Pflanzen sind äußerst tolerant gegen Übersanden und bilden dann zahlreiche Jungpflanzen, die sich ungestört zu hektargroßen Beständen ausbreiten können.

Verbreitung

Rosa x rugosa stammt aus Ost-Sibirien, von der Insel Sachalin, aus Kamtschatka, Nord-China, Korea und Japan. Dort kommt sie vor allem auf Dünen und in Dünenwäldern an den Küsten vor. Auf den Britischen Inseln, in Nordeuropa, Frankreich, Zentraleuropa, dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa gilt die Kartoffel-Rose als eingebürgert. Sie wurde zunächst als Zierpflanze eingeführt, in Osteuropa auch zur Fruchtgewinnung. Aus den Gärten heraus verwilderte sie und wird nun besonders in Küstengebieten als invasive Pflanze eingestuft.

Standort

Die Kartoffel-Rose bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und verträgt Temperaturen bis -29°C (WHZ 5) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 20 Wochen. Sie wächst auf sandigen und steinigen Lehmböden und fühlt sich in trockenen bis frischen Substraten wohl. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 aufweisen. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen eine Oberbodendicke von mindestens 35 Zentimetern. Trockenperioden werden gut, schlechte Sauerstoffversorgung des Bodens wird schlecht vertragen. Rosa x rugosa ist nur mäßig kalktolerant, bei einem zu hohem pH-Wert bekommt sie Eisenchlorose. Sie ist sehr hitzebeständig und vertragt sowohl Einsanden als auch den Kontakt mit Salzluft.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden, sauerstoffarme Böden
  • mittlere Toleranz: kalkhaltige Böden
  • hohe Toleranz: zeitweise trockene Böden

Verwendung

Der Zierwert von Rosa x rugosa entsteht vor allem durch den attraktiven Herbstaspekt und den Duft. Der empfohlene Pflanzabstand liegt bei 1,2 bis 1,8 Metern.

Garten

Durch ihre Robustheit und duftenden Blüten eignet sich die Kartoffel-Rose sehr gut für Hecken oder als Böschungsbegrünung. Da sie außerdem wenig Pflege erfordert ist sie auch gut als Straßenbegleitgrün oder für Schutzpflanzungen geeignet. Ihre Blüten werden von zahlreichen Insekten besucht und die Hagebutten bieten reichlich Nahrung für heimische Vogelarten.

Die Sträucher sind außerdem ein gutes Pioniergehölz zur Rekultivierung von Sonderstandorten. Durch ihren invasiven Wuchs sollten sie in der freien Natur allerdings nur dort eingesetzt werden, wo einheimische Gehölze nicht wachsen und auch dort nur mit großem Bedacht.

Außerdem geeignet für Heidegärten, Dachgärten, zum Wind- und Bodenschutz, für freiwachsende mittelhohe Hecken, zum Lärm- und Staubschutz und für Beete und Rabatten, als Friedhofsgrün, zur Hangbepflanzung, als Schnittblumen, Bienenweide, Vogelweide und als Vogelschutzgehölz.

Nahrungsmittel

Die Hagebutten sind ein wichtiger Lieferant von Vitamin C und können in manchen Gegenden durchaus als Volksheilmittel angesehen werden. Der Nutzen als Nahrungsmittel steht aber eher im Vordergrund, da die Früchte sich sehr gut zu Marmelade, Gelee oder Wein verarbeiten lassen.

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Pflege und Vermehrung

Die Kartoffel-Rose ist sehr pflegeleicht. Da sie sehr bereitwillig immer wieder austreibt kann sie ganz nach Bedarf geschnitten werden.

Vermehrung durch Aussaat. Die Pflanzen sind Kaltkeimer, müssen also stratifiziert werden.

Sorten

Durch ihre Robustheit und Variabilität der Blütenfarbe sind über die Jahre zahlreiche Sorten von Rosa x rugosa entstanden.
Unter anderem:

  • 'Alba' - reinweiße Blüten
  • 'Blanc Double de Coubert' - reinweiße, gefüllte Blüten
  • 'F.J.Grootendorst' - kleine rosa Blüten
  • 'Hansa' - violette, gefüllte Blüten
  • 'Moje Hammarberg' - purpurrot, gefüllt, stark duftend
  • 'Pink Grootendorst' - rosa, gefüllte Blüten
Schäden durch Streusalz

Krankheiten und Schädlinge

Sehr robust und daher wenig anfällig für den Befall durch Schädlinge oder Pilzkrankheiten. Probleme treten lediglich bei falscher Standortwahl auf. Rosa x rugosa weist zwar eine sehr hohe Salzresistenz auf, dies bezieht sich aber hauptsächlich auf den permanenten Kontakt mit Salzluft. Bei Kontakt mit Streusalz kann es hingegen zu Chlorosen kommen.

Honigtau, Gallen oder gekräuselte Blätter deuten auf einen Befall durch Blattläuse hin. Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung, zum Beispiel mit Schlupfwespen oder räuberischen Mücken.

Offene Wunden an Wurzeln und Sprossen, oft einhergehend mit erhabenen Borkenringen und Pusteln deuten auf eine Pilzerkrankung hin. Die befallenen Teile sollten entfernt und vernichtet werden.

Mehlige Absonderungen an Blättern, Blüten oder Früchten deuten auf Raupenbefall hin. Abhilfe schafft das Absammeln der Raupen, der Einsatz eines Insektizids oder biologische Schädlingsbekämpfung.

Blattflecken deuten auf eine Pilz- oder Bakterienerkrankung hin. Bakterielle Flecken sind eher eckig und gelb umrandet, Pilzflecken normalerweise rundlich mit einer Zone mit Fruchtkörpern. Die befallenen Teile sollten entfernt werden, bei einer Pilzerkrankung wird zusätzlich ein Fungizid eingesetzt.

Deformierte und verfärbte Blüten und Blätter deuten auf eine Viruserkrankung hin. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden. Desweiteren sollte die Ausbreitung durch Insekten verhindert werden.

Unregelmäßige Schwellungen, sogenannte 'Gallen' sind ein Zeichen für einen Befall durch Insekten oder Milben, können aber auch auf eine Bakterien- oder Pilzerkrankung hindeuten. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt werden, zusätzlich sollte die Durchlässigkeit des Bodens verbessert und ein Verletzen der Pflanzen vermieden werden.

Weiße Flecken auf Blüten und Blättern sowie sich nicht öffnende Knospen deuten auf einen Befall durch Thripse hin. Diese Insekten lassen sich mit guter Belüftung und regelmäßigen Wassergaben zurückdrängen, außerdem können Insektizide oder Nützlinge (Raubmilben) eingesetzt werden.

Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

Rosa x rugosa - Briefmarke Neuseeland 1997
  1. Rosa x rugosa bei FloraWeb
  2. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 546.

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[Kategorie:Laubgehölze|Rosa rugosa]]

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