Nothofagus antarctica

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Nothofagus antarctica Oerst.

Nothofagaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne   6

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandig-kiesig - Bodenart: Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

    

Blütenform: keine Angabe
Frucht: keine Angabe

V

145D / c8cf9b 

Knospenanordnung: einzeln

Blüte: einfach
Blütenhabitus: hängend

Kronenform: breit kegelförmig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Hamamelididae
Superordo:
Faganae
Ordo:
Fagales

Nothofagus antarctica, die Antarktische Scheinbuche, Südbuche, auch Pfennigbuche genannt, ist ein oft mehrstämmiger Baum mit offener, unregelmäßiger Krone und "pfenniggroßen", eiförmigen Blättern.

Namensherkunft

Die Art wurde 1789 von G. Forster als Fagus antarctica (Basionym) erstbeschrieben, bevor sie von Anders Sandoe Oersted 1871 in die Gattung Nothofagus gestellt wurde.

Taxonomie

Die Pfennigbuche ist eine Art aus der Gattung Nothofagus, die ca. 38 Arten umfasst und zur Familie der Nothofagaceae (Scheinbuchengewächse), - nach anderer Systematik zu der Familie der Fagaceae (Buchengewächse) -, gehört.

"Typischer" Habitus
Junge Zweige, Lentizellen
Männliche Blüten
Früchte
30-jähriger Stamm

Merkmale

Wuchs

Die Südbuche wächst als mehrstämmiger Baum oder Großstrauch mit sehr bizarrem, eigenwilligen Wuchs. Ihre Stämme sind selten gerade, meist mehrmals stark gebogen, oft einseitig und schräg aufwärts wachsend. Die Seitenäste setzen waagerecht an und wachsen manchmal im Bogen abwärts, während die oberen Äste straff aufwärts wachsen. Man findet in Beständen oft sehr unterschiedliche Wuchstypen. Der Baum wird etwa 15 m hoch, in seiner Heimat bis 35 m. Der Höhen-Zuwachs beträgt bei uns ca. 25 cm, der Zuwachs in der Breite bis 20 cm.

Holz und Rinde

Das Holz ist hart und elastisch, die Rinde von jungen Zweigen, Ästen und Stämmen ist glatt und dunkelbraun bis braun und auffällig mit hellen Lentizellen besetzt. Später entwickeln die Stämme eine teilweise schuppige Borke, welche teilweise immer noch die langen Korkporenbänder der Lentizellen zeigt.

Blätter

Nothofagus antarctica ist sommergrün. An den fischgrätartig verzweigten feinen Zweigen sitzen wechselständig dicht aufgereiht die nur 1,5 bis 3 cm großen Blätter. Diese sind oberseits dunkler und unterseits heller frischgrün, eiförmig, am Rand fein gewellt und haben einen unregelmäßig gekerbten Rand. Die Herbstfärbung erfolgt spät und ist goldgelb. Beim Blattaustrieb umgibt die Pflanze ein leichter eigenartiger Geruch; dieser kann, je nach persönlichem Empfinden, als würzig oder als unangenehm empfunden werden.

Blüten und Früchte

Die Scheinbuchen sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten sind hellgrün und erscheinen, mit dem Laubaustrieb, im Mai. Auch sie entwickeln einen aromatischen Duft. Die kleinen Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Bis zu fünf männliche Blüten stehen in den Blütenständen zusammen, von Tragblättern umhüllt. In den weiblichen Blütenständen befinden sich ein bis drei auch von Tragblättern umhüllte weibliche Blüten.

Die kleinen Nuss-Früchte stehen zu dritt in einem vierlappigen Fruchtbecher.

Wurzelsystem

Die Art zählt zu den "Herzwurzlern", mit breit ausgebreiteten Seiten- und tiefgehenden Hauptwurzeln. Das Wurzelwerk reagiert empfindlich auf Bodenverdichtung.

Verbreitung

Nothofagus antarctica ist beheimatet auf Feuerland (Argentinien bis Chile). Dort wächst sie an vollsonnigen Standorten, auf Ebenen oder an sonnigen Hängen, aber stets an nassen Orten mit beständigem Regenfall und nur kurzen trockenen Perioden. Je nach Höhenlage entwickeln sich ganz verschiedene Wuchstypen: Vom Baum in Tälern bis zum Zwergstrauch an der oberen Waldgrenze, wo die Pflanzen durch Schnee für Monate abgedeckt werden können.

Standort

Die Scheinbuche bevorzugt einen sonnigen Standort und verträgt niedrige Temperaturen von -15° C bis -20° C ( USDA Kältezonen 7 und 6a). An den Boden ist sie sehr anpassungsfähig. Sie wächst auf allen sauren bis neutralen Gartenböden, bevorzugt feuchte oder frische, nahrhafte Standorte.

"Maxi-Bonsai"

Verwendung

Geeignet als Solitär bei begrenzten Platzverhältnissen: Mit einer Endhöhe von ca. 12 Metern sehr gut als Hausbaum geeignet. Da stadtklimafest, bestens geeignet für Park und Garten bei hellen Verhältnissen. Dies sehr winterharte Gehölz zeichnet sich vor allem durch seinen individuellen und malerischen Aufbau aus. Um diesen bizarren Wuchs zur Geltung kommen zu lassen, empfiehlt sich stets eine Einzelstellung.
Die Empfehlung, Nothofagus antarctica auch für größere Kübel zu verwenden, ist mit Vorsicht zu betrachten: In Kalten Wintern sind schon bei größeren Pflanzen, welche in Großcontainern auf der Erde standen, die Wurzeln erfroren; was den Austrieb im Frühjahr und anschließendes Vertrocknen aller Pflanzen zur Folge hatte. - Während die Pflanzen aus demselben Bestand, welche noch vor dem Winter ausgepflanzt wurden, keinerlei Schäden erlitten! Außerdem geeignet für Dachgärten, Gehölzrabatten und als Alleebaum.

"Malerischer Aufbau" durch Schnitt
"Entwicklungs-Möglichkeiten"

Pflege und Vermehrung

Da die Art schnittverträglich ist, kann sie durch einen jährlichen Schnitt, im frühen Frühjahr oder beim Sommerschnitt, recht problemlos auf einer gewünschten Höhe gehalten werden. Auch ein Formschnitt zum "Bonsai" ist möglich. Für einen angepassten Wuchs können ebenfalls während der Pflanzenruhe im späten Winter oder zeitigen Frühjahr die Pflanzen durch Herausnahme von Ästen ausgelichtet werden. Ein besonders "Malerischer" Pflanzenaufbau kann erzielt werden, wenn überwiegend die aufrecht wachsenden "Leittriebe" ganz herausgeschnitten öder -gesägt werden.

Vermehrung durch Stecklinge im Juli-August, ist nicht ganz einfach: Kurzes Tauchen der Stecklinge in Bewurzelungshormon (Indolbuttersäure), Substratfeuchte und Temperatur mäßig und möglichst gleichmäßig.
Aussaat: Die Saat wird im September-Oktober geerntet, nach ca. 4 Wochen Stratifikation bei 1-5°C erfolgt die Aussaat im zeitigen Frühjahr unter Glas. Die Auflaufergebnisse sind gering. Die Jungpflanzen müssen den ersten Winter frostfrei gehalten werden, sonst sterben sie ab.

Krankheiten und Schädlinge

Bei zu nassem Standort und bei Staunässe kann ein Pilzbefall durch Verticillium oder Phytophthora auftreten, worauf es zu plötzlicher Welke oder fahlgrünen Verfärbungen einzelner Stämme oder ganzer Pflanzen kommen kann. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden. Vorbeugend muss Staunässe und Überdüngung vermieden werden.

"Form-Kontraste"

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

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