Carya ovata

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Carya ovata (Mill.) K.Koch

Juglandaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Halbschatten   6

Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: sandiger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: verkehrt eifärmig

Blattgliederung: unpaarig gefiedert

    

Bl&uuml;tenform: radf&ouml;rmig<br>sechsz&auml;hlig
Frucht: Nuss

3A / f8da21 

Knospenanordnung: &Auml;hre

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Kronenform: breit kegelf&ouml;rmig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Hamamelididae
Superordo:
Juglandanae
Ordo:
Juglandales

Carya ovata, umgangsprachlich Schuppenrinden-Hickorynuss, ist ein Baum mit essbaren Früchten und zierender Herbstfärbung.

Namensherkunft

Carya ovata wurde bereits von Philip Miller beschrieben und benannt, aber erst 1869 von Karl Heinrich Emil Koch in die heute gültige Systematik eingeordnet. Das Wort Hickory leitet sich von pawcohiccora ab, einem Wort aus der Sprache der nordamerikanischen Ureinwohner Algonquian. Sie bezeichneten damit ein ölreiches Nahrungsmittel, das durch das Auskochen der gestoßenen Kerne gewonnen und zu Fladen oder Grütze weiterverarbeitet wurde.

Taxonomie

Die Schuppenrinden-Hickorynuss ist eine Art aus der Gattung Carya, die circa 31 bis 40 Arten umfasst und zur Familie der Juglandaceae (Walnussgewächse) gehört. Die Typus-Art der Gattung ist Carya tomentosa.


Carya ovata - Habitus
Carya ovata - Blätter
Carya ovata - Herbstfärbung
Carya ovata - Samen
Carya ovata - Stamm

Merkmale

Carya ovata - im Alter löst sich die Rinde in langen Streifen vom Stamm ab
Carya ovata - Blätter
Carya ovata - Zweige

Wuchs

Die Bäume werden normalerweise bis zu 23 Meter, an Naturstandorten sogar bis zu 46 Meter hoch. Sie haben eine breit kegelförmige Krone mit weit durchgehendem Stamm. Obwohl C. ovata schnellwüchsiger ist als andere Species der Gattung Carya, muss sie dennoch als langsamwüchsig eingestuft werden. Da sie aber gleichzeitig sehr langlebig sind, kann mit einem Fruchtertrag von bis zu 200 Jahren gerechnet werden. Bei gepfropften Exemplaren kann bereits nach drei bis vier Jahren mit einem ersten Fruchtansatz gerechnet werden.

Holz und Rinde

Das Holz von C. ovata ist extrem hart, bruchfest und widerstandsfähig.

Junge Zweige sind grünlich, rötlich oder grau-braun. Die hellgraue Rinde ist zunächst glatt, im Alter löst sie sich in langen Streifen vom Stamm ab. Die Enden stehen oft deutlich ab und verleihen dem Stamm so sein charakteristisches Aussehen, welches sich auch in seinem deutschen Namen Schuppenrinden-Hickorynuss wiederfindet.

Blätter

Carya ovata ist sommergrün, die Blätter sind unpaarig gefiedert und wechselständig angeordnet. An bis zu 13 Zentimeter langen Stielen befinden sich normalerweise fünf, manchmal auch drei oder sieben Fiederblättchen. Die Oberseite ist mittelgrün, die Unterseite etwas heller. Sie sind verkehrt eiförmig, eiförmig oder elliptisch. Sie haben einen fein gezähnten bis glatten Rand und 5,5 bis 1,7 Zentimeter lange Blattstiele. Die Blättchen sind 6 bis 26 Zentimeter lang und 3 bis 14 Zentimeter breit, wobei die Endblättchen erheblich größer sind als der Rest. Im Herbst färben sie sich gelb bis bronzefarben.

Blüten und Früchte

Cary ovata ist monözisch. Die radförmig sechszähligen Blüten und erscheinen von Mai bis Juni. Die männlichen Blüten sind gelblich-grün und in hängenden Ähren angeordnet. Die weiblichen Blüten sind grün und stehen in kurzen endständigen Ähren.

Die braunen Nüsse (früher als Steinfrüchte angesehen) sind von einer fleischigen Schale umgeben. Diese ist gelblich-grün und teilt sich zur Fruchtreife im Herbst an vier tiefen Furchen. Der Fruchtansatz beginnt im Sommer und ist sehr zierend. Die Nüsse selbst sind vierkantig mit einer dicken, glatten Schale. Die Samen erinnern an Walnüsse. Sie sind essbar und haben einen süßlichen Geschmack.

Normalerweise gibt es alle zwei bis drei Jahre eine reiche Ernte mit weniger ertragreichen Jahren dazwischen. Ein gesunder, gut etablierter Baum kann in guten Jahren ein Volumen von 70 bis 110 Liter Nüsse produzieren.

Wurzelsystem

Die Bäume haben sehr lange Pfahlwurzeln mit wenigen Seitenwurzeln, weshalb sich eine Verpflanzung sehr schwierig gestaltet. Eine zwei Jahre alte Jungpflanze kann beispielsweise bereits eine Pfahlwurzel von einem Meter Länge haben.

Verbreitung

Carya ovata stammt aus dem östlichen Kanada, dem Nordosten der USA, dem zentralen Nordosten der USA, den nördlichen und südlichen Präriestaaten der USA und dem Südosten der USA. Dort kommt sie vor allem in feuchten Auwäldern, an Berghängen und auf offenen Kalkböden vor.

Standort

Die Schuppenrinden-Hickorynuss bevorzugt einen halbschattigen Standort und verträgt Temperaturen bis -23,3º C (Winterhärtezone 6a) und benötigen eine frostfreie Periode von mindestens 20 Wochen. Sie wächst auf sandigen Lehmböden und fühlt sich in feuchten, gut durchlässigen Substraten wohl. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 4 und 7,3 aufweisen. Für eine gute Entwicklung benötigen die Pflanzen eine Oberbodendicke von mindestens 1,20 Metern. Trockenperioden werden nicht so gut, schlechte Sauerstoffversorgung des Bodens wird nicht vertragen. Carya ovata ist mäßig kalktolerant.

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • keine Toleranz: sauerstoffarme Böden
  • geringe Toleranz: salzhaltige Böden
  • mittlere Toleranz: zeitweise trockene Böden, kalkhaltige Böden

Verwendung

Der Zierwert von Carya ovata entsteht vor allem durch den attraktiven Herbstaspekt. Als Ziergehölz eignen sich die Bäume sehr gut als Solitär auf weiten Rasenflächen oder in Gruppenpflanzungen.

Wegen seiner hervorragenden Eigenschaften ist das Holz sehr beliebt in der Herstellung von Möbeln, Böden oder Werkzeuggriffen. Die Verwendung erstreckt sich aber auch auf Spezialprodukte wie Leitersprossen, Dübel oder Sportgeräte.

Des weiteren hat das Holz einen hohen Heizwert. Es brennt gleichmäßig und wird zum Räuchern verwendet.

Aus wirtschaflicher Sicht eignen sich die Bäume außerdem zur Produktion von Harzen und Papier.

Die nordamerikanischen Ureinwohner nutzten Carya ovata als Antirheumatikum, Wurmmittel, bei Frauenleiden sowie als Stärkungsmittel[1]

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Pflege und Vermehrung

Falls notwendig, können falsch wachsende Triebe im späten Winter oder zeitigen Frühjahr entfernt werden.

Die Vermehrung erfolgt über Setzlinge. Vermehrung durch Aussaat. Die Pflanzen sind Kaltkeimer, müssen also stratifiziert werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Bäume sind anfällig für den Befall durch Agrobacterium tumefaciens, was Wurzelgallen verursacht. Des weiteren können Echter Mehltau und Blattfleckenkrankheit auftreten.

Belege

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.

Einzelnachweise

  1. Daniel E.Moerman: Native American medicinal plants: an ethnobotanical dictionary. Timber Press, Portland, Oregon, 2009, ISBN 978-0-8819-2453-4.

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