Staubblatt

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Viele Einkeimblättrige besitzen sechs Staubblätter (hier: Hemerocallis)
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Viele Staubblätter bei Acca sellowiana
Männliche Blüten einer Kiefer
Staubblätter einer Hasel
Sporangien eines Farns

Im Unterschied zu Blättern, Sprossen und Wurzeln der Pflanzen werden die Blüten nicht als eigenständige Pflanzenorgane definiert, sondern vielmehr als "Strukturen von Blättern mit verschiedenen Aufgaben im Dienst der geschlechtlichen Fortpflanzung".

Staubblätter (Stamina) werden die männlichen Blütenorgane der Bedecktsamer genannt, welche sich innerhalb des Blütenblattkreises (→ Blütenhülle) befinden.

Als Mikrosporophylle werden diese sporangientragenden Blätter bezeichnet. In den Sporangien (Pollensäcken) werden die männlichen Mikrosporen gebildet. Die Mikrosporophylle sind je nach Samenpflanzengruppe sehr unterschiedlich ausgebildet, und eine Homologie zu den Blättern (φύλλον, phýllon – „Blatt“) ist nicht gänzlich geklärt.

Ein Staubblatt ist meist in den Staubfaden (Filament) und den aufsitzenden Staubbeutel (Anthere) gegliedert.
Letzterer besteht aus zwei durch das Konnektiv verbundene Theken zu je zwei Pollensäcken.
Die Gesamtheit der Staubblätter wird Androeceum genannt. Die Anzahl der Staubblätter pro Blüte beträgt zwischen einem und rund 2000 Stück.

Der in den Staubbeuteln entwickelte Pollen (die Microsporen), wird von der Pflanze durch die Form der Blütenhülle, oder auch z.B. durch "Schlafstellung" nachts oder bei Regen, vor Nässe geschützt.


Interessant sind auch die Mikrosporangienträger anderer Samenpflanzen:

  • Beim Ginkgo ist das Mikrosporophyll ein Stiel, an dessen Spitze zwei Pollensäcke hängen; die Mikrosporophylle stehen zu vielen schraubig an der Blütenachse.
  • Bei den Koniferen ist die männliche Blüte zapfenartig und besteht aus vielen meist schraubig angeordneten Mikrosporophyllen; an jedem Mikrosporophyll stehen zwei bis 20 Pollensäcke.
  • Bei den Palmfarnen sind die Mikrosporophylle schuppenförmig und tragen fünf bis 1000 Pollensäcke; die Mikrosporophylle stehen in der männlichen Blüte schraubig.
  • Bei der Welwitschie tragen die sechs miteinander verwachsenen Mikrosporophylle je drei Pollensäcke.
  • Bei Gnetum trägt das einzige Mikrosporophyll ein oder zwei endständige Pollensäcke.
  • Bei Ephedra ist das Mikrosporophyll häufig gegabelt und trägt zwei bis acht Gruppen von meist zwei verwachsenen Pollensäcken.




Die Sporangien tragenden Blätter der Pteridophyten (Farnpflanzen) werden Sporophylle genannt. Hier werden die ungeschlechtlichen Sporen erzeugt.
Generationswechsel der Pteridophyten

Nachweise

  • Peter Leins, Claudia Erbar: Blüte und Frucht. Aspekte der Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion und Ökologie. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2000, ISBN 3-510-65194-4.
  • Eduard Strasburger (Begr.), Peter Sitte, Elmar Weiler, Joachim W. Kadereit, Andreas Bresinsky, Christian Körner: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1010-X.


CC by-sa Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Blüte(Megasporophylle) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und wird hier in der Hortipedia weiterentwickelt. Er steht unter der Lizenz CC-by-sa 3.0, in der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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