Taxus baccata

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Taxus baccata L.

Taxaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Nutzpflanze / Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   6

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Sand - Bodenart: sandig-kiesig - Bodenart: Lehm - Bodenart: sandiger Lehm - Bodenart: steiniger Lehm - Bodenart: Ton - Bodenart: sandiger Ton - Bodenart: lehmiger Ton

Blattstand: wechselständig
Blatt: Immergrün

Nadeln: am Zweig<br>herablaufend

Blattgliederung: keine Angabe

Bl&uuml;tenform: keine Angabe
Frucht: keine Angabe

10B / ffd557 

Knospenanordnung: einzeln

Bl&uuml;te: keine Angabe
Bl&uuml;tenhabitus: keine Angabe

Kronenform: breit kegelf&ouml;rmig

Taxonomie

Divisio:
Pinophyta
Subdivisio:
Pinophytina
Classis:
Pinopsida
Subclassis:
Taxidae
Ordo:
Taxales
Subordo:
Taxineae

Taxus baccata, umgangsprachlich Europäische Eibe, Gewöhnliche Eibe, ist ein breit kegelförmiger Baum, der sehr schnittverträglich und deshalb ein beliebtes Formgehölz ist.

Namensherkunft

Taxus baccata wurde 1753 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

"Gewöhnlicher" Habitus
Uralter Stamm,
mit jungem Austrieb
Wachstums-Unterschiede:
Vergleich von Stammquerschnitten von Taxus baccata und Metasequoia glyptostroboides
Blüten aus der Nähe
Jede Menge Blütenstaub
Früchte in verschiedenen Stadien
Diese kunstvolle Schnittform setzt einen geraden Stamm voraus
Vielmals geschnittene Büsche ...
... und Hecken

Taxonomie

Die Europäische Eibe ist eine Art aus der Gattung Taxus, die 10 Arten umfasst und zur Familie der Taxaceae (Eibengewächse) gehört.

Merkmale

Wuchs

Die Eibe wächst als Baum oder auch Strauch, sie wird etwa 10-15 m hoch und 8-12 m breit und hat einen unregelmäßigen bis breit kegelförmigen oder auch kugeligen Wuchs mit kurzen Stämmen. Sie ist sehr langsamwüchsig und hat eine extrem hohe Lebensdauer. Eiben können bis über 1000 Jahre alt werden.
Frei stehende Bäume sind im Normalfall bis zum Boden beastet; freigeschnittene Stämme werden werden durch "Stock-Ausschlag" wieder begrünt. Die Stämme sind bei strauchartigem (mehrstämmigem) Wuchs oft verwachsen, und die Wuchsformen sind insgesamt sehr unterschiedlich. Die Äste stehen aufsteigend bis waagerecht, die Zweige hängen oft tief herab.

Holz und Rinde

Das schwere und harte Holz der unregelmäßigen Stämme, mit einem rotbraunen Kern und einen schmalen gelblichen Splintbereich, hat sehr feine Ringe und keine Harzkanäle.

Die Rinde ist schuppig, rötlichbraun bis graubraun und löst sich bei alten Bäumen in dünnen Steifen ab.

Blätter

Taxus baccata ist immergrün. Die 1 bis 3 cm langen, flachen Nadeln sind schwarzgrün, linealisch, nur kurz zugespitzt und weich. Sie haben haben am Zweig herablaufende Ansätze und sind wechselständig angeordnet. Für Mensch und Tier sind sie hochgiftig!

Blüten und Früchte

Eiben gehören zu den seltenen zweihäusigen Koniferen. Männliche Exemplare tragen von März bis April gelbliche, kätzchenartige Blütenköpfchen, welche an kurzen Stielen in den Blattachseln sitzen und kräftig stäuben. Die unscheinbaren weiblichen Blüten sind nur 1 bis 1,5 mm groß.

Die Früchte entwickeln sich im Sommer: Eiben bilden keine Zapfen, sondern beerenähnliche rote Früchte. Aus einem Wulst an der Basis der Samenanlage bildet sich ein zuerst grüner, fleischiger Samenmantel, der den Samen becherförmig umgibt. Dieser Arillus wird zum Herbst leuchtend rot. Er schmeckt süßlich, und ist - als einziger Pflanzenbestandteil - nicht giftig.

Wurzelsystem

Das Wurzelsystem der Taxus ist dicht verzweigt, mit einem hohen Anteil an Feinwurzeln. Dies ist eine Ursache dafür, dass jüngere Eiben trotz ihre tiefliegenden Bewurzelung relativ sicher zu verpflanzen sind.

Verbreitung

Taxus baccata ist beheimatet in ganz Europa, dem Kaukasus und Nord-Afrika. Hier gedeiht sie auf montanen bis submontanen kalkhaltigen Standorten, in luftfeuchten und wintermilden Klimalagen, meist im Schutz lichter Wälder. Sie gilt als ältester Nadelbaum Europas. Sie ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. Februar 2001 geschützt.

Standort

Die Europäische Eibe verträgt sonnige bis vollschattige Standorte und verträgt Temperaturen bis -23,3º C (Winterhärtezone 6a). Sie liebt frische bis feuchte, kalkhaltige und nährstoffreiche Böden und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Stark saure Böden verträgt sie schlecht, aber ansonsten ist sie sehr tolerant: Sie gedeiht auch auf ärmeren, auf mäßig trockenen und auf schwach sauren Standorten.

Varietäten, Sorten

Die lange Verwendung, Kultur und Beobachtung in Gärten und in Baumschulen hat ein umfangreiches Sortiment an Varietäten, Auslesen und Sorten hervorgebracht. Von bodenbedeckenden Zwergsträuchern über diverse Formen- und Farbvarianten bis zu verschieden straffen Säulenformen ist fast alles zu finden.
Ein Auszug aus dem Sortiment:

  • T. baccata - Eibe; - breiter, aufrechter Wuchs, Krone kegelig, eiförmig, Nadeln zweizeilig, dunkelgrün, glänzend, immergrün, besonders gut schnittverträglich.
  • T. baccata 'Dovastoniana' - Aderschwingen-Eibe; - breiter, aufrechter Baum bis 8 m, Grundtriebe straff aufrecht, waagerecht abstehende Äste mit hängenden Zweigspitzen, Nadeln lang, dunkelgrün.
  • T. baccata 'Dovastonii Aurea' - gelbe Adlerschwingeneibe; - Wuchs wie 'Dovastoniana' , insgesamt schwächer, Triebe goldgelb, Nadeln dunkelgrün, gelb gerandet, unterseits gelblichgrün.
  • T. baccata 'Adpressa' - Busch-Eibe; - breiter, langsamer Wuchs, unregelmäßig, Nadeln kurz, länglich, eiförmig, oben dunkelgrün, unten bläulichgrün.
  • T. baccata 'Adpressa Aurea' - Gold-Eibe; - vielverzweigte, breitbuschige Form mit aufstrebenden Wipfeltrieben, Nadeln beständig goldgelb mit grünen Mittelstreifen.
  • T. baccata 'Fastigiata' - Säulen-Eibe; - straffer, säulenartiger, langsamer Wuchs, Äste steif aufrecht, Nadeln radial, tief dunkelgrün; weibliche Form, stark fruchtend.
  • T. baccata 'Fastigiata Aureomarginata' - Gelbe Säuleneibe; - Wuchs wie 'Fastigiata' , Nadeln grün mit gelbem Rand, weibliche Form.
  • T. baccata 'Fastigiata Robusta' - Säulen-Eibe; - wie 'Fastigiata' , noch straffer säulenförmig, stärker wachsend, Nadeln länger und stärker abstehend, insgesamt gröber, sehr winterhart.
  • T. baccata 'Pirat' - Säulen-Eibe; - straff aufrecht wachsende Säule, Nadeln dunkelgrün bis schwarz.
  • T. baccata 'Amersfoort' - Kleinblättrige Eibe; - locker aufrechte Form, bizarr und langsam wachsend, Nadeln dunkelgrün, kurz stumpfoval, radial angeordnet.
  • T. baccata 'Semperaurea' - Gold-Eibe; - breitkompakter vasenförmiger Wuchs, Nadeln dichtstehend, leuchtend goldgelbe Triebspitzen, bis 2 m hoch.
  • T. baccata 'Summergold' - Gelbe Eibe; - flacher ausgebreiteter Wuchs, im Sommer intensiv goldgelbe, im Winter bronzegelbe Nadelfärbung.
  • T. baccata 'Washingtonii' - Gelbe Straucheibe; - Wuchs breit, rundlich, Triebspitzen hängend, Nadeln grünlichgelb, im Winter bronzefarben.
  • T. baccata 'Repandens' - Tafel-Eibe; - Zwergform, Äste waagerecht abstehend, niederliegend nur bis 50 cm hoch, jedoch sehr breit wachsend, Nadeln dunkelgrün.
  • T. baccata 'Green Diamond' - Kugel-Eibe; - dunkelgrüne Kugelform, sehr schwachwachsend, kein Schnitt erforderlich, bis 1 m hoch, Nadeln dunkelgrün, sehr winterhart.
  • T. baccata 'Overeynderi' - Kegel-Eibe; - breit kegelförmiger Wuchs, Äste aufrecht, sehr regelmäßig stehend, Zweige zahlreich, Nadeln spitz, tiefgrün.
  • T. baccata 'Nissen's Corona' - Kron-Eibe; - breitkompakter runder Wuchs, Triebspitzen leicht überhängend, Nadeln dichtstehend, frisch hellgrün.
  • T. baccata 'Lutea' ('Fructoluteo') ('Xanthocarpa') – Gelbfrüchtige Eibe; - sehr seltene, schwach- und kompaktwüchsige weibliche Sorte, gelber Fruchtmantel, Nadeln härter als T.b., reich fruchtend, vermehrt durch Veredelung, seit etwa 1817 in Kultur.

Einige Beispiele im Bild:

Verwendung

Ein enormes Regenerationsvermögen: Austrieb nach brutalem Rückschnitt

Die Gewöhnliche Eibe ist geeignet als Solitär sowie für freien oder geschnittene Hecken und als Formgehölz. Sie hat von unseren heimischen Bäumen die geringsten Lichtansprüche.
Die verschiedenen Sorten sind entsprechend der großen Standort-Toleranz vielseitig zu gebrauchen, z.B. als "Hausbaum". T. baccata gilt als stadtklimafest, ist widerstandsfähig gegen den Wurzeldruck anderer Bäume und sie ist windverträglich. Lediglich auf trockenen und sonnigen Standorten leidet sie im Winter und bei Spätfrösten.

Pflege und Vermehrung

Hecken oder Formgehölze im Sommer oder früh im Herbst schneiden. Im Frühjahr erscheinende Trockenschäden werden herausgeschnitten und sind bald wieder überwachsen. Die Pflanzen vertragen auch einen radikalen Rückschnitt, der allerdings nicht zum Winter hin erfolgen soll.

Die übliche Massenvermehrung erfolgt durch Aussaat; was stets eine Vielzahl von Wuchsformen hervorbringt. Eine Vermehrung von Typen/Sorten kann auch durch halbharte Stecklinge im Sommer erfolgen. Damit aus diesen aufrechte Exemplare wachsen, sollten auch nur aufrecht wachsende Triebe genommen werden.

Giftigkeit

Der rote Samenmantel (Arillus)
ist süß, und als einziges Teil der Pflanze ungiftig

Bis auf die rote Fruchthülle sind sämtliche Pflanzenteile extrem giftig. Besonders für Pferde sollen Eibennadeln absolut tödlich sein. Andererseits müssen Eiben-Jungpflanzen im Wald vor Hasen, Rotwild und Rehen durch Umzäunungen geschützt werden, weil sie sonst durch Verbiss stark geschädigt würden.

Eibenwirkstoffe werden heute erfolgreich in der Krebsmedizin eingesetzt. Aus dem Grundstoff Paclitaxel in den Nadeln wird das Krebsmittel Taxotere® gewonnen. Hierfür werden große Mengen einjährige Triebspitzen der Eibe (Heckenschnitt) eingesammelt. Nur aus diesen können Medikamente für die Krebs-Therapie hergestellt werden. [1]

Aeskulap  Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen

Illustration aus 1885

Krankheiten und Schädlinge

Die Eibe gilt wenig anfällig gegenüber Pilzkrankheiten und schädlichen Insekten.

  • Dennoch können an sonnigen und trockenen Standorten Knospen-Gallmilben auftreten, welche die Knospen in ihrer Entwicklung hemmen und einen verkrüppelten Wuchs verursachen. Ein rechtzeitiges Abschneiden und Verbrennen der befallenen Triebe im Frühjahr vor dem Austrieb reicht als Maßnahme meist aus.
  • Insbesondere bei Pflanzen, welche durch regelmäßigen Schnitt gestresst werden, und solche, die unter Trockenheit zu leiden haben, treten Napf-Schildläuse auf. Ein klebriger Belag ("Honigtau") auf den Nadeln ist zu erkennen, junge Triebspitzen sterben ab. Eine Stärkung der Pflanzen durch Bewässerung, weniger harten Schnitt und ggf. eine Düngung stärken die Pflanzen und erledigen damit das Problem.
  • Durch die Larven der Gefurchten Dickmaulrüsslers, welche an den Wurzeln fressen, können jüngere Eiben derart geschädigt werden, dass sie welken und absterben. Die Schäden durch Fraßschäden der Käfer sind dagegen erheblich geringer. Durch den Einsatz von parasitierenden Älchen, vorzugsweise im April-Mai und im August-September sind die Larven zu bekämfen.
  • Vergilben und Abfallen jüngerer Nadeln kann durch Sommertrockenheit hervorgerufen werden. Genügende Wasserversorgung ohne Staunässe ist hilfreich. - Im Frühjahr gelegentlich durch Spätfröste hervorgerufenes Absterben einzelner Zweigspitzen kann einfach herausgeschnitten werden und wird rasch wieder überwachsen.
  • Eine Rot-Braun-Verfärbung der Nadeln ist meist eine Folge von Staunässe. In nassen Jahren ist dieses Phänomen nicht selten; die Wurzeln bekommen Probleme, manche Pflanze findet so den Tod. Rechtzeitiges Aufnehmen, Rückschnitt und Neupflanzung bei trockeneren Bedingungen kann sich lohnen. Bei Neuanpflanzungen sollte man der Staunässe mit einer guten Drainage vorbeugen.

Mensch und Taxus baccata

Als einzige europäische Nadelholzart besitzt die Eibe ein gutes Ausschlagsvermögen. Die Schnittverträglichkeit und der dichte Wuchs führt dazu, dass Eiben sehr gerne als dichte Sichtschutzhecken verwendet wurden und werden. Eiben eignen sich auch sehr gut für geometrische oder figürliche Formschnitte. Beginnend mit der Renaissance wurden die immergrünen Eibenbäume daher in der Gartengestaltung eingesetzt. Schnitthecken aus Eiben waren besonders im Barockgärten sehr beliebt. Zu den bekanntesten barocken Gartenanlagen, in denen Eibenhecken eine große Rolle spielen, zählen die Gärten von Versailles. Auch der Schlossgarten von Würzburg weist zahlreiche Eibenskulpturen auf. In England wurden gerne begehbare Labyrinthe aus Eibenhecken gestaltet.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. 3. Auflage. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2.
  • efloras.org

Einzelnachweise

  1. krautundrueben.de abgerufen am 13.06.2012


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Baum des Jahres in Deutschland HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif

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