Prunus avium

Aus Hortipedia
(Weitergeleitet von Traubenkirsche)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hortipedia Commons %LABEL_PRINTING QR Code

Prunus avium L.

Rosaceae

Lebensform: Baum
Verwendung: Zierpflanze

Standort: Sonne - Standort: Halbschatten   5

Bodenfeuchte: frisch bis Bodenfeuchte: feucht

Bodenart: Lehm - Bodenart: sandiger Lehm

Blattstand: wechselständig
Blatt: Sommergrün

Blattform: eiförmig

Blattgliederung: einfach

         

Blütenform: becherförmig
Frucht: Steinfrucht

155D / f2e5e4 

Knospenanordnung: Dolde

Blüte: einfach
Blütenhabitus: aufrecht

Kronenform: breitkronig

Taxonomie

Divisio:
Magnoliophyta
Subdivisio:
Magnoliophytina
Classis:
Rosopsida
Subclassis:
Rosidae
Superordo:
Rosanae
Ordo:
Rosales

Prunus avium, die Vogelkirsche, Süßkirsche, ist ein mittelgroßer, rundkroniger, schöner Blüten-Baum. Sie ist die Wildform der Kultur-Süßkirschen.

Namensherkunft

Prunus avium wurde 1755 von Carl Linnaeus beschrieben und benannt.

Deutsche Namen

  • Süss-Kirsche
  • Vogel-Kirsche
  • Wild-Kirsche

Taxonomie

Prunus avium ist eine Art aus der Gattung Prunus, die circa 198 bis 491 Arten umfasst und zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse) gehört.

Merkmale

Prunus avium - Jungbaum
Prunus avium - Rinde
Prunus avium - Austrieb
Prunus avium - geringelter Stamm

Wuchs

Die mittelstark wachsenden Bäume haben einem geraden, in die Krone durchgehenden Stamm und eine eirunde Krone. Sie werden 15 bis 20 (-30) Meter hoch und 10 bis 15 Meter breit, und sie erreichen ein Alter von bis zu 90 Jahren.

Holz und Rinde

Die Zweige der Vogelkirsche sind dick, anfangs braun-rot, bekommen später eine glänzend graue Ringel-Borke. Der Stamm bekommt eine braune bis mahagonibraune Färbung und hat Querstreifen aus breiten, braunen Lentizellen.
Das Holz ist recht hart und zäh, mit gelblichem Splint- und rötlichem Kernholz; es wird gern als Furnier für Möbel verwendet.

Blätter

Prunus avium ist sommergrün; seine gestielten, bis 15 cm langen einfachen, bronzegrün austreibenden, später dunkelgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind breit elliptisch und unregelmäßig grob gesägt, und haben Nerven, die in den Blattrand auslaufen. Die 2–5 cm langen Blattstiele besitzen an ihrem oberen Ende (2 bis 4) große, rötliche Nektardrüsen. Die Blätter haben eine kahle Oberfläche; im Herbst (Oktober - November) nehmen sie eine attraktive gelborange bis rote Färbung an.

Blüten und Früchte

Von April bis Mai, kurz vor dem Laubaustrieb, trägt Prunus avium an den mehrjährigen Trieben weiße, zu mehreren in Büscheln angeordnete Blüten. An Kurztrieben wird ein kleiner, fast sitzender, doldiger Blütenstand gebildet, der meist drei bis vier langgestielte Blüten enthält. Diese blühen für etwa 10 Tage. Die zwittrigen Einzelblüten sind etwa 2,5 cm breit, und sie ergeben durch ihre Menge ein eindrucksvolles Bild. Ein leichter Honigduft der Blüten sorgt für Blütenbesucher: Für Bienenverwandte ist der Nektar leicht zugänglich, Honigbienen sammeln auch reichlich Pollen, hiermit ist die Bestäubung sichergestellt.

Die Bäume tragen leicht bittersüße, ab Juli essbare, etwa 1 cm große, langestielte kugelige Kirschen; diese sind anfangs rot, später glänzend schwarz gefärbt und dienen der Verbreitung durch Vögel.

Wurzelsystem

Es wird ein flaches Herzwurzelsystem gebildet, mit sehr stark ausgebildeten seitlichen Hauptwurzeln, wenig Feinwurzeln und mäßig entwickelten vertikalen Wurzeln. Nach Wurzelverletzungen kommt es zu starker Ausläuferbildung, bis in größere Entfernungen.

Verbreitung

Prunus avium ist in ganz Europa verbreitet, bis Südwest-Asien, Kaukasus und Westsibirien (bis zum Jenissei). Im Süden und Südwesten Deutschlands findet man die Vogelkirschen stark verbreitet, jedoch nie im Reinbestand, in sonnig-warmen Wäldern und Waldrändern, als Feldgehölze und in Hecken, in nährstoff- und kalkreichen Lehmböden.

Standort

Die Bäume benötigen einen sonnigen bis lichtschattigen Standort auf frischen bis mäßig feuchten Böden. Sie sind wärmeliebend und empfindlich gegen stärkere Beschattung und gegen stagnierende Nässe. Der Boden soll nähstoff- und kalkreich sowie tiefgründig sein; das Substrat sollte lehmig oder sandig-lehmig sein und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 10 aufweisen. Die Bäume meiden saure Substrate, gelten als nicht windfest, sind sehr salzempfindlich, vertragen aber Temperaturen bis -29°C (WHZ 5).

Lebensbereich nach Prof. Dr. Sieber:

  • Freiflächen

Toleranz spezieller Standortbedingungen

  • sehr geringe Toleranz: Streusalz

Verwendung

Die Vogelkirsche ist prachtvoller Blütenbaum; ein Solitär- und Gruppengehölz, geeignet als Hofbaum, Dorfbaum, einzeln in Feldgehölzen und Schutzpflanzungen und -hecken. Vogel-Nährgehölz, nicht geeignet als Straßen- und Alleebaum.

Pflege und Vermehrung

Grundsätzlich sind die Pflanzen als mäßig pflegeintensiv einzustufen.

  • Die Bäume sind sehr empfindlich gegen Bodenverdichtung, Einschütten und Einpflasterungen, ebenfalls gegen Überschwemmungen!
  • Zweige sind empfindlich gegen Schnitt.

Formen, Sorten

Es gibt viele Zier- und Kulturformen; zahlreiche Obstsorten stammen von dieser Art ab:
Einige Beispiele:

Krankheiten und Schädlinge

Honigtau, Gallen oder gekräuselte Blätter deuten auf einen Befall durch Blattläuse hin. Abhilfe schafft ein Insektizid oder biologische Schädlingsbekämpfung, zum Beispiel mit Schlupfwespen oder räuberischen Mücken.

Verformte, verfärbte oder abgestorbene Pflanzenteile weisen auf eine Bakterienerkrankung hin. Die befallenen Teile großzügig entfernen. Bessere Hygiene wirkt vorbeugend.

Mehlige Absonderungen an Blättern, Blüten oder Früchten deuten auf Raupenbefall hin. Abhilfe schafft das Absammeln der Raupen, der Einsatz eines Insektizids oder biologische Schädlingsbekämpfung.

Unregelmäßige Schwellungen, sogenannte 'Gallen' sind ein Zeichen für einen Befall durch Insekten oder Milben, können aber auch auf eine Bakterien- oder Pilzerkrankung hindeuten. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt werden, zusätzlich sollte die Durchlässigkeit des Bodens verbessert und ein Verletzen der Pflanzen vermieden werden.

Ein weißer, puderartiger Belag auf der Pflanze deutet auf einen Befall durch Echten Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Weiße Büschel oder weißer Belag auf der Blattunterseite deutet auf einen Befall durch Falschen Mehltau hin. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und zusätzlich ein Fungizid einsetzt werden. Halten Sie die Wurzeln feucht und gießen Sie die Pflanzen nicht von oben. Eine verbesserte Belüftung wirkt vorbeugend.

Feine Spinnweben auf den Pflanzen deuten auf einen Befall durch die Rote Spinnmilbe hin. Diese saugenden Insekten treten vor allem in Gewächshäusern auf und können mit Insektiziden oder Raubmilben bekämpft werden.

Verkrüppelte oder entfärbte Blätter und Blüten weisen auf einen Befall durch Älchen hin. Dies führt zum Absterben der Pflanze, befallene Pflanzen sollten entfernt werden.

Bei schuppigen Insekten auf Sprossen und an den Blattunterseiten handelt es sich um Schildläuse. Sie sondern Honigtau ab und werden mit Insektiziden oder Nützlingen bekämpft.

Deformierte und verfärbte Blüten und Blätter deuten auf eine Viruserkrankung hin. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden. Desweiteren sollte die Ausbreitung durch Insekten verhindert werden.

  • Auf ungünstigen Standorten, oft sauren Böden kann der gefürchtete Gummifluss auftreten: Durch die Verflüssigung von Holzteilen, vor allem Jungholz, bilden sich unter der Rinde Krankheitsherde, die eine gummiartige farblose bis bernsteinfarbene Flüssigkeit absondern, die dann zwischen den Rindenstücken an Ästen und Stamm austritt.
    Maßnahmen: Zurückschneiden der kranken Zweige und Äste, im Notfall muss der ganze Baum gefällt werden. - Vorbeugung: Vermeidung von feuchten/frostigen Lagen, Verletzungen und eine direkte Kronen-Beregnung.

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)


HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif
Baum des Jahres in Deutschland HP Blatt grün 05-05-72 graphic file 1KB.gif

1989 Quercus robur | 1990 Fagus sylvatica | 1991 Tilia platyphyllos | 1992 Ulmus glabra | 1993 Cormus domestica | 1994 Taxus baccata | 1995 Acer platanoides | 1996 Carpinus betulus | 1997 Sorbus aucuparia | 1998 Pyrus pyraster | 1999 Salix alba | 2000 Betula pendula | 2001 Fraxinus excelsior | 2002 Juniperus communis | 2003 Alnus glutinosa | 2004 Abies alba | 2005 Aesculus hippocastanum | 2006 Populus nigra | 2007 Pinus sylvestris | 2008 Juglans regia | 2009 Acer pseudoplatanus | 2010 Prunus avium | 2011 Sorbus torminalis | 2012 Larix decidua | 2013 Malus sylvestris | 2014 Quercus petraea | 2015 Acer campestre


Non-commercial Links

Das könnte Sie auch interessieren

Commercial Links